Knochenschall-Kopfhörer von Shokz im Test: Musikhören bei freien Ohren

Shokz Openrun Pro
Pro und Contra
  • sehr leicht, hoher Tragekomfort
  • keine Einschränkung der Umgebungswahrnehmung
  • optimal zum Laufen (Openrun) & Schwimmen (Openswim)
  • eingeschränkte Klangqualität
  • kein AAC und aptX
  • Schallabstrahlung an Umgebung
  • 3.5

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Kaufberatung: Notfallhandys bis 20 Euro

Nokia, Doro & Co.: Handys zum Telefonieren & für den Notfall ab 12 Euro

Monatlich kündbar: Die besten Handytarife von 0 bis 30 Euro

Die besten monatlich kündbaren Tarife im Dezember 2022: Unlimitiertes Datenvolumen für 15 Euro

Kosmos, Fischertechnik & Co.: Von Roboter bis Experimentierkasten ab 8 Euro

Kosmos, Fischertechnik & Co.: Von Experimentierkasten bis Roboter ab 5 Euro

Wacom-Alternativen ab 10 Euro: Digital zeichnen mit smarten Stiften, Tablets & Co.

Wacom-Alternativen ab 10 Euro: Digital zeichnen mit smarten Stiften, Tablets & Co.

Knochenschall-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei, das macht sie interessant für Sportler. Wie gut der Klang ist, zeigen wir im Test dreier Shokz-Modelle.

Normalerweise sind Kopfhörer über, auf oder im Ohr. Beim Joggen sind alle drei unpraktisch und im Straßenverkehr gar gefährlich. Mit den Shokz-Knochenschall-Kopfhörern bleiben die Ohren frei. Das Konzept ist nicht neu. Bereits 2018 testeten wir die Trekz Air (Testbericht) von Shokz. Damals hieß das Unternehmen noch Aftershokz. Die Trekz Air sind im Grunde okay, allerdings bemängeln wir den Klang, der teilweise einen Hall verursacht. Zudem vibrieren sie bei basslastigen Songs.

Auch die Musik-Sonnenbrille Bose Frames Tempo (Testbericht) bedient sich des Knochenschall-Prinzips – allerdings bieten sie den deutlich besseren Klang. Ihr Preis ist mit über 200 Euro jedoch hoch.

Knochenschall-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei. Das kann etwa im Straßenverkehr praktisch sein. Aber auch beim Laufen oder Schwimmen. Sie können aber auch für Hörgeräteträger interessant sein, die normale Kopfhörer kaum vernünftig nutzen können. Wer dagegen die Umgebungsgeräusche ausblenden will, greift zu Modellen mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC). Wir empfehlen hier die Bose QC Earbuds II (Testbericht). Es gibt wohl kaum Kopfhörer, welche die Umgebung besser ausblenden, als diese In-Ears.

Die Knochenschall-Kopfhörer Openrun, Openrun Pro und Openswim von Shokz drücken nicht im Gehörgang. Das macht sie kompatibler für Brillenträger und leichter als Over-Ears. Umgebungsgeräusche gelangen direkt ins Ohr. Wir haben uns die Modelle für den Test genauer angeschaut.

Neben dem Kopfhörer wird eine Schutztasche, das Ladekabel und eine Kurzanleitung mitgeliefert. Diese ist auch auf Deutsch, die ausführliche Anleitung zum Herunterladen dagegen nur auf Englisch. Das Ladekabel für die Openrun und Openrun Pro nutzt einen Magnetkontakt. Das Ladekabel für die Openswim klemmt den Ladekontakt mechanisch ein.

Die Kopfhörer wiegen um die 30 Gramm und sind recht kompakt. Es gibt mittlerweile mit den OpenRun Mini auch eine noch kleinere Ausführung, die wir für diesen Test nicht vorliegen hatten. Der normale Openrun ist spritzwassergeschützt nach IP67, die Pro-Variante nur nach IP55. Beide können parallel mit zwei Geräten über Multipoint eine Bluetooth-Verbindung aufbauen.

Der Openswim ist wasserdicht nach IP68 und hat keine Bluetooth-Konnektivität. Wer mit ihm seine Musik hören will, muss ihn über den USB-A-Adapter an den Computer anschließen und mit Musikdateien befüllen. Über eine Multifunktionstaste sind die üblichen Funktionen (Lautstärke, Start/Stop/Vor/Zurück) verfügbar.

