Huawei Band 7 im Test: Das macht der Fitness-Tracker für 45 € richtig

Huawei Band 7
Pro und Contra
  • sehr gute Akkulaufzeit
  • hervorragendes Display mit guter Helligkeit
  • solides Aktivitäts-Tracking
  • übersichtliche App
  • billig wirkendes Armband
  • ungenaue Pulsmessung bei schnellem Wechsel
  • Konservative Kalorienberechnung
  • kaum nennenswerte Neuerungen zum Vorgänger
  • 4.0

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Der große Bürostuhl-Test: Den besten Schreibtischstuhl ab 170 Euro finden

Bürostuhl-Test: Den besten Schreibtischstuhl ab 170 Euro finden

Monatlich kündbar: Die besten Handytarife von 0 bis 30 Euro

Die besten monatlich kündbaren Tarife im Februar 2023: Unlimitiertes Datenvolumen für 15 Euro

Bilder retten: Fotos, Dias & Negative scannen und sichern

Bilder retten: Fotos, Dias & Negative scannen und sichern

Playstation 5 endlich erhältlich: Preise, Händler & Deals

Playstation 5 endlich erhältlich: Preise, Händler & Deals

Das Huawei Band geht im Jahr 2022 in die siebte Generation. Wir haben uns den neuen Fitnesstracker näher angeschaut und klären, was sich im Vergleich zum Vorgängermodell verbessert hat und ob sich der Neukauf lohnt.

Ein neues Jahr bedeutet neue Fitnesstracker – auch bei Huawei. Der Hersteller bringt die siebte Auflage des hauseigenen Geräts Huawei Band auf den Markt, das mit vielen Features zum günstigen Preis punkten will. Wir klären im Test, inwiefern das Huawei Band 7 den Vorgänger übertrumpfen kann und für wen sich ein Kauf lohnt.

Der Test des Huawei Band 7 erscheint in unserer Themenwelt Fitness-Tracker. Dort haben wir bereits Alternativen getestet, unsere Bestenliste: Die Top 10 der Fitness-Tracker 2022 liefert eine gute Übersicht.

Wer die Verpackung des Huawei Band 7 in die Hand nimmt, merkt schnell: Hier hat sich im Vergleich zum Vorgänger nichts getan. Huawei liefert den Fitnesstracker in der gewohnten, schlicht weißen Pappschachtel aus. Neben dem Tracker inklusive Armband liegen die Bedienungsanleitung und ein Ladekabel bei.

Das Design des Bands hat sich in der siebten Generation ebenfalls nur geringfügig verändert. Wie beim Vorgänger setzt der Hersteller auf ein 1,47 Zoll (ca. 37 mm) großes AMOLED-Touch-Display im Kunststoffgehäuse und ein Silikonarmband. Das Gehäuse ist im Vergleich zum Huawei Band 6 ein wenig schmaler und länger geworden, allerdings nur marginal (im Bereich von 0,5 bis 1 mm). Auch die Plastikschnalle beim Armband ist gleichgeblieben, lediglich die Verbindung zwischen Gehäuse und Armband sieht etwas anders aus. Damit wirkt das Armband an sich wieder ähnlich billig wie beim Huawei Band 6 (Testbericht), was sich angesichts des günstigen Preises aber verschmerzen lässt.

Das Display an sich macht demgegenüber aber die ebenfalls vom Vorgänger gewohnte gute Figur: Eine hohe Helligkeit auch bei direktem Lichteinfall gepaart mit einer guten Reaktionsgeschwindigkeit bei Touch-Eingaben. Neu ist das Always-On-Display. Was aber leider noch immer fehlt, ist ein Helligkeitssensor für Umgebungslicht oder eine stufenlos verstellbare Display-Helligkeit – aber auch das sind Features, auf die wir bei dem Preis von rund 60 Euro, die Huawei für das Band 7 verlangt, verzichten können.

Die Einrichtung des Huawei Band 7 funktioniert genauso, wie wir es von der Modellreihe gewohnt sind: Wir laden die Huawei Health App herunter, richten ein Konto bei Huawei Health und den Huawei Services ein und koppeln den Fitnesstracker mit ein paar wenigen Klicks an unser Smartphone. Das Ganze ist in ein paar Minuten erledigt und funktionierte in unserem Test problemlos.

Um das Huawei Band 7 in vollem Funktionsumfang nutzen zu können, benötigen wir die Huawei Health App. Wir haben die Funktionsweise der App bereits im Test des Huawei Band 6 ausführlich beleuchtet, deshalb an dieser Stelle nur so viel: Die App ist übersichtlich aufgebaut und lässt sich intuitiv bedienen. Wir können alle wichtigen Informationen wie zurückgelegte Schritte, verbrauchte Kalorien, Aktivitäten, Trainingseinheiten und Schlafdaten in gesonderten Diagrammen anzeigen lassen. Sprachfehler, wie sie noch in frühen Versionen der App vorkamen, konnten wir beim Huawei Band 7 nicht mehr feststellen.

