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Huami Zepp Z
Pro und Contra
  • Gute Verarbeitung, schicke Optik
  • Einfache Bedienung
  • Messung von Sauerstoffgehalt und Blutdruck
  • Keine Apps installierbar
  • Keine EKG-Funktion
  • Hohe UVP
Rating:
  • 4.0
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Huami will Oppo, Apple und Samsung Konkurrenz bei den Smartwatches machen. Die Zepp Z trägt groß auf, besteht komplett aus Titan und hält knapp 5 Tage durch. Unser Test klärt, ob sie die 350 Euro UVP wert ist.

Wer Smartwatches im klassischen Look liebt, findet in der Zepp Z von Huami eine attraktive Alternative. Rein optisch hat die Zepp Z nämlich das Zeug dazu, in der Oberklasse der Smartwatches mitzuspielen. Zum stolzen Preis von 350 Euro fühlt sich die smarte Uhr offenbar zu Höherem berufen.

Die Zepp Z eignet sich gleichermaßen für Besitzer eines Android-Smartphones wie eines iPhones. Uns interessiert natürlich nicht nur ihr Aussehen: Wie sich die Smartwatch in den Disziplinen Bedienkomfort, Ausstattung und Akkulaufzeit schlägt, das klärt dieser Test.

Die Zepp Z ist ausschließlich in einer 46-mm-Variante erhältlich. Das Gehäuse besteht aus einer Titanlegierung, das braune Lederarmband ist 22 Millimeter breit. Als Verschluss kommt eine klassische Dornschließe zum Einsatz. Wer will, kann das Armband gegen beliebige handelsübliche Modelle austauschen. Das ist speziell Sportlern zu empfehlen.

Die rund 70 Gramm schwere Zepp Z ist ein schicker Herren-Chronometer, der mit knapp 1,1 Zentimetern Höhe zwar recht dick aufträgt, was aber zur Charakteristik der Uhr passt. Durch das Modifizieren der Zifferblätter – etwa 50 stehen zur Auswahl – kann man der Smartwatch einen sportlicheren Look verleihen.

Die Verarbeitung ist hochwertig, das Gehäuse besteht aus einem einzigen Stück polierter Titanlegierung. Dadurch ist es leicht, aber trotzdem stabil. Eine Nanotech-Beschichtung soll die Titanlegierung widerstandsfähiger gegen Kratzer und Kerben machen. Recht effektiv funktioniert auch die Beschichtung des Displays – Fingerabdrücke lassen sich hier zwar nicht ganz vermeiden, aber diese fallen dezent aus.

Das 1,39 Zoll große OLED-Display der Zepp Z hat eine Auflösung von 454 x 454 Pixel. Das entspricht 326 Pixeln pro Zoll. Die maximale Helligkeit beträgt 550 Nits. In den Einstellungen kann man die Leuchtkraft individuell anpassen. Bei voller Leistung lassen sich Uhrzeit und andere Werte auch im direkten Sonnenlicht problemlos ablesen.

Das Schwarz des kleinen Panels ist super satt, Farben leuchten und überzeugen durch hohe Dynamik, auch die Blickwinkelstabilität ist OLED-spezifisch top wie bei einem Fernseher oder Smartphone mit selbstleuchtenden Pixeln. Das scharfe Display fungiert zudem als Touchscreen. Ein Always-on-Modus ist verfügbar, die Uhrzeit lässt sich also dauerhaft anzeigen, was natürlich zusätzlich am Akku zerrt. Ist diese Funktion ausgeschaltet, muss man das Handgelenk kippen – jetzt wird das Display mit kleiner Verzögerung aktiviert. Auf Wunsch regelt die Uhr die Display-Helligkeit automatisch, das funktioniert im Test gut.

Zum Innenleben der Zepp Z macht Huami kaum Angaben. So gibt es keine Informationen zum eingebauten Prozessor, der Arbeitsspeicher ist 256 Megabyte groß. Zur Ausstattung gehören GPS und Glonass, ein Mikrofon, Bluetooth 5.0, Gyroskopsensor, kapazitiver Sensor sowie Luftdruck-, Beschleunigungs- und Umgebungslichtsensor.

Um die eigene Gesundheit beurteilen zu können, verfügt die Uhr über das sogenannte PAI-System (Personal Activity Intelligence). Der PAI-Wert wird berechnet, indem Daten über Herzfrequenz, Trainingszeit und andere Gesundheitsinformationen mithilfe eines Algorithmus verarbeitet werden. Mit dem angezeigten Wert weiß man jedoch wenig anzufangen. Erst ein Langzeittest mit entsprechenden Erfahrungen kann zeigen, ob der PAI-Wert tatsächlich eine Aussagekraft zum Wohlbefinden hat oder eher nur eine Spielerei darstellt.

Die Herzfrequenz überwacht die Zepp Z rund um die Uhr. Wer will, kann sich beim Überschreiten bestimmter Schwellenwerte alarmieren lassen. Je nach Zifferblatt wird die Herzfrequenz direkt auf dem Startbildschirm angezeigt. Die Werte erscheinen plausibel.

