iRobot Roomba i3+/i4+
Pro und Contra
  • gute Reinigungsleistung
  • praktische Absaugstation
  • unsmarte Navigation
  • wichtige fehlende Features
  • dafür zu hoher Preis
  • 3.5

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Marktführer iRobot ist bislang für teure Saugroboter bekannt. Mit dem mittlerweile umbenannten i3+/i4+ ändert sich das: Der Roboter kostet ohne Absaugstation kaum mehr als 400 Euro.

Der US-Hersteller iRobot gilt eher als Premium-Anbieter. Seine Saugroboter sind effizient, aber teuer. Für einen iRobot i7+ mit Absaugstation (Testbericht) werden aktuell immer noch gut 700 Euro fällig – knapp die Hälfte vom ursprünglichen Preis von vor rund zwei Jahren. Neben anderen Problemen – etwa die Kameranavigation, die gegen die Lasernavigation der Konkurrenz nicht mithalten kann – geht das Unternehmen nun offenbar auch die Preispolitik an. Der iRobot i3+/i4+ ist allein derzeit ab rund 400 Euro zu bekommen, mit passender Absaugstation schon ab rund 550 Euro. Das ist im Vergleich zu früheren Modellen des Herstellers ziemlich günstig. Wir haben uns angeschaut, ob und wo Käufer Abstriche machen müssen.

Warum eigentlich i3+/i4+? Ganz einfach: Der Hersteller hat den anfangs i3+ genannten Roboter kurz nach Marktstart in i4+ umbenannt, der aktuelle Name lautet also Roomba i4+. Sonst hat sich nichts geändert. Im Lieferumfang befinden sich neben rundem Roboter und Lade/Absaugstation nur ein Ersatz-HEPA-Filter und ein zusätzlicher Staubbeutel für die Station. Absaugstation und Roboter sind im typischen iRobot-Anthrazit gehalten, beim Roboter kombiniert der Hersteller das mit einem grauen Stoffgeflecht auf der Oberseite.

Die Absaugstation ist zwar hoch, aber relativ schmal und wirkt dadurch nicht zu klobig. Einen Laserturm oben auf dem Roboter gibt es nicht, stattdessen einen kleinen Knubbel vorn am Rand auf dem Gerät, der an eine Wischdüse erinnert und die Gesamthöhe des Bots auf knapp über 9 Zentimeter ansteigen lässt. Viel höher sind Modelle mit Laserturm nicht. Eine Ausnahme ist der 360 S10 (Testbericht) mit Laser ohne Turm, dieser ist sogar niedriger. Die Verarbeitung von Roboter und Absaugstation wirkt ausreichend hochwertig, beides ist gut verarbeitet.

Die Inbetriebnahme erfolgt eigentlich ganz einfach: Kostenlose iRobot-App herunterladen, Account erstellen, neues Gerät hinzufügen und den Anweisungen auf dem Smartphone folgen. Bei uns brauchte der Roboter allerdings insgesamt 5 oder 6 Anläufe in zwei verschiedenen WLAN-Netzwerken mit 2,4 GHz, da eine Verbindung einfach nicht zustande kommen wollte. Irgendwann klappte es dann doch. Alternativ können Nutzer aber gleich auf die App verzichten und den Sauger über die drei Hardware-Tasten oben auf dem Gerät steuern: Start/Stopp, Zurück zur Station und Spot-Reinigung. Denn viel mehr kann die App nicht.

Wie das? Der iRobot Roomba i4+ navigiert nicht wie eingangs angesprochen seine teureren Modelle wenigstens im Rahmen der Möglichkeiten smart per Kamera, sondern verlässt sich auf verschiedene Nahbereichssensoren. Als Folge fährt der Saugroboter zwar geordnete Bahnen und erreicht auch jeden Winkel, allerdings bekommt der Nutzer in der App keine Karte mit einzelnen Räumen zu Gesicht. Entsprechend fallen Einstellungsmöglichkeiten wie NoGo-Areas durch virtuelle Grenzen, Bereichs- und Raumreinigung und die Live-Verfolgung des Fortschritts in der App flach. Damit ist der i4+ in etwa so smart wie ein Saugroboter der ersten Generation.

Wobei das etwas hart ist. Denn einerseits kann sich der i4+ mit anderen iRobot-Haushaltsrobotern per Imprint-Kopplungs-Technologie verständigen, sodass etwa nach dem Saugen automatisch ein kompatibler Wischroboter wie der Braava Jet M6 (Testbericht) mit der Arbeit beginnt. Außerdem besteht die Möglichkeit, automatisch mit der Reinigung zu beginnen, sobald der Nutzer das Haus verlässt. Möglich wird das per Geofencing über das Smartphone, auf dem die App installiert ist, alternativ über die Dienste von August, Ecobee, MyLeviton und MyQ – hierzulande eher unüblich. Zusätzlich lässt sich der Roomba i4+ per Sprache mittels Alexa und Google Assistant befehligen.

