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Günstiger Kurzdistanz-Beamer Xiaomi Laser Projector im Test
Pro und Contra
  • sehr gute Bildqualität bei günstigem Preis
  • sehr lange Lebensdauer der Laser-Lichtquelle
  • guter Klang, schickes Design
  • zu lauter Lüfter
  • einige Apps nur über Umwege installierbar
  • 5.0

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Laser-Lichtquelle, 6500 Lumen, 150-Zoll-Bild mit 50 Zentimeter Abstand – und das für 1000 Euro. Wir testen die neue Version des Kurzdistanz-Beamers Xiaomi Laser Projector 150.

Die erste Version des Xiaomi Mi Laser Projector 150″ kann man ich China schon seit 2017 kaufen, nach Europa kam er offiziell Ende 2018. Die nun vorgestellte neue Version ist etwas heller, ruhiger und bietet eine bessere Integration von Streaming-Diensten. Außerdem ist er günstiger geworden. Käufer bekommen ihn bei China-Händlern für gut 1000 Euro. Wer lieber bei deutschen Händlern kaufen will, zahlt für den Vorgänger ab 1440 Euro. Mehr dazu im Abschnitt Preis .

Wem das deutlich zu teuer ist, der sollte sich mal den Test des Blitzwolf BW-VP5 anschauen. Für gerade einmal 60 Euro, bietet der Beamer deutlich mehr, als man zunächst erwartet. Ob es sich dann nicht doch lohnt, etwas mehr Geld auszugeben, zeigen wir in Billig vs teuer: Sechs Beamer von 60 bis 700 Euro im Vergleich . Die Vorteile von Kurzdistanz-Beamern sind nicht von der Hand zu weisen. Im Vergleichstest: Vier Kurzdistanz-Beamer auf dem Prüfstand müssen vier beliebte Produkte zeigen, was sie können.

Der Xiaomi Laser Projector projiziert mit einem Abstand von 50 Zentimetern ein knapp 4 Meter (über 150 Zoll) großes Bild auf die (Lein-)Wand. Bei 30 Zentimeter verringert sich die Größe auf 3 Meter (etwa 120 Zoll), bei 10 Zentimeter auf 2 Meter (80 Zoll). Damit bietet er ein deutlich höheres Projektionsverhältnis als der Optoma GT1080 Darbee (Testbericht) , kommt aber nicht ganz an den Ultra-Kurzdistanzbeamer LG HF85JS (Testbericht) heran.

Der Xiaomi Mi Laser Projector 150″ kann das Bild vertikal und horizontal zu spiegeln. Damit lässt er sich für eine Rückprojektion nutzen oder an der Decke montieren. Über vier Gewinde an seiner Unterseite hält er an einer als Zubehör erhältlichen Deckenhalterung. Geometrische Verzerrungen gleicht der Beamer digital aus, eine mechanische Linsenverstellung fehlt. Allerdings war dies im Test dank fein über Drehrädchen justierbarer Füßchen auch nicht nötig.

Nutzer sollten unbedingt auf eine plane Projektionsfläche achten. Denn wegen des sehr spitzen Projektionswinkels führen schon kleine Unebenheiten der Wand oder der Leinwand zu deutlicheren Verzerrungen im Bild, als das bei konventionellen Beamern der Fall ist. Auch Raufasertapete ist ungeeignet.

Xiaomi schraubt die Helligkeit bei der Neuauflage des Mi Laser Projector 150″ laut eigenen Angaben von 5000 Ansi-Lumen auf 6500 Ansi-Lumen. Die Helligkeitsverteilung ist gut, große Unterschiede unter den Ecken sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. In den Einstellungen kann der Nutzer die Helligkeit anpassen.

Im Test ist der Xiaomi Mi Laser Projector 150″ trotz der vergleichsweise hohen Helligkeit nur bei einer geringen Bildgröße von 70 Zoll (ca. 178 cm) kaum für Räume mit Tageslicht geeignet, lässt sich so aber gut in leicht abgedunkelten Räumen nutzen. Wie bei Projektoren dieser Helligkeit üblich zeigt er nur bei einem komplett abgedunkelten Raum sein bestes Bild. Als vollwertiger Ersatz für einen Fernseher dient er deshalb nur im Einzelfall.

