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Anker-Thunderbolt-4-db
Pro und Contra
  • Thunderbolt 4
  • 85W Ladeleistung
  • Unterstützung für 8K-Bildschirme
  • Keine weiteren USB-C-Dongles möglich
  • Datendurchsatz externer Speicher niedrig
  • 4.0

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Anker liefert eines der ersten USB-C-Docks mit Thunderbolt 4. TechStage zeigt im Test, warum das fast noch ein wenig zu früh sein könnte.

USB-C-Docks sind praktisch. Sie machen aus einem Anschluss am Notebook zahlreiche weitere. Anker hat das Potenzial früh erkannt: Das Unternehmen verkauft bereits aktive und passive USB-Docks, sowohl für USB-A wie USB-C. Für den Test in unserer Themenwelt USB-C-Docks nutzen wir das neue Power Expand 5-in-1 Thunderbolt 4 Mini. Wie der Name verrät, bietet es auf Thunderbolt 4.

Das Dock steckt in einer silbernen Plastikhülle, die auf den ersten Blick aber wie Aluminium wirkt. Im Karton liegen neben einem Thunderbolt-4-Kabel auch ein großes Netzteil samt Kaltgerätestecker. Das Dock ist ein aktives Modell, dass das Notebook mit Strom versorgen kann.

Das Power Expand Dock ist eins der ersten mit Thunderbolt 4 Anschluss. Der neue Standard wurde von Intel mit der elften Core-i-CPU-Generation eingeführt. Gegenüber Thunderbolt 3 ändert sich auf den ersten Blick nicht viel. Wie gehabt liefert der Anschluss maximal 40 GBit/s; der Stecker bleibt USB-C. Im Detail gibt es aber kleine Änderungen. Die Mindestanforderungen an Datenübertragungen steigen von 16 GBit/s (Thunderbolt 3) auf 32 GBit/s (Thunderbolt 4). Außerdem sollen sich nun mindestens zwei 4K-Bildschirme oder einer mit bis zu 8K-Auflösung anschließen lassen. Spannend ist zudem, dass mindestens einer der weiteren Thunderbolt-Ports ein externes Gerät aufladen kann. Beim Gerät im Test liefert jeder der Downstream-Ports bis zu 15W.

Das Anker Power Expand 5-in-1 Thunderbolt 4 Mini hält sich voll an die Intel-Spezifikation. Es gibt einen Thunderbolt-4-Upstream-Port, der mit dem jeweiligen PC oder Notebook verbunden wird. Dieser liefert bis zu 85W Ladeleistung und theoretisch bis zu 40 GBit/s Durchsatz. Die drei weiteren USB-C-Ports mit Thunderbolt 4 sind Downstream-Ports. An ihnen sollten die jeweiligen Endgeräte angeschlossen werden, etwa Monitore oder Datenspeicher. Notebooks mit Thunderbolt 4 können zwei 4K- oder einen 8K-Monitor ansteuern, Geräte mit Thunderbolt 3 schaffen zweimal 4K oder einmal 5K. Die Tabelle zeigt, was genau möglich ist. Ein Hinweis: Macbooks und iPads Pro mit dem M1-Chipsatz unterstützen aktuell nur einen externen Monitor.

Notebook mit Thunderbolt 4Notebook mit Thunderbolt 3USB-C-Laptop mit Unterstützung für DisplayPort
Ein Monitor8K@30 Hz5K@60Hz4K@60Hz (DisplayPort 1.4)/ 4K@30Hz (DisplayPort 1.2)
Zwei Monitore4K@60Hz4K@60Hz

Neben den drei Downstream-Ports gibt es noch einen USB-A-Port. Das war es dann leider auch schon. Sprich, wer schon komplett auf USB-C und Thunderbolt umgestellt hat, der bekommt zahlreiche Anschlüsse. Alle anderen müssten dann weitere Dongles dazwischen hängen, um etwa von USB-C auf DisplayPort oder HDMI zu wechseln.

