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Braun-LE03-db
Pro und Contra
  • Guter Klang
  • Klassisches Design
  • Hohe UVP
  • 4.5

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Der Preis des LE03 ist nicht günstig und Braun nur noch ein Name. Doch den nutzt in diesem Fall jemand mit Erfahrung, der früh ins Multiroom-Geschäft einstieg. TechStage testet den Lautsprecher.

Braun, das kennt man: das war eine Design-Ikone, das war jenes deutsche Unternehmen im Taunus, das 1956, zu der Zeit, als Musikanlagen noch in „Gelsenkirchner Barock“ verpackt wurden, mit der SK61 eine Kompaktanlage in modernem Design herausbrachte. Zunächst wurde sie noch als „Schneewittchensarg“ verunglimpft, doch war sie das Vorbild für die Kompaktanlagen der 70er- und 80er-Jahre und begründete die Karriere des Designers Dieter Rams, dessen Entwürfe später auch Apple zum Vorbild nahm.

Heute ist Braun längst nicht mehr Braun. Die Markenrechte gingen an Procter & Gamble. Von dort kommen nun auch die Rasierer und Zahnbürsten. Eine Lizenz für die Markennutzung für Küchenkleingeräte hat de’Longhi erworben, und seit Ende 2019 stellt Pure Smartspeaker mit Braun-Design und Lizenz her. Darunter eben den LE03. Pure hat allerdings bereits einige Erfahrung mit Multiroom-Lautsprechern wie dem Jongo-System. Man kann unter dem Braun-Label also schon etwas erwarten.

Mit 170 x 170 x 84 cm ist der LE03 der kleinste in der LE-Serie, kompakt doch mit großer Schallfläche. Mit knapp 1700 g steht er dennoch stabil, hat ein eingebautes Netzteil und zusätzlich zu den Drahtlos-Funktionen noch einen Analog-Audio-Eingang. Hoch- und Tieftöner haben 8,9 und 3,8 cm Durchmesser. Mikrofon und Bluetooth lassen sich ein- und ausschalten, hinzu kommen Start/Stop und Laut/Leise. Wie bei vielen Smartspeakern sind sie leider fast unsichtbar eindesignt. Mobiler Akku-Betrieb ist nicht vorgesehen. Vier LEDs signalisieren Betriebsbereitschaft und die Reaktion auf Google-Kommandos. Das Gerät könnte rein optisch auch von Apple sein, was sich durch die zuvor erläuterten gemeinsamen Design-Wurzeln erklärt. Nur der Geruch von Kunststoff war die ersten Tage noch etwas streng, verflog dann aber.

In einer speziellen Braun-Audio-App ist zunächst einzustellen, ob der Lautsprecher frei, auf Ständern, an der Wand oder in der Ecke steht. Dies vermeidet das Dröhnen bei Eckaufstellung oder einen zu dünnen Sound, wenn er frei steht. Zusätzlich bietet Braun/Pure eine Höhen- und Tiefenregelung in der App. Für den Rest wird automatisch Google Home eingebunden. Mehrere Lautsprecher können dabei in Multiroom-Konfigurationen in unterschiedlichen Gruppen und auch als Paar für Stereo-Wiedergabe eingerichtet werden. Für Apple-User steht Airplay zur Verfügung und auch das schnellere 5-GHz-WLAN ist integriert.

Das Abspielen von Musik aus dem Internet ist dank der Google-Spracherkennung unkompliziert möglich, ob Radiosender über Tune-In, das allerdings erst installiert werden muss, oder Konserven über Youtube Music, Spotify und andere Streamingdienste. Die eingebauten Mikrofone für die Spracherkennung funktionieren sehr gut. Lokale Dateien lassen sich über Bluetooth abspielen, oder via Chromecast über WLAN mit den bekannten Einschränkungen. Auch hier fehlt leider für Bluetooth an Android-Geräten apt-X für hochqualitative Übertragung, eine solche steht mit AAC nur an Apple-Geräten zur Verfügung.

High End hat man beim Braun LE03 zwar nicht zu erwarten – dass der Hersteller Pure seine Jongo-Systeme damit bewirbt, dass man nun endlich die großen Boxen aus dem Wohnzimmer zum Wertstoffhof bringen könne, war schon sehr ernüchternd. Dennoch ist der Klang für einen so kleinen Lautsprecher gut und ausgewogen. Die verschiedenen Übertragungswege – Bluetooth, analog, WLAN – zeigen beim Umschalten keine Sprünge in der Klangqualität. Nur die Lautstärkeeinstellung ist nicht ganz optimal aufgeteilt: Auf eine ganz leise Stufe folgen viele fast gleich laute, die im Nahbereich fast schon etwas zu laut sind. Allerdings sind am Gerät selbst feinere Abstufungen möglich als über Google Home bzw. Sprachsteuerung.

Artefakte oder umgekehrt zu dumpfe Wiedergabe treten auf allen Abspielwegen nur begrenzt in Erscheinung und können durch die Höhen- und Tiefeneinstellung in der App reduziert werden. Auch hohe Lautstärken werden verzerrungsfrei wiedergegeben. Der Klang strengt auch bei längerem Hören nicht an, der Lautsprecher ist für alle Musikrichtungen und selbstverständlich auch Sprachwiedergabe gut geeignet.

Braun gibt für den LE03 eine UVP von knapp 380 Euro.

Mit knapp 380 Euro Listenpreis ist der Braun LE03 nicht der günstigste Multiroom-Lautsprecher, doch für alle mittlerweile üblichen Anwendungen, ob Spotify/Tidal/Quboz, Internetradio, aber auch zum Abspielen von analogen Quellen und per Bluetooth, gut geeignet und findet auch beispielsweise auf einem kleinen Nachttisch noch ein Plätzchen.

Das Design ist dabei ein Hingucker, doch neutral und ohne dabei in der Umgebung anderer Utensilien störend aufzufallen. In Büro und Schlafzimmer ist der Lautsprecher dank der auch im Dunkeln zu findenden Option, das Mikrofon abzuschalten, bedenkenlos verwendbar.

Wir testen den LE03 im Rahmen unserer Themenwelt Multiroom. Dort haben wir bereits Tests zu Geräten wie dem Citation One MK II (Testbericht), Ikea Symfonisk (Testbericht), Sonos Roam (Testbericht) oder dem Nubert NuProX-3000 RC (Testbericht) veröffentlicht.

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