Ein neues Feature der App sind die sogenannten Healthy-Living-Pläne. Nutzer können hier ein konkretes Ziel auswählen, wie etwa die Gewichtsreduktion oder die Verbesserung des eigenen Schlafverhaltens. Anschließend empfiehlt die App bestimmte Einstellungen für Schrittzahl, Atmung, Schlaf, Flüssigkeitszufuhr und Aktivitäten. Wer möchte, kann Erinnerungen für diese einzelnen Punkte aktivieren. Erreicht man die Ziele des Plans, sammelt man Punkte für das Healthy-Living-Kleeblatt in der App – eine Art Gamification-System. Wer Probleme damit hat, eine gute Schlaf- oder Aktivitätsroutine zu etablieren, sollte sich dieses Feature auf jeden Fall einmal näher anschauen. Wir waren im Test recht angetan von den Möglichkeiten, die die App Nutzern hier bietet.

ACHTUNG: Die Huawei-Health-App im Google Play Store ist mittlerweile veraltet. Huawei bietet die aktuelle Version als APK zum Download an (QR-Code in der Bedienungsanleitung oder über die Webseite der Health App), wahrscheinlich, weil das Unternehmen von Google Play Diensten ausgeschlossen wurde. Zudem ist ein Abgleich mit anderen Diensten wie Google Fit nicht mehr möglich.

Das Huawei Band 7 ist ein Fitnesstracker und punktet dementsprechend besonders beim Tracking von Aktivitäten. Es misst zuverlässig die zurückgelegten Schritte (die Abweichungen gegenüber unserem Kontrollgerät, einer Garmin Fenix 6, lagen im einstelligen Bereich, ähnlich wie beim Vorgänger). Ruckartige Bewegungen oder Schütteln des Geräts führten in unserem Test zu keinerlei Fehlmessungen.

Wer möchte, kann in der Huawei Health App wie gewohnt ein Schrittziel festlegen. Erreichen wir die angegebene Zahl an Schritten pro Tag, erhalten wir eine Benachrichtigung auf dem Display des Trackers. Die App informiert uns über weitere Details wie Wochen- und Monats-Trends sowie Unterteilung der Schritte in Gehen, Laufen und Gehen mit Steigung.

Was uns im Test wie auch schon beim Huawei Band 6 allerdings gefehlt hat, ist eine konfigurierbare Bewegungserinnerung. Von einem Fitnesstracker wie dem Huawei Band 7 hätten wir uns eine Art Vibrationsalarm mit Benachrichtigung gewünscht, falls wir einmal eine längere Zeit in sitzender Position verharren und vergessen, uns zwischendurch zu bewegen.

Dass der Tracker wieder über das bekannte Feature zur Messung der Sauerstoffsättigung im Blut verfügt, kommt uns eher wie ein nettes Gimmick als wie eine hilfreiche Zusatzfunktion vor. Die Aussagekraft dieser Werte ist begrenzt, weshalb Huawei sich dieses Hilfsmittel gern zugunsten einer Bewegungserinnerung hätte sparen können.

Leider behält Huawei beim Band 7 ein Versäumnis bei, unter dem auch schon das Band 6 zu leiden hatte: Der Fitnesstracker besitzt kein eigenes GPS. Stattdessen verbindet sich das Band per Bluetooth mit dem Smartphone und greift dann auf dessen GPS zu. Wer also genaues Tracking zurückgelegter Wander-, Lauf- oder Radfahrstrecken genießen möchte, muss das Handy dabeihaben. Alternativ funktioniert das Tracking auch über den integrierten Bewegungssensor ohne GPS, allerdings geht das dann zulasten der Genauigkeit. Die Abweichung liegt im Vergleich zur Messung per GPS bei ungefähr ein bis zwei Prozent.

Wo schon das Huawei Band 6 punkten konnte, nämlich bei der Auswahl der verfügbaren Trainingsprofile, überzeugt auch der Nachfolger: Hier gibt es nämlich wieder insgesamt 96 verschiedene Sportarten, darunter neben Joggen, Radfahren, Schwimmen und Wandern auch Yoga, Bogenschießen oder Reiten. Die ebenfalls wieder mit an Bord befindliche automatische Trainingserkennung bemerkt, wenn wir eine Aktivität starten, sodass wir das passende Trainingsprofil direkt auswählen können.

Was sich im Vergleich zum Huawei Band 6 beim Band 7 ebenfalls nicht geändert hat, ist der Pulssensor. Der misst zwar bei Ausdauersportarten recht zuverlässig den Puls, hat aber Probleme, sobald die Herzfrequenz schnell und häufig wechselt. Für Tabata oder Kraftsport taugt die Pulsmessung also eher weniger – hier muss eine alternative Messmethode wie ein Brustgurt zum Einsatz kommen.