Wir testen das Dock an einem Thinkpad T570 mit einem Thunderbolt-3-Anschluss. Direkt nach dem Anstecken bekommt das Notebook seinen Strom vom Dock, ein guter erster Schritt. Dieses Thinkpad ist notorisch stromhungrig, mehrere USB-C-Docks konnten es in der Vergangenheit nicht korrekt im Netzbetrieb halten. Sprich: Wenn die Leistung für unser T570 ausreicht, dürften damit alle anderen Notebooks auch locker genügend Saft bekommen.

In unserem Alltag kamen wir aber bald an die Grenzen des Docks. Das lag vor allem daran, dass wir noch keinen Monitor mit Thunderbolt-Schnittstelle nutzen. Im Test konnte unser passives USB-C-Dock mit HDMI (das am Notebook direkt einwandfrei arbeitet) kein Bild per HDMI ausgeben, wenn es am Anker-Dock steckte. Auch mit einem aktiven USB-C-Dock konnten wir kein Bild vom Notebook an den Monitor ausgehen.

Beim Durchsatz waren wir tatsächlich etwas enttäuscht. Eine schnelle externe LaCie NVMe-Festplatte schaffte am Dock knapp 130 MByte/s, direkt am Notebook waren es knapp 260 MByte/s. Das ist ein deutlicher Unterschied und scheint an den Anschlüssen zu liegen. Denn am USB-A-Steckplatz schafft ein (zugegebenermaßen langsamer) Stick knapp 14 MByte/s am Notebook und knapp ebensoviel am Dock.

Im Betrieb wurde das Anker-Dock handwarm, unser Infrarotthermometer zeigte 41 Grad. Das Dock war zudem ruhig, es gab keine nervigen Quietsch- oder Pfeifgeräusche.

Die Preisempfehlung des Power Expand 5-in-1 Thunderbolt 4 Mini liegt bei knapp 200 Euro, zum Testzeitpunkt war dies auch der Straßenpreis. Allerdings reduziert Anker die Preise immer wieder für Aktionen, so dass man mit etwas Geduld deutlich weniger bezahlt. Alternativ gibt es das Power Expand 7-in-1-Dock von Anker, das zwar nur Thunderbolt 3 nutzt, dafür aber Schnittstellen wie HDMI, LAN oder einen Kartenleser bietet. Ansonsten ist der Markt für Docks mit Thunderbolt 4 noch ziemlich überschaubar, neben Anker und OWC tummeln sich dort derzeit noch Kensignton und Razr, beide Systeme bieten mehr Schnittstellen, sind aber deutlich teurer.

Early Adopter haben es immer schwer. Ähnlich ist es mit diesem Dock. Sagen wir es so: Wer bereits auf Thunderbolt 4 aufgerüstet hat und entweder einen 8K-Monitor oder zwei 4K-Bildschirme mit 60 Hz betreiben möchte, die jeweils USB-C-Anschlüsse bieten, der kann mit dem Power Expand 5-in-1 Thunderbolt 4 Mini glücklich werden. Es punktet in jedem Fall bei der hohen Stromversorgung, selbst gierige Notebooks sollten sich damit laden lassen.

Für unseren normalen Büroalltag ist es (noch) nichts. Es fehlen einfach die üblichen, weggesparten Anschlüsse, etwa DisplayPort/HDMI, ein SD-Card-Reader oder LAN. Schade, dass man nicht noch ein günstiges passives Dock reinhängen und so die Ausfälle etwas kompensieren kann.

Wer also keine vollwertige Thunderbolt-Umgebung hat, der sollte unserer Meinung nach noch zu einem anderen Dock greifen. Die Auswahl ist groß, wie unsere Themenwelt USB-C-Docks zeigt. Zur Orientierung empfehlen wir unseren Ratgeber USB-C-Docks ab 30€: Bequem Monitore & Co anschließen, den Vergleichstest zu sechs USB-C-Docks oder die Einzeltests in der Themenwelt. Wer gezielt Zubehör für den Mac sucht, der sollte in die Kaufberatung: Das wichtigste USB-C-Zubehör für's Macbook klicken.

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