TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

Kein Instagram für Windows Phone 8: Instagraph hilft weiter

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Universelle USB-C Docking Stationen ab 30 Euro: Bequem Monitore & Co anschließen

Überflüssig oder genial: Kuriose China-Gadgets unter 30 Euro

Wann die Apple Watch 7 günstiger wird und was die Alternativen ab 180 Euro taugen

Monitore ab 129 Euro: Darum sollte jeder Monitor USB-C haben

Mit über 100 Millionen aktiven Mitgliedern ist Instagram eine der größten Foto-Communities der Welt. Groß wurde das Unternehmen mit einer iPhone-App, die Fotos mit Filtern versieht und anschließend in diverse soziale Netze schiebt. Unmittelbar nach der Übernahme durch Facebook im April 2012 gab es schließlich auch eine Android-App. Auch wenn die Windows-Phone-Nutzer warten gewöhnt sind, zieht sich das im Falle Instagram doch deutlich in die Länge.

Immerhin: Es gibt eine Alternative für Windows Phone. Die 2,49 Euro teure App Instagraph kommt zwar nicht von offizieller Stelle, ermöglicht es Microsoft-Fans aber dennoch, von ihrem Smartphone Fotos in die Instagram-Community hochzuladen. Wie beim "Original" stehen auch hier eine Reihe von Filtern zur Bildbearbeitung zur Verfügung. Aber der Reihe nach.

Nach dem Start fragt uns Instagraph nach unseren Zugangsdaten für Instagram – wer noch keinen Account hat, kann diesen in der App selbst leider nicht anlegen. Und übrigens auch nicht auf der Instagram-Webseite. In diesem Fall führt leider kein Weg daran vorbei, sich mit der Android- oder iOS-App – notfalls auf dem Smartphone von Freunden – einen Account anzulegen und sich dann in Instagraph in diesen einzuloggen.

Der Startbildschirm von Instagraph schließlich zeigt alle aktuellen Bilder auf dem Smartphone in chronologischer Reihenfolge. Am unteren Bildschirmrand befinden sich drei Buttons. Der erste dient zur Aufnahme von Fotos, der zweite zeigt die auf dem Handy gespeicherten Aufnahmen nach Alben sortiert an. Der dritte schließlich öffnet den Verlauf, in dem der Nutzer alle zuvor auf Instagram hochgeladenen Bilder sieht.

Ein Klick auf ein Foto – entweder auf dem Startbildschirm oder in der Albenansicht – öffnet dieses im Bildeditor. Hier setzt Instagraph auf den Aviary-Bildbearbeiter, der auch in zig anderen Apps zum Einsatz kommt, beispielsweise der Flickr-Anwendung. Wer eines dieser Programme bereits benutzt hat, dem dürfte das Interface bekannt vorkommen.

Im unteren Bildrand findet sich eine Reihe von Retuschewerkzeugen: Bildkorrektur, Hinzufügen von Grafiken (Schnurrbärte, Brillen & Co.), Bildeffekte, Bild drehen, zuschneiden, Text einfügen, rote Augen korrigieren, Zähne weißer machen und Hautunreinheiten entfernen.

Nach dem Bearbeiten drückt der User auf den Senden-Button, ét voilà, das Foto landet auf Instagram – oder zumindest in der Queue dorthin. In unserem Fall hat es allerdings nur wenige Sekunden gedauert, bis die Aufnahme in unserem Fotostream aufgetaucht ist.

Leider bietet Instagraph nicht die Möglichkeit, durch die Community zu browsen, sich Fotos anzusehen, diese zu bewerten oder zu teilen. Stattdessen hält die App nur eine Schaltfläche bereit, die auf die Instagram-Webseite führt. Wer sich nicht im Browser durch die Instagram-Community navigieren möchte, findet dafür im Windows Marketplace allerdings auch andere Apps, beispielsweise Metrogram .

Eine weitere Einschränkung gibt es derzeit bei der Zahl der Uploads. Der Hersteller beschränkt diese aktuell auf drei Fotos pro Tag. Allerdings verspricht Venetasoft, diese Schranke bald zu heben. Ansonsten gucken gerade Vielknipser nämlich ganz schön in die Röhre.

Nachdem die Anwendung noch ziemlich neu am Markt ist, gibt es auch noch ein paar Bugs oder Nickeligkeiten zu vermelden. So speichert Instagraph ein Bild nach jedem Bearbeitungsschritt im Editor als ein neues Foto ab. Um dies zu verhindern, sollte man in den Einstellungen den Schalter bei der "Auto save pictures" deaktivieren. Andernfalls wird's schnell voll in der Galerie.

Auch haben die Programmierer offenbar keine Deutschen im Team: Beim Upload lässt die App alle Wörter unter den Tisch fallen, die Umlaute enthalten. Ziemlich blöd, aeh blød. Aber dieser und möglicherweise weitere Fehler aus dieser Schublade dürften zeitnah behoben werden. Hoffentlich.

Instagraph kann bei Weitem nicht so viel, wie Instagram für Android und iOS. Außerdem gibt es hier und da noch ein paar Bugs, und die Aviary-Fotofilter können mit den Originalen von Instagram nicht mithalten. Dennoch ist Instagraph die mit Abstand beste Instagram-Anwendung für Windows Phone – und die einzige. Daher kann es sich der Hersteller leider auch leisten, 2,49 Euro für eine App verlangen, die unter iOS und Android kostenlos sind. Ob sich die Investition lohnt, muss jeder selbst entscheiden. Eine Trial-Version gibt es leider nicht.

Wer sich Sorgen macht, ob Instagram den Upload aus Instagraph bald unterbinden könnte: Zumindest den Programmierern der Windows-Phone-App zufolge ist dies nicht möglich, da sie nicht auf eine API von Instagram setzen. Die paar Euro sind also schon einmal nicht komplett zum Fenster hinausgeworfen. Wir würden uns aber definitiv noch weitere Funktionen wünschen, beispielsweise eine Möglichkeit, durch die Instagram-Community zu browsen und dort Bilder zu kommentieren – und zwar nicht im Webbrowser, sondern nativ in der App.

Wir haben Instagraph in der Version 1.0.0.4 auf einem Nokia Lumia 920 mit Windows Phone 8.0 ausprobiert.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.