Etwas Geduld ist gefragt, um den Sauerstoffgehalt im Blut zu ermitteln. Hier vergehen rund 50 Sekunden, in denen man sein Handgelenk nicht bewegen darf. Für unseren Geschmack ist das zu lang, aber andere Uhren machen es ähnlich. Integriert sind ferner Blutdruckmesser, Wettervorhersage, ein Musikplayer, der Songs vom gekoppelten Smartphone abgreift, Kompass, Stoppuhr und Höhenmesser. Alexa beantwortet Fragen mithilfe des Internets und steuert Smart-Home-Geräte, sofern eine Bluetooth-Verbindung zum Mobiletelefon besteht. 58 hinterlegte Sprachbefehle lassen sich jedoch im Offline-Modus nutzen.

Zusätzliche Features sind die Überwachung des persönlichen Stressniveaus sowie des Schlafs. Die Zepp Z wertet mit Hilfe der Zepp-App verschiedene Schlafphasen aus und ermittelt eine Schlafbewertung in Relation zu anderen Nutzern. Außerdem werden Nachrichten wie beispielsweise von WhatsApp auf dem Display angezeigt.

Einen Minuspunkt kassiert die Uhr, weil sich keine Apps nachträglich installieren lassen. Huami setzt auf ein eigenes Betriebssystem, das in sich geschlossen ist. Das kann man machen, aber fehlende Apps haben schon anderen Hersteller scheitern lassen. Apple, Samsung oder Uhren mit Google Watch OS zeigen, wie es besser geht.

NFC fehlt ebenfalls, damit gibt es keine Bezahlfunktion. In einer Uhr dieser Preisklasse sollte das eigentlich mit drin sein.

Die Zepp Z wird sowohl über Wisch- und Touchgesten als auch über drei seitliche Druckknöpfe bedient. Auf den Finger reagiert die Uhr sehr zuverlässig. Die Menüs sind klar gegliedert, farbige Symbole und aussagekräftige Schlagworte hinterlassen keine offenen Fragen.

Über die seitliche Krone gelangt man zum Startbildschirm zurück, außerdem dient sie zum Navigieren durch Menüs. Die sogenannte Gesundheitstaste darüber soll durch Auflegen des Fingers dafür sorgen, dass wahlweise Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung oder Stressniveau ermittelt werden. „Soll“, denn bei uns war diese Taste (noch) ohne Funktion. Das Wechseln von Menüs gelingt schnell, die Zepp Z reagiert flott.

Unter dem Menüpunkt „Training“ findet man auf der Zepp Z die zwölf Disziplinen Outdoor-Laufen, Gehen, Outdoor-Radfahren, Laufband, Spinning, Becken schwimmen, Freiwasser schwimmen, Crosstrainer, Klettern, Traillauf, Skilaufen und Freies Training. Aktivitäten erkennt die Uhr leider nicht automatisch, diese müssen zu Trainingsbeginn manuell ausgewählt werden. Dank GPS lassen sich zurückgelegte Strecken nachträglich auf der Karte verfolgen. Während des Joggens kann man auf der Uhr unter anderem Herzfrequenz, Schrittzahl, Distanz, verbrannte Kalorien sowie aktuelle und Durchschnittsgeschwindigkeit einsehen.

Alle Werte werden in der Zepp-App grafisch ansprechend und übersichtlich aufbereitet. Aktivitätsringe auf der Uhr helfen dabei, sich zu motivieren und Ziele besser zu verfolgen. Für den durchschnittlichen Sportler reichen die Features in diesem Bereich auf der Zepp locker aus.

An Bord der Smartwatch befindet sich ein 340 mAh starker Akku. Dieser wird innerhalb von rund 2,5 Stunden über eine kleine Ladeschale magnetisch gehalten und aufgeladen - einfach auflegen und los gehts. Bei intensiver Nutzung mit aktiviertem Bluetooth hielt der Akku bei uns im Test knapp fünf Tage durch. Der Hersteller gibt gar 15 Tage bei einem „täglichen Nutzungsszenario“ an – um diesen Wert zu erreichen, muss man Stromfresser wie Bluetooth oder das dauerhaft aktivierte Display jedoch unbedingt ausschalten. Das erinnert stark - wie schon die Material- und Designwahl - an die Huawei Watch GT 2 Pro (Testbericht), die ggf. noch etwas ausdauernder ist.

Huami setzt die UVP für die Zepp Z bei 350 Euro an. Wie eingangs erwähnt gibt es nur eine Ausführung.

Die Huami Zepp Z ist hochwertig verarbeitet, hat ein gutes Display und verfügt über praktische Features wie Blutdruck- und Blutsauerstoff-Messung. Zudem lässt sie sich einfach bedienen.

Zum satten Preis von 350 Euro darf man allerdings mehr erwarten, beispielsweise eine EKG-Funktion, einen integrierten Lautsprecher zum Telefonieren, einen eigenen Speicher zum Ablegen von Musik oder einen Bezahldienst zum kontaktlosen Zahlen. All das fehlt der schicken Smartwatch.

Für unseren Geschmack ist sie deshalb mindestens einen Hunderter zu teuer. Wem Design und Akkulaufzeit zusagen, der sollte einen Blick auf die inzwischen deutlich günstigere Huawei Watch GT2 Pro (Testbericht) oder andere Uhren in unserer Themenwelt Smartwatches.

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