Huawei Matebook E im Test: Surface-Alternative mit OLED

Huawei Matebook E
Pro und Contra
  • hervorragendes OLED-Display
  • Fingerabdrucksensor
  • tolle Verarbeitung 
  • kurze Akkulaufzeit 
  • nur ein einziger Anschluss 
  • kein integrierter Standfuß
  • 4.0

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Mit dem Matebook E schickt Huawei ein Windows-Tablet mit OLED-Display ab 650 Euro gegen das Surface ins Rennen. Wie gut das Convertible als Laptop-Ersatz ist, zeigt der Test.

Beim Matebook E handelt es sich nicht um ein abgespecktes Windows-Tablet in der Art des Surface Go oder Lenovo Idea Pad Duet 3. Es bietet dank Intel Core-CPUs die vollwertigen Funktionen eines Laptops mit Windows 11. Damit ist das Gerät ein direkter Konkurrent zum Microsoft Surface Pro 8 und Surface Pro 7 (Testbericht). Durch eine in die Schutzhülle integrierte Tastatur als Zubehör wandelt sich der Tablet-PC so zu einem kompakten Windows-Notebook.

Das Angebot an reinen Windows-Tablets mit der Leistungsfähigkeit eines Laptops ist recht überschaubar und fest in der Hand von Microsofts Surface-Reihe, abgesehen von einigen Detachable-Modellen von Lenovo oder Dell. Mit dem Matebook E wagt Huawei nun den Frontalangriff gegen das Surface Pro. Die Variante mit Intel Core i3 ist deutlich günstiger als das Surface Pro 7 und Surface Pro 8, bietet dabei mehr Leistung als etwa ein Surface Go. Wie gut sich das neue Windows-Tablet schlägt, verrät unser Test.

Auf den ersten Blick wirkt das Matebook E wie ein gewöhnliches, aber großes Tablet. Beim genaueren Hinsehen offenbaren sich ein paar kleine Unterschiede. So befindet sich im Gehäuserahmen integriert eine Einkerbung mit Lüftungsschlitzen, um den Lüfter des Prozessors bei Bedarf mit Luft zu versorgen. Der Rahmen fällt insgesamt nicht ganz so kantig aus, wie man es von anderen Tablets her kennt.

Die Verarbeitung hinterlässt einen überaus hochwertigen und gelungenen Eindruck. Die Rückseite ist rau, was für eine gute Haptik und Griffigkeit sorgt. Dadurch rutscht einem das Tablet schon mal nicht so schnell durch die Finger. Die Hauptkamera auf der Rückseite schaut nur minimal hervor und stört damit so gut wie gar nicht. Der Power-Button an der kurzen Seite sowie die Lautstärkewippe an der langen Kante bieten einen sehr festen Druckpunkt. Der Displayrand von 0,5 Zentimetern fällt zudem sehr schmal aus, was für eine hohe Screen-to-Body-Ratio von 90 Prozent sorgt. Dennoch findet die vordere Kamera darin noch Platz.

Ein kleines Manko offenbart sich jedoch. Anders als beim Surface ist kein Aufsteller, etwa ein Kickstand, im Gehäuse integriert. Diesen findet man nur als Zubehör in Form einer Schutzhülle mit integrierter Tastatur. Möchte man das Matebook E auf dem Couchtisch abstellen, um ein Video zu schauen, benötigt man entweder die Tastatur oder einen separaten Aufsteller für Tablets (Ratgeber). Das finden wir schade, dass Huawei hier nicht an eine ähnliche Lösung gedacht hat wie Microsoft.

Das Seitenverhältnis beträgt 16:10. Mit einer Größe von 286,5 x 184,7 x 8 Millimetern fällt das Matebook E knapp 1,5 Zentimeter breiter und etwas dicker aus als etwa das Samsung Galaxy Tab S7+ (Testbericht). Damit ist es etwas kompakter und schmaler als das Surface Po 8 von Microsoft. Mit einem Gewicht von 700 Gramm wiegt es etwas mehr als das Apple iPad Pro 12.9 (Testbericht) und gut 125 Gramm mehr als das Galaxy Tab S7+. Das ist für ein Tablet eine Menge Holz, wer es länger auf der Couch in den Händen hält, wird das zusätzliche Gewicht schnell spüren. Allerdings ist es deutlich leichter als das Surface Pro 8 von Microsoft, das auf fast 900 Gramm kommt.

Das günstigste Modell des Matebook E nutzt einen Intel Core i3. Unser Testgerät verfügt über den Intel Core i5-1135G7 der elften Generation („Tiger Lake“). Der Arbeitsspeicher beträgt 16 GByte RAM, bei der Version mit Intel Core i3 sind es 8 GByte RAM. Das macht das Matebook E zu einem vollwertigen Laptop-Ersatz mit Windows 11.