Viel mehr gibt es aber nicht. Zeitpläne sind erstellbar, die Sprache des Roboters lässt sich an die eigene Landessprache anpassen. Und es gibt Firmware-Updates over the Air – das war es im Wesentlichen. Irritierend: Im Reinigungsverlauf zeigt der Roboter sogar grafisch auf einer Karte an, wo er überall gereinigt hat …

Dafür, dass der iRobot Roomba i4+ über keinerlei smarte Navigationshilfen wie Kamera oder Laser verfügt, navigiert er erstaunlich gut. Er stößt zwar häufig gegen Hindernisse, teils auch recht heftig. Zu Schäden sollte das aber normalerweise nicht führen. Im Detail fehlt eben das millimetergenaue Zurechtfinden im Raum. Dennoch kommt der Sauger überallhin und scheint dabei auch bei schwierigen Grundrissen nichts auszulassen. Aber das dauert. Auffällig ist sein dabei bisweilen etwas wirr erscheinendes Vorgehen. So kann es sein, dass er einen Raum in der Draufsicht anfangs vertikal, später horizontal und dann wieder irgendwann in der Randabfahrt reinigt. So oder so: Das Ergebnis stimmt. Leider ist er dabei nicht nur vergleichsweise langsam, sondern vor allem auf Hartboden sehr laut.

Grund ist die gegenläufige, doppelte Hauptbürste aus weichem, gummiartigem Material, deren kurze Lamellen offenbar in hoher Folge lautstark auf den Boden klatschen. Gemessen haben wir dabei zwar nur rund 60 Dezibel in einem Meter Abstand, das ist im Vergleich zu den fast 85 Dezibel der Absaugstation (zum Glück keine 10 Sekunden!) ein Klacks. Aber das Geräusch nervt auf Dauer doch ziemlich. Auf Teppich ist der Sauger gleich viel ruhiger (etwa 55 Dezibel), obwohl das typische Sauger-Geräusch deutlich zu vernehmen ist. Anpassen lässt sich die Leistung und damit die Lautstärke des Saugers übrigens nicht. Allerdings spendiert iRobot dem Roomba i4+ eine Schmutzerkennung, der Bot reinigt dann entsprechend intensiver.

Die Saugleistung muss bei so viel Krawall ja super sein, oder macht der Sauger doch eher viel Lärm um nichts? Tatsächlich ersteres. Die gegenläufigen Gummibürstenrollen nehmen – auch wenn es eigentlich genau andersherum klingt – vor allem den Teppich richtig „in die Mangel“. Dabei klingt der Bot bisweilen etwas gequält und manchmal springt und hoppelt er auf dem Teppich etwas. Ob das alles für einen langflorigen Teppich wirklich gut ist, sei dahingestellt.

Eines ist aber sicher: Einen Teppich reinigt der Sauger wie kaum ein Zweiter. Auf unserem Testparcours erwischte der i4+ zwar von 30 Gramm Sittichfutter nur rund 24 Gramm, weil er gerade auf Hartboden mit seiner etwas schnell drehenden Seitenbürste gern leichten Schmutz aus seiner Bahn schießt. Von 20 Gramm Sand kam er aber auf ordentliche 13 Gramm, wovon sicherlich ein guter Teil aus dem Teppich des Testareals gebürstet wurde. Ein Spitzenwert ist aber beides nicht, hier gibt es Konkurrenzmodelle wie den Roborock S7 (Testbericht) oder den 360 S10 (Testbericht), die noch mehr aufgesaugt haben. Wischen kann der i4+ nicht.

Nur 1800 mAh leistet der Akku des iRobot Roomba i4+, das ist im Vergleich zur Konkurrenz überraschend wenig. Entsprechend ist auch die Ausdauer des Roboters eher begrenzt: In rund 90 Minuten schafft das Modell geschätzte 50 Quadratmeter und fährt dann selbstständig an die automatische Absaugstation. Nach rund 1,5 Stunden Ladezeit setzt das Gerät dann die Reinigung am zuletzt gereinigten Ort fort. Damit richtet sich der i4+ eher an kleinere Wohnungen, sofern er nicht den halben Tag unterwegs sein soll.

Die UVP für den Sauger ohne Absaugstation liegt bei knapp 450 Euro, mit Ladestation kostet der i4 (dann i4+) rund 650 Euro. Die Marktpreise liegen vor allem mit Station inzwischen deutlich niedriger.

Der iRobot Roomba i4+ mag für den US-Hersteller günstig sein, in Relation zur Konkurrenz und der Leistung des Saugroboters ist er das aber nicht. Knackpunkt ist die Navigation und die App, genauer: fehlende smarte Navigation und entsprechend fehlende Features in der App.

Der Roboter findet sich unter dem Strich einfach schlechter als die Laser-gesteuerte Konkurrenz im Raum zurecht. Entsprechend wirkt seine Vorgehensweise bisweilen etwas konfus und die Reinigungsgeschwindigkeit sinkt. Überall hin kommt der Roboter früher oder später trotzdem und dort saugt er auch ordentlich was auf. Allerdings ist er dabei sehr laut und das Fehlen von Features wie Einzelraumreinigung und das simple Setzen von virtuellen Barrieren schränkt den Alltagsnutzen bei dem hohen Preis des Gerätes viel zu sehr ein. Von einem Marktführer darf man einfach mehr erwarten – auch bei einem „günstigen“ Sauger.

Wer mehr Leistung und Alltagsnutzen sucht, sollte einen Blick auf die Konkurrenten werfen. Besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet der Dreame D9 (Testbericht), noch besser ist der Sauger 360 S10 (Testbericht) oder der Saugwischer Roborock S7 (Testbericht). Für letzteren gibt es inzwischen auch eine automatische Absaugstation. Noch günstiger mit Absaugstation wird es mit dem Proscenic M8 Pro (Testbericht) oder den Lenovo T1 Pro (Testbericht).

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