Indoor Cycle Bowflex Velocore im Test: Virtuell in die Kurve legen

Bowflex Velocore
Pro und Contra
  • Einbindung von Streaming-Diensten
  • hervorragende Verarbeitung
  • Neigefunktion mit realistischem Fahrgefühl trainiert den ganzen Körper
  • groß und schwer
  • Schwäche bei Software und Verbindungsprobleme
  • teuer 
  • 4.0

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Mit dem Bowflex Velocore legt man sich beim Cardio-Training in die Kurven – im wahrsten Sinne des Wortes. Ob die Peloton-Alternative gut ist, zeigt der TechStage-Test.

Das Unternehmen Peloton löste vor einigen Jahren einen großen Hype rund ums heimische Training mit Spinning Bikes aus. Vernetzt mit anderen Teilnehmern absolviert man damit über ein Tablet oder Display interaktive Fitness-Kurse. Spätestens seit der globalen Pandemie haben viele Menschen ihre sportlichen Aktivitäten nach Hause verlagert. Mit dem richtigen Equipment kann man dort auf einem ähnlichen Level trainieren wie im Fitness-Studio.

Unter der Marke Bowflex vertreibt das US-Unternehmen Nautilus Fitness-Geräte. Zum Sortiment gehören unter anderem Fahrradergometer, Laufbänder und Hanteln. Das Bowflex Velocore ist das neue Top-Modell unter den Indoor Cycles des Herstellers. Ähnlich wie man es von Peloton kennt, verfügt der Ergometer über einen großen Monitor an einem Haltearm. In Verbindung mit der hauseigenen App JRNY stehen Trainierenden eine Vielzahl an virtuellen Strecken und Trainingsprogrammen zur Verfügung. Das System ist sogar kompatibel zu anderen Anbietern, etwa Zwift oder Peloton. Selbst Streaming-Dienste wie Netflix oder Disney Plus integriert das Trainingsgerät.

Die größte Besonderheit des Velocore: Der Ergometer ist beweglich. Man kann damit jeweils nach links oder rechts schwenken und sich damit gefühlt in Kurven legen, was dem Fahrverhalten eines echten Fahrrads sehr nahekommt. Diese Eigenschaft bietet den Vorteil, dass so auch die Core-Muskulatur sowie die Arme trainiert werden.

Wir haben das bewegliche Indoor Cycle von Bowflex getestet und zeigen, ob eine virtuelle Spritztour damit Spaß macht und die Fitness steigert. Mehr zu dem Thema erklären wir im Ratgeber Smarte Ergometer: Virtuelles Cardio-Training mit Heimtrainer & Indoor-Cycle. Weitere Beiträge für Sportler finden sich in unserer Themenwelt Fitness.

Angeliefert wird das Bowflex Velocore in einem großen und schweren Karton. Das Indoor Cycle wiegt immerhin über 70 Kilogramm. Wir empfehlen daher, es immer zu zweit zusammenzubauen. Die Anleitung ist eindeutig und einfach zu verstehen, sämtliches Werkzeug, das man benötigt, liegt bei. Für den Aufbau haben wir knapp zwei Stunden benötigt.

Nach dem Zusammenbau stöpselt man das Netzteil ein und das auf Android basierende System startet. Anschließend wählt man das WLAN aus und installiert zunächst Updates. Danach kann man einen Account erstellen oder sich anmelden, sofern man bereits JRNY nutzt.

Das Velocore hat die typische Form eines Spinning Bikes. Auf einem Metallgestell befindet sich der mit Kunststoff verkleidete Torso samt Schwungrad, Pedalen, der höhenverstellbaren Sattel- sowie Lenkstange. Am Gestell montiert ist zudem ein langer Greifarm mit dem Monitor inklusive Lautsprechern. In der Mitte des Rumpfs sitzt ein großer Drehgriff zum Einstellen des Widerstands sowie ein roter Knopf zum Entriegeln des Fahrrads.

Sattel und Lenker sind höhenverstellbar. Das erlaubt die präzise Einstellung für kleine wie auch große Personen. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet, wirkt hochwertig und stabil. Die Lenkstange erlaubt mehrere Haltepositionen für die Hände, wie man es von Rennrädern her kennt. Zudem ist sie angenehm gummiert. Bevor man sich das Velocore in die Wohnung stellt, sollte man ausreichend Platz schaffen. Das Gerät ist ziemlich wuchtig, wie die Abmessungen von 151,9 cm x 61,2 cm x 133,6 cm zeigen.

Vorn am Gestell befinden sich zwei Rollen, die den Transport in der Wohnung erleichtern sollen. Hierzu muss man die Lenkstange nach unten drücken. Allerdings ist das Rad wirklich schwer, der Transport ist also alles andere als einfach damit. Auf Teppichboden laufen die Räder zudem nicht so gut wie auf einem glatten Untergrund wie Parkett, Laminat oder Vinyl.

Das Velocore gibt es in zwei Ausführungen mit einem Display von 15,6 Zoll sowie 21,5 Zoll. Unterhalb des Monitors befindet sich der Lautsprecher für die Ansagen der virtuellen Trainer und die Soundkulisse beim Training. Zwei Halterungen für Trinkflaschen sowie zwei leichte Kurzhanteln fürs Training der Arme gehören ebenfalls zur Ausstattung. Die Schwungmasse des Velocore beträgt 18 Kilogramm. Das ist ein guter Wert und erlaubt auch schnelle Sprints sowie längere Fahrten im Stehen bei hoher Laufruhe und Stabilität.

