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Huawei Freebuds Studio im Test: Lange Laufzeit, tolles ANC
Pro und Contra
  • Exzellentes ANC
  • Sehr gute Laufzeit
  • Guter Klang
  • Kein Klinkenanschluss
  • Keine AptX-Zertifizierung
  • 5.0

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Studio-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung, Bluetooth 5.0, langer Akkulaufzeit und gutem Klang: Wir testen, wie gut sich die Huawei Freebuds Studio gegen die Konkurrenz von Sennheiser und Co schlagen.

Huawei will mit den Freebuds Studio anderen Anbietern von ANC-Kopfhörern Konkurrenz machen. Dabei geht es nicht ums niedrige Preissegment, stattdessen sollen Bose, Sennheiser und Sony vor Huaweis Studio-Kopfhörern zittern. TechStage testet die Over-Ear-Kopfhörer im Rahmen unserer Themenwelt Kabellose ANC-Kopfhörer .

Die Freebuds Studio kommen in einem kleinen Etui zum Kunden. Darin liegen neben den Over-Ears in einem kleinen Fach ein Adapter von USB-A auf USB-C. Damit lässt sich der Kopfhörer aufladen oder mit einem PC verbinden, allerdings taucht er unter Windows nicht als Audio-Gerät auf. Sprich, Sound kommt nur per Bluetooth zum Headset. Die Kopfhörer lassen sich gleichzeitig mit zwei Geräten verbinden. So kann man etwa Musik vom PC hören und parallel Anrufe am Smartphone annehmen.

Mit 260 g Gewicht sind die Over-Ear-Kopfhörer über längere Zeit angenehm zu tragen. Wir hatten auch nach mehreren Stunden kein unangenehmes Drücken oder zu schwitzige Ohren. Die Kopfhörer lassen sich seitlich umlegen, so kann man etwa ein Ohr freihalten oder die Freebuds Studio platzsparend verstauen.

Gut gefallen hat uns das automatische Pausieren, wenn die Kopfhörer abgenommen werden. Das funktioniert am Smartphone mit den meisten Anwendungen, darunter Netflix oder Spotify. Setzt man die Kopfhörer wieder auf, geht die Wiedergabe automatisch weiter. Das funktioniert zwar laut Huawei nur mit Android-Geräten mit EMUI-Oberfläche, wir konnten dieses Feature im Test aber auch mit einem Google Pixel 3a (Ratgeber) erfolgreich nutzen.

Über drei physische Tasten lassen sich die Freebuds Studio an- oder ausschalten, in den Bluetooth-Pairing-Modus versetzen oder die drei ANC-Modi durchschalten. Die Steuerung der Wiedergabe erfolgt über einen Touch-Bereich seitlich an den Kopfhörern. Ein Wisch nach oben oder unten erhöht oder senkt die Lautstärke. Zweimal tippen pausiert oder startet die Wiedergabe, alternativ nimmt man darüber einen Anruf an. Ein Druck länger als zwei Sekunden startet den Sprachassistenten auf dem Smartphone oder lehnt ein eingehendes Telefonat ab.

Etwas nervig ist allerdings der Einschalter: Um die Kopfhörer anzuschalten, muss man den Power-Knopf ein paar Sekunden drücken und dann loslassen, erst dann gehen die Kopfhörer an. Warum Huawei die Geräte nicht einschaltet, während man den Knopf drückt, ist unverständlich.

Die Freebuds Studio gefallen beim Probehören durch einen sehr guten und ausgeglichenen Klang. Die Bässe hört man gut, die Mitten sind präsent und die Höhen sind klar. Der verwendete L2HC-Codec macht einen sehr guten Job und überträgt Inhalte klar und sauber. Tequila Sunrise von Cypress Hill ist ein gutes Beispiel. Man hört zu Beginn klar die Rasseln und die Gitarre, bevor zusammen mit dem Gesang der klare, druckvolle Bass einsetzt. Dabei überlagert dieser den Rest des Liedes nicht, sondern unterstreicht den Song eher.

