Huawei MateBook D16
Pro und Contra
  • Tolles 16-Zoll-Display
  • Edle und hochwertige Optik
  • Starke CPU-Leistung 
  • Schwache Webcam in ungünstiger Position
  • Tastatur: mäßige Beleuchtung und kein Ziffernblock
  • 4.5

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Mit dem Matebook D16 setzt Huawei auf ein großes 16-Zoll-Display in einem kompakten, schicken und leichten Gehäuse. Ob die inneren Werte mit der guten Optik mithalten können, offenbart unser Test.

Das Huawei Matebook D16 ist der Nachfolger des Matebook D15 (Testbericht). Damit möchten die Chinesen die Eigenschaften eines großen Arbeits-Laptops mit den Qualitäten eins Ultrabooks verbinden. Huawei verwendet dabei ein ungewohntes Display-Format. Dank der schmalen Ränder bietet die Anzeige eine Diagonale von 16,1 Zoll statt der in dieser Größenordnung sonst üblichen 15,6 Zoll. Vermutlich nicht ganz ohne Absicht erinnert das Ganze an das Macbook Pro von Apple. Schon der Name kann als Anspielung auf den Konkurrenten aus Kalifornien verstanden werden.

Um ein Ultrabook im engeren Sinne handelt es sich beim Huawei D16 nicht, dazu müsste es beispielsweise einen Intel-Prozessor verwenden und kompakter ausfallen. Dennoch orientiert sich Huawei beim Design des Geräts am filigranen Formfaktor eines Ultrabooks. Der Laptop ist schmal, verhältnismäßig leicht und soll mit seinem AMD Ryzen-5-Prozessor trotzdem leistungsstark und ausdauernd sein. Ob das zutrifft, klären wir in diesem Test.

Bereits auf den ersten Blick weiß das Huawei D16 mit edlem Design und hochwertiger Verbreitung zu gefallen. Schon bei seinen Vorgängermodellen konnte Huawei zeigen, dass das Unternehmen nicht nur schicke Smartphones, sondern darüber hinaus elegante Laptops bauen kann.

Beim Huawei Matebook D16 kommt ein elegantes Laptop-Gehäuse aus Aluminium zum Einsatz. Die dunkelgraue Metalliclackierung hebt es dabei deutlich ab von der sonst silbernen Optik der Konkurrenz. In verchromten Buchstaben steht der Schriftzug des Herstellers auf dem Gehäuse, was den edlen Eindruck nochmals untermauert. Nichts wackelt, alle Komponenten sitzen solide.

Das auffälligste Merkmal des Huawei Matebook D16 ist das Display. Es kommt mit einem sehr dünnen Rand aus und fasst dadurch in der Diagonale ganze 16,1 Zoll. Erneut orientiert sich hier Huawei am MacBook Pro 16, das einen gleichgroßen Bildschirm einsetzet. Der Rand um das Display beträgt nur 5 Millimeter. Die Webcam befindet sich mangels Platzes im Displayrand in einer ausklappbaren Taste in der Tastatur zwischen F6 und F7. Huawei handhabt das schon seit den Vorgängermodellen so.

Das Matebook D16 ist bei einer Größe von 37 x 23,4 Zentimetern nicht übermäßig handlich, entspricht aber der Größe eines handelsüblichen 15,6-Zoll-Notebooks. In eine Handtasche passt es damit vermutlich nicht mehr, aber bei einer Arbeitstasche oder einem Rucksack sollte es keine Probleme geben. Mit 1,8 Zentimetern ist es angenehm schmal. Ein Leichtgewicht ist der Laptop mit 1,7 Kilogramm nicht – in Bezug auf die Größe geht das aber in Ordnung. Das Macbook Pro 16 oder das Dell XPS 15 wiegen beispielsweise über 2 Kilogramm.

Die Tastatur sorgt bei den Ausmaßen des Geräts für große Tasten. Rechts und links umfassen zwei Lautsprecher das Keyboard. Der An/Aus-Schalter ist deutlich von der Tastatur getrennt und auf der rechten Seite im Lautsprecher integriert. Das halten wir für eine feine Lösung. Denn so besteht keine Gefahr, versehentlich den Schalter beim Tippen zu betätigen.