Das System des Touchscreens basiert auf Android und integriert die App JRNY. Diese bietet eine Vielzahl an vorab aufgenommenen Strecken aus der ganzen Welt. So kann man etwa durch China, die Wüste Arizonas oder Heidelberg radeln. Parallel dazu gibt es Kurse, in denen ein Trainer auf einem Spinning Bike Anweisungen gibt. Man kann auch ohne Video-Begleitung trainieren, die Anzeige stellt dann die Intensität der Tritte dar.

Einige Kurse sind so ausgelegt, dass man sich mit dem Spinning Bike bewusst zur Seite neigen kann. Wählt man dazu aber eine andere Landschaft aus, stimmt allerdings der Zeitpunkt nicht immer. Man legt sich also nach links, obwohl eine Rechtskurve kommt. Für den vollen Funktionsumfang von JRNY ist ein Abonnement für 20 Euro im Monat erforderlich. Im ersten Jahr ist es für Käufer des Velocore kostenlos.

Ohne Abo kann man das Rad auch nutzen, allerdings stehen dann nur wenige Strecken zur Verfügung und es gibt auch keine adaptiven Trainer, der die einzelnen Kruse an die eigene Leistungsfähigkeit anpasst. Die Plattform wird kontinuierlich ausgebaut, bis Jahresende plant Nautilus 300 weitere Videos hinzuzufügen. Das Schwinn 800IC (Testbericht) etwa nutzt die gleiche App, allerdings benötigt man dafür ein Tablet. Das Gerät selbst verbindet sich mit dem heimischen WLAN und unterstützt Bluetooth für Kopfhörer sowie den Pulsmesser, der zum Lieferumfang gehört.

Eins vorweg: Das Training mit dem Velocore macht richtig Spaß. Besonders, wenn man die Arretierung löst und der Ergometer frei herumschwenken kann. Dann stellt sich ein Gefühl wie beim Radfahren ein. Die große Auswahl an Strecken überzeugt mit detaillierten Landschaftsaufnahmen – gerade in der dunklen Jahreszeit eine willkommene Abwechslung. Klasse ist auch, dass man eine Serie auf Netflix schauen kann, während trotzdem alle wichtigen Trainingsdaten inklusive des virtuellen Coaches eingeblendet werden.

Kommen wir zum großen Aber: Leider kam es während unseres Tests zu zwei Abstürzen des Systems – mitten im Training. Ein ähnliches Phänomen haben wir bereits beim Bowflex Max Trainer M9 (Testbericht) beobachtet. Das System setzt eine stabile WLAN-Verbindung voraus. Vermutlich lag es eher am eigenen WLAN – aber das offenbart letzten Endes eine Schwäche des Velocore: Für einen nahtlosen Betrieb ist ein störungsfreies kabelloses Netzwerk vonnöten. Dafür kann der Ergometer in erster Linie zwar nichts. Aber eine Lösung wäre schön gewesen, dass man Strecken vorab herunterladen kann. Denn nichts ist ärgerlicher als ein Absturz mitten im Training – gerade, wenn man warmgelaufen ist und eigentlich mit viel Spaß bei der Sache ist.

Wer diese Probleme umgehen will, muss auf die aufgezeichneten Strecken ungünstigerweise verzichten. Dabei hatten wir mit dem Gerät nie Probleme. Aber es wäre schade, auf ein solch starkes Feature verzichten zu müssen. Wer generell sein Heimnetzwerk optimieren will, dem empfehlen wir unseren Ratgeber WLAN-Verstärker, Repeater oder Mesh: So bekommt man das beste WLAN.

Das Bowflex Velocore ist kein Schnäppchen. Die Variante mit 15,6 Zoll kostet 2500 Euro, mit 21,5 Zoll sind es 2800 Euro. Wer auf die bewegliche Option des Rahmens und einen Bildschirm verzichten kann, bekommt mit dem Schwinn 800IC (Testbericht) in Verbindung mit einem Tablet (Themenwelt) eine erschwingliche Alternative.

Das Bowflex Velocore ist ein hochwertiges und effizientes Trainingsgerät für zu Hause. Wer im Winter den Sport im Freien scheut oder wegen Gelenkbeschwerden nicht joggen kann, bekommt hier eine Alternative auf dem Niveau der Geräte im Fitness-Studio. Speziell die Fähigkeit, sich zu neigen, hat es uns angetan – immerhin sorgt das für ein realistisches Fahrgefühl. Die virtuellen Strecken machen Spaß und die Einbindung von Streaming-Diensten ist ebenfalls wertvoll.

Leider hapert es bei der Umsetzung. Auch wenn es im Verlauf unseres Tests nur zu zwei Abstürzen kamen, erschüttern diese doch das Vertrauen in das System. Bei dem hohen Preis ist das auch nur schwer zu akzeptieren.

Wer lieber einen Crosstrainer nutzt, bekommt mit dem Bowflex Max Trainer M9 (Testbericht) eine Alternative vom gleichen Hersteller, die ebenfalls mit JRNY läuft. Deutlich preiswerter und dennoch hochwertig ist das Schwinn 800IC (Testbericht) – das in Verbindung mit einem Tablet ebenfalls virtuelle Fahrten erlaubt.

Weitere Möglichkeiten zum Fahrrad-Training zu Hause zeigen wir im Ratgeber Smarte Ergometer: Virtuelles Cardio-Training mit Heimtrainer & Indoor-Cycle. Wer lieber läuft, dem empfehlen wir den Beitrag Laufen im Winter: Klappbare Laufbänder und Sport-Zubehör für die kalte Jahreszeit.

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