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iRobot Roomba i7+ im Test: teuer, aber komfortabel

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Der Roomba i7+ ist ein Staubsauger-Roboter mit einer speziellen Ladestation mit automatischer Absaugfunktion. Die autonome Putzhilfe kostet 1199 Euro. Für wen lohnt sich der Kauf?

Roboter statt selber saugen. In unserer Themenwelt "smarte Staubsauger" stellen wir verschiedene Roboter vor, die Böden (mehr oder weniger gut) saugen und teilweise sogar nachwischen. Bislang sind folgende Beiträge erschienen

Anders als der Kobold VR300 (Testbericht) oder der Botvac D7 Connected (Testbericht) besitzt der Roomba i7+ nicht eine D-Form, sondern ist rund. In der Praxis fahren der Neato- und der Vorwerk-Roboter tatsächlich bis zur Fußleiste in einer Ecke rein. Doch ihre Seitenbürsten sind zu kurz und kehren nicht immer den gesamten Schmutz vor den Sauger. Beim Roomba i7+ ist die Seitenbürste zwar lang, bis in die Ecke schafft es der Roboter aufgrund seiner Form aber nicht. Nichtsdestotrotz ist das Ergebnis mit dem iRobot-Staubsauger besser als mit dem Neato. Noch effektiver ist es beim Eufy Robovac 30C (Testbericht) mit seinen zwei Bürsten auf je einer Seite, sie kommen auch besser unter die Fußleisten an.

iRobots Staubsauger-Roboter hat ein Gewicht von 3,4 kg, damit ist er genauso schwer wie der Botvac D7 Connected von Neato und entspricht damit dem Mittelmaß. Der technisch ähnlich ausgestattete und preislich attraktivere S5 Robot Vacuum Cleaner (Testbericht) von Roborock wiegt 3,2 kg.

Der Nutzer darf den Roomba i7+ hin- und hertragen und auf mehrere Stockwerke frei platzieren, dabei ist der integrierte Tragegriff an der oberen Gehäusefläche eine Hilfe. Wer viele Möbel zuhause hat und möchte, dass der Roboter auch unter diese fahren und saugen soll, der sollte im Vorfeld prüfen, ob der 9,2 cm hohe Roomba i7+ genug Platz hat. Andere Staubsauger-Roboter sind teilweise weniger hoch, dafür können sich technisch nicht ganz mithalten: Der Deebot Ozmo Slim 10 (Testbericht) mit seinen 5,7 cm meistert die Möbel-Disziplin gut – dafür fehlt ihm das Lasermessgerät zur präzisen Navigation.

Die Verarbeitung des Roomba i7+ ist gut. Das Gehäuse ist zwar größtenteils aus Kunststoff hergestellt, dennoch ist die Umsetzung einwandfrei. Die einwandfreie Umsetzung und die hohe Qualität geben unter anderem zu erkennen, dass es sich hierbei um iRobot als Hersteller handelt. Während der Fahrt auf hartem Boden wackelt oder klappert nichts, wie es beim Neato oder den Einsteiger-Robotern bis 300 der Fall ist. Vorne hat der Roomba i7+ eine Stoßleiste und berührt selten bis gar nicht Hindernisse wie Möbel oder offene Türen – entsprechend entstehen keine Kratzer.

Der Roomba i7+ hat eine starke Saugleistung von bis zu 1800 Pa. Einsteiger-Geräte liegen zwischen 1000 und 1500 Pa, während andere Modelle bis zu 2000 Pa erreichen. Wie dem auch sei, die Saugleistung ist formal für jeden Boden ausreichend: Teppich, Hartholz, PVC, Fliesen und mehr sollten theoretisch keine Herausforderung sein. In der Praxis schaut das anders aus: Für hochflorige Teppiche ist der Roomba i7+ nicht geeignet. Dies liegt an den zwei borstenlosen Kunststoffwalzen, die direkt vor dem Saugschlitz platziert sind. Dafür gibt es einen großen Vorteil: Lange Menschen- und Tierhaare verfangen sich kaum. Ansonsten saugt der Roomba i7+ groben als auch feinen Schmutz einwandfrei auf. Eine intelligente Teppicherkennung hat der iRobot und fährt somit kurzfristig seine Leistung hoch. Darüber hinaus soll das Gerät eine besondere Erkennung für starken Schmutz haben, speziell an Eingangstüren der Wohnfläche. Im Test hat sich diese Funktion nicht gezeigt.

Die zwei Räder des iRobot Roomba i7+ sind groß und stark profiliert. Dadurch kommt der Roboter nahezu überall im Haushalt hin und bleibt selten wegen des Antriebs stehen. Mit hohen Kanten kommt der Roomba i7+ ohne Probleme klar: Genau wie beim Roborock S5 klettert er auf Erhöhungen mit bis zu 1,9 und manchmal 2 cm. Das ist besser als der Durchschnitt von 1,5 cm.

