Legal E-Bike nachrüsten: Mittelmotor Bafang BBS-01B im Test

Bafang BBS-01B
Pro und Contra
  • hochwertig, legal, günstig
  • einfache Montage
  • solide Trittunterstützung
  • ohne Drehmomentsensor
  • Kein Innenlagerentferner dabei

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Kaufberatung: Notfallhandys bis 20 Euro

Nokia, Doro & Co.: Handys zum Telefonieren & für den Notfall ab 12 Euro

Monatlich kündbar: Die besten Handytarife von 0 bis 30 Euro

Die besten monatlich kündbaren Tarife im Dezember 2022: Unlimitiertes Datenvolumen für 15 Euro

Kosmos, Fischertechnik & Co.: Von Roboter bis Experimentierkasten ab 8 Euro

Kosmos, Fischertechnik & Co.: Von Experimentierkasten bis Roboter ab 5 Euro

Wacom-Alternativen ab 10 Euro: Digital zeichnen mit smarten Stiften, Tablets & Co.

Wacom-Alternativen ab 10 Euro: Digital zeichnen mit smarten Stiften, Tablets & Co.

Gerade einmal 470 Euro kostet der gut verarbeitete E-Bike-Mittelmotor Bafang BBS-01B mit 250 Watt. Sämtliches Zubehör, bis auf den Akku, ist mit dabei. Wir zeigen, warum man zu diesem Motor greifen sollte.

Legal, kostengünstig und gut verarbeitet – der Mittelmotor Bafang BBS-01B ist ideal, um Fahrräder als E-Bike aufzurüsten. Nur ein bisschen Werkzeug und einen Akku braucht man noch extra; den gibt es aber bereits ab 199 Euro, etwa den Haniwinner H194.

Neben dem Bafang BBS-01B haben wir bereits den Bafang MM G340 (Testbericht) sowie das Nachrüst-Kit von Pendix (Testbericht) getestet. Einen Überblick, wie man sein Fahrrad legal zum E-Bike nachrüstet, geben wir an anderer Stelle.

Rund 670 Euro kostet unser Bafang BBS-01B Mittelmotor mit Akku Haniwinner H194 samt europäischem Netzteil. Beide Testgeräte stammen von Banggood. Man bekommt sie aber auch für 494 Euro beispielsweise via Amazon.

Das Paket des Bafang BBS-01B beinhaltet Mittelmotor, Kurbeln, Bordcomputer, Handcontroller, Geschwindigkeitssensor, Bremsen, Frontlicht sowie Kabelbinder, Bedienungsanleitung und Montagewerkzeug. Zudem liegt ein Gashebel bei. Den sollte man in Deutschland jedoch nicht montieren, da er illegal ist. Hierzulande darf der Motor ohne Trittunterstützung maximal auf 6 km/h als Schiebehilfe unterstützen. Der Gashebel schafft aber 25 km/h. Alles in allem entspricht der Lieferumfang dem des Bafang MM G340 (Testbericht).

Alle Komponenten sind gut und sicher in Styropor verpackt. Die Schrauben hat der Hersteller in einzelne Tüten gepackt. Die beigelegte Bedienungsanleitung zeigt alle Komponenten, die dabei sein sollten. Bis auf das Fahrrad, ein bisschen Isolierband und einen Innenlagerschlüssel für das Tretlager ist alles mit dabei. Die meisten Tretlager sind in der Regel BSA-Tretlager. Wer sich unsicher ist, sollte einen Code am Tretlagergehäuse suchen, um den Standard zu bestimmen.

Die gesamte Montage des Sets kostet Laien rund sechs Stunden. Wir sind mittlerweile erprobt und brauchen für den Umbau nur noch etwa drei Stunden. Der zeitliche Aufwand ist natürlich vom jeweiligen Rad sowie dem eigenen Know-how abhängig. Wir haben bereits ein Bafang-Kit montiert und wissen wie das funktioniert. Je nach Fahrradtyp verhält sich die Montage etwas anders; vor allem das verlegen der Kabel ist unterschiedlich.

Zuerst muss man das Tretlager austauschen; hier kommt der Motor rein. Den Akku montiert man am Rahmen, die Bremshebel tauscht man aus, die Steuereinheit und das Display kommen an den Lenker, das Frontlicht an die Gabel und der Geschwindigkeitssensor ans Hinterrad. Zudem muss man noch die Kabel entlang des Rahmens befestigen. Das ist besonders wichtig, denn ansonsten sieht das Fahrrad nicht nur unschön aus, sondern man kann auch leicht an einem der vielen Kabel hängen bleiben.

Schritt für Schritt sieht das so aus:

  1. Alte Pedale, Kurbeln und Tretlager entfernen.
  2. Mittelmotor mit neuem Tretlager anbringen, festschrauben und neue Kurbeln sowie alte Pedale befestigen.
  3. Lenker freimachen, neue Bremshebel sowie Bordcomputer und Steuereinheit anbringen.
  4. Gegebenenfalls alte Frontleuchte entfernen und neue anbringen.
  5. Geschwindigkeitssensor am Hinterrad anbringen.
  6. Akku am Innengewinde für Getränkehalter festschrauben.
  7. Alle Kabel miteinander verbinden (farblich gekennzeichnet) und entlang des Rahmens mit Kabelbindern befestigen.
  8. Kabelkontakte zwischen Motor und Akku abisolieren.