Noch klarer wird das im (wahrscheinlich bis zur Perfektion abgemischten) Do Si Do von Blanco Brown und Diplo. Der Gesang von Blanco Brown ist deutlich hörbar, auch wenn Diplo schnell den Bass hochdreht. Dass sich die Huawei Freebuds Studio für mehr eignen, sieht man gut an Satellite von The Night Flicht Orchestra. Die schwedischen Musiker haben es sich zum Ziel gemacht, den Classic Rock der 80er wieder aufleben zu lassen. Und das gelingt, nicht nur auf den Freebuds Studio. Hier aber klingt der Song ebenfalls ausgezeichnet, kraftvoll, ohne dass die Details untergehen.

Die gute Klangqualität setzt sich bei Telefongesprächen und Videocalls fort. Wir konnten unser Gegenüber jederzeit verstehen und wurden von diesem gut wahrgenommen.

Die Freebuds Studio besitzen keine AptX-Zertifizierung. Huawei nutzt eine eigene Technik, um Audio und Video synchron zu halten. Das funktioniert in der Praxis sehr gut, Filme waren sowohl am Smartphone wie auch am TV (über ein Nvidia Shield TV (Testbericht) ) stets synchron.

Die aktive Geräuschunterdrückung ist sehr gut. Das liegt auch daran, dass die Freebuds Studio keine festen Modi haben, sondern ständig messen und die Filterwirkung anpassen. Das funktioniert so gut, dass Kollegen den Tester mehrfach erschraken – und dass, obwohl sie sich normal genähert und den Tester sogar angesprochen haben. Zusammen mit der richtigen Musik kann man also richtig tief abtauchen und sich von der Umgebung entkoppeln. Perfekt für Pendler und Zugreisende, auf dem Rad ist das aber aus Sicherheitsgründen nicht nur verboten, sondern auch nicht zu empfehlen. Der ANC-Effekt ist sehr angenehm. Anders als bei günstigeren Geräten hat man nicht das Gefühl, in einer Taucherglocke mit leichtem Überdruck zu stecken.

Neben dem intelligenten ANC-Modus gibt es den Awareness-Modus, in dem die Außengeräusche durch die Mikrofone ins Headset geleitet werden. Ganz ehrlich, den nutzt man höchstens bei einer sehr kurzen Unterhaltung, die Geräusche hören sich einfach zu künstlich an. Und da der Kopfhörer die Wiedergabe beim Abnehmen automatisch pausiert, haben wir die Kopfhörer zum Gespräch lieber gleich abgenommen – das wirkt für andere einfach höflicher.

Huawei nennt 24 Stunden Wiedergabe bei deaktiviertem ANC, das können wir in unseren Tests bestätigen. Mit ANC kommt man immer noch auf etwa 20 Stunden, es spricht also nichts dagegen, die Funktion einfach zu aktivieren. Dank USB-C sind die Geräte schnell geladen, nach zehn Minuten an der Steckdose halten die Headsets knapp acht Stunden durch. In rund einer Stunde sind die Kopfhörer komplett geladen.

Mit 299 Euro UVP sind die Huawei Freebuds Studio kein Schnäppchen. Sie liegen in etwa auf dem Niveau von guten ANC-Kopfhörern wie dem Bose NC 700 (Testbericht) oder dem Sennheiser Momentum 3 (Testbericht) . Dabei können die Geräte sich aber durchaus mit diesen Produkten messen.

Die Freebuds Studio gefallen uns vor allem durch ihr exzellentes ANC, den ausgewogenen Klang und die lange Akkulaufzeit. Es ist selten, dass uns ANC-Kopfhörer während der normalen Nutzung so weit von der Umgebung abkoppeln, dass man im Büro von anderen Leuten erschreckt werden kann. Hier spielt außerdem der gute und bequeme Sitz der Over-Ear-Kopfhörer mit rein.

Alles in allem sind die Huawei Freebuds Studio sehr gute Over-Ear Kopfhörer mit Bluetooth und ANC. AptX wäre auf dem Papier zwar schön gewesen, allerdings ist die Latenz auch so nicht zu bemerken.

Wer Alternativen sucht, dem empfehlen wir unsere Bestenliste: Top-10 der ANC-Kopfhörer , unsere Themenwelt ANC-Kopfhörer mit zahlreichen Einzeltests oder den Ratgeber ANC-Kopfhörer unter 100 Euro: Das können die Budget-Modelle .

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