Schließlich bleibt auch die konservative Anzeige des Kalorienbedarfs beim Huawei Band 7 gegenüber dem Vorgänger gleich. Nutzer sollten sich hier nicht auf die Berechnung verlassen, die in unserem Test deutlich hinter den Messungen unseres Kontrollgeräts (Garmin Fenix 6 (Testbericht)) zurücklagen. Dieses Problem haben wir bereits beim Huawei Band 6 bemerkt und konnten beim Band 7 keine Veränderung diesbezüglich feststellen.

Ja, wir wiederholen uns, aber auch beim Schlaf-Tracking bleibt alles beim Alten: Das Huawei Band 7 misst genauso wie der Vorgänger mit hoher Zuverlässigkeit die Einschlaf- und Aufwachzeiten sowie die einzelnen Schlafphasen, die wir dann in der App als Diagramm aufbereitet nachsehen können. Wie gewohnt erhalten wir eine Bewertung unserer Schlafqualität auf Basis der erhobenen Daten, die zwar nicht mit einer echten Schlafanalyse mithalten, aber zumindest ein paar gute Anhaltspunkte zu möglichen Störfaktoren geben kann.

Auch die Stressmessung ist beim Huawei Band 7 wieder mit an Bord: Aktivieren wir die entsprechende Funktion in der Huawei Health App, misst der Tracker in regelmäßigen Abständen unseren Stresslevel. Das Ergebnis wird in der App gespeichert und als Diagramm aufbereitet. Bei hohem Stresslevel erhalten wir eine Warnung, außerdem können wir Atemübungen zur Entspannung durchführen – ein nettes Extra, aber nicht mehr.

Bei den Benachrichtigungen auf dem Huawei Band 7 erleben wir erneut ein Déjà-vu: Hier bleibt nämlich ebenfalls alles genauso wie beim Huawei Band 6. Nutzer können in der Huawei Health App einstellen, von welchen Apps sie Benachrichtigungen auf dem Display des Trackers erhalten wollen. In der App können wir Schnellantworten festlegen, die wir beim Eingang von Nachrichten über das Display der Uhr verschicken können. In Bezug auf die Benachrichtigungsfunktion beschränkt sich das Gerät nicht auf SMS und Anrufe, sondern schließt auch Software wie Discord, Whatsapp oder Banking-Apps mit ein.

Huawei schweigt sich zur Akkukapazität des Huawei Band 7 weiterhin aus, gibt die Laufzeit des Akkus selbst aber wie beim Vorgänger mit bis zu 14 Tagen an. Diese Laufzeit gilt bei normaler Nutzung, während der Tracker bei intensiver Nutzung rund 10 Tage durchhalten soll. Die integrierte Schnellladefunktion verspricht nach 5 Minuten Ladezeit ausreichend Energie für zwei Tage.

Wir haben das Huawei Band 7 im Test einmal mit normalen Nutzungsbedingungen (Herzfrequenz-Messung aktiv, 30 Minuten Workout pro Woche) ausprobiert und dann noch einmal sämtliche möglichen Funktionen aktiviert, um den Tracker voll auszureizen (alle Messungen und Benachrichtigungen aktiv, eine Sporteinheit pro Tag). Bei normaler Nutzung hielt der Tracker tatsächlich die versprochenen 14 Tage durch, im zweiten Fall bei unserer extrem intensiven Nutzung mussten wir das Huawei Band 7 nach fünf Tagen an die Steckdose hängen.

Huawei verkauft das Band 7 regulär zum Preis von 59 Euro, allerdings gab es zum Testzeitpunkt einen Rabatt von 14 Euro, sodass man den Tracker momentan für 45 Euro kaufen kann. Als Farben stehen Flame Red, Nebula Pink, Wilderness Green und Graphite Black zur Auswahl. Preislich liegt das Band 7 auf einem Niveau mit dem Xiaomi Smart Band 7 (Test folgt), während der Vorgänger derzeit mit einem Straßenpreis von rund 33 Euro zu Buche schlägt.

Gleich vorweg: Das Huawei Band 7 ist wie erwartet ein sehr guter Fitnesstracker zum fairen Preis. Er bietet viele nützliche Features, ein gutes Display und eine brauchbare App. Allerdings hat Huawei die Gelegenheit verpasst, im Vergleich zum Vorgänger nennenswerte Änderungen einzuführen, etwa GPS-Tracking oder einen Helligkeitssensor. Das hätte zwar vermutlich auch den Preis nach oben getrieben, aber Huawei-Nutzern auch einen Grund für ein Upgrade auf das neue Modell gegeben.

Derzeit können wir das Huawei Band 7 deshalb nur empfehlen, wenn man noch keinen oder nur einen älteren Fitnesstracker besitzt. Alle anderen behalten das Huawei Band 6 (Testbericht) oder greifen zu einem entsprechenden Modell, das mit dem günstigeren Preis und fast gleichem Feature-Set überzeugt.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.