Honor Watch GS 3 im Test: Tolles Display und 10 Tage Akkulaufzeit

Honor Watch GS 3
Pro und Contra
  • Verarbeitung & Design
  • einfache Bedienung
  • gute Akkulaufzeit, kurze Ladedauer
  • keine Apps, keine eSIM
  • läuft nur mit Android
  • keine Antwort-Option bei Nachrichten
  • 4.0

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Für unter 200 Euro feiert Honor mit der Watch GS 3 eine gelungene Smartwatch-Premiere, die ohne die Soft- und Hardware von Huawei auskommt.

Jeder Neuanfang ist Chance und Risiko zugleich. Das gilt auch für Honor. Ohne den früheren Mutterkonzern Huawei versucht Honor sich mit der Watch GS 3 im hart umkämpften Smartwatch-Markt zu etablieren. Die Namensgebung erinnert stark an die früheren Huawei-Modelle. Ob sich unter dem schicken Gehäuse aus technischer Sicht viel getan hat?

Honor verspricht einen innovativen Herzfrequenzmesser, eine ultraschnelle Ladezeit und eine höhere Benutzerfreundlichkeit. Ob die neue Smartwatch trotzdem schon flüssig läuft und mit welcher Ausstattung und Laufzeit die Watch GS 3 punkten will, verrät dieser Test aus der Themenwelt Smartwatch. Dort finden sich auch die Apple Watch 7 (Testbericht), die Samsung Galaxy Watch 4 (Testbericht) oder der Akku-Langläufer Withings Scanwatch (Testbericht).

Honor verkauft die Watch GS 3 ausschließlich mit einem 46 Millimeter großen Gehäuse. Kunden können jedoch bei der Farbe wählen: So ist die Smartwatch in den Farben Midnight Black, Ocean Blue und Classic Gold erhältlich. Beim Gehäuse kommt immer polierter Edelstahl zum Einsatz, Honor kombiniert diesen in Silber mit einem Blauen und in Gold mit einem braunen Lederarmband. Wer sich für die schwarze Variante entscheidet, darf sich ein schwarzes Kautschukband um das Handgelenk legen. Die Ausstattung ist bei allen Varianten identisch. Eine LTE-Version mit eSIM, um autark ohne gekoppeltes Smartphone zu telefonieren und im Internet zu surfen, gibt es nicht.

Wir hatten im Test die GS 3 mit schwarzem Gehäuse und schwarzem Armband aus Kunststoff. Diese Smartwatch kann man überall tragen, sie ist ein optischer Allrounder, der sowohl beim Sport als auch zu einem Polohemd oder einem Jacket eine gute Figur macht. Mit einer Höhe von 10,5 Millimeter im sogenannten Ultra-Curved 3D-Slim-Design fällt die Watch GS 3 angenehm schlank aus und lässt sich auch problemlos unter einem Hemdsärmel verstecken, ohne dass dieser spannt. Das Kautschukband ist weich und schmiegt sich angenehm an die Haut an. Die 22-Millimeter-Armbänder lassen sich ohne Werkzeug schnell tauschen.

Ohne Armband wiegt die Honor-Uhr gerade mal 44 Gramm, mit sind es rund zehn Gramm mehr, sie ist damit am Handgelenk ein echtes Leichtgewicht. Display und Gehäuse gehen fast nahtlos ineinander über. Die Verarbeitung ist hochwertig, der Corpus aus Edelstahl hinterlässt einen sehr robusten Eindruck. Zum Schwimmen in Pools und im Meer kann die GS 3 getragen werden, sie ist bis zu 50 Meter wasserdicht.

Leuchtende Farben, sattes Schwarz und gute Blickwinkelstabilität – das kratzfeste Display der GS 3 outet sich auf den ersten Blick als AMOLED mit Gorilla Glas. Der 1,43 Zoll große Bildschirm reagiert auf Wischgesten sowie Fingerdruck und liefert eine satte Helligkeit von bis zu 1.000 Nits und eine Auflösung von 466 x 466 Pixel. Daraus resultiert eine hohe Pixeldichte von 326 ppi.

Auch im hellen Sonnenlicht ist die Uhr einwandfrei abzulesen. Auswählbar sind fünf manuelle Helligkeitsstufen, optional passt das Display seine Helligkeit automatisch an das verfügbare Umgebungslicht an. Das Display lässt sich bis zu 20 Minuten dauerhaft aktivieren. Vorteilhaft: Dank einer speziellen Beschichtung ist der Bildschirm weitgehend immun gegen Fingerabdrücke. Schriften, Ziffern und Symbole werden angenehm scharf und gut ablesbar dargestellt.

