Laser-Engraver Atomstack A20 Pro im Test: Brutal stark und sehr schnell

Atomstack A20 Pro
Pro und Contra
  • einfacher Aufbau
  • große Arbeitsfläche
  • hohe Gravur-Qualität
  • hohe Schnittleistung
  • Airassist, Endschalter und Offline-Funktion
  • offenes Gehäuse
  • lauter Air-Assist
  • hoher Preis
  • 5.0

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Der Tisch-Laser Atomstack A20 Pro ist der bisher stärkste Laser, den wir in der Redaktion hatten. Er graviert nicht nur viele Materialien, er schneidet auch Acryl und Holz bis zu 3 mm in nur einem Zug. Und das ganz ohne angeschlossenen PC. TechStage hat den teuren, aber ungeahnt starken Laser getestet.

Neben 3D-Druckern, Schneidplottern und CNC-Fräsen sind auch Laser-Gravur-Geräte in Preisregionen angekommen, die sie für Privatanwender interessant machen. Die zweiachsigen Laser brennen Texte oder Grafiken per Knopfdruck auf Holz, Bambus, Kork, Leder oder sogar Spiegel und Fliese.

Allerdings sind Laser nicht gerade ungefährlich für die Augen, weswegen man während der Benutzung immer mit Schutzbrille arbeiten sollte. Teure Modelle verfügen zwar über einen geschlossenen Bauraum, der vor dem Laserlicht schützt – in der Einsteigerklasse mit großer Arbeitsfläche sucht man solch ein Gehäuse aber vergeblich.

Die Leistung der aktuellen Modelle reicht sogar aus, um Materialien wie Pappe oder dünnes Holz präzise zu schneiden. Bei Materialstärken über 3 mm ist aber häufig Schluss – zumindest bei den meisten Lasern. Und genau hier will der Atomstack A20 Pro punkten. Dieser Einzeltest gehört zu unterer Themenwelt DIY. Nach dem Atomstack A5 (Testbericht), dem Twotrees TotemS (Testbericht) und dem Sculpfun S9 (Testbericht) muss nun das Premium-Modell von Atomstack zeigen, ob sich die Investition von über tausend Euro lohnt.

Der Atomstack A20 Pro gehört mit einem aktuellen Marktpreis von knapp 1000 Euro zu den hochpreisigen Dioden-Lasern. Im Vergleich zu den mittelpreisigen Modellen um die 350 Euro ist hier das Laser-Modul kräftiger und die Ausstattung besser. Statt 5 Watt Ausgangsleistung verspricht der Hersteller satte 20 W und eine verbesserte Fokussierung. Überprüfen können wir das nicht – die Testergebnisse sprechen aber klar für eine deutlich höhere Leistung.

Die Größe des Arbeitsbereichs und der Grundaufbau des Rahmens sind mit anderen Modellen des Herstellers identisch. Ohne optionale Erweiterung beträgt der Arbeitsbereich 41 × 40 cm. Damit ist der A20 Pro so groß wie der Atomstack A5 M50 Pro (Testbericht) und etwas größer als der Twotrees TTS-55 (Testbericht).

Der Rahmen des A20 ist gleichzeitig die y-Achse, auf der sich die x-Achse vor- und zurückbewegt. Der Laser-Kopf sitzt auf der x-Achse und vollführt auf dieser die Seitwärtsbewegungen. Da es sich um einen Laser mit festem Fokus handelt, muss der Abstand von Lasermodul und Werkstück angepasst werden. Das funktioniert mittels einer Stellschraube, mit der das Lasermodul an der z-Achse befestigt ist. Zur Ermittlung des optimalen Abstands zur Oberfläche ist eine Kalibrierhilfe zum Unterlegen im Lieferumfang enthalten. Passt dieses noch gerade so zwischen Laser und Werkstück, sitzt der Fokus optimal und der Laser spielt sein volles Potenzial aus.

Eine Seltenheit sind die ab Werk verbauten Endstopps, die bei häufig wiederkehrenden Jobs sehr hilfreich sind. Ohne die Endschalter zur Positionsbestimmung wären exakt reproduzierbare Ergebnisse (Positionen) nicht möglich. Auch ein Not-Aus-Schalter direkt am Laser und der vom A5 M50 Pro bekannte Touchscreen zur Offline-Bedienung sind an Bord.

