Huawei Watch GT 3 im Test: Leichte, günstige OLED-Smartwatch

Huawei Watch GT3
Pro und Contra
  • sehr gute Verarbeitung, ansprechendes Display
  • ordentliche Akkulaufzeit
  • einfache Bedienung
  • geringe App-Auswahl
  • Smartwatch hängt sich regelmäßig auf
  • Verlust von Fitnesswerten und Uhrzeit
  • 4.0

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Auch Anhänger smarter Uhren trinken nicht immer Champagner! Für die preisbewusste und sportlich ambitionierte Sekt-Fraktion stillt möglicherweise die recht preiswerte Huawei Watch GT 3 den Smartwatch-Durst. Bei wem der Chronograph des Herstellers ein freudiges Prickeln verursachen könnte, das klärt unser Test.

Nicht jeder will für eine Smartwatch so viel investieren wie für Apple Watch 7 (Testbericht) oder Galaxy Watch 4 von Samsung (Testbericht). Für rund 200 Euro verkauft Huawei die Watch GT 3. Die bietet etwa eine längere Akku-Laufzeit als die beiden teureren Mitbewerber und misst den Blutsauerstoffgehalt.

Allerdings muss man auch mit Schwächen leben. Welche das sind und wo die Stärken der Huawei-Uhr liegen, das klärt dieser Test im Rahmen unserer Themenwelt Smartwatches. Dort haben wir auch besagte Apple Watch 7 (Testbericht), die Samsung Galaxy Watch 4 (Testbericht) oder den Akku-Langläufer Withings Scanwatch (Testbericht) ausprobiert.

Huawei bietet seine Watch GT 3 in einer 42- und in einer 46-mm-Variante an. Wir hatten das kleinere Modell im Test. Käufer können sich beim farbigen OLED-Display folglich zwischen den Größen 1,32 und 1,43 Zoll entscheiden. Die Höhe der beiden Uhr-Modelle variiert zwischen 10,1 und 11 Millimeter. Die Oberseite des Gehäuses besteht jeweils aus Edelstahl, bei der Rückseite kommt Kunststoff zum Einsatz.

Die kleinere Watch GT 3 ist in Schwarz und Gold, die 46-mm-Uhr in den Farben Schwarz und Edelstahl-Silber zu haben. Hierbei haben Käufer beim Armband die Wahl zwischen einem schwarzen Fluoroelastomer-Armband, einem braunen Lederarmband sowie einem aus Edelstahl. Bei der 42-mm-Smartwatch stehen die Optionen schwarzes Fluoroelastomer-Armband, weißes Leder- sowie goldfarbenes Milanaise-Armband zur Auswahl. Die Möglichkeit, eine eSIM zu benutzen, gibt es bei der Watch GT 3 im Gegensatz zur Huawei Watch 3 nicht.

Ohne Armband bringt die 42-mm-Version der Watch GT 3 gerade mal 35 Gramm auf die Waage, mit dem von uns getesteten Kunststoff-Armband sind es nur wenige Gramm mehr. Das Leichtgewicht ist am Handgelenk kaum zu spüren, das weiche Armband schmiegt sich angenehm an die Haut, drückt und reibt nicht. Einen sehr robusten und kratzfesten Eindruck hinterlässt das Display, der Tragekomfort ist überzeugend.

Auch die Optik gefällt. Das schwarze Gehäuse ist zeitlos und lässt sich zu jedem Anlass tragen, an der Verarbeitung gibt es nichts zu kritisieren. Huawei attestiert der Smartwatch eine „Wasserbeständigkeit“ von 5 ATM. Allerdings schränkt der Hersteller selbst das Einsatzgebiet seiner Uhren für Wassersportler massiv ein: „Das bedeutet, dass sie in seichtem Gewässer zum Schwimmen u. a. in einem Pool oder im Meer getragen werden können. Sie können jedoch nicht beim Tauchen, Wasserskifahren oder anderen Aktivitäten mit hoch beschleunigtem Wasser oder beim Eintauchen in tieferes Wasser verwendet werden.“

