Jackery Explorer 2000 Pro im Test: XL-Powerstation mit 2,2 kW, 2,2 kWh und 1200 W Photovoltaik-Leistung

Jackery_Explorer_2000Pro
Pro und Contra
  • hohe Leistung von 2200 W
  • große Kapazität von 2160 Wh
  • bis zu 1200 W Solarleistung
  • leise
  • hoher Preis
  • hohes Gewicht
  • große Abmessungen
  • 5.0

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Das mobile Solarkraftwerk Explorer 2000 Pro stellt alle bisher von uns getesteten Powerstations in den Schatten. Neben einer sehr hohen Dauerleistung und der riesigen Kapazität des Stromspeichers locken eine Schnellladefunktion und die Kombination mit bis zu sechs 200-W-Solarpanels. TechStage hat den Premium-Solargenerator getestet.

Solargeneratoren mit internem Akku ermöglichen eine autarke Stromversorgung fernab des Stromnetzes. Dank unterschiedlicher Anschlussmöglichkeiten inklusive 230-V-Steckdosen und hoher Dauerleistung bieten sich die Geräte nicht nur für Camping und Freizeit, sondern auch für Job, Werkstatt und als Notstromversorgung an. Das Aufladen der Powerstations geschieht wahlweise per Netzteil oder mithilfe eines Photovoltaik-Panels, was eine möglichst hohe Flexibilität garantiert.

In diesem Einzeltest geht es um ein erst kürzlich vorgestelltes Modell von Jackery – ein echtes Kraftpaket. Die Explorer 2000 Pro ist der bisher stärkste Solargenerator in unserer Redaktion. Neben Kapazität und Leistung interessiert uns hier besonders die beworbene Schnellladefunktion, welche auch per Photovoltaik funktionieren soll. Das Testgerät hat uns der Hersteller zusammen mit seinen neuen Solarpanels Solarsaga 200 (200 W) zur Verfügung gestellt.

Dieser Test gehört zu den Themenwelten Outdoor und Camping. Hier zeigen wir etwa Hightech-Gadgets zum Wandern, Ferngläser mit Entfernungsmesser oder erklären, worauf man beim Kauf einer Taschenlampe achten sollte.

Die zum Explorer 2000 Pro ist mit Abmessungen von 38 x 27 x 31 cm und einem Gewicht von 19,5 kg die mit Abstand größte und schwerste Powerstation, die wir bisher in der Redaktion hatten. Zwar verfügt das Modell über einen klappbaren und weich gepolsterten Handgriff, über allen zu langen Strecken tragen, möchte man das schwere Gerät trotzdem nicht. Dank der Klappfunktion geht der Griff nicht im Weg, um und es ist möglich andere Dinge auf dem Gau-Orangen-Kunststoffgehäuse abzustellen. Der Solargenerator hat ein funktionales und schlichtes Design und ist hochwertig verarbeitet. Durch die Farbwahl wirkt die Explorer-Serie trotzdem weniger edel als etwa die Modelle des Herstellers Ecoflow.

Das Gehäuse mit den offenen Lüftungsschlitzen auf den Seiten hinterlässt einen stabilen Eindruck, ist aber, wie alle anderen bisher getesteten Solargeneratoren, nicht wasserdicht oder spritzwassergeschützt. Für die Nutzung im Freien, etwa dem Campingplatz, lohnt sich hier die Anschaffung der optional erhältlichen Transport- und Schutztasche. Durch die Kombination aus gummierter Standfläche und dem enormen Gewicht steht die Explorer 2000 Pro sehr stabil.

Bei dieser Powerstation sind Anschlüsse und Display auf Vorder- und Rückseite verteilt und nicht zentral angeordnet. An der Frontseite sitzen links das durch eine Gummiabdeckung geschützte Notlicht, samt Lichtschalter sowie das gut ablesbare und übersichtlich gegliederte Status Display mit Ein- und Ausschalter. Rechts davon ist der ebenfalls durch eine Gummikappe geschützte 12-V-KFZ-Ausgang mit maximal 10 A platziert. Darunter befinden sich insgesamt vier USB-Ports (2x USB-A 18 W, 2x USB-C 100 W), die beiden 230-V-Steckdosen mit einer Leistung von je 2200 W und deren Power-Taster. Das Display zeigt neben Eingangs- und Ausgangsleistung die vorhandene Akkukapazität in Prozent und die voraussichtliche Restlaufzeit an.