Offline-Funktion und Endstopps kennen wir zwar schon von anderen Lasern, eine funktionierende WLAN-Steuerung hatten aber auch die noch nicht an Bord. Eine weitere Neuerung ist der im Lieferumfang enthaltene Air-Assist. Hierbei handelt es sich um ein System zur Vermeidung von Brandspuren. Es besteht aus einem Kompressor, welcher Luft durch einen Schlauch und eine Düse direkt auf den Laserstrahl bläst. So ausgestattet werden Brandspuren sichtbar verringert und die Schneidkraft verbessert. Bisher musste man hier selbst DIY-Lösungen finden oder welche vom Hersteller dazukaufen – hier ist alles mit dabei. Privat sind alle unsere Laser damit nachgerüstet.

Alle vier Ausstattungsmerkmale, Offline-Funktion, WLAN-Steuerung, Endstopps und Air-Assist sind zwar nicht für einen erfolgreichen Betrieb notwendig, sie machen die Arbeit mit dem Laser aber deutlich bequemer. Insbesondere die Offline-Funktion ist ein echter Pluspunkt. Da die Laser während der Arbeit ordentlich Qualm und Gestank verursachen, möchte man nur ungern direkt daneben sitzen – hier bieten sich zwar fertige Schutzschränke, Zelte oder DIY-Einhausungen an, doch selbst dann bleibt die hohe Lautstärke des Air-Assists (der etwa so laut ist wie ein Staubsauger). Außerdem ist der Computer während des Vorgangs mehr oder weniger blockiert. Bequemer ist es da, den Laser per Speicherkarte oder WLAN mit Daten zu füttern und im Nebenraum am PC arbeiten zu können. Den Laser sollte man während der Arbeit trotzdem nie aus den Augen lassen – wir benutzen eine günstige WLAN-Kamera zur Überwachung. Hintergrund ist die Brandgefahr bei der Arbeit mit brennbaren Materialien.

Der Bausatz des A20 Pro M50 kommt ordentlich verpackt und dick gepolstert bei uns an. Im Karton liegen die Einzelteile des Rahmens inklusive Schrauben und Werkzeug, der ungewohnt große Laser-Kopf, das Bedienteil mit Mainboard, der Touchscreen, der Air-Assist-Kompressor samt Luftschlauch, ein USB-Kabel, einige Musterstücke zum Gravieren und eine Anleitung. Auch ein großes Blech als Schutz der Tischplatte ist beigelegt. Die Einzelteile und Komponenten sind alle ordentlich verarbeitet und entgratet und hinterlassen einen hochwertigen Eindruck. Eine Laser-Schutzbrille ist ebenfalls beigelegt – grün und unbequem, weshalb wir im Test unsere private Schutzbrille benutzen.

Das Zusammenschrauben des Lasers im Test dauert etwas über eine halbe Stunde. Die Anleitung inklusive der Bebilderung ist zwar knapp, aber völlig ausreichend, da auch die Teile vorbildlich beschriftet sind. Auch das Verlegen der Leitungen und das Anschließen des Luftschlauchs gestaltet sich unproblematisch und so können wir nach nicht mal einer Stunde mit den ersten Tests beginnen.

Nach dem Aufbau suchen wir ein geeignetes Plätzchen für den Laser. Dank Stand-Alone-Funktion und WLAN, muss der Laser endlich nicht in unmittelbarer Nähe zum PC stehen. Neben ausreichend Platz und einem freien Stromanschluss, sollte es unbedingt auch eine Möglichkeit zum Lüften geben. Wer Haustiere und/oder Kinder zu Hause hat, muss außerdem dafür sorgen, dass diese keinesfalls Zugang zum Laser haben, solange dieser arbeitet. Für bessere Schneidergebnisse benutzen wir obendrein ein Wabengitter aus Metall unter dem Werkstück.

Bei der im Lieferumfang auf microSD-Card gespeicherten Software handelt es sich wieder einmal um die Freeware LaserGRBL. Diese funktioniert zwar, wir finden sie aber weder übersichtlich noch intuitiv. Als Alternative nutzen wir deshalb die ebenfalls vom Hersteller beigelegte Software Lightburn. Das Programm ist als kostenlose Testversion für 30 Tage nutzbar. Wer sich für den Kauf eines Laser-Engravers entscheidet, sollte diese Software unbedingt zusätzlich im Budget einplanen.

Im Test steuern wir den Laser nur beim ersten Durchlauf direkt per Notebook und Lightburn. Das funktioniert zwar gut, ist wegen des Kabels aber unpraktisch. Die Bedienung per App und Smartphone klappt ebenfalls, wir benutzen die Funktion aber nur testweise, da wir unseren Arbeitsablauf mit Lightburn gewohnt sind.