Der Xiaomi Laser Projector setzt auf ein ALPD-3.0-Lasermodul als Lichtquelle. Das hat den Vorteil einer langen Lebensdauer und geringerer Abwärme sowie Stromverbrauch. Laut Xiaomi besitzt das Lasermodul eine Lebensdauer von 25.000 Stunden – mehr als das Zehnfache konventioneller Lampen. Trotzdem sind die für die Kühlung verantwortlichen Lüfter deutlich zu hören, wenn auch etwas weniger als noch beim Vorgänger. Das hochfrequente Pfeifen, dass uns beim Test der ersten Version vor zwei Jahren noch sehr störte, ist verschwunden.

Der Xiaomi Mi Laser Projector setzt auf die weitverbreitete DLP-Technik. Der 0,47 Zoll große DMD-Chip kann maximal 1920 × 1080 Pixel darstellen. Er kann 4K-Signale verarbeiten, rechnet sie jedoch auf Full-HD-Auflösung herunter. 4K-Upscaling oder gar natives 4K beherrscht er nicht. Wer sich für die höhere Auflösung interessiert, dem empfehlen wir unsere Marktübersicht bezahlbarer 4K-Beamer .

Tatsächlich ergibt 4K bei einem Beamer richtig Sinn. Das Verhältnis von Sitzabstand zu Bildgröße ist dabei jedoch von vielen individuellen Faktoren wie etwa Sehstärke abhängig und entsprechend keine Wissenschaft. Als Faustformel hat sich bei 4K/UHD-Content jedoch herauskristallisiert, dass der Sitzabstand etwa der 1,25-fachen Bildschirmdiagonale entsprechen sollte. Wirft der Beamer also ein 120-Zoll-Bild an Wand oder Leinwand, was in etwa einer Diagonale von drei Metern entspricht, dann empfiehlt sich ein Sitzabstand von knapp vier Metern, um die Vorteile der höheren 4k-Auflösung zu erkennen. Glücklicherweise bietet Xiaomi einen bauähnlichen Projektor mit 4K-Auflösung für 1400 Euro an. Mehr dazu im Abschnitt Preis .

Auf dem Papier bietet der Xiaomi-Beamer ein Kontrastverhältnis von 2500:1 bis 3500:1 und damit deutlich weniger als der LG HF85JS (Testbericht) mit 150.000:1. Im Test fällt der Unterschied nicht auf. Der Xiaomi-Kurzdistanz-Projektor zeigt sehr gute Schwarzwerte.

Nicht ganz so gut gefällt uns in den Werkseinstellungen die Farbwiedergabe. Sie wirkt kühl und auf Verkaufsräume abgestimmt. Der RGB-Farbraum kann nach wie vor nicht angepasst werden. Wir empfehlen den Modus Filmwiedergabe für ein wärmeres und deutlich ausgewogeneres Gesamtbild.

Wer direkt in die Lichtquelle schaut, kann seine Augen schädigen. Deswegen schalten Sensoren das Bild dunkel, sobald sie vor der Lichtquelle Bewegung erkennen. Dies kann in einigen Fällen, zum Beispiel bei einer Vorführung vor Kindern, sinnvoll sein. Dieses Feature lässt sich in den Optionen deaktivieren.

Den Klang gibt der Beamer über zwei Vollfrequenzlautsprecher und zwei Hochtöner wieder, die sich hinter der schicken, schwarzen Front verstecken. Dabei baut Xiaomi das gleiche Soundsystem wie in seinen TV-Geräten und unterstützt Dolby Audio und DTS HD. Das Ergebnis kann sich hören lassen und übertrifft die meisten Konkurrenzprodukte um Längen. Der Xiaomi Mi Laser Projector 150″ ist laut, bietet klare Höhen und einen erstaunlichen Bass.

Audiophile werden dennoch ihre eigene Anlage anschließen. Dafür steht ihnen ein digitaler optischer Ausgang und ein analoger 3,5-Millimeter-Klinkenstecker zur Verfügung. Wer mag, kann dem Gerät über einen zusätzlichen Klinkenstecker auch Audio zur Ausgabe zuspielen. Es gibt auch ein Option, ihn als Bluetooth-Speaker zu verwenden. Auf Wunsch schaltet er dann auch sein Bild und damit die mitsurrende Lüftung ab.