Zwischen dem Zifferblatt und dem Rand des Gehäuses bleibt ein kleiner schwarzer Rand. Neue Watchfaces kann man entweder direkt über die Uhr oder über die „Honor Health“-App herunterladen. Die Auswahl ist ordentlich, aber nicht riesig. Zur Auswahl stehen unterschiedliche Genres wie „Business“, „Sport“ und „Cartoon“.

Die Honor GS 3 richtet sich ausschließlich an Besitzer eines Android-Smartphones (ab Android 8.0), Nutzer eines iPhones können mit der Uhr nichts anfangen. Denn zum Einrichten benötigt man die „Honor Health“-App, die sich lediglich auf Android-Smartphones installieren lässt. Optisch und vom Aufbau her ist die „Honor Health“-App fast nicht von der „Huawei Health“-App zu unterscheiden.

Als Betriebssystem vertrauen die Chinesen auf das bereits früher bei Huawei eingesetzte Lite OS, das inzwischen von Harmony OS abgelöst wurde. Das System ist ausgereift und läuft flüssig, bietet allerdings keine Möglichkeit, zusätzliche Apps zu installieren. So muss man sich mit der Mini-Auswahl begnügen, die bereits an Bord ist. Dazu zählen Wecker, Stoppuhr, Wetter-App, Atemübungen, Timer, Kompass, Taschenlampe, Luftdruckmesser und ein Musikplayer. Rund 500 Songs lassen sich im 4 GByte großen Speicher ablegen. Lautsprecher und Mikrofon sind integriert, so kann man mit der GS 3 auch in ordentlicher Qualität telefonieren.

Die Honor erfasst rund um die Uhr die Herzfrequenz und zeigt den Verlauf mit höchstem, niedrigstem und aktuellem Wert grafisch ansprechend auf dem Display an. Der Hersteller verweist auf einen 8-Kanal-PPG-Herzfrequenzsensor, der dazu in der Lage sein soll, mehr optische Signale zu erfassen. Die ermittelten Werte erscheinen plausibel. Zudem misst die Watch GS 3 den Sauerstoffgehalt im Blut und zurückgelegte Schritte – letztere sehr präzise mit einer Abweichung von weniger als fünf Prozent. Bei zu niedrigem Sauerstoffgehalt im Blut vibriert die Smartwatch und sendet eine Vorwarnung. Über die App hat man Zugriff auf Tage-, Wochen-, Monats- und Jahresübersichten bezüglich der Auswertung von Herzfrequenz, Stress, Schritten und Blutsauerstoffgehalt.

Außerdem überwacht die Honor den Schlaf, registriert unterschiedliche Schlafphasen und bewertet deren Qualität. Dank Dual-Frequenz-GNSS kann die Uhr zudem den Standort registrieren – so lassen sich in der App nachträglich Jogging- und Radrunden auf einer Karte abbilden sowie Trainingszeiten, verbrauchte Kalorien und durchschnittliche Geschwindigkeiten abrufen.

Besonders kommunikativ ist die GS 3 nicht: Zwar kann man mit ihr telefonieren und eingehende Anrufe mit einer SMS abweisen: Allerdings besteht keine Möglichkeit, auf WhatsApp- oder SMS-Nachrichten zu antworten.

Die Honor GS 3 lässt sich intuitiv bedienen, ihr Konzept ist selbsterklärend. Über die obere rechte Taste gelangt man aus jedem Menü zurück zum Zifferblatt, ein weiterer Tastendruck öffnet die Anwendungen. Die untere Taste führt zu den unterschiedlichen Sportarten, also den Fitnessprogrammen. Mittels Wischgeste navigiert man vom Watchface aus zur Herzfrequenzmessung, zur Stressübersicht und zur Musikwiedergabe. Ein Druck mit dem Finger auf das Display, und man startet etwa einen Song. Auf zusätzlichen Bedienkomfort per drehbarer Lünette oder Krone muss man verzichten.

