Imou Knight 4K im Test: Überwachungskamera mit LED-Scheinwerfer und farbiger Nachtsicht

Imou Knight 4K
Pro und Contra
  • 4K-Auflösung mit farbiger Nachtsicht
  • Eigene Desktop-Anwendung
  • Ethernet- und Dual-WLAN mit 2,4 und 5 GHz inklusive Wifi 6
  • ONVIF-Support
  • Unterstützung für Amazon Alexa und Google Assistant
  • Cloud-Angebot nur optional, dadurch keine Folgekosten
  • Benötigt Stromanschluss
  • Kein PoE
  • Desktop-Anwendung nur für Windows
  • 3.5

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Dank 600 Lumen starken LEDs bietet die Imou Knight 4K Nachtsicht in Farbe. Wie gut die wetterfeste 4K-Überwachungskamera mit Ethernet und WLAN funktioniert, zeigt der Testbericht.

Überwachungskameras mit integrierten LED-Leuchten (Ratgeber) reichen von Spotlight-Cams (Testbericht) mit einer Leuchtstärke von bis zu 1000 Lumen über LED-Außenleuchten mit Kamera (Testbericht) bis hin zu sogenannten Floodlight-Cams (Testbericht). Letztere verfügen mit bis zu 3000 Lumen über einen richtigen Baustellen-Strahler mit starker Leuchtkraft, der selbst größerer Flächen wie Hofeinfahrten erhellt. Allen gemeinsam ist, dass sie dank integrierter Beleuchtung eine farbige Nachtsicht bieten. Das Bild ist zudem klarer, sodass ungebetene Gäste leichter identifiziert und dank automatischer Beleuchtung bei Bewegungserkennung besser abgeschreckt werden. Kameras mit integrierter Beleuchtung bieten damit ein höheres Sicherheitsniveau als Modelle ohne Lampen.

Die Imou Knight 4K verfügt über 600 Lumen starke LEDs, die eine farbige Nachtsicht ermöglichen. Anders als die Modelle in unserer Bestenliste WLAN, LTE, Akku & Solar: Die fünf besten autarken Überwachungskameras, kommt die Imou Knight 4K ohne Akku und benötigt daher einen Stromanschluss. In Sachen Netzwerkanschlüsse können Anwender zwischen WLAN mit Unterstützung für 2,4 und 5 GHz inklusive Wifi 6 und einer Ethernet-Schnittstelle wählen. Power over Ethernet (PoE) wie die Trendnet TV-IP1318PI (Testbericht) unterstützt sie leider nicht.

Videos speichert die Kamera standardmäßig auf einer bis zu 256 GByte großen microSD-Karte, die allerdings nicht zum Lieferumfang gehört. Ist der Speicherplatz erschöpft, werden die ältesten Videos zuerst gelöscht, um Speicherkapazität für neue zu schaffen. Eine Speicherung der Videos auf einem NAS ist in der App nicht vorgesehen. Als Speicheralternative können Anwender ein kostenpflichtiges Cloud-Abo bei Imou abschließen. Der Basisplan enthält für 2,25 Euro pro Kamera sieben Tage Cloudspeicherung. Das Plus-Abo für 5,25 Euro bietet 30 Tage Cloudspeicherung sowie KI-Erkennung für Kameras, die diese Technik nicht enthalten, was bei der Knight 4K aber nicht nötig ist, da sie bei der Bewegungserkennung standardmäßig bereits zwischen Menschen, Fahrzeugen und Tieren differenzieren kann.

Dank ONVIF-Support können Anwender auch mit Dritthersteller-Anwendungen die Imou Knight 4K betreiben und Aufnahmen zum Beispiel auf einem Server per FTP-Zugang abspeichern. Möglich ist auch die Nutzung eines NVR-Geräts, das Imou auch selbst anbietet.

Die Imou Knight 4K bringt ohne Halterung etwa 365 Gramm auf die Waage und misst 12,9 × 8,4 × 7,1 cm. An der Gehäuserückseite verbirgt sich hinter eine 2 × 1 cm großen Öffnung der bis zu 110 dB laute Lautsprecher. Zusammen mit dem an der Gehäusefront oberhalb des Objektivs positionierten Mikrofons bietet die Kamera eine Gegensprechfunktion. An der Front befindet sich außerdem das Objektiv mit einem diagonalen Sichtfeld von 127°, das Videos in Verbindung mit dem genutzten CMOS-Sensor (1/2.8", 8 Megapixel) mit maximal 3840 × 2160 Pixel im HEVC-Format (H.265) und 15 fps aufnimmt. Zudem sind an der Frontseite noch Bewegungs- und Lichtsensor sowie die Betriebs-LED untergebracht.

Die Kamera ist wetterfest nach IP66 und laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen -30 und 60 Grad Celsius einsatzbereit. Im Lieferumfang sind ein 12-Watt-Netzteil, Kurzanleitung (auch in deutscher Sprache), Halterung, Ethernet-Anschluss-Schutz, Bohrschablone sowie Schrauben zur Befestigung enthalten. Die Montage der Kamera kann entweder an einer Wand oder an einer Decke erfolgen.