Auf der Rückseite befinden sich die Eingänge zum Aufladen für Gleich- und Wechselstrom. Auch diese Ports sind durch weiche Gummiabdeckungen gegen Schmutz geschützt, was wir vorbildlich finden. Bei den meisten Powerbanks sind die Anschlüsse offen, was gerade bei der Nutzung im Freien unpraktisch ist.

Außer der Powerstation samt Ladekabel (230 V und 12-V-Zigarettenanzünder) gehört noch eine ausführliche Anleitung zum Lieferumfang. Neben der Explorer 2000 Pro hat uns Jackery noch sechs Stück seines neuen 200-W-Photovoltaikpanels Solarsaga 200 zur Verfügung gestellt. Den Solargenerator gibt es entweder einzeln oder im Bundle mit zwei, vier oder sechs Panels.

Die neuen Solarmodule kommen, anders als das Solarsaga 100 aus dem Bundle mit der Jackery Explorer 1000 (Testbericht), in praktischen und hochwertig verarbeiteten Schutztaschen zum Kunden. Das Anschlusskabel ist hier nicht fest integriert, sondern einzeln in der Tragetasche beigelegt und hinter einer Gummiabdeckung am Panel anschließbar. Da die Explorer 2000 Pro lediglich über zwei Gleichstrom-Eingänge verfügt, legt Jackery zusätzlich zwei Dreifach-Adapter für die sechs Solarmodule bei. Damit diese die volle Leistung erbringen, müssen an jedem Eingang der Explorer gleich viele Panels hängen.

Das Solarsaga 200 besteht aus vier einzelnen Panels, wiegt knapp 11 kg und ist auf die Größe von 68 x 59 x 8 cm zusammenklappbar. Auseinandergefaltet misst das Photovoltaikmodul kapp 271 x 59 x 2 cm. Der Hersteller wirbt mit einer sehr hohen Effizienz von über 24 Prozent. Die Verarbeitung von Panel und Schutztasche ist hochwertig und das Solarmodul hinterlässt einen strapazierfähigen und hochwertigen Eindruck. Neben einer Tasche für das Anschlusskabel sind rückseitig Aufsteller zur besseren Ausrichtung angebracht. Die Anschlussbuchsen sind durch eine Gummiabdeckung geschützt.

Die Nutzung der Explorer 2000 Pro ist wegen der eindeutigen Beschriftung auch ohne Anleitung selbsterklärend. Nach dem Einschalten oder dem Einstecken von Netzkabel oder Solarpaneel schaltet sich das Display ein und zeigt die Werte für Eingangs- und Ausgangsleistung, die aktuelle Kapazität in Prozent und die geschätzte Restlaufzeit, bzw. Restladezeit. Eine solche Zeitangabe gibt es zwar auch bei den Modellen von Ecoflow oder der Anker 521 (Testbericht), trotzdem ist sie ein praktisches und nur bei wenigen Powerstations vorhandenes Extra-Feature. Bei Nichtbenutzung schaltet sich das Display automatisch ab. Wer die Werte abfragen will, drückt kurz auf den Display-Taster, und die Anzeige erstrahlt erneut. Ob die Ausgänge von 230-V-Dosen oder den USB-Ausgängen aktiv sind, zeigt eine kleine LED im jeweiligen Power-Taster und ein Vermerkt in der Statusanzeige.

Nachdem wir die ersten Tests absolviert haben und der Akku zum ersten Mal vollständig leer ist, testen wir zuerst die von Jackery beworbene Schnellladefunktion. Laut Angabe des Herstellers benötigt die riesige Powerstation für eine vollständige Ladung der 2160 Wh mit dem Netzteil nur 120 Minuten. Zum besseren Verständnis: Andere Solargeneratoren benötigen bei halber Kapazität acht bis zehn Stunden, um den Akku zu füllen. Lediglich die Modelle Ecoflow Delta (Testbericht) und Ecoflow River (Testbericht) haben ebenfalls eine Schnellladefunktion und brauchen weniger als zwei Stunden am Netzgerät.

Im Test zieht das interne Netzteil der Explorer 2000 Pro bis zu 1500 W aus der Steckdose. Dabei schaltet sich dann auch die Lüftung der Powerstation zu. Der Lüfter arbeitet allerdings erfreulich leise und so ist die Lautstärke gut erträglich und deutlich niedriger als die röhrenden Lüfter etwa des externen Netzteils der Bluetti EB 70 (Testbericht). Die Ladeleistung ist erstaunlich. Nach 20 Minuten sind 20 Prozent des Akkus gefüllt. Nach 40 Minuten sind 40 Prozent, nach 70 Minuten 70 Prozent gefüllt. Um die volle Ladung zu erreichen, benötigt die Explorer im Test 119 Minuten, was fast exakt der Herstellerangabe von zwei Stunden entspricht.

