KFA2 Nvidia RTX 3080 TI im Test: Die (fast) beste Grafikkarte, wenn der PC mitspielt

KFA2 RTX 3080 Ti
Pro und Contra
  • Sehr gute Leistung
  • KFA2 legt extra Lüfter und GPU-Halterung bei
  • Gute Verfügbarkeit
  • Stromhungrig
  • Deutlich hörbare Lüfter unter Last
  • Hohe Abwärme
  • 5.0

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Ungebremste Grafik-Power? Wir testen die KFA2 RTX 3080 Ti und zeigen, welches Spiel die Grafikkarte zumindest etwas in die Knie zwingt – wenn der restliche PC mithält.

Die RTX 3080 Ti von KFA2 ist ein Monster. Das gilt sowohl für die Leistung wie auch für den Hardware-Hunger. Denn neben einem starken Netzteil muss der Unterbau des PCs mitspielen, damit man die Leistung wirklich abrufen kann.

Wir nehmen die Grafikkarte zum Anlass, um unser Testsystem aufzurüsten. Und auf dem neuen System ist die KFA2 RTX 3080 Ti wirklich die bislang schnellste Karte. Warum also das (fast) in der Überschrift? Nun, es gibt natürlich weltweit flinkere Karten. Zuletzt zeigte uns das die RTX 3090, die unser letztes Testsystem einfach an die Grenzen brachte. Und Nvidia hat bereits die RTX 3090 Ti vorgestellt. Sie kostet knapp 1000 Euro mehr als die hier getestete RTX 3080 Ti, verspricht aber noch mehr Power.

Sollte das die Begeisterung für die RTX 3080 Ti bremsen? Wir denken nicht. Denn wer die knapp 1300 Euro für die Grafikkarte ausgibt, der bekommt eine wirklich gute Grafikkarte – wenn der Rest des PCs mitspielt. Wie immer erscheint der Test in unserer Themenwelt Grafikkarten, in der wir auch die Bestenliste Grafikkarten veröffentlicht haben.

Wer den Test zur RTX 3090 (Testbericht) gelesen hat, der weiß, dass mit dieser GPU-Generation unsere erste Testplattform an die Grenzen kam. Also haben wir aufgerüstet – und hoffentlich wieder genügend Puffer.

Wir verwenden erneut Intel-Prozessoren, da wir mit der zwölften Generation der Core-i-CPUs Zugriff auf ein Z690-Mainboard haben. Genauer gesagt verwenden wir das MSI Pro Z690-A WiFi. Für unsere Entscheidung war ausschlaggebend, dass dieses Mainboard bereits einen PCIe 5.0 Slot für Grafikkarten mitbringt. Zum Vergleich, unser altes Intel-System setzte auf PCIe 3.0, aktuelle AMD-Mainboards haben (noch) PCIe 4.0. Letzteres ist auch die Schnittstelle der aktuellen GPU-Generation. Mit dem Wechsel auf PCIe 5 haben wir also etwas Luft nach oben.

PCI Express 3.0 PCI Express 4.0 PCI Express 5.0
15,5 GByte/s 31,5 GByte/s 63 GByte/s

Als CPU nutzen wir eine solide Mittelklasse, ein Core i5 12400 treibt unser Testsystem an. Unterstützt wird es von DDR-5-Arbeitsspeicher, das Kit im Dual-Channel-Modus liefert 16 GByte RAM. Betriebssystem und alle Benchmark-Programme liegen auf einer NVMe-SSD, die über PCIe 4.0 und vier Lanes angebunden ist. Damit sollten wir derzeit (hoffentlich) keine Flaschenhälse im System haben, gleichzeitig ist das Testsystem noch immer ein realistischer Gaming-PC. Insgesamt belaufen sich die Kosten (ohne GPU) auf um die 850 Euro.

Was bedeutet dies für unsere bisherigen Benchmark-Ergebnisse? Aufgrund der Marktlage werden wir es nicht schaffen, alle bisherigen Modelle nachzutesten (oder zu bekommen). Wir haben aber eine Grafikkarte, eine Radeon RX 6600, die wir in drei vergleichbaren Umgebungen, der alten Intel-Testplattform und der neuen Testumgebung testen konnten. Natürlich kommen Unsicherheiten wie Treiber, CPU, Mainboard hinzu.

Im Timespy Benchmark schaffte die RX 6600 knapp 1000 Punkte mehr, bei TimeSpy Extreme war das neue System 350 Punkte schneller. Man sieht hier gut, wie ein aktuelleres System selbst langsamere GPUs beschleunigen kann. Im Gaming-Benchmark von Borderlands 3 ist der Abstand allerdings geringer. Bei Full-HD kann das neue System knapp 7 fps herausholen, bei WQHD sind es noch 3 FPS und bei UHD sind die Benchmarks gleich auf. Die Tests sind also grundsätzlich noch vergleichbar, wir gehen davon aus, dass alle bisherigen Karten auf dem neuen Testsystem zumindest etwas schneller sind – sich an der Platzierung insgesamt aber wenig ändert.

Um es kurz zu machen: Die neue KFA2 RTX 3080 Ti ist ein Leistungsmonster. Selten hatten wir eine Grafikkarte, die unsere Benchmarks derart souverän geschluckt hat und dabei so flüssig lief. Wir hatten nur ein seltsames Verhalten: Im VR Mark, einem Test für die VR-Tauglichkeit der Karte, lieferte sie in einem Benchmark, dem Cyan Room, unerwartet schlechte Ergebnisse. Im Orange Room (weniger anspruchsvoll) und dem Blue Room (deutlich anspruchsvoller) zeigte sie dagegen die erwarteten guten Daten. Wir hatten den gleichen Fehler bei der RTX 3060, irgendwie scheinen sich die GPUs und dieser Teil des Benchmarks nicht zu vertragen. VR-Spiele laufen in der Praxis problemlos.

