Huawei Freebuds Pro 2 im Test: Guter Sound, ANC, seltsame Steuerung

Huawei Freebuds Pro 2
Pro und Contra
  • guter Klang und gute ANC
  • Multipoint
  • IP54 zertifiziert
  • High-Res-Formate (LDAC, AAC)
  • Steuerung per Quetschen
  • Laufzeit
  • 4.5

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Huawei liefert die zweite Version seiner Freebuds Pro. Die In-Ear-Kopfhörer locken mit einem ordentlichen ANC und gutem Sound. Wir fanden im Test allerdings die Bedienung verbesserungswürdig - und hatten seltsame Sound-Probleme.

Der Markt für In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth ist nicht einfach. Nicht nur tummeln sich hier alle klassischen Kopfhörerhersteller, etwa Bose oder Sennheiser, so ziemlich jeder Handy-Hersteller muss offenbar eigene Headsets liefern. Gefühlt bekommt man die Kopfhörer schnell als Bundle zu diversen Smartphones hinzu – können sie also mehr sein als nur Werbedreingaben?

Die Huawei Freebuds Pro 2 wollen es probieren. Huawei hat bei den Smartphones Pech, der US-Bann und das damit einhergehende Verbot der Nutzung von Google Diensten setzen dem Hersteller zu. Dieses Verbot betrifft allerdings keine Peripherie, entsprechend kann man Kopfhörer und Co problemlos produzieren. Und da sie Geräte auf allgemeine Standards setzen, kann man sie ohne Weiteres mit Nicht-Huawei-Smartphones verwenden.

Wie also schlagen sich die Freebuds Pro 2? Unser Test im Rahmen unserer Themenwelt True-Wireless-Kopfhörer zeigt es.

Huawei bleibt beim Design den Freebuds Pro (Testbericht) treu. Die Kopfhörer haben einen vergleichsweise großen „Kopf“, der auf dünnen Stegen sitzt. Das sieht zunächst etwas unförmig aus, aber die Kopfhörer sitzen erfreulich stabil im Ohr. Die Ladeschale ist ebenfalls gelungen, sie erinnert an eine Pillendose aus den 50ern. Das ovale Design ist aber durchdacht, man kann sie problemlos in der Tasche tragen.

In den technischen Daten verstecken sich einige Highlights. Dazu gehört ein aktuelles Bluetooth 5.2 für den Funk, dazu kommen die Audio-Formate AAC und LDAC. Letzteres erkennen kompatible Smartphones automatisch.

Die Kopfhörer wiegen je etwas mehr als 6 Gramm, damit drücken sie nicht und halten durch die Silikonaufsätze fest im Ohr. Dazu sind sie dank IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Schade, dass Huawei keine Sportbügel beilegt.

Huawei setzt zur Bedienung der Kopfhörer auf Quetschgesten. Richtig gelesen, die Freebuds Pro 2 haben nicht einfach nur Touch, man muss die kleinen Stege zwischen den Fingern zusammendrücken. Drückt man öfter, kann man andere Befehle ausführen. In der Praxis fanden wir das nerviger als eine einfache Touch-Steuerung. Warum muss Huawei hier das Rad neu erfinden? Hier wären uns simple Touch-Gesten lieber gewesen.

Die Steuerung kann man in der App anpassen. Die setzt zwar auf eine Huawei-ID und muss nach dem Download aus dem Play Store aktualisiert werden, ist aber an sich nicht schlecht. Wer etwas Geduld hat, der kann viele Features anpassen oder den Equalizer optimieren.

Es gibt aber noch einen Grund, die App zu installieren. Denn sie liefert einen automatischen Test, der den Sitz der Ohrhörer und der Silikonaufsätze bewertet. Das funktioniert in der Praxis richtig gut und ist etwas, das wir uns bei mehr Herstellern wünschen.