Nun starten unsere Leistungstests – bei denen wir uns nach dem ersten Durchgang stärkere Verbraucher aussuchen mussten, um die sonst deutlich längeren Akkulaufzeiten aufgrund der hohen Kapazität im Rahmen zu halten. Zum besseren Verständnis: Unseren PC-Arbeitsplatz mit mehreren Monitoren, Macbook, Drucker, Telefon & Co. hat die Explorer 2000 Pro mit den im Auslieferungszustand geladenen 30 Prozent gut sechs Stunden lang versorgt.

In den weiteren Tests muss die Explorer 2000 Pro dann ein halbes Dutzend andere Powerstations laden und gleichzeitig einen 120-W-Strahler und eine Eiswürfelmaschine mit Strom versorgen. Die jetzt anfallende Leistung von knapp 1600 W ist für die Powerstation kein Problem. Selbst unsere elektrische Säge und unseren Wasserkocher mit je 2000 W versorgt die Powerstation anstandslos. Im Test macht uns lediglich ein Netzteil einer Powerstation von Bluetti Probleme. Obwohl dieses an anderen Dosen problemlos funktioniert und dabei nur 200 W konsumiert, springt bei der Explorer 2000 Pro der Überlastungsschutz an und stoppt den Ladevorgang. Bei anderen Verbrauchern ist das Problem nicht aufgetreten. Der Überlastungsschutz arbeitet ansonsten zuverlässig. Sobald die Leistung die 2200 W übersteigt, gibt es ein Klickgeräusch und die Powerstation deaktiviert die 230-V-Anschlüsse.

Die Lüftung des Solargenerators springt ab etwa 100 W Abgabeleistung an und bleibt dabei ebenso niedrig und erträglich, wie beim Aufladen. Insgesamt gehört die Explorer 2000 Pro zu den leisesten Solargeneratoren im bisherigen Testfeld. Die Lautstärke ist dabei nicht von der Leistung abhängig – auch bei hoher Leistungsabgabe bleibt die Lüftung leise. Ein wichtiger Punkt, wenn der Generator etwa nachts im Zelt arbeiten soll.

In den Testreihen mit verschiedenen Verbrauchern (230 V, USB und 12 V) entnehmen wir dem Solargenerator im Schnitt 85 Prozent der theoretisch verfügbaren Gesamtkapazität. Konkret ziehen wir zwischen 1839 und 1878 Wh aus dem Akku, was einem Umwandlungsverlust von durchschnittlich 15 Prozent entspricht. Dies deckt sich mit den Erfahrungen der bisher getesteten Powerstations. Wie hoch der Verlust ausfällt, ist dabei von den angeschlossenen Verbrauchern und deren Leistung abhängig. Die geringsten Verluste gibt es bei Nutzung von 12-V-Verbrauchern. Im Allgemeinen ist die Umwandlung in Gleichstrom weniger verlustreich. Am schlechtesten ist die Effektivität bei Nutzung von 230-V-Verbrauchern mit wenig Leistung.

Als das Wetter mitspielt, können wir die Explorer 2000 Pro dann endlich auch mit den insgesamt sechs Solarpanels laden. Und ganz ehrlich, wir sind gespannt! Bisher konnten wir mit maximal 300 W arbeiten, die nun vorliegende Photovoltaik-Anlage bringt es mit 1200 W gleich auf das Dreifache.

Die Vorbereitung der vielen schweren Komponenten ist dabei deutlich kraft- und zeitaufwendiger als die Arbeit mit einem kleinen Klapp-Panel und einer Schuhkarton-großen Powerstation. Insgesamt brauchen wir gut 15 Minuten, bis alle Solarmodule aus den Tragetaschen ausgepackt und mithilfe der Dreifachadapter an der Powerstation angeschlossen sind. Der Platzbedarf ist dabei ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Bei strahlendem Sonnenschein starten wir am frühen Nachmittag den Test. Von den theoretisch bis zu 1200 W kommen selbst bei nur mäßiger Ausrichtung der Panels zwischen 960 und 1019 W am Solargenerator an. Auch jetzt springt wieder der Lüfter an – kaum hörbar und somit nicht störend. Als wir nach etwas weniger als drei Stunden nach dem aktuellen Ladestand schauen, ist die Powerstation zu 100 % gefüllt. Die vom Hersteller beworbenen zweieinhalb Stunden sind bei optimalen Bedingungen also realistisch und nicht nur ein Werbeversprechen. Bei gutem Wetter lässt sich dieses kleine Kraftwerk also auch mehrmals am Tag mit Strom füllen. Das ist eine satte Leistung. Andere Powerstations mit einem Viertel der Kapazität brauchen selbst mit Netzteil viermal so lang zum Laden.

