Honor Pad 8 im Test: Leichtes 12-Zoll-Tablet ab 300 Euro

Honor Pad 8
Pro und Contra
  • großes Display
  • leichtes und flaches Gehäuse
  • Widevine Level 1
  • mittelmäßiger Prozessor
  • nur Wi-Fi 5 und USB 2.0
  • kein Stift 
  • 4.0

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Das Pad 8 ist das erste Tablet von Honor. Zum Preis von 350 Euro bekommt man derzeit kein günstigeres 12,4-Zoll-Gerät. Wo der Haken ist, zeigt der Test.

Mit dem Pad 8 bringt Honor sein erstes eigenes Android-Tablet auf den Markt. Spätestens seit der Coronapandemie erleben Tablets ein großes Revival. Lange Zeit dominierten neben Apple vor allem Samsung, Amazon, Lenovo und Huawei das Angebot. Andere Hersteller haben mittlerweile nachgezogen, etwa Xiaomi, Realme oder Nokia.

Neben dem Xiaomi Pad 5 (Testbericht) und Nokia T20 (Testbericht) bietet Honor jetzt auch ein Tablet fürs Entertainment an. Anders als die Geräte der ehemaligen Konzernmutter Huawei greift das Honor Pad 8 uneingeschränkt auf Google-Dienste zu. Mit einem üppigen Display von 12,4 Zoll nimmt es das Samsung Galaxy Tab S7 FE (Testbericht) ins Visier. Wie gut sich das Honor-Tablet schlägt, zeigt unser Test.

Mehr Grundlagen rund um diese Gerätekategorie liefern wir mit der Kaufberatung: Das beste Tablet für Streaming, Spiele oder Arbeit. Weitere Tablets dieser Art zeigen wir in der Top 10: Bestes Tablet bis 500 Euro.

Das dunkelblaue Gehäuse aus Metall vermittelt einen hochwertigen und eleganten Eindruck. Mit seinen flach-abgerundeten Ecken wirkt das Gehäuse sehr organisch. Damit erinnert es optisch an das Nokia T20 (Testbericht), ist aber deutlich größer. Die Kanten verlaufen rechtwinklig, wie man es von den meisten aktuellen Tablets her kennt. Es ist sehr flach mit einer Dicke von 6,9 mm. Die übrigen Ausmaße betragen 278,5 × 174 mm. Das ist für ein 12-Zoll-Tablet vergleichsweise kompakt, was das Gerät dem schmalen Display-Rand zu verdanken hat. Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy Tab S7 FE (Testbericht) ist fast 10 mm höher und 8 mm breiter bei gleicher Bildschirmgröße.

Mit einem Gewicht von knapp über 520 g wiegt es wenig für die Größe. Das ist fast so leicht wie das kleinere Xiaomi Pad 5 (Testbericht) und stolze 80 g weniger als beim Galaxy Tab S7 FE. Rechts oben befindet sich auf der Rückseite die Kamera in einer ovalen Erhebung, die knapp 2 mm herausragt. Damit wackelt es nur minimal, wenn es auf der Rückseite liegt. Die Lautstärkewippe und der Power-Button befinden sich auf der oberen langen Kante. Der Druckpunkt ist solide, die Verarbeitung ist insgesamt tadellos.

Mit einer Bildschirmdiagonale von 12,4 Zoll gehört das Honor Pad 8 zu den wuchtigen Tablets. Das sind immerhin 31,5 cm. Das macht das Tablet für jeden interessant, der mehr Display-Fläche nutzen will, als es die meisten Geräte bieten. Die Auflösung liegt bei 2000 × 1200 Pixel. Für die Größe ist das nicht übermäßig scharf, mit 188 ppi (Pixel pro Zoll) – reicht aber aus für die Wiedergabe von Inhalten in Full-HD.