Ähnlich wie schon beim Surface Pro 7+ (Testbericht) ruft das Matebook E nicht die gleiche Leistung ab wie etwa das Acer Swift 3 (Testbericht) oder das Honor Magicbook 14 (Testbericht). Beim Benchmark „Modern Office“ von PCmark 10 erreichen wir maximal 4200 Punkte. Das liegt knapp 300 Punkte unter dem Swift oder Magicbook – obwohl derselbe Core i5 der Tiger-Lake-Reihe zum Einsatz kommt. Dieser Wert schwankt allerdings stark, so springen nach längerer Auslastung auch nur 3600 Punkte heraus. Zur Verteidigung des Matebook E muss man sagen, dass die Auflösung höher ist. Dieses Phänomen konnten wir zudem schon beim Surface Pro 7 beobachten.

Im Alltag erweist sich das Tablet dennoch als flott und spielt seine Stärken vorwiegend bei Büroaufgaben aus. Der Lüfter macht sich allerdings bei Leistungsspitzen deutlich bemerkbar, da Huawei hier auf eine aktive Kühlung setzt – wie bei einem klassischen Notebook. Das kann sehr nervig sein, etwa während eines Teams-Calls, und passt nicht zum Erlebnis, das man von einem Tablet erwartet. Microsoft zeigt, dass es anders geht und verzichtet beim Surface Pro auf einen aktiven Lüfter.

Fürs Gaming ist das Matebook E nicht gemacht, dafür ist die integrierte GPU von Intel nicht ausgelegt, wie der Benchmark „Time Spy“ von 3Dmark zeigt. Hier erreicht das Gerät etwa 1000 Punkte. Ein auf Gaming ausgelegtes PC-System mit dedizierter Nvidia Geforce 3060 kommt hier auf mindestens 6000 Punkte. Eine Alternative könnte aber Cloud-Gaming (Ratgeber) sein, dabei rendert externe Hardware die Grafik und überträgt diese per Stream auf den Rechner.

Der Speicherplatz fällt für ein Windows-Tablet mit 512 GByte recht üppig aus. Das günstigste Matebook E muss dagegen mit 128 GByte auskommen. So viel Speicherplatz bietet das Surface Pro nur in einer kostspieligen Top-Variante mit Core i7 für fast 1800 Euro. Die NVMe-SSD ist recht flott und erreicht bei dem Benchmark von PCmark etwa 1900 Punkte bei einer Bandbreite von 230 MByte/s. Das ist ein ordentlicher Wert, kann aber nicht ganz mit dem Tempo der SSD im Huawei Matebook 14s (Testbericht) oder Acer Swift 3 (Testbericht) mithalten

Durchs heimische Netzwerk surft das Matebook E flott mit Wifi-6. Bluetooth 5.1 sowie für Windows-Geräte eher untypisches NFC unterstützt es ebenfalls. Eine Variante mit LTE- oder 5G-Modul bietet Huawei derzeit nicht an. Gut gefallen hat uns auch der Fingerabdrucksensor, der im An/Ausschalter integriert ist und verlässlich sowie schnell arbeitet. Das Matebook E verfügt über eine vordere Kamera mit 8 Megapixel und eine Hauptkamera mit 13 Megapixel. Damit gelingen für ein Tablet ganz passable Aufnahmen. Positiv aufgefallen sind uns zudem die Lautsprecher, die für einen klaren und voluminösen Sound sorgen.

Etwas mager sieht es mit Anschlussmöglichkeiten aus: Es gibt nur einen einzigen USB-C-Stecklatz. Dieser unterstützt zwar Thunderbolt 4 und erlaubt die Verbindung mit einem Monitor, was aber wenig nützt, wenn man das Netzteil eingesteckt hat. Hier wäre ein zweiter USB-C-Anschluss mit Thunderbolt schön gewesen, wenn man das Tablet in Verbindung mit einem Monitor und einer Tastatur nutzen möchte. Das Surface Pro 7 und Pro 8 bieten zwei Anschlüsse. Immerhin gibt es aber einen Klinkenanschluss mit 3,5 Millimeter. Wer das Matebook E auch stationär an einem Arbeitsplatz nutzen möchte, sollte sich einen USB-C-Dock zulegen. Mehr dazu zeigen wir im Ratgeber Universelle USB-C Docking Stationen ab 30 Euro: Bequem Monitore & Co anschließen.

Als Zubehör bietet Huawei das Smart Magnetic Keyboard an, das bei der Variante mit Core i5 zum Lieferumfang dazugehört. Dieses dient als Schutzhülle mit integriertem Ständer und Tastatur mit Touchpad in einem. Der Schreibkomfort ist gut und präzise– auch wenn es nicht ganz an eine Tastatur eines Laptops heranreicht. Leider biet das Smart Magnetic Keyboard keine Beleuchtung.