Gehen wir von der Steuerung und App weg zur wichtigsten Komponente: Dem Klang. Da passt es, dass Panic! At The Disco mit Middle Of A Breakup einen neuen Song liefert. Der kommt auf den Freebuds Pro 2 auch ordentlich ins Ohr. Der Bass ist präsent, ohne dass er die restlichen Klänge erstickt. Der Gesang ist klar und verständlich. Das gute Klangbild bestätigen andere Songs, etwa Focus Coin von Gogol Bordello oder Night Stalkers von Megadeth & Ice-T. Dabei drücken die Gitarrenriffs ordentlich in den Gehörgang, die Freebuds Pro 2 können also auch rocken. Tracks, die starken Wert auf Bass legen, können diesen überraschend gut ausspielen – wir raten etwa zum Probehören mit What It Is von Joe Armon-Jones und Mala.

Wie bei den Vorgängern ist das ANC der Freebuds Pro 2 sehr gut. Wer es über die App auf „Ultra“ stellt, der hat gefühlt eine komplette Telefonzelle um sich herum. Wir haben mehrfach die Umgebung nicht mehr mitbekommen, sodass sich Kollegen und Familienmitglieder anschleichen konnten – selbst, wenn diese da gar nicht wollten. Kudos, damit sind die Freebuds Pro 2 definitiv für laute Büros geeignet.

Die HD-Audioqualität setzt sich bei Videos fort. Es macht einfach Spaß, Filme und Serien mit den Kopfhörern anzusehen. Wir haben keine Verzögerung beim Audio festgestellt.

Die Kopfhörer locken mit einer guten Klangqualität für Telefonate, die wir so auch nachvollziehen können. Anders sieht es bei Teams-Gesprächen über Windows aus, das liegt aber wahrscheinlich am furchtbaren Bluetooth-Stack von Windows 10.

Im Test hatten wir ein enorm seltsames Verhalten: Teilweise und nicht nachvollziehbar, aber regelmäßig nach der Verbindung wurde der Klang dumpf und lief mit halbierter Geschwindigkeit. Ein Reset oder Firmware-Update half nicht, aber ein Ab- und wieder Einschalten von Bluetooth behob das Problem.

Die kleinen Abmessungen kosten Akkulaufzeit. Vollgeladen halten die Freebuds Pro 2 mit Ultra-ANC und voller Lautstärke zwischen 4:30 und 5 Stunden. Das ist in Ordnung, aber kein Highlight. Das Ladecase lädt die Kopfhörer wie gewohnt dreimal, so kommt man also selbst mit den schlechtesten Einstellungen gut über den Arbeitstag.

Die Preisempfehlung liegt bei 199 Euro, der Straßenpreis pendelt um die 180 Euro.

Huawei kann es immer noch. Die Freebuds 2 Pro klingen gut und haben tolles ANC. Die App ist ebenfalls gut, hauptsächlich mit der Funktion zum Testen des Sitzes. Nervig ist allerdings, dass Updates der Software nicht einfach über den Playstore laufen. Das gilt auch für die Steuerung. Warum Huawei an der Quetschsteuerung festhält, verstehen wir nicht ganz. Dazu kommt der Preis. Mit knapp 180 Euro Straßenpreis liegen sie etwa deutlich über den Neobuds Pro (Testbericht), die ähnlich guten Sound und Funktionen bieten, aber für knapp 110 Euro zu bekommen sind.

Der Test erscheint in unserer Themenwelt True-Wireless-Kopfhörer. Dort haben wir bereits Alternativen getestet, etwa die Amazon Echo Buds (Testbericht), die Sony Linkbuds (Testbericht) oder die Sennheiser CX Plus (Testbericht). Dazu widmen wir uns günstigen Geräten, etwa im Ratgeber Fake Airpods: Das taugen günstige Apple-Klone ab 6 Euro. Die Grundlagen zeigen wir im Beitrag ANC, Codecs & Bluetooth: Das muss ein guter Kopfhörer können.

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