JLab Go Air Sport im Test: 35-Euro-In-Ears mit tollem Klang

JLab Air Go Sport
Pro und Contra
  • Guter Sound
  • Sehr gute Akkulaufzeit
  • IP55
  • Guter Sitz
  • Kein High-Res Audio-Codec
  • Steuerung per Touch wenig intuitiv
  • 4.5

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Günstige Kopfhörer, die mit IP55 gegen Schweiß und Schmutz geschützt sind, gut klingen und noch dazu lange laufen? Die JLab Go Air Sport schaffen den Spagat. Zumindest fast, denn eine Sache nervt uns.

Sportkopfhörer haben etwas andere Anforderungen als normale Kopfhörer. Denn sie müssen zwingend Schweiß und Wasser aushalten – sei es beim Training, durch einen Wolkenbruch oder weil sie nach dem Sport gesäubert werden.

Dazu müssen sie stabil im Ohr sitzen. Nichts ist nerviger als wackelnde Stöpsel beim Joggen. Dann sollten sie noch einen soliden Klang liefern, nicht nur für Musik, sondern auch für Textbeiträge, etwa in Podcasts oder Hörbüchern. Und zuletzt muss die Akkulaufzeit ordentlich sein, denn leere Kopfhörer helfen niemandem.

Neben vielen Markenprodukten, die allerdings schnell teuer werden können, gibt es mit den JLab Go Air Sport eine vergleichsweise günstige Alternative. Aber reicht ein guter Preis als Kaufanreiz?

JLab setzt für die Go Air Sport auf ein Ohrbügel-Design. Das hatten wir lange nicht mehr im Test. Wahrscheinlich, weil es etwas altbacken aussieht im Vergleich zu schicken, kleinen In-Ears. Der große Vorteil ist aber, dass die Kopfhörer sehr gut halten und einen Teil des Gewichtes auf die Ohrmuschel verlagert wird.

Das Design ist insgesamt schlicht, die Go Air Sport gewinnen keine Preis. Einfaches Silkon und Plastik dominieren, das Case selbst ist flach und insgesamt etwas kleiner als eine Zigarettenpackung oder eine Puderdose. Es passt aber gut in die Hosentasche, egal ob bei Jeans oder Laufhose. Die Kopfhörer wiegen jeweils knapp 12 Gramm, die Ladeschale liegt bei 45 Gramm. Zum Vergleich, die Sennheiser Sport True Wireless (Testbericht) wiegen knapp 7 Gramm pro Kopfhörer. Da sich aber, wie erwähnt, das Gewicht durch den Bügel besser verteilt, hat man nicht die kompletten 12 Gramm im Ohr hängen.

Im Paket liegt neben den Kopfhörern in ihrer Ladeschale verschiedene Silkonaufsätze sowie etwas Lesestoff. Was, kein Ladekabel? Ja, denn JLab integriert dieses in die Ladeschale. Dort kann man auf der Rückseite einen USB-A-Anschluss herausklappen und direkt mit einem Ladegerät verbinden.

Die Kopfhörer liefern aktuelle Technik, ohne groß aus dem Rahmen zu fallen. Mit Bluetooth 5.1 ist ein aktueller und stabiler Funk eingebaut, Musik kommt allerdings nur über den SBC-Codec. Wer aptX oder Ähnliches sucht, der ist bei diesen Kopfhörern falsch. Dafür hat JLab in die Wasserfestigkeit investiert. Die Go Air Sport sind nach IP55 gegen Schweiß, Wasser und Dreck geschützt. Allerdings sollten sie nicht untergetaucht werden – ein kurzer Regenschauer oder ein feuchtes Abwischen nach dem Sport ist aber kein Problem.

In den Kopfhörern steckt eine kleine Batterie mit 43 mAh, der Akku im Case besitzt eine Kapazität von 350 mAh. In der Praxis sorgt das für eine überraschend lange Laufzeit; mehr dazu im Abschnitt Akku.

Die Einrichtung der Kopfhörer ist etwas eigenwillig. Sie haben keine dedizierte Pairing-Taste, sondern schalten automatisch in den Pairing-Modus, sobald kein bekanntes Gerät in Reichweite ist. Sprich, wer sie etwa mit einer Sportuhr koppeln möchte, muss beim Smartphone erst Bluetooth ausschalten. Alternativ kann man sie in den Pairing-Modus schalten, indem man beide Kopfhörer jeweils sieben Sekunden lang drückt.

Auch wenn die Ohrbügel an Hörgeräte erinnern, die Haltetechnik funktioniert gut. Man nimmt die JLab Sport Go Air aus dem Case, hängt sie übers Ohr und setzt sie dann ein. Simpel und einfach. Vor allem verhindert man damit schmerzhafte Druckstellen im Ohr, zu denen andere Kopfhörer mit Silikonflügel gerne neigen.