Das Display misst 12,6 Zoll in der Diagonale und löst mit 2560 x 1600 Pixel (WQXGA) bei einem Seitenverhältnis von 16:10 auf. Als Panel kommt OLED zum Einsatz – das ist sowohl bei Tablets als auch Laptops noch selten. Der Bildschirm bietet eine hervorragende Bildqualität. Die Kontraste sind satt und bieten tiefe Schwarzwerte, Farben wirken kräftig und lebendig. Die Blickwinkelstabilität ist aus allen Lagen gegeben. Auf Toucheingaben reagiert das Panel zudem sehr präzise. Weniger herausragend ist Bildwiederholfrequenz, diese liegt bei gewöhnlichen 60 Hertz.

Die maximale Helligkeit liegt im manuellen Modus bei 400 cd/m². Eine automatische Helligkeitsregulierung gibt es auch. Dann schnellt der Bildschirm in heller Umgebung auf bis zu 600 cd/m² hoch. Damit bleiben Inhalte gut im Freien ablesbar – solange nicht die Sonne direkt auf das Gerät scheint. Denn das sorgt für massives Spiegeln, was die Lesbarkeit deutlich einschränkt. Dieses Problem besteht allerdings bei nahezu allen uns bekannten mobilen Endgeräten.

Der Lithium-Polymer-Akku bietet eine Kapazität von 42 Wh. Das ist deutlich weniger als bei einem Laptop, so bietet das Lenovo Yoga Slim 7 (Testbericht) etwa 60 Wh, beim Surface Pro 8 sind es über 51 Wh. Das Netzteil mit USB-C-Kabel leistet 65 Watt. Vollständig aufgeladen ist das Matebook E damit in knapp 2,5 Stunden.

Huawei verspricht eine Akkulaufzeit von 10 Stunden – das können wir leider nicht bestätigen. Beim Battery Test von PCmark 10 war das Matebook E in der Regel nach 6 Stunden komplett leer. Das ist für ein auf mobiles Arbeiten ausgelegtes Gerät einfach zu wenig und schwächer als bei einem iPad Pro 12.9 (Testbericht) mit etwa 9 Stunden. Das Honor Magicbook 14 (Testbericht) sowie das Lenovo Yoga Slim 7 (Testbericht) kommen bei diesem Test auf gut 11,5 Stunden. Besser sieht es unter hoher Auslastung aus, da hält der Akku etwa 2 Stunden, was einem gleichwertigen Laptop entspricht.

Die günstigste Variante des Huawei Matebook E kostet mit Core i3, 8 GByte RAM und 128 GByte SSD etwa 649 Euro. Das Smart Magnetic Keyboard für 149 Euro gehört bei dieser Ausführung eigentlich nicht zum Lieferumfang. Derzeit legt Huawei bei einem Kauf über seinen eigenen Shop die Tastatur sowie den Stift M-Pencil mit einem Wert von 99 Euro kostenlos dazu.

Unser Testgerät mit Core i5 und 16 GByte RAM sowie 512 GByte SSD kommt bereits auf einen Preis von 1200 Euro. Das Smart Magnetic Keyboard ist hier standardmäßig inbegriffen. Aktuell bekommt man direkt bei Huawei den M-Pencil kostenlos dazu.

Das Huawei Matebook E gehört zu den wenigen echten Surface-Konkurrenten. Das Windows-Tablet kann es mit den Modellen von Microsoft bei der Performance, Ausstattung und guten Verarbeitung aufnehmen. Wirklich toll ist das helle OLED-Display. Es fällt zudem etwas günstiger aus als das Surface Pro 8 von Microsoft.

Wo Licht ist, findet sich auch Schatten. Die Achillesferse des Matebook E ist die nur mittelmäßige Akkulaufzeit von etwa 6 Stunden. Ein Surface Pro von Microsoft oder iPad Pro von Apple schaffen hier gut 9 Stunden, leichte und kompakte Windows-Laptops kommen sogar auf fast 12 Stunden. Verglichen mit einem Notebook kann die Performance nicht ganz mithalten. Zudem nervt der aktive Lüfter, Anschlussmöglichkeiten gibt es faktisch keine.

Eine Alternative zum Matebook E ist das Microsoft Surface Pro 7+ (Testbericht), das günstiger ist als der Nachfolger Surface Pro 8. Wer auf einen Touchscreen nicht verzichten will, findet im Acer Swift 5 (Testbericht) ein leichtes und starkes Laptop. Wenn es kein Windows sein muss, ist das Apple iPad 12.9 (Testbericht) mit 120-Hertz-Display eines der besten Tablets überhaupt. Weitere kompakte PCs zeigen wir in den Ratgebern Ultrabook vs. Convertible: Das darf ein Touch-Laptop kosten, Leicht und trotzdem stark: Kompakte Laptops unter 1000 Euro sowie Chromebooks ab 230 Euro: Ideale Notebooks für Homeschooling, Surfen und Cloud-Gaming.

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