Am PC geschieht zunächst der Import der gewünschten Vorlage, einer Pixel- oder Vektorgrafik und die Anpassung von Größe und Position. Auch das Erstellen von Text oder Grafiken direkt in der Software ist möglich. Das Programm unterstützt neben JPEG, TIFF oder DXF noch zahlreiche andere Formate. Nach den Einstellungen für Geschwindigkeit und Laser-Power folgt dann entweder der Start des Engravers oder, in unserem Fall, der Export des GCodes auf Speicherkarte. Ist diese im Laser eingelegt, lassen sich die Daten bequem per Touchscreen auswählen. Dann folgt die Positionierung auf dem Werkstück. Dazu lassen wir den Rahmen um die Grafik vom Laser-Kopf abfahren – noch ganz ohne starken Laserstrahl, nur um die Position zu ermitteln. Diese kann man nun per Pfeiltasten anpassen und korrigieren. Anschließend starten wir den Arbeitsvorgang per Play-Taste. Die Bedienung des berührungsempfindlichen Bildschirms funktioniert besser als beim A5 M50 Pro – der optisch identische Touchscreen reagiert genauer und zuverlässiger.

Der Laser des A20 Pro fährt das Motiv ab und brennt es je nach Einstellung mehr oder weniger tief in die Oberfläche. Schneller geht das bei Vektorgrafiken, die der Laser exakt abfährt. Pixelgrafiken werden hingegen in Zeilen abgefahren. Das dauert deutlich länger, weshalb man Schriften oder Logos aus Zeitgründen unbedingt im Vektorformat verarbeiten sollte. Wie lange der komplette Gravur- und Schneidprozess dauert, ist neben der Größe immer auch von den eigenen Settings abhängig. Um das Lasermodul zu entlasten und so eine möglichst hohe Lebensdauer zu erreichen, sollte der Laser möglichst besser nie mit den vollen 100 Prozent arbeiten. Wir nutzen maximal Werte von 85 bis 90 Prozent.

Der A20 Pro ist für Anwender mit Erfahrungen aus dem Laser- und 3D-Druckbereich und für Nutzer mit technischem Grundverständnis einfach zu bedienen. Doch selbst, wer bereits Erfahrung mit anderen Lasern mitbringt, muss sich erst langsam an die richtigen Einstellungen herantasten.

So funktioniert der Laser zwar von Anfang an problemlos, die Ergebnisse sind zu Beginn aber nicht so toll, da oft zu tief und zu verbrannt. Unsere ersten Gravuren auf 2 mm starkem Sperrholz sind komplett durch das Material gegangen und selbst die nächsten Versuche enden zunächst unbefriedigend, da zu tief und zu verbrannt. Das liegt an unseren Standard-Settings. Diese sind für 5 bis 6 W Leistung ausgelegt und somit beim A20 ungeeignet. Wie groß der Leistungsunterschied ist, zeigt etwa dieser Test-Chart, den wir einmal mit A5 M50 Pro und einmal mit A20 Pro graviert haben. Wir testen also und arbeiten dann mit deutlich höheren Geschwindigkeiten und mit weniger Leistung –zumindest beim Gravieren.

Nachdem wir uns langsam an die neuen Einstellungen gewöhnt haben, werden auch die Ergebnisse immer besser. Gravieren von Holz, Leder oder das dauerhafte Markieren von Metall funktioniert super. Umrisse und Details sind scharf und spürbar ins Holz eingebrannt. Auf dem benutzten Sperrholz sind Kontraste und Graustufen gut zu sehen und zu unterscheiden. Selbst bei einer Geschwindigkeit von 8000 mm/min und nur 50 Prozent Leistung ist die Gravur spürbar vertieft eingebrannt. Bei 5 W ist hier gerade einmal die Oberfläche leicht geschwärzt.

Das Markieren von Aluminium und Edelstahl funktioniert ebenfalls prima. Neben einiger Tests auf Werkzeugoberflächen und alten Messern haben wir direkt auch ein paar neue Hundemarken beschriftet. Auch das Gravieren von Leder und Stein funktioniert problemlos. Allerdings sind Rauch- und Geruchsentwicklung bei Leder höchst unangenehm. Hier sollte man grundsätzlich mit wenig Leistung arbeiten, um das empfindliche Material nicht zu verbrennen. Außerdem sollte man das Leder aufspannen, da es sich beim Bearbeiten verzieht.