Der im Huawei Notebook D16 eingesetzte AMD Ryzen 5 der 4600-H-Serie muss sich nicht hinter einem Intel Core i5 der elften Generation verstecken. Dessen sechs Kerne laufen bei Bedarf mit bis zu 4 Gigahertz. Die Leistung des AMD-Prozessors zeigt sich im Benchmark-Test von PCmark 10: Satte 5100 Punkte erreicht das Huawei Matebook D16. Damit liegt es beispielsweise vor dem Ultrabook Acer Swift 5 (Testbericht). Das ist ein ausgezeichneter Wert für ein Gerät dieser Preisklasse.

Für Produktivitätsanwendungen bietet der Huawei Matebook D16 genug Luft. Der Laptop arbeitet sehr flott, der Wechsel zwischen mehreren Programmen läuft ebenfalls reibungslos. Mit den 16 GByte DDR4-3200-RAM verfügt das Gerät zudem über eine mehr als angemessene Ausstattung für die tägliche Arbeit. Während des Betriebs ist vom Lüfter nicht viel zu hören. Lediglich bei hoher Auslastung wie beim Benchmark-Test von 3Dmark macht sich das Gebläse des Rechners deutlich bemerkbar.

Wie sieht das aber bei Spielen aus? Eine dedizierte Grafikkarte ist nicht mit an Bord, dafür eine integrierte Radeon-RX-Vega-6 von AMD. Beim „Time Spy“-Test von 3Dmark erreicht das Huawei D16 knapp 1000 Punkte. Für grafisch anspruchsvolle Titel und neuere Spiele reicht diese Leistungsfähigkeit nicht aus. Aber an etwas ältere Titel kann man sich bei niedriger Auflösung und weniger Details heranwagen. Zum Spielen ist das Matebook D16 ohnehin nicht gedacht, eine mögliche Lösung für Gamer ist Cloud-Gaming (Ratgeber).

Die Ausstattung des Huawei Matebook D16 kann sich weitgehend sehen lassen. Für genügend Speicherplatz sorgt eine SSD mit 512 GByte Festplatte. Diese setzt bereits auf das NVMe-Protokoll, was sie besonders schnell macht. Mehr über die Vorteile von NVMe bei Festplatten erklären wir im Ratgeber HDD, SSD, NVMe – wer braucht welchen Speicher?

Wie schon bei den Vorgängern, befindet sich die Webcam nicht oberhalb des Bildschirms, sondern verbogen in einer ausklappbaren Taste im Keyboard. Das hat den Vorteil, dass die Kamera eingeklappt bleibt, wenn man sie nicht benötigt. Die Nachteile überwiegen allerdings: So ist der Kamerawinkel sehr ungünstig und filmt den Anwender von unten aus der Froschperspektive – praktisch direkt in die Nasenlöcher. Hier sollte Huawei in Zukunft eine andere Lösung wählen. Aus technischer Sicht bietet die Kamera ebenfalls nicht viel mit knapp unter 1 Megapixel und einer mäßigen HD-Auflösung von 720p. Hier sollte bei Webcams mittlerweile Full-HD Standard sein.

Bei den Anschlüssen sieht das wieder besser aus: Hier kommen jeweils zwei Type-A- und Type-C-Anschlüsse für USB 3.0 sowie eine Klinke für Kopfhörer und ein HDMI-Steckplatz zum Einsatz. Damit kann man sich in den meisten Fällen einen Adapter sparen. Gerade der USB-A-Stecker findet sich immer seltener bei neuen Rechnern. Was wir jedoch vermissen, ist ein Kartenleser sowie eine separate Ethernet-Buchse für Netzwerkkabel. Was die kabellose Konnektivität angeht, ist beim Huawei Matebook 16 alles auf einem modernen Stand: Das Gerät unterstützt Wifi 6 sowie Bluetooth 5.1.

Bei der Tastatur haben wir gemischte Gefühle. Prinzipiell fühlt sich diese gut an und bietet einen knackigen Hub. Aufgrund der recht großen Tasten und des Layouts sorgt das aber anfangs für häufigere Vertipper. Die Beleuchtung der Tasten ist zurückhaltend und bei Dunkelheit unserer Meinung nach nicht ausreichend. Die Lösung mit dem Stereolautsprechern neben der Tastatur sieht sehr schick aus – vergeudet aber Platz. Dadurch fehlt etwa ein Ziffernblock. Das dürfte gerade Personen stören, die viel mit Excel arbeiten. Das Touchpad ist ebenfalls groß und macht einen ordentlichen Job.