Weniger gelungen finden wir die Steuerung. Es gibt keine Knöpfe, man tippt auf die vergleichsweise kleine runde Fläche mit dem Logo der Kopfhörer. Dabei muss man zweimal tippen, um zu pausieren. Wer nur einmal tippt, der macht die Kopfhörer schrittweise lauter oder leiser. Tippen und halten lässt den Song nach vorn oder nach hinten springen. Das ist gerade beim Laufen unkomfortabel und wenig intuitiv. Die Lautstärke etwa passt man sonst über Tippen und halten an, einmal Drücken sollte pausieren/starten, zweimal dann vor oder zurückspringen. Gerade beim Laufen muss man so unnötig oft die kleine Fläche treffen, schade.

Bei dem Preis hatten wir eigentlich keine großen Erwartungen, doch die Go Air Sport haben uns angenehm überrascht. Der Klang ist voll und überraschend ausgeglichen. Details kann man heraushören, vielleicht sind sie nicht noch betont wie bei teureren Kopfhörern. Doch es macht Spaß, sich damit durch die Testplaylist zu hören. Spitting Venom von Modest Mouse beispielsweise kommt klar abgemischt aus den beiden Kopfhörern, mit einer sauberen Trennung zwischen linken und rechtem Sound. Bei den Blinding Lights von The Weeknd haben wir uns allerdings etwas mehr Bass gewünscht – für Sportkopfhörer sind die Jlab Air Go Sport zunächst etwas zahm. Ein dreifaches Tippen auf die kleine runde Fläche hilft hier – damit kann man den Equalizer wechseln und den Bass deutlich stärker hervorheben. Hier sollte man aber vor dem Training etwas spielen, währenddessen ist ein erfolgreiches Umschalten eher Glückssache. Weiter geht es in der Playliste, diesmal mit 80s Hair Metal von W.A.S.P. Hellion dröhnt gut aus den Kopfhörern und pusht uns in die schnellere Pace im letzten Kilometer.

Die JLab Go Air Sport schaffen auch ohne aktives ANC eine gute Isolation von der Umgebung, so dass man gut in einen Rhythmus verfallen und sich auf die Form konzentrieren kann. Beim Sport kann es allerdings sein, dass man ab und zu etwas an den Ohrbügeln ruckeln muss, damit der Sitz während des Sports nicht zu sehr verrutscht. Insgesamt liefern die Kopfhörer einen guten Sound, der aber im Vergleich etwas leiser ist als etwa die Sportkopfhörer von Sennheiser oder die Amazon Echo Buds (Testbericht). Das gilt auch für Podcasts und Hörbücher, auch wenn man bei diesen die Lautstärke wahrscheinlich etwas nach oben drehen muss. Kein großes Problem, man sollte es nur vorher wissen.

Auch ohne aptX kann man mit den Kopfhörern vernünftig Videos ansehen. Wir haben damit etwa mehrere Folgen Community auf Netflix gestreamt, ohne dass wir eine Verzögerung beim Ton festgestellt haben.

Das etwas klobige Design zahlt sich beim Akku voll aus. In unserem Test hielten die Kopfhörer über acht Stunden am Stück durch und bestätigen damit locker die Angaben des Herstellers. Das Etui lädt sie bis zu dreimal auf. Sprich, man hat immer dann genügend Saft, wenn loslegen will. Wir sind allerdings etwas unschlüssig ob des festen USB-Anschlusses am Case. Der ist auf den ersten Blick praktisch, bei einem Defekt muss man aber wahrscheinlich das komplette Etui austauschen.

Die Preisempfehlung liegt bei 40 Euro, im Alltag bekommt man sie aber meist für knapp 35 Euro.

In unserem Test gefielen uns die JLab Go Air Sport überraschend gut. Der Sound ist für den Preis von 35 Euro sehr gut, ebenso die Verarbeitung. Die Akkulaufzeit ist sogar sehr gut, mit knapp 8 Stunden ist man selbst für lange Trainingseinheiten gerüstet. Die Steuerung könnte allerdings besser sein. Die kleinen Touch-Flächen sind schwer zu treffen, die Belegung wenig intuitiv. Schade, hier hätten wir uns etwas mehr Standards gewünscht.

Unserer Meinung nach sind die JLab Go Air Sport vor allem als Zweitkopfhörer fürs Training ideal. Sie kosten wenig, haben eine lange Akkulaufzeit und lassen sich lange bequem tragen. Gerade, wenn man im Alltag einen Over-Ear oder On-Ear nutzt, sind die Go Air Sport eine gute Alternative für schwitzige Angelegenheiten.

Der Test ist Teil unserer Themenwelt Sportkopfhörer. Wer sportliche Alternativen sucht, dem empfehlen einen Blick in die Tests der Amazon Echo Buds (Testbericht) oder der Audio-Sonnenbrille Bose Frame Tempo (Testbericht).

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