Am schnellsten gelingt die erste Initialisierung von Android 9 mithilfe eines Android-Smartphones und dem Sprachbefehl "Richte mein neues Gerät ein". Daraufhin übernimmt der Projektor viele Login-Daten wie das Google- und Netflix-Konto sowie die WLAN-Verbindung. Alternativ nutzt man dafür die langwierige Eingabe von Nutzername und Passwort über die Fernbedienung oder eine über Bluetooth oder USB gekoppelte Kombination aus Maus, Trackpad und Tastatur.

Die Bluetooth-Fernbedienung wurde gegenüber dem Vorgänger überarbeitet. Optisch finden wir die Remote des Vorgängers dank der weißen Elemente ansprechender. Auf der neuen komplett schwarzen Fernbedienung sind zwei Knöpfe hinzugekommen. Der ein führt direkt zu Netflix, der andere zur Google-App Live Channels. Eine Umbelegung ist nicht möglich. Für den Google Assistant drücken Nutzer den Mikrofon-Knopf auf der Fernbedienung und sprechen ihren Befehl.

Xiaomi installiert Apps wie Netflix, Youtube und Ted vor. Weitere Apps wie Disney+, ZDF, Sat1, Prosieben, Joyn, Zattoo , Dazn und viele weitere stehen im Google Playstore bereit. Allerdings fehlen beliebte Apps wie Amazon Video oder Sky Ticket .

Über Sideloading können diese nachinstalliert werden. Dafür installiert man zunächst über den Google Playstore einen Browser wie Puffin und einen Datei-Explorer. Wer nun über den Browser eine APK sucht und herunterlädt, kann sie nach der Freigabe von Dritt-Apps in den Einstellungen über den Datei-Explorer installieren. Oder man kopiert APKs vom Rechner auf einen USB-Stick und öffnet diesen auf dem Projektor mit dem Datei-Explorer. Uns gelang es so zum Beispiel in Kombination mit einer Maus Amazon Prime Video zum Laufen zu bringen. Einfacher wird die Suche nach passenden APKs über alternative App-Stores wie dem Aptoide TV .

Wer keine Lust auf derartige Experimente hat, den empfehlen wir einen externen Zuspieler. Einen guten Überblick liefert unser Ratgeber Streaming-Boxen im Vergleich: Die besten TV-Sticks .

Banggood (Kauflink) verkauft die neue Version des Xiaomi Mi Laser Projector 150″ mit dem Gutscheincode BG618CZ1055 für gut 1050 Euro aus einem europäischen Lager. Der hier im Preisvergleich verlinkte Projektor ist der fast baugleiche Vorgänger. Er kostet ab 1440 Euro. Wer 4K-Content bevorzugt, sollte sich den bauähnlichen Beamer Xiaomi Mijia Laser 1S 4K Projektor anschauen. Er kostet bei Aliexpress (Kauflink) gut 1650 Euro.

Der Xiaomi Mi Laser Projector 150″ ist ein hervorragender Kurzdistanz-Beamer. In seiner Preisklasse bietet kein anderer Beamer ein derart stimmiges Gesamtpaket aus hoher Helligkeit mit Laser-Lichtquelle, guter Bildqualität, Kurzdistanztechnik, schickem Design, guter Klangqualität, vielen Anschlüssen und Android-TV-Betriebssystem. Schade ist allerdings, dass beliebte Apps wie Amazon Prime Video und Sky Ticket nicht ohne Umwege installierbar sind.

Wer nach einer Alternative sucht, sollte sich den LG HF85JS (Testbericht) genauer anschauen. Er kostet zwar mehr, ist dafür aber kompakter, etwas leiser und bietet ein höheres Projektionsverhältnis. Dafür ist er langsam, hat keinen guten Klang und nervt mit dem umständlichen und unflexiblen Web-OS-Betriebssystem. Eine weitere Alternative im Bereich der Kurzdistanz-Projektoren ist der Optoma GT1080 Darbee (Testbericht) . Er ist dem Xiaomi Laser Projector zwar in so gut wie allen Bereichen unterlegen, sicherte sich im Test aber dennoch die Note 2. Noch dazu kostet er mit knapp 800 Euro etwas weniger. Mehr dazu im Vergleichstest: Vier Kurzdistanz-Beamer auf dem Prüfstand .

Dass man auch für gerade einmal 60 Euro einen anständigen Projektor bekommt, zeigt der Test des Blitzwolf BW-VP5 . Einen guten Überblick beitet unser Ratgeber Billig vs teuer: Sechs Beamer von 60 bis 700 Euro im Vergleich .

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