Das Bluetooth-Pairing funktioniert bei den Openrun-Modellen unkompliziert, mit bis zu acht Stunden Akkulaufzeit bei der normalen und zehn Stunden bei der Pro-Variante sind auch Marathonstrecken laufbar. Die Shokz Openswim sollen acht Stunden durchhalten. Wieder aufgeladen sind alle Modelle in weniger als einer Stunde.

Die Soundeinheiten der Modelle liegen auf der unteren Schläfe auf und werden dort über einen Bügel fixiert, der über die Ohren führt. Direkt dahinter sitzt die Steuereinheit mit den kleinen Akkus. Die beiden Ohrenteile sind über einen weiteren Bügel, der am Hinterkopf verläuft, miteinander verbunden. Die Shokz drücken auch nach mehreren Stunden des Tragens nicht. Zudem halten sie erstaunlich gut. Laufen oder gar gepflegtes Headbanging ist mit ihnen kein Problem. Auch beim Schwimmen mit den Openswim verrutscht nichts.

Ein Klangwunder kann man bei Knochenschall nicht erwarten. Tatsächlich ist die Funktion eine Mischung aus Luft- und Knochenschallleitung, was auch zur Folge hat, dass die Kopfhörer stark an die Umgebung „leaken“. So praktisch offene Ohren im Büro sind, wenn man alles mitbekommen will bzw. muss, so ungeeignet wäre der Openrun hier. Gerade bei etwas höheren Lautstärken hören die Kollegen mit.

Im Verkehr sind die Openrun und Openrun Pro dagegen gut aufgehoben: Wer auch beim Radfahren telefonisch erreichbar sein will, kann dies mit so einem Kopfhörer riskieren, während er mit ANC-Modellen eher vor einem Kühlergrill landen dürfte. Ein Ambiente-Modus bei ohrabschließenden Kopfhörern kann mit den Knochenschall-Modellen in Bezug auf „nichts Wichtiges überhören“ nicht mithalten, hier ist er die optimale Lösung.

Der Sound beim Openrun ist eher mitten- und höhenbetont und damit für Sprache, etwa zum Anhören von Nachrichten, Hörbüchern oder Podcasts gut geeignet, wobei man den Klang noch zwischen Sprache und Musik umschalten kann. Die Openrun Pro dagegen setzen den Fokus auf den Bass. Diesen empfinden wir jedoch gerade bei hohen Lautstärken als unangenehm. Die Openrun Pro beginnen merklich zu vibrieren und gegen die Schläfen zu hämmern. Möglicherweise empfinden das einige als passend. Bei uns im Test erzeugt es jedoch ein unangenehmes Gefühl.

Die Openrun Pro haben außerdem eine App, die jedoch keinen großen Mehrwert bietet. So vermissen wir hier etwa einen Equalizer. Als Bluetooth-Codec ist nur der Standard-SBC-Codec vorhanden, kein AAC und schon gar kein aptX.

Der Klang der Openswim ist mit denen der Openrun vergleichbar. Wer sie im Wasser beim Schwimmen trägt, sollte jedoch den Kopf über Wasser halten. Wer krault oder andere Schwimmtechniken ausübt, die den Kopf zeitweise unter Wasser tauchen, bekommt von der Musik nicht mehr alles mit. Das liegt vor allem daran, dass das Ein- und Auftauchen an sich schon sehr laut ist. Hier müssen Schwimmer, die Openswim schon richtig laut aufdrehen.

Die Openrun kosten zum Testzeitpunkt 110 Euro. Für die Openrun Pro fallen etwa 160 Euro an. Wer ein Auge auf die Openswim geworfen hat, muss derzeit 150 Euro zahlen.

Die Knochenschall-Kopfhörer von Shokz bedienen eine Nische. Sie richten sich speziell an Sportler, die fest sitzenden und dennoch bequeme Kopfhörer suchen, die beim Musikhören den Gehörgang frei lassen. Dafür sind die Openrun und die Openrun Pro gut geeignet. Auch wenn die Klangqualität nicht mit In-, On- oder Over-Ear-Kopfhörern mithalten kann. Wer einen Kopfhörer zum Schwimmen sucht, findet ohnehin kaum Alternativen zum Openswim.

Mit den Bose Frames Tempo (Testbericht) gibt es eine Sonnenbrille, die ebenfalls Musik abspielt. Ihr Sound ist sogar etwas besser als der Klang der Openrun-Modelle. Dafür ist sie recht teuer. Wer nicht beim Sport nicht zwingend einen offenen Ohrkanal benötigt, dem empfehlen wir unseren Ratgeber Sportkopfhörer: Die Top 10 der Bluetooth-Kopfhörer für Fitness, Training & Jogging.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.