Die Inbetriebnahme der Imou Knight 4K ist prinzipiell einfach, setzt aber ein Nutzerkonto beim Hersteller voraus. Dafür muss man eine E-Mail-Adresse angeben und ein Passwort einrichten. Dieses wird anhand eines vom Hersteller übermittelten Codes bestätigt. Jetzt verbindet man die Kamera per mitgelieferten Netzteil mit dem Stromnetz und per Ethernetkabel mit dem Netzwerk. Auch eine Verbindung zu einer WLAN-Funkstation ist problemlos möglich. Dabei können Anwender zwischen 2,4- und 5-GHz-Funknetzen inklusive Wi-Fi 6 wählen. Über das Plus-Zeichen in der App scannt man nun den QR-Code auf der Unterseite des Gehäuses und vergibt einen Kameranamen. Fertig.

Zusätzlich zur App können Anwender unter Windows auch über eine Desktop-Anwendung auf die Kamera zugreifen. Für macOS und Linux steht sie allerdings nicht zur Verfügung. Dank ONVIF-Support ist es aber kein Problem über Dritt-Hersteller-Lösungen wie IP Camera Viewer auf die Knight 4K zuzugreifen.

Die Imou-App zeigt auf der Startseite sehr übersichtlich sämtliche bislang registrierten Kameras mit dem zuletzt aufgenommenen Live-Bild an. Die Einstellungen der Kamera erreicht man in der Standardansicht über ein ungewöhnliches Zwei-Punkte-Symbol (andere Kamerahersteller setzen auf die standardisierte Drei-Punkte-Variante) und Gerätedetails. Sie sind unterteilt in die Bereiche Alarmeinstellungen, Imou Protect (Cloud-Angebot), Speicher- sowie Geräteeinstellungen.

Über den mit Eindringungserkennung nur schlecht übersetzten Begriff steuern Anwender die Bewegungserkennung, wobei sie zwischen Menschen, Fahrzeugen, Tieren und allgemeinen Bewegungen auswählen oder diese Optionen kombinieren. Auch können sie den Aktivitätsbereich für Bewegungen festlegen. Um Fehlalarme zu vermeiden, kann man außerdem die Erkennungsempfindlichkeit auf einer fünfstufigen Skala justieren. Dank dieser Möglichkeiten gibt es im Test zu so gut wie keinen Fehlalarm.

Unter Rampenlicht können Nutzer die Scheinwerfer-Einstellungen der 600 Lumen starken LED-Beleuchtung justieren und zum Beispiel festlegen, dass bei einer Bewegungserkennung das LED-Spotlight automatisch leuchtet. Dabei können sie zwischen dauerhaft und blinken wählen.

Bei der Konfiguration der Nachtsicht stehen mehrere Optionen zu Auswahl: Smarte Nachtsicht nutzt dabei nur die Infrarot-LEDs und schaltet die LED-Beleuchtung erst bei einer erkannten Bewegung ein. Bei Nachtsicht mit leuchtenden Farben wird die LED dauerhaft eingeschaltet. Die Option Infrarot-Nachtsicht wählen Anwender, wenn sie eine Aufnahme bei Nacht in Schwarz-/Weiß bevorzugen. Und mit der letzten Option, Farbnachtsicht ohne Scheinwerfer, versucht die Kamera nur mit natürlichem Licht eine farbige Nachtsicht zu realisieren. Zudem kann man in diesem Abschnitt unter Aufhelllicht-Empfindlichkeit noch die Stärke der Beleuchtung auf einer fünfstufigen Skala festlegen.

Und wie bei Überwachungskameras üblich können Anwender die Steuerung der Kamera mit anderen Personen teilen. Hierfür müssen diese die Imou-App installieren und sich registrieren. Maximal kann die Kamera mit bis zu sechs Personen geteilt werden. Mit dem Cloud-Abo Basic erweitert sich diese Möglichkeit auf bis zu zehn Personen. Und mit der Cloudvariante Plus sind es bis zu 20 Personen.

Dank 4K-Auflösung (3840 × 2160 Pixel), einer hohen Datenrate von bis zu 2,52 MBit/s sowie HDR-Unterstützung sind die Videos der Kamera sehr detailreich und kontraststark. Bei der Nachtsicht sind die Farben allerdings etwas blass und wirken nicht so lebendig wie bei der Eufy Solocam L20 (Testbericht). Beispiele dazu finden sich in der Bildergalerie.

Mit dem 16-fach-Digital-Zoom lassen sich Objekte näher betrachten. Gegenüber Full-HD-Kameras bietet die Imou Knight 4K durch die hohe Auflösung dabei ein deutlich besseres Ergebnis beim Zoomen, weil damit auch weiter entfernte Objekte noch klar und deutlich erscheinen, wenn sie herangezoomt werden.