Im Roomba i7+ verbaut iRobot einen Akku mit 3300 mAh. Offiziell soll er bis zu 90 Minuten am Stück fahren, bevor er sich selbst auflädt und gegebenenfalls die Arbeit vom gemerkten Punkt fortsetzt. Im Test kommt der Roboter im Schnitt auf eine Laufzeit von 78 Minuten. Damit bietet der iRobot-Roboter die geringste Laufzeit in der bisherigen Testreihe an. Selbst die 300-Euro-Staubsauger ohne Navigation von Eufy und Deebot kommen über 90 Minuten. Die längste Betriebsdauer mit 147 Minuten hat der S5 von Robock. Eine Wohnfläche von 75 m2 arbeitet der iRobot systematisch in eine Stunde und neun Minuten ab. Die Ladezeit beträgt drei Stunden.

Der Behälter des Staubsauger-Roboters ist mit 0,45 l verhältnismäßig klein. Das ist allerdings kein Unding, weil der Roboter sich an der Ladestation automatisch entleeren lässt – dazu aber später mehr.

Im Test verhält sich der Roomba i7+ etwas leiser, als seine Konkurrenten: Er kommt auf einen Geräuschpegel von 66 dB bei einem Messabstand von einem Meter. Unmittelbar am Gehäuse sind 68 dB messbar. Der leiseste Roboter ist der Eufy Robovac 30C mit 57 dB im gleichen Testszenario.

Der iRobot Roomba i7+ hat eine Stoßleiste zum Abfangen von Kollisionen, die sich im Test selten ereigneten. Für die Erkennung von Hindernissen besitzt er eine weitwinklige Kamera, ähnlich wie der Dyson 360 Eye (Testbericht). Ein rotierendes Lasermessgerät auf der Oberseite hat der iRobot nicht. Die Kamera ermöglicht dem Roboter zwar viele intelligente Funktionen, wie etwa eine präzise Kartendarstellung, eine genaue Positionsbestimmung oder ein Fortsetzungsmodus, falls der Akku leer geht, allerdings gibt es auch Bedenken, was den Datenschutz betrifft. In der Vergangenheit musste der Hersteller viel Kritik einstecken, weil er die digital abgebildeten Wohnflächen an Werbetreibende vermarkten wollte. Dazu ist es nicht gekommen, doch nach wie vor behält man sich die Rechte an die Daten vor.

Zurück zum Produkt: Der Roomba i7+ arbeitet wegen seiner genaueren Umgebungsabbildung nach System und nutzt seine Ressourcen effizient. Dadurch deckt er die Fläche besser ab, als Roboter die nach dem Chaosprinzip saugen und irgendwann aufhören. In der Automatik fährt der iRobot seine Bahnen ab, bis die gesamte Wohnfläche mindestens einmal befahren wurde. Zonen und Räume, die er nicht reinigen soll, lassen sich mittels der mitgelieferten Lichtschranke markieren oder in der App als solche definieren.

Bei der Bedienung setzt iRobot hauptsächlich auf die App, die es kostenlos für iPhone und Android-Smartphones gibt. Eine Fernbedienung fehlt leider. In manchen Situationen geht das einfach schneller und intuitiver, als erst das Smartphone herausholen zu müssen. Etwas Abhilfe gibt die Smart-Home-Integration mit Google Home oder Amazon Alexa. So lässt sich die Reinigung mit einem einfachen Sprachbefehl initiieren. Weil der Roboter jeden einzelnen Raum namentlich kennt, lässt sich auch eine gezielte Zonen-Reinigung starten. Zum Beispiel: „Hey Google, reinige die Küche!“ Für die Abbildung eines Wohnraums benötigt der iRobot Roomba i7+ zwei bis drei Reinigungsvorgänge. Erst danach lässt sich die sogenannte Smart Map mit Räumen definieren.

Die App ist übersichtlich und selbsterklärend gestaltet. Mit ihr lassen sich bis zu 10 iRobot-Geräte verwalten und steuern. Auf der Startseite stehen unterschiedliche Reinigungs-Modi zur Verfügung. In der Applikation lassen sich auch Tage und Uhrzeiten für eine Routinen-Reinigung (für einzelne Räume) einplanen. Nach einer abgeschlossenen Reinigung der gesamten Wohnfläche gibt die App eine Übersicht, wo der Roboter alles gesaugt hat. Die Kartendarstellung ist ziemlich präzise, außerdem zeigt sie die gereinigte Fläche sowie die dafür benötigte Zeit an.