Doch auch wenn wir hier mit höheren Geschwindigkeiten und mit weniger Leistung arbeiten können, abgesehen von einer überschaubaren Zeitersparnis sind die Unterschiede zu anderen Lasern nur minimal. Nun geht es also ans Schneiden, denn hier kann der A20 dank starkem Lasermodul und praktischen Air-Assist zeigen, was er kann.

Zum Schneiden von 3 mm dickem Sperrholz und schwarzem Acryl benötigen wir bei 85 Prozent Leistung und einer Geschwindigkeit von 200 bis 250 mm/min nur einen einzigen Durchgang und erhalten saubere Schnittkanten. Gefühlt wäre hier sogar noch etwas mehr Tempo drin, aber wir sind hier lieber zurückhaltend. So viel Power wie der A20 Pro hatte auf jeden Fall noch keiner der bisher getesteten Diodenlaser!

Die 5-W-Laser benötigen für 3-mm-Sperrholz in der Regel mindestens einen zweiten, eher noch einen dritten Arbeitsgang. Der A20 Pro schneidet damit problemlos 5 bis 6 mm dickes Material. Acht mm klappt im Test in vier Durchgängen, allerdings ist das immer auch vom Holz abhängig. In der Praxis schafft der A20 sogar eine Schnitttiefe von über 18 mm (Echtholz!) – dann sind aber sechs bis neun Durchgänge notwendig. Zum Vergleich: Mit dem alten Atomstack A5 (Testbericht)von 2020 haben wir schon bei 2 mm mindestens zehn Durchgänge benötigt.

Wer plant, Kunststoffe zu gravieren oder zu schneiden, sollte sich aber vorher über die Materialeigenschaften informieren. Bei vielen Kunststoffen entstehen beim Lasern krankheitserregende Stoffe, die keinesfalls ein die Lunge geraten sollten.

Der Atomstack A20 Pro kostet laut Preisvergleich knapp 1200 Euro inklusive Air-Assist. Das ist zwar teuer, in Hinsicht auf Ausstattung und Leistung aber noch in Ordnung. Bei Banggood kostet kostet der A20 Pro zum Testzeitpunkt sogar 1300 Euro. Bei Tomtop ist das Gerät für 1100 Euro mit Lieferung aus der EU gelistet.

Der Atomstack A20 Pro ist fast identisch zum günstigeren A5 M50 Pro (Testbericht) – nur ist der A20 eine ganze Hausnummer stärker! Selbst das Schneiden von Bastelholz und Acryl bis zu einer Stärke von 16 mm und mehr funktioniert mit diesem brutal starken Laser problemlos. Durch die höhere Leistung sind auch höhere Geschwindigkeiten beim Gravieren möglich, was die Arbeitszeit im Vergleich zu anderen Lasern verkürzt. Neben der tollen Qualität beim Lasern und Gravieren gefallen uns primär die Offline-Funktion, die verbauten Endstopps und der effektive Air-Assist. Basteln muss man bei dieser Maschine nicht mehr – bestenfalls ein Gehäuse könnte man nachrüsten.

In der Praxis stören uns lediglich die hohe Lautstärke des Kompressors und der hohe Preis.

Wer einen kompakten und starken Tisch-Laser sucht, mit dem man auch dickeres Material schneiden kann, der kommt nicht um den Atomstack A20 Pro herum. Die Schneidleistung des A20 Pro sucht ihresgleichen – bisher hatten wir noch keinen vergleichbar starken Laser in der Redaktion.

Geht es allerdings nur ums Markieren und Gravieren, würden wir uns den Aufpreis zu anderen Laser-Engravern sparen. Hier würden wir die deutlich günstigeren 5-W-Laser vorziehen. Den ansonsten ähnlich gut ausgestattete A5 M50 Pro (Testbericht) gibt es ab 429 Euro. Den nicht Offline-fähigen Sculpfun S9 (Testbericht) ohne Endstopps gibt es ab 400 Euro, den etwas kleineren TwoTrees TTs-55 gibt es ab 279 Euro. Auch der kleine und nur zum Gravieren geeignete Laser Pecker 2 (Testbericht), hat uns begeistert, allerdings stören dessen kleiner Arbeitsbereich und der hohe Preis.

Wer Holz bearbeiten möchte, sollte zusätzlich einen Blick in unsere Ratgeber zu Sägen und Schleifgeräten ansehen.

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