Das LCD bietet eine ansprechende Bildqualität, Farben und Kontraste sind gut ausgeprägt. Selbst bei einem flachen Winkel bleibt das Bild noch gut zu erkennen. Streaming in Full-HD ist dank vorhandenem Widevine Level 1 bei Netflix & Co. möglich. Bei dunklen Filmszenen überzeugt uns das Display aber nicht restlos, da könnten die Kontraste noch ausgeprägter sein. Insgesamt kann es in dieser Disziplin nicht ganz mit dem Xiaomi Pad 5 (Testbericht) mithalten.

Die Leuchtkraft geht absolut in Ordnung, so messen wir im manuellen Modus gut 400 cd/m². Damit bleibt das Display im Freien noch halbwegs nutzbar – sofern man sich ein schattiges Plätzchen sucht. Das natürliche Habitat des Pad 8 dürfte aber ohnehin das Wohn- oder Schlafzimmer sein. Deutlich heller sind das Xiaomi Pad 5 sowie Galaxy Tab S7 FE mit jeweils knapp 500 cd/m².

Viel erwarten sollte man nicht von der 5 Megapixel-Linse – was wir auch nicht tun bei einem Tablet. Fairerweise lassen wir die Kamera gegenüber Smartphones weniger stark in die Bewertung einfließen. Fotos wirken ausgelutscht und sind geprägt von Bildrauschen. Immerhin gibt es einen Dokumenten-Modus, der fotografierte Papiere bereits zuschneidet. Die Bildschärfe speziell bei Texten lässt aber sehr zu wünschen übrig.

Bei einem Tablet halten wir die Frontkamera für deutlich nützlicher – etwa für Video-Chats. Diese kommt ebenfalls mit 5 Megapixel. Die Bildqualität bei Fotos sowie Videos ist auch bei der Frontkamera bescheiden. Immerhin eignet sie sich zur Entsperrung per Gesichtserkennung. Allerdings kommt hier nur 2D-Technologie zum Einsatz – diese ist anfällig für Täuschungsversuche mittels Bildern.

Als Antrieb dient ein Qualcomm Snapdragon 680. Der Mittelklasse-Prozessor kommt bei preiswerten Smartphones bis 200 Euro (Bestenliste) häufiger zum Einsatz. System und Apps laufen ausreichend flüssig, bei Multitasking kann das Tablet aber schon mal etwas zögern. Für den alltäglichen Gebrauch geht der Chipsatz in Ordnung. Wer Spiele mit aufwendiger Grafik nutzen möchte, schaut aber in die Röhre. Dafür fehlt es der integrierten GPU einfach an Power. Für Casual Games wie Angry Birds reicht das jedoch.

Beim Benchmark Work 3.0 von PCmark kommen wir auf etwa 6800 Punkte. Das liegt leicht vor dem Lenovo Tab M10 Plus (Testbericht) der dritten Generation, aber hinter dem Samsung Galaxy Tab S7 FE (Testbericht). In einer ganz anderen Liga spielt hingegen das Xiaomi Pad 5 (Testbericht). Die Grafikleistung ist ebenfalls nichts Besonderes, mit knapp unter 500 Punkten beim Test „Wild Life“ von 3D Mark.

Besser sieht es bei der Speicherausstattung aus: 6 GByte RAM und 128 GByte interner Speicher gehen für den Preis in Ordnung. Eine Erweiterung mit einer microSD-Karte ist aber nicht möglich. Genauso wenig gibt es einen Stift (Stylus) von Honor für das Pad 8. Nicht auf dem neusten Stand ist der Typ-C-Anschluss nach USB 2.0. Andere Hersteller machen das in dieser Preisklasse aber nicht anders. Wer damit größere Datenmengen per Kabel auf ein anderes Gerät kopieren möchte, muss geduldig sein. Zur Ortung steht GPS und GLONASS zur Verfügung. Einen Fingerabdrucksensor gibt es aber nicht.

Bei der kabellosen Konnektivität bietet das Pad 8 zudem nur Wi-Fi 5. Wer Wi-Fi 