Der im An/Ausschalter integrierter Fingerabdrucksensor erledigt seinen Job schnell, exakt und ist durchdacht platziert. Die Lautsprecher liefern zudem einen klaren und ordentlichen Sound. Für die Musikwiedergabe fehlt es zwar an nötigen Tiefen, aber zum Schauen eines Filmes oder einer Serie ist das mehr als ausreichend.

Das IPS-Display im 16:9-Format gehört beim Huawei Matebook D16 zu den größten Highlights. Das Bild ist scharf, kontraststark und liefert brillante und naturgetreue Farben. Die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls gelungen. Klar, die Full-HD-Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln könnte höher ausfallen. Das würde den Preis aber vermutlich über die 1000er-Marke katapultieren. Im Alltag sowie beim Filmschauen ist an der Auflösung nichts zu beanstanden. Inhalte aus Netflix gibt das Display tadellos in HD wieder. Das macht das Laptop dank des großartigen Displays zu einer guten Alternative, um den Serienmarathon auf der Couch zu starten.

Der sehr schmale Rand des Bildschirms macht sich bezahlt und sorgt dafür, dass der Bildschirm über 90 Prozent der Fläche ausfüllt. Der Größenunterschied des 16-Zoll-Displays zu herkömmlichen Laptop-Bildschirmen mag zunächst klein wirken, fühlt sich in der Praxis aber deutlich größer an als gedacht. Immerhin steht so eine Diagonale von über 40 Zentimetern zur Verfügung. Wer dauerhaft viel mit Excel-Tabellen oder Word-Dokumenten arbeitet, kann über einen zusätzlichen mobilen Monitor (Ratgeber) nachdenken. Was sonst zu einer guten Homeoffice-Ausstattung gehört, zeigen wir in diesem Ratgeber. Eine mögliche Alternative stellen auch mobile Monitore dar

Das Wenige, das man am Bildschirm aussetzen könnte, ist das Fehlen einer Touch-Eingabe – was wir aber von einem Laptop in dieser Preisklasse ohnehin nicht erwarten würden. Der schmale Rand um das Display ist zudem aus Kunststoff – was nicht ganz zur sonstigen Optik aus Metall passt. Die Helligkeit geht für einen Laptop-Bildschirm in Ordnung mit maximal gemessenen 320 Nits. Damit ist das Display hell genug, damit man es im Freien nutzen kann, sofern nicht die Sonne direkt draufknallt. An die Rekordverdächtigen 500 Nits eines MacBook Pro reicht das allerdings nicht heran.

Im Batterietest von PCmark 10 hält der Laptop bei einer simulierten, gemischten Arbeitslast gut 7,5 Stunden durch. Das ist ein wenig kürzer als beim Acer Swift 5 (Testbericht). Im simulierten Gaming-Modus hält der Akku etwa 90 Minuten durch. Das sind jetzt keine Rekordwerte, einen ganzen Arbeitstag ohne Netzteil schafft man damit nicht.

Sehr erfreulich ist die Ladezeit. Das mitgelieferte 65-Watt-Nezteil lädt den Laptop über den USB-C-Anschluss von 20 auf 100 Prozent in knapp einer Stunde. Das ist doppelt so schnell, wie wir es von anderen Laptops dieser Preisklasse kennen.

Huawei verlangt für das Matebook D16 knapp 900 Euro. In anderen Ausführungen, als der hier im Test beschrieben Variante, gibt es den Laptop derzeit nicht.

Das Huawei Matebook D16 ist ein leistungsstarker Laptop zum Arbeiten und für Medienkonsum, das optisch zu überzeugen weiß. Wir würden das Matebook D16 kaufen, weil es über ein ausgezeichnetes und großes Display verfügt, sehr hochwertig verarbeitet ist und mehr als ausreichend Leistung bietet. Wir würden den Laptop eher nicht kaufen, wenn wir damit regelmäßig mobil arbeiten oder es ständig mitnehmen müssen. Dafür ist es dann doch etwas zu groß und schwer. Für ernsthafte Gamer eignet sich das Gerät nicht, lässt aber Gelegenheitsspieler nicht ganz im Regen stehen.

Eine kompakte Alternative zum Huawei Matebook D16 ist das Acer Swift 5 (Testbericht). Es bietet eine vergleichbare Leistung, ist aber deutlich kleiner und wiegt fast nur die Hälfte. Dafür kostet es gut 200 Euro mehr.

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