Einige Staubsauger-Roboter, wie der Roborock S5, saugen und wischen, das ist ihre Besonderheit. Beim iRobot Roomba i7+ ist es die Lade- und Absaugstation, die das Gerät von der Konkurrenz abhebt. iRobot ist gewiss nicht der einzige Hersteller und den Roomba i7+ gibt es auch mit einer normalen Ladestation. Dem ungeachtet ist die Umsetzung der Funktion am besten und saubersten gelöst.

In der Praxis erweist sich das automatische Entleeren des 0,45 ml großen Staubbehälters als komfortabel. Bis zu 30 Reinigungsvorgänge nimmt die Absaugstation auf. Einen kostspieligen Nachteil hat die Sache allerdings schon: Der Schmutz kommt in ein nicht wiederverwertbaren und exklusiv von iRobot hergestellten Staubsaugerbeutel. Eine 3er-Packung dieser speziellen Beutel kostet ungefähr 20 Euro. Pro Reinigungsvorgang sind das in etwa 0,22 Euro. Doch wer sich einen Staubsauger-Roboter für 1199 Euro leisten kann, der wird sicherlich ein Sechzigstel für die regelmäßige Anschaffung neuer Staubsaugerbeutel übrighaben. Insgesamt ein ziemlich nachhaltiges Geschäftsmodell von iRobot.

An der knapp 50 cm hohen Lade- und Absaugstation fällt das laute Geräusch beim Absaugen auf, vergleichbar mit einem Föhn. Glücklicherweise dauert der Vorgang nur wenige Sekunden.

Was die Wartung betrifft, so ist der Roomba i7+ gut aufgestellt. Nahezu alle Teile lassen sich ohne handwerkliches Geschick ausbauen und reinigen. Laut der Bedienungsanleitung soll der Anwender nach zwölf Monaten die Walzbürsten gegen neue austauschen. Gleiches gilt für den Filter und die Seitenbürste. Anders als die Staubsaugerbeutel gibt es diese Ersatzteile auch von unterschiedlichen Drittherstellern und kosten keine 15 bis 20 Euro. Im Lieferumfang sind ein Ersatzfilter sowie ein Staubsaugerbeutel inklusive.

Übrigens, das händische Leeren des Staubbehälters ist selbstverständlich möglich. Der Mechanismus zum Öffnen des Auffangbehälters ist funktioniert einfach und ohne viel Kraft. Das manuelle Leeren ist zwar nicht so sauber, wie das automatische über die Absaugstation, eine Schmutzwolke entsteht aber dennoch nicht.

(Kein Produktbild vorhanden)

iRobot Roomba i7+

iRobot 15016 Roomba Dual Mode Virtual Wall (4473043)

Roomba Virtual Wall

Der Roomba i7+ ist das aktuelle Flaggschiff-Modell von iRobot. Das macht sich auch beim Preis deutlich bemerkbar: Mit 1199 Euro ist der Roomba-Roboter der teuerste in der Testreihe. Wer das Geld hat und den Komfort möchte, ist mit dem Rooma i7+ bestens bedient. Wer darauf aber verzichten kann und auch mal bereit ist, seine eigenen Hände schmutzig zu machen, der spart viel Geld mit Alternativen von Roborock und Co.

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Zum Datenschutz-Bedenken äußert sich iRobot Deutschland wie folgt:

„iRobot gibt keine Kundendaten weiter. iRobot verpflichtet sich dem absoluten Schutz seiner kundenbezogenen Daten, einschließlich derer, die von WLAN-fähigen Produkten ausgehen. Es werden keine Daten an Dritte verkauft. Es werden keine Daten ohne Wissen oder Kontrolle der Kunden an Dritte weitergegeben. Die Datenschutzerklärung von iRobot ermöglicht es Kunden, Daten zum Nutzen des Kunden an Dritte weiterzugeben, wenn sie dies wünschen. Beispielsweise können Kunden derzeit eingeschränkte Daten gemeinsam nutzen, um die Sprachsteuerung des Roboters mit Amazon Alexa oder dem Google Assistant zu ermöglichen. Wir möchten betonen, dass Google keine räumlichen Informationen von iRobot sammelt. Ähnlich wie die Zuordnung von intelligenten Lichtern oder anderen intelligenten Geräten zu Räumen im Haus, lernt der Assistent nur, welche Namen die Menschen den Bereichen ihres Hauses gegeben haben, so dass er dann den iRobot i7+ zur Reinigung dieses Bereichs einsetzen kann. Google erhält keine Informationen über die Aufteilung des Hauses bzw. die Lage der Räume."

Aus diesem Grund fällt die Abwertung von „Datenschutz-Bedenken“ weg und die Benotung steigt von „gut“ auf „sehr gut“.

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