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Insta360 Go 2
Pro und Contra
  • winziger Formfaktor und Wasserdichtigkeit
  • gute Bildqualität
  • hervorragende Stabilisierung
  • hoher Preis
  • nur interner Speicher
  • 5.0

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Die neue Version der winzigen Actioncam Go 2 macht Schluss mit den Beschränkungen des Vorgängermodells: 30 Minuten Aufnahmedauer, 1440p, Bildstabilisierung und Fernbedienung in der Ladeschale können sich sehen lassen – TechStage hat sie getestet und erklärt, warum die Go 2 als vollwertige Actioncam taugt.

Der Hersteller Insta360 stellte 2019 mit der ersten Version der Go (Testbericht) eine Actioncam im Miniformat vor, welche mit guter Aufnahmequalität und toller Stabilisierung überraschte. Da die erste Version die Filmlänge auf maximal drei Minuten beschränkt, war sie allerdings nur beschränkt einsetzbar.

Die Nachfolgeversion Go 2 kommt zwar grundsätzlich mit einem ähnlichen Design daher, Ladeschale und Funktionsumfang wurden allerdings konsequent überarbeitet.

Die Kamera selbst ist knapp 53 mm hoch, 23,6 mm breit und inklusive Objektivschutz 20,6 mm tief. Das Gewicht beträgt 26,5 g, so viel wie ein Dartpfeil. Damit ist die Go 2 ein paar mm größer und 8,5 g schwerer als das Vorgängermodell, trotzdem ist die Kamera im Vergleich zu einer klassischen Actioncam winzig. Wie klein das Gadget tatsächlich ist, zeigt sich, wenn die Kamera beispielsweise neben einem Feuerzeug oder einer anderen Actioncam liegt.

Anders als beim Vorgänger, ist der Objektivschutz nicht verklebt, sondern geschraubt und kann so im Falle einer Beschädigung selbst ausgetauscht oder durch zukünftig erhältliche ND-Filter ersetzt werden.

Zum Lieferumfang gehört außerdem eine Kunststoffbox. Diese dient nicht mehr nur noch als Aufbewahrungs- und Nachlademöglichkeit, sondern auch als praktische Fernbedienung mit kleinem Funktionsdisplay. Zwei klappbare Füßchen an der Rückseite helfen beim Aufstellen der Kamera. Standfestigkeit und Stabilität der Kunststoffbeinchen sind allerdings nur mäßig gut und so taugt das interne Stativ bestenfalls als Notlösung. Für Langzeitaufnahmen empfehlen wir die Nutzung eines vernünftigen Statives. Ein passendes Gewinde sitzt auf der Unterseite der Ladesachale. Zum Laden der Akkus kommt eine USB-C-Anschluss zum Einsatz.

Mit den Abmessungen von 68 x 48 x 26,5 mm und einem Leergewicht von 63 g erinnert die geschlossene Box an eine Ladeschale von True-Wireless-Kopfhörern. Nach dem Aufklappen gibt die Schale den Blick auf Kamera, Bedientaster und Display frei. Die Kamera ist über offenliegende Kontakte und eine magnetische Halterung zuverlässig und fest mit der Ladeschale verbunden.

Neben Kamera und Ladeschale gehören ein USB-C-Ladekabel, eine Halterung für Rucksack oder Mütze, eine Umhänge-Halterung und ein kleines Stativ mit Klebefläche zum Lieferumfang. Für ausreichend zuverlässigen Halt sorgen auch hier Magnetverbidungen. Der in der Go 2 installierte Magnet ermöglicht ganz allgemein eine sehr flexible Befestigung – allerdings nur für statische Aufnahmen. Um die Go 2 beispielsweise am Mountainbike zu befestigen, ist der Magnet zu schwach und der Halt nicht zuverlässig genug.

Die maximale Auflösung der Go 2 beträgt 2650 x 1440 Bildpunkte (1440p) bei 50 FPS. Einen Speicherkartenslot ist nicht vorhanden und so landen die Aufnahmen ausschließlich auf dem 32 GByte großen internen Speicher.

Im Pro-Videomodus mit voller Stabilisierung namens Flowstate beträgt die maximale Länge der Videos nun 10 Minuten, statt 30 Sekunden beim Vorgängermodell. Mit der schwächeren Standardstabilisierung sind Aufnahmen bis zu 15 Minuten, im FPV-Modus bis zu 30 Minuten am Stück möglich. Fotos speichert die Go 2 in einer maximalen Auflösung von 2560 x 2560 Bildpunkten.