Im Timespy und Timespy Extreme, beide messen die Spieltauglichkeit des kompletten Systems, deklassierte sie alle bisherigen Grafikkarten. Sie dürfte damit in einem modernen System locker auf dem Level einer RTX 3090 liegen, die etwa 300 Euro mehr kostet.

Spannend war auch der Leistungszuwachs beim DLSS Test im 3D Mark. DLSS ist eine Nvidia-Technik, bei der Inhalte in niedrigerer Auflösung berechnet und anschließend hochskaliert werden. Das lohnt sich selbst bei High-End-Karten, denn im Benchmark stiegen die Frames pro Sekunde von 57 fps (WQHD, DLSS aus) auf über 132 fps (WQHD, DLSS an). Ein enormer Zuwachs ohne große optische Verluste.

Ähnlich gut sieht es bei den Spiele-Benchmarks aus. Borderlands 3 lief selbst in 4K-Auflösung, mit allen Einstellungen auf Ultra mit über 70 fps durchschnittlich. Das Gleiche gilt für Far Cry 6. Selbst mit den HD-Texturen, UHD-Auflösung und Ultra-Einstellungen fiel der Benchmark nicht unter 68 fps. Einzig Metro Exodus in UHD-Auflösung und Extreme-Einstellungen bringt die RTX 3080 Ti auf knapp unter 25 fps. Das sind sensationelle Ergebnisse, die jedes Gamer-Herz höher schlagen lassen dürften.

Die RTX 3080 Ti ist hungrig. Aus unserem 650 Watt Netzteil zog das komplette System in der Spitze bis zu 467 Watt (zum Vergleich, die RTX 3080 lag bei 421 Watt, die RX 6600 gar bei 205 Watt). Entsprechend sollte man das Netzteil großzügig dimensionieren.

Mit der fetten Leistung kommt gleichzeitig die Wärme. Die Lüfter der KFA2 RTX 3080 Ti schaffen es zwar, die Grafikkarten nach 15 Minuten Dauerlast auf guten 83 Grad Celsius zu halten, allerdings ist sie dann deutlich hörbar.

Gut gefällt uns, dass KFA2 einen optionalen ansteckbaren Ventilator für die Rückseite mitliefert. In unserem System ragte allerdings der Arbeitsspeicher zu weit heraus, so dass sich der Lüfter nicht anbringen ließ. Da aber sowohl die Aussparungen auf der Rückseite als auch ein Vier-Pin-Anschluss an der Grafikkarte vorhanden sind, kann man mit etwas Bastelei den Luftstrom so deutlich besser in den Griff bekommen. Bravo, KFA2, das ist eine sinnvolle Erweiterung für Bastler.

Übrigens liegt im Paket auch ein GPU-Halter, mit dem man die Karte von unten gegen Absacken abstützen kann. Damit entlastet man den PCIe-Port auf dem Mainboard enorm (und außerdem kann man die Halterung gleich noch beleuchten!)

Zum aktuellen Zeitpunkt ist die KFA2 RTX 3080 Ti für knapp 1200 Euro zu bekommen. Der Preispunkt gilt für mehrere andere Modelle mit RTX 3080 Ti Chipsatz, der Preis scheint sich zwischen 1200 Euro und 1300 Euro einzupendeln. Besonders schön: Nicht nur der Preistrend zeigt nach unten, es scheint auch genügend Produkte bei den Händlern zu geben.

Ist die KFA2 RTX 3080 Ti die weltweit schnellste Grafikkarte? Wahrscheinlich nicht. Liefert sie für den Preispunkt ordentliche Leistung? Auf jeden Fall. Gerade nach den Preiskapriolen bei Grafikkarten der letzten Monate und Jahre ist es gut, eine Karte zu sehen, die nicht nur seit dem Start günstiger wird, sondern den zugegeben hohen Preis in ausreichend Leistung verwandelt – und flächendeckend verfügbar ist. Wenn diese Generation der Grafikkarten endlich der Startschuss dafür ist, dass GPUs wieder Gamern zur Verfügung stehen und ihr Leben nicht mehr in Mining-Rigs für Cryptowährung verbringen müssen, dann ist das ein Grund zur Freude.

Es bleibt außerdem zu hoffen, dass die neuen Grafikkarten für bessere Preise bei den älteren Modellen sorgen. Gleichzeitig könnte es den Gebrauchtmarkt ankurbeln. Mit dem Preisverfall diverser digitaler Währungen dürften auch mehr Grafikkarten auf Ebay & Co. landen. Die kann man eigentlich kaufen, sollte dabei aber ein paar Dinge beachten (etwa den Lüfter tauschen). Mehr dazu im Ratgeber Gaming-PC aufrüsten.

Der Test zur KFA2 RTX 3080 Ti erscheint in unserer Themenwelt Grafikkarten. Dort haben wir neben weiteren Tests auch unsere Top 10 der Grafikkarten veröffentlicht. Passende weitere Ratgeber sind etwa die Bestenliste NVME-M.2-SSDs, unsere Tipps fürs perfekte Gaming-PC-Gehäuse oder den Ratgeber zum Monitor-Kauf.

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