Der Touchscreen reagiert sehr flott und verzögerungsfrei. Auch Apps starten schnell. Während unseres Tests leistete sich die GS 3 keinen einzigen Patzer oder Aussetzer, sie punktete durch hohe Zuverlässigkeit und unkompliziertes Handling. Auch bei der Einrichtung und dem Koppeln per Bluetooth mit einem Samsung-Smartphone verrichtete die Honor zuverlässig ihre Arbeit. Wer noch nie zuvor eine Smartwatch besessen hat, benötigt keine lange Eingewöhnungszeit, um sich mit der Watch GS 3 anzufreunden.

Die Honor-Uhr ist nicht nur bis zu 50 Meter wasserdicht, sondern hält beim Sporttreiben auch Temperaturen von minus 20 bis plus 45 Grad Celsius aus. Sie bietet rund 100 verschiedene Sportfunktionen. Hierzu gehören diverse Disziplinen wie Laufen, Radfahren, Schwimmen, Seilspringen, Klettern, Wandern, Skifahren, Langlauf, Triathlon oder Crosstrainer.

An Bord der Watch GS 3 sind zudem zwölf Fitness- und 13 Laufkurse hinterlegt. Die Fitnesskurse haben unterschiedliche Ziele wie das Stärken von Herz und Lunge, Bauchmuskeltraining, Ganzkörperdehnung oder das schnelle Verbrennen von Fett. Alle Anweisungen erfolgen lediglich auf Englisch, aber zusätzlich mit einer Demo. Wie man es von anderen Herstellern kennt, zeigt auch die Honor Fitnessringe an, die es jeden Tag wieder aufs Neue zu füllen gilt. Neben den zurückgelegten Schritten werden hierbei die Bewegungszeit sowie mittlere und hohe körperliche Belastungen berücksichtigt.

Für ausgewählte Sportarten wie Laufen, Radfahren und Schwimmen kann man über die Health-App zusätzliche Werte abrufen. Dazu zählen unter anderem Trainingszeiten, das durchschnittliche Tempo, die Schritt- und Herzfrequenz sowie überwundene Höhenmeter. Das Sportangebot der Watch GS 3 ist in Ordnung und dürfte für alle Hobby- und Gelegenheitssportler locker ausreichen. Teurere Smartwatches haben hier aber noch mehr im Portfolio.

Der Lithium-Polymer-Akku der GS 3 leistet 451 mAh. Honor verspricht bei normaler Nutzung eine Laufzeit von 14 Tagen. Mit Herzfrequenzmessung kamen wir auf eine Nutzungsdauer von rund zehn Tagen. Der Hersteller verweist darauf, dass bei dauerhaftem GPS-Betrieb maximal 30 Stunden drin sind.

Ein interessantes Merkmal ist die Schnellladefunktion: So genügt es, die Uhr für fünf Minuten auf die Ladeschale zu legen, damit diese ausreichend Saft für einen Tag hat. Zum vollständigen Laden sollte man eine knappe Stunde einplanen. Das ist angenehm wenig.

Honor verkauft die Watch GS 3 in Midnight Black offiziell für 219,90 Euro, die Varianten in Ocean Blue und Classic Gold für jeweils 239,90 Euro. Im Rahmen von Rabattaktionen gibt es die Uhren aber günstiger. So kostet die Honor Watch GS 3 in Schwarz bei Amazon knapp 200 Euro. Die Ausführung in Classic Gold sowie Ocean Blue gibt es dort aktuell für 186 Euro.

Optik und Verarbeitung der Honor Watch GS 3 sind klasse und das helle AMOLED-Display überzeugt. Die Uhr läuft flott, der Bedienkomfort ist hoch, das Sport- und Fitnessangebot ist ordentlich. Zusätzliche Pluspunkte sind die lange Akkulaufzeit und die kurze Ladedauer. Beim Thema Apps schwächelt die GS 3: Nur wenige Applikationen sind vorinstalliert, nachträglich besteht keine Möglichkeit, zusätzliche Programme herunterzuladen. Außerdem fehlt die Option, auf eingehende Nachrichten zu antworten.

Eine preiswerte Alternative mit langer Akkulaufzeit, aber ebenfalls ohne zusätzliche Apps ist die Huawei Watch GT 3 (Testbericht). Die ausgezeichnete Samsung Galaxy Watch 4 (Testbericht) gibt es ebenfalls mittlerweile für unter 200 Euro. Spannend ist zudem die Hybrid-Uhr Withings Scanwatch (Testbericht) mit analogem Ziffernblatt und integrierter Digital-Anzeige. Weitere Alternativen zeigen wir in der Top 10 der Smartwatches 2022.

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