Abgesehen davon, dass die Go 2 lediglich in 1440p statt in 4K aufnimmt, ist der Funktionsumfang der Mini-Kamera mit dem von anderen Actioncams vergleichbar. Neben Standardvideos mit maximal 50 FPS stehen Zeitraffer, Hyperlapse, Zeitlupe mit bis zu 120 FPS und HDR-Videos mit maximal 24 FPS zur Auswahl. Für Fotos gibt es einen Standardmodus, den Nachtaufnahmemodus und eine Intervallfunktion. Für die Aufnahme von Sternenbewegung steht ein spezieller Starlaspe-Modus zur Verfügung. Die Fotos landen nach Wunsch als JPEG oder RAW auf dem internen Speicher.

Gesteuert wird die Go 2 entweder direkt an der Kamera, per Fernbedienung in der Ladeschale oder per App. Die Verbindung zum Smartphone besteht dabei aus einer Kombination aus Bluetooth- und WLAN-Übertragung. Im Vergleich zur ersten Go funktioniert die Steuerung per App nun deutlich stabiler und zuverlässiger. Nach dem Aufklappen der Ladeschale benötigt unser Huawei P30 Pro (Testbericht) circa 12 Sekunden, bis Smartphone und Kamera verbunden sind und das Livebild verfügbar ist.

Deutlich schneller einsatzbereit ist die Fernbedienung in der Ladeschale. Hier muss der Nutzer zwar auf ein Vorschaubild verzichten, ansonsten stehen aber alle wichtigen Einstellungen zur Verfügung. Die Bedienung mit dem Schwarz-Weiß-Display und den beiden Tastern ist unkompliziert und intuitiv. Während des Tests haben wir diese Art der Steuerung am häufigsten und liebsten benutzt. Die Reichweite beträgt auf offenem Feld zirka zehn Meter. In Wohnungen mit Störsignalen ist die maximale Steuerungsdistanz niedriger, aber trotzdem ausreichend.

Wer möchte, kann die Go 2 ganz ohne Zubehör steuern, dann stehen allerdings nur die Grundfunktionen zur Verfügung. Im ausgeschalteten Zustand reicht ein Druck auf das Kameragehäuse und die Mini-Kamera schaltete sich ein und beginnt mit der Videoaufzeichnung. Ein erneutes Drücken stoppt die Aufnahme und schaltet die Kamera wieder aus. Um Foto- oder Zeitrafferfunktion zu nutzen, schaltet man die Kamera durch einen mehrsekündigen Druck ein und startet die entsprechende Funktion durch einen einzelnen oder einen doppelten Druck aufs Gehäuse. Dies funktioniert gut, allerdings sollte man sich die Belegung gut einprägen und sie nicht häufig ändern. Wir haben im Testzeitraum mehrmals den falschen Aufnahmemodi gewählt und dies erst bei der nachträglichen Sichtung des Materials gemerkt.

Ohne die Ladeschale ist die Go 2 bis zu einer Wassertiefe von vier Meter wasserdicht. Für ausgiebige Tauchgänge ist sie somit zwar ungeeignet, einen Einsatz bei Regen oder im Pool übersteht sie hingegen problemlos. Beginn und Ende einer Aufzeichnung quittiert die Kamera übrigens per Vibration. Dies ist in der Praxis hilfreich, da man so immer sicher ist, dass die Go 2 tatsächlich auf unseren Befehl reagiert hat.

In Sachen Bildqualität muss sich die mini Kamera trotz fehlender 4K-Auflösung nicht verstecken. Im Gegenteil: Der CMOS-Sensor ist trotz der geringen Kamera-Abmessungen identisch zu dem beispielsweise in der DJI Osmo Action eingesetzten 1/2.3-Zoll-Sensor. Zusammen mit dem f/2,2-Objektiv und einer maximalen Videodatenrate von 80 Mbit/s sorgt das für eine erfreulich hohe Bildqualität selbst bei durchwachsenen Lichtverhältnissen. Der Dynamikumfang einer Insta360 One R (Testbericht) oder einer GoPro Hero 8 (Testbericht) ist zwar etwas höher, im Vergleich zu günstigen 4K-Actioncams schneidet die Go 2 aber mit Bravour ab. Während der Aufnahmen ist es dabei völlig unerheblich, ob die Kamera horizontal oder vertikal gehalten wird.