Bei anschließenden Kurztests mit weniger Panels, erscheinen auch diese Herstellerangaben als zwar optimistisch, aber durchaus erreichbar. So benötigt der Ladevorgang laut Jackery mit vier Panels vier Stunden und das Laden mit einem Paar dauert siebeneinhalb Stunden.

Jetzt kommen wir zum einzig echten Negativpunkt dieses Kraftpakets – dem Preis. Die Premium-Powerstation ist nicht nur größer, schwerer, stärker und ausdauernder, sondern auch teurer als die bisher getesteten Solargeneratoren. Ohne Solarmodule ist die Jackery Explorer 2000 Pro zum Testzeitpunkt für 2299 Euro erhältlich. Das Bundle mit zwei Panels und 400-W-Solarleistung kostet 3599 Euro. Im Set mit vier Solarmodulen (800 W Solarleistung) sind dann 4999 Euro, im XL-Set mit sechs Panels mit 1200 W Leistung 6199 Euro fällig. Einzeln kostet das Solarsaga 200 derzeit 699 Euro. Der Mehrfachadapter schlägt mit 69 Euro, die Tragetasche für die Explorer mit 99 Euro zu Buche.

Der Preis ist hoch, aber gerechtfertigt. Wer einen hohen täglichen Verbrauch per mobiler Photovoltaik-Anlage decken will, bekommt mit keinem bisher getesteten Set eine derart leistungsstarke Lösung. Bei Verbrauchern mit 2000 W und mehr bleibt sonst häufig nur der Griff zu lauten Stromgeneratoren mit Verbrennungsmotor.

Das Bundle aus Jackery Explorer 2000 Pro und Solarsaga 200 ist der mit Abstand leistungsstärkste Solargenerator, den wir bisher getestet haben. Selbst andere Premium-Modelle wie Ecoflow Delta (Testbericht) mit 1800 W und 1260 Wh oder die Bluetti Poweroak EB150 (Testbericht) mit 1500 W und 1500 Wh können weder in Sachen Kapazität noch Leistung mithalten. Wer auch starke Verbraucher wie Küchengeräte, Gartengeräte oder Werkzeug anschließen will, findet hier eine leise und leistungsstarke Stromversorgung für unterwegs.

Das riesige Set mit sechs Solarpanels bietet zudem eine deutlich höhere Ladeleistung als alle bisher getesteten Modelle. Wer fernab der Steckdose trotz hohem Stromverbrauch autark sein möchte, ist mit dem Bundle von Jackery bestens beraten.

Diese phänomenale Leistung hat allerdings ihren Preis, ein hohes Gewicht und braucht zudem viel Platz. Mit über 6000 Euro ist das große Set primär für professionelle Anwender und bei besonderem Bedarf interessant. Aber selbst die kleinen Bundles der Explorer 2000 Pro dürften das Budget vieler Privatpersonen sprengen.

Wer mit weniger Leistung und Kapazität auskommt, sollte sich daher die deutlich günstigeren Modelle Ecoflow Delta (Testbericht), Jackery Explorer 1000 (Testbericht) oder Bluetti Poweroak EB150 (Testbericht) ansehen. Diese Modelle bieten immerhin zwischen 1000 und 1800 W Leistung und Kapazitäten zwischen 1000 und 1500 Wh.

Einzeltests, etwa der von der kompakten Anker Powerstation 521 (Testbericht) oder Ecoflow River (Testbericht) finden sich auf unserer Themenseite Powerstations. Weitere Artikel zu den Themen Outdoor und Camping zeigen unsere Themenwelten. Hier haben wir etwa Hightech-Gadgets zum Wandern getestet, Ferngläser mit Entfernungsmesser ausprobiert oder erklären, worauf man beim Kauf einer Taschenlampe achten sollte.

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