Per Videoanleitung zeigt Bafang bei Bedarf im Detail, wie die Montage funktioniert – einen QR-Code zum Video gibt es in der Bedienungsanleitung. Die Montage ist auch für Laien kein Problem. Man braucht einfach nur Zeit. Wer weniger Kabelsalat will, greift zu teureren Lösungen wie etwa dem Nachrüst-Kit von Pendix (Testbericht).

Wer sich bei der Montage nicht sicher ist, sollte erfahrene Freunde oder Bekannte um Rat bitten. Fahrradmechaniker können im Zweifel auch helfen. Unserer Erfahrung nach scheuen einige aber die Arbeiten mit Umbaukits, da sie nicht selbst in die Haftung genommen werden wollen.

Rund eine Woche sind wir mit dem Nachrüst-Kit von Bafang unterwegs. Insgesamt haben wir in dieser Zeit etwa 50 Kilometer zurückgelegt.

Wie beim Bafang MM G340 (Testbericht) reagiert auch der Mittelmotor Bafang BBS-01B erst nach einer vollen Umdrehung der Pedale. Erst dann springt die Unterstützung durch den Mittelmotor an; einen Drehmomentsensor gibt es nicht.

Im Gegensatz zum Bafang MM G340 bietet der BBS-01B nur 250 statt 750 Watt Leistung. Damit ist er merklich schwächer, aber in Deutschland erlaubt. Offizielle Angaben zum Drehmoment gibt Bafang bei diesem Modell nicht. In diversen Foren finden wir Werte um die 80 Nm. Zum Vergleich: Unser privat genutztes Decathlon E-ST 100 (Testbericht) kommt auf 42 Nm und erleichtert dennoch Hügel und kleinere Berge mit merklicher Trittunterstützung. Alles in allem ist der BBS-01B kraftvoll und für den Alltag und gelegentliche Touren in hügeligen Regionen absolut geeignet.

Die Steuereinheit bietet fünf Unterstützungsstufen, die die Motorleistung regulieren. Mit Stufe 1 und drittem Gang kommt man mit leichter Unterstützung auf etwa 20 km/h. Wer bergauf fahren will, schaltet ein paar Gänge runter und nimmt Stufe 3. Mit den Stufen 4 und 5 wird das Radfahren zur gemütlichen Spritztour. Hier muss man keine Kraft aufwenden und kommt schnell auf 25 km/h. Bei voller Unterstützung liegt die Akkureichweite bei etwa 30 Kilometer. Wer mit mittlerer Unterstützung auf vorwiegend flachem Gelände unterwegs ist, kommt auf etwa 70 Kilometer.

Wer bereits ein Fahrrad ohne Elektromotor hat, der braucht natürlich keinen neuen Drahtesel. In unserem Fall haben wir ein altes Fahrrad vom Wertstoffhof für 30 Euro erworben. Der Mittelmotor Bafang BBS-01B liegt bei rund 460 Euro und der Akku Haniwinner H194 bei 180 bis 230 Euro. Entsprechend liegt das gesamte Set bei ab 640 Euro. Im Vergleich zu diversen Günstig-E-Bikes vom Discounter & Co. spart man also.

Bafang-Sets gibt es in diversen Konfigurationen. Bei der Motorstärke kann man zwischen 250, 500, 750 und 1000 Watt wählen. Neben unserem Farb-LC-Display gibt es noch viele weitere Bildschirme für E-Bike-Nachrüst-Sets. So findet man etwa auf Amazon kleine Farb-Displays mit rund 2 Zoll Diagonale und Schwarz-Weiß-Bildschirme in verschiedenen Größen. Die Displays kosten einzeln zwischen 50 und 100 Euro. Im Zweifelsfall würden wir hier aber immer zum Komplett-Set greifen; hier ist in aller Regel das große Farb-LC-Display bereits dabei.

Die meisten vergleichbaren Nachrüst-Kits kommen fast allesamt mit Bafang-Motoren sowie Akkus von Hailong beziehungsweise Haniwinner. Ein Komplett-Set samt Akku findet man bei Amazon etwa für rund 760 Euro.

Wer bei Themen Umtausch und Garantie sichergehen will, bestellt in Deutschland; etwa bei Amazon oder Marken-Sets mit drei Jahre Garantie direkt bei Pendix (Testbericht). Ausländische Onlineshops wie Banggood, der uns das vorliegende Set zur Verfügung gestellt hat, bieten die Komponenten oft günstiger an.

Bafang-Mittelmotor-Kits:

Auswahl kompatibler Akkus:

Das Nachrüst-Kit BBS-01B ist in Hinblick auf den Lieferumfang identisch zum bereits getesteten MM G340 (Testbericht). Nur die Motorenleistung fällt mit 250 statt 750 Watt geringer aus. Das ist in Deutschland aber nur von Vorteil, denn somit ist der BBS-01B hierzulande legal. Zudem hält der Akku etwas länger.

Wenn wir heute privat ein E-Bike nachrüsten müssten, würden wir uns für dieses Set entscheiden. Es ist solide gearbeitet, belastet den Geldbeutel nicht so stark wie günstige Kompletträder und fährt sich äußert angenehm. Günstiger (aber nicht besser) geht natürlich immer, wie wir in unserem Ratgeber Fahrrad legal zum E-Bike nachrüsten: Motor & Akku ab 300 Euro zeigen.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.