Wie die meisten Smartwatches verfügt auch die Watch GT 3 über ein OLED-Display. Vorteile: Schwarz ist superdunkel und satt, Farben sind kräftig, und die Blickwinkelstabilität ist hervorragend. Auch bei seitlicher Betrachtung kann man Uhrzeit, Apps und Co. problemlos erkennen. Der Mini-Bildschirm löst mit 466 x 466 Pixeln auf. Die Helligkeit passt sich entweder automatisch an die Umgebungshelligkeit an oder lässt sich individuell festlegen.

Im Freien bei direkter Sonneneinstrahlung reicht die Leuchtkraft des Displays aus. Dieses kann bis zu 20 Minuten dauerhaft aktiviert werden, eine Anpassung ist in 5-Minuten-Schritten möglich (5, 10, 15, 20 Minuten). Der Look der Uhr kann durch Watchfaces angepasst werden – ein Dutzend ist auf der Uhr vorinstalliert, eine dreistellige Zahl lässt sich nachträglich herunterladen, viele davon jedoch nur gegen Gebühr.

Die Huawei Watch GT 3 arbeitet mit dem hauseigenen Betriebssystem Harmony OS. An der Ausstattung gibt es für eine Smartwatch in dieser Preisklasse wenig zu bemängeln. So befinden sich Beschleunigungssensor, Gyroskopsensor, geomagnetischer Sensor, optischer Herzfrequenzsensor, Luftdrucksensor und Temperatursensor an Bord.

Die Huawei-Uhr erfasst zudem die Hauttemperatur und die Sauerstoffsättigung, sie misst die Herzfrequenz, zeichnet Aktivitäten auf, überprüft den Schlaf und kontrolliert den Stress ihres Trägers. Das App-Angebot umfasst außerdem Atemübungen, Barometer, Kompass, Stoppuhr, Taschenlampe, Wettervorhersage, Timer und Wecker. Darüber hinaus informiert die Smartwatch über die täglichen Sonnenauf- und -untergangszeiten sowie die Mondphasen. Das Höhenbarometer ist dazu in der Lage, den Luftdruck zu checken und vor extremen Wetterbedingungen zu warnen.

Die Applikationen lassen sich wahlweise als Raster oder als Linie anordnen. Eingehende Nachrichten stellt die Watch GT 3 auf ihrem Display dar, eine Option zum Antworten sucht man jedoch vergeblich. Die Sprachqualität beim Telefonieren ist gut. Hierzu muss ein Smartphone per Bluetooth gekoppelt sein.

Die positive Nachricht: Wer ein Android-Smartphone besitzt, kann über die Huawei App Gallery zusätzliche Apps nachträglich installieren. Die schlechte Nachricht: Das Angebot ist sehr dünn, die Auswahl ist dürftig. Zum Fundus zählen unter anderem einige Fitness-Anwendungen, Spiele und Navigations-Programme, Klassiker wie beispielsweise Spotify oder Google Maps sucht man allerdings vergeblich.

Über die drehbare Krone der Huawei Watch GT 3 navigiert man durch die Menüs der Uhr und springt zum Startbildschirm zurück. Die untere Taste befördert den Besitzer der Smartwatch ins Trainingsmenü. Ansonsten gelingt die Bedienung durch Wisch- und Touchgesten weitgehend flüssig und intuitiv, Apps starten mit ordentlichem Tempo und auch Menüwechsel gelingen ohne Wartezeit.

Trotzdem waren wir mit der Performance unserer Huawei-Uhr nicht ganz zufrieden: Mindestens einmal am Tag gönnte sich die GT 3 einen regelrechten Blackout, wenn sie per Bluetooth nicht mit einem Smartphone verbunden war – das Display fror für rund 15 Sekunden ein, anschließend waren Uhrzeit, Datum, Fitnesswerte und zurückgelegte Schritte verstellt bzw. auf Null zurückgesetzt.