Eine farbige Nachtsicht bietet die Knight 4K nur, wenn die Option Nachtsicht mit leuchtenden Farben gewählt wurde. Allein mit der Aktivierung der LED-Leuchte, die während der Live-Ansicht zugeschaltet werden kann, bleibt die Nachtsicht im Test farblos. Bei voller Leuchtstärke erhellen die 600 Lumen starken LEDs, die wie bei der Eufy Solocam S40 (Testbericht) rund um das Gehäuse angeordnet sind, das 127° große Sichtfeld bis zu einer Entfernung von zwanzig Metern für eine farbige Nachtsicht. Die Schwarz-/Weiß-Nachtsicht gelingt sogar bis zu einer Distanz von 30 Metern. Dabei ist das Bild hervorragend ausgeleuchtet und auch weiter entfernte Objekte lassen gut erkennen.

Die Sirene ist mit bis zu 110 dB laut genug, um ungebetene Gäste zu erschrecken und die integrierte Gegensprechfunktion funktioniert ohne Fehl und Tadel. In Sachen Benachrichtigungen bietet die Imou lediglich eine Push-Funktion. Warnmeldungen über E-Mail verschickt sie anders als Reolink-Kameras (Testbericht) hingegen nicht. Verzichten müssen Anwender auch auf Geofencing.

Insgesamt bietet die Imou-App eine intuitive Benutzeroberfläche, mit der Anwender die Überwachungskamera problemlos verwalten können.

Die Imou Knight 4K funktioniert auch in Verbindung mit den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa. In Kombination mit einem smarten Display (Ratgeber) können Anwender den Kamera-Livestream mit einem kompatiblen Gerät wie Nest Hub oder Echo Show verfolgen. Die Darstellung des Livestreams erfolgt bei einer Ethernet-Verbindung nahezu verzögerungsfrei. Mit WLAN dauert es wie üblich einige Sekunden, bis der Livestreams startet.

Wie viele andere Hersteller bietet auch Imou für seine Überwachungskameras keine direkte Integrationsmöglichkeit für andere Smart-Home-Systeme wie Aqara (Ratgeber), Bosch (Testbericht), Elesion (Ratgeber), Homekit (Ratgeber), Homey Pro (Test), Tuya (Ratgeber) oder Smartthings (Testbericht). Immerhin ist die Imou Knight 4K kompatible zum Standard Open Network Video Interface (ONVIF) und lässt sich somit als virtuelles Geräte zum Beispiel in Homey Pro (Testbericht) einbinden.

Die Imou Knight 4K ist solide verarbeitet und hinterlässt optisch und haptisch einen guten Eindruck. Imou gewährt eine 24-monatige Garantie auf die Kamera, die regulär für knapp 170 Euro den Besitzer wechselt.

Im Test überzeugt die Imou Knight 4K hauptsächlich mit einer ausgezeichneten Bildqualität. Auch wenn die Farben bei Nacht etwas blass wirken, sind die Details dank der hohen 4K-Auflösung mit 3840 × 2160 Pixel hervorragend – genauso wie bei anderen 4K-Kameras wie der Arlo Ultra 2 (Testbericht). Mit der bis zu 110 dB lauten Sirene dürfte sie in Kombination mit dem automatisch leuchtenden Spotlight ungebetene Gäste zuverlässig abschrecken. Überzeugen können auch die stabile WLAN-Verbindung inklusive der Unterstützung von 2,4- und 5-GHz-Funkstationen und der schnell zur Verfügung stehende Livestream, der aber mit einer Ethernet-Verbindung noch rascher zur Ansicht kommt. Dank der Möglichkeit bei Bewegungen Menschen, Fahrzeuge und Tiere zu identifizieren, sind Fehlalarme eine Seltenheit. Auf der Habenseite steht außerdem die Unterstützung des ONVIF-Standards. Damit können Anwender kompatible Überwachungskameras mit nur einer einzigen Anwendung betreiben und müssen bei Modellen verschiedener Hersteller nicht von App zu App wechseln. Allerdings sind ONVIF-Lösungen meist wie die Imou Knight 4K an einen festen Stromanschluss gebunden.

Weniger gut haben uns die Integrationsmöglichkeiten in gängige Smart-Home-Systeme gefallen. Zwar unterstützt die Kamera die digitalen Sprachassistenten von Google und Amazon, doch außer mit Homey Pro lässt sich die Kamera nicht mit anderen Smart-Home-Lösungen kombinieren. Vermisst haben wir überdies die Möglichkeiten, Strom per Ethernet an die Kamera zu bringen: Den Power-over-Ethernet-Standard (PoE) unterstützt die Knight 4K nicht, sodass sie immer an die Stromversorgung über das mitgelieferte Netzteil gebunden ist.

Mehr Informationen zum Thema finden TechStage-Leser im Themenschwerpunkt Überwachungskameras. Nützliche Informationen zur Auswahl einer Überwachungskamera bietet der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentieren die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro. Mehr zu Überwachungskameras mit integrierter Beleuchtung bietet der Beitrag Außenleuchten mit Kamera, Spotlight- und Floodlight-Cams ab 90 Euro. Von den Eufy-Modellen hat TechStage zuletzt die Floodlight Cam 2 Pro, die Solocam L20 und die Türklingel Video Doorbell Dual getestet.

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