Die Flowstate-Stabilisierung leistet dabei einen erheblichen Beitrag. Im Pro-Modus sorgt sie für einen stabil geraden Horizont, selbst bei starker Bewegung. Die Standardstabilisierung ist übrigens immer aktiv. Sie funktioniert zwar ebenfalls, der Unterschied ist trotzdem deutlich sichtbar. Die Fotoqualität ist für Schnappschüsse und Social-Media-Posts locker ausreichend.

Für die Steuerung per Smartphone oder die Verarbeitung des aufgenommenen Materials kommt die von der One X2 (Testbericht) oder One R (Testbericht bekannte Insta360-App für iOS oder Android zum Einsatz. Anders als bei anderen Actioncams kommen zahlreiche Einstellungen erst hier richtig zum Tragen. So muss der Nutzer beispielsweise nicht im Vorfeld entscheiden, welches Format oder welches Sichtfeld genutzt werden soll. Bei Insta360 werden diese Settings erst im Nachhinein per App angepasst und dann entsprechend beim Videoexport aufs Smartphone angewendet.

Zusätzlich bietet die App eine Bearbeitungs- und Schnittfunktion. Letztere funktioniert dank AI theoretisch ganz ohne Zutun des Nutzers – die Ergebnisse sind allerdings stark vom Ausgangsmaterial abhängig und insgesamt enttäuschend. Die Automatik von GoPros App Quik, bei der der Nutzer die Wunsch-Szenen im Vorfeld per Klick markiert, liefert deutlich bessere Ergebnisse. Um einzelne Clips zu kürzen, zu färben oder die Geschwindigkeit anzupassen, ist die App hingegen gut geeignet.

Ein großes Manko der Vorgängerversion scheint bei der Go 2 ausgemerzt zu sein: der ständig leere Akku. Dieser hatte sich bei der ersten Go bereits nach wenigen Tagen von selbst geleert, selbst wenn die Kamera nur in der Schublade lag. Dies ist bei der neuen Version definitiv nicht der Fall. Die Akkus von Ladeschale und Kamera sind nach rund 10 Tagen immer noch aufgeladen und die Kamera sofort einsatzbereit.

Die Akkulaufzeit der Go 2 beträgt trotz der niedrigen Kapazität von 210 mAh, zwischen 20 und 30 Minuten, je nach Stabilisierung (Flowstate oder Standard). Verbleibt die Kamera in der Ladeschale, sind Aufnahmen mit 110 bis 150 Minuten Gesamtlänge möglich, was mit größeren Actioncams wie der DJI Osmo Action (Testbericht) vergleichbar ist. Der Akku der Box hat eine Kapazität von 1100 mAh.

Das vollständige Aufladen der Kamera dauert knapp 35 Minuten. Nach 23 Minuten ist der Akku zu 80 Prozent gefüllt. Bis die Ladeschale wieder vollständig gefüllt ist, vergehen 65 Minuten.

Die Insta360 Go 2 hat eine UVP von 320 Euro. Das ist ein Haufen Geld für eine so kleine Kamera – trotzdem scheint uns der Preis gerechtfertigt. Bildqualität, Akkulaufzeit, Bedienung und Formfaktor sprechen für die Go 2.

Wer eine unauffällige Immer-Dabei-Actioncam sucht, ist mit der Go 2 von Insta360 optimal beraten. Insbesondere in Sachen Größe und Gewicht gibt es derzeit praktisch keine Konkurrenz für diese Kamera, was das Modell auch für die Nutzung auf einem FPV-Copter interessant macht. Die Einschränkungen gegenüber anderen Kameras, insbesondere in Bezug auf die Aufnahmedauer, wurden im Vergleich zur Vorgängerversion konsequent beseitigt. Die Go 2 ist somit eine ausgewachsene Actioncam im Miniformat.

Wer lediglich eine Actioncam mit guter Bildqualität sucht, kommt mit anderen Flagship-Modellen allerdings günstiger davon. Spielen Gewicht und Abmessungen nur eine untergeordnete Rolle, bieten sich hier klassische Actioncams wie die DJI Osmo Action (Testbericht), die GoPro Hero 8 (Testbericht) oder die Insta360 One R (Testbericht) an. Diese verfügen über volle 4K-Auflösung und ebenfalls eine ausgezeichnete Stabilisierung.

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