Durch das erneute Koppeln mit einem Mobiltelefon ließen sich lediglich das Datum und die Uhrzeit wieder herstellen, die anderen Werte waren zumindest für den jeweiligen Tag verloren.

Zweites Kuriosum: Das Update von Harmony OS auf die neueste Version dauerte nicht wie normalerweise üblich nur einige Minuten, sondern trotz schneller Internetverbindung knapp 8 Stunden. Irgendetwas lief hier gewaltig schief!

Für Sportler ist die Huawei Watch GT 3 eine gute Uhr. Sie unterstützt neben GPS auch die Satellitensysteme Beidou, GLONASS, Galileo und QZSS, um Jogging- und Radstrecken aufzuzeichnen. Im Test gelang dies zuverlässig. Mehr als 100 Sportmodi sind hinterlegt, zu den Sportarten zählen unter anderem Laufen, Radfahren, Wandern, Schwimmen, Seilspringen und Skifahren. Pfiffig ist das Feature, sich einen individuellen Laufplan erstellen zu lassen. Dies geschieht auf Basis einer kontinuierlichen Erfassung der Sauerstoffsättigung im Blut und früherer Laufdaten.

Mit der Präzision der ermittelten Gesundheitsdaten waren wir im Test zufrieden. Die Herzfrequenz wird rund um die Uhr überwacht und optisch ansprechend aufbereitet. Neu ist die Funktion „Healthy Living“, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Träger der Huawei-Watch zu einem gesünderen Leben zu motivieren und permanent daran erinnert, sich mehr zu bewegen, mehr zu trinken, den eigenen Atem zu trainieren und rechtzeitig ins Bett zu gehen. Das kann motivieren - oder nerven.

Bei der 42-mm-Variante gibt Huawei eine maximale Laufzeit von 7 Tagen an. Dabei sollen unter anderem wöchentlich 30 Minuten Bluetooth-Anrufe, 30 Minuten Musikwiedergabe, 180 Minuten Training mit aktiviertem GPS, die permanente Erfassung der Herzfrequenz und die Überwachung des Schlafs sowie des Stresslevels möglich sein. Bei uns hielt der Akku etwas länger als 4 Tage durch. Das Always-on-Display war dabei in Betrieb. Somit hat die Watch GT 3 mindestens doppelt so lange Saft wie beispielsweise die Apple Watch 7 oder die Samsung Galaxy Watch 4, wobei der Funktionsumfang allerdings auch kleiner ist.

Huawei verlangt für seine Watch GT 3 in der 42-mm-Variante 229 Euro, 249 Euro werden für die Uhr mit 46 mm großem Display fällig. Im Internet kann man beide Modelle zum Testzeitpunkt jeweils rund 20 bis 30 Euro günstiger erwerben.

Für eine Smartwatch in der 200-Euro-Klasse bietet die Huawei Watch GT 3 ordentliche Ausstattung, hochwertige Verarbeitung, gutes Display und viele Sport-Features.

So schön es auch ist, dass sich zusätzliche Apps installieren lassen: Das Angebot ist doch sehr überschaubar. Zumindest bei unserem Testmodell störten uns die regelmäßigen Systemaufhänger mit dem Verlust von Daten. Falls dies eine Ausnahme war und die Huawei-Uhr in der Regel nicht mit diesem Defizit zu kämpfen hat, ist sie eine solide Smartwatch. Manchmal reicht eben ein guter Sekt!

Der Test erscheint in unserer Themenwelt Smartwatches. Dort haben wir neben Vorgängern wie der Huawei Watch 3 (Testbericht) auch andere Smartwatches wie die Withings Scanwatch (Testbericht), die Oneplus Watch (Testbericht), die Apple Watch 7 (Testbericht) oder die Galaxy Watch 4 (Testbericht) getestet. Dort haben wir auch die Bestenliste: Top-10 der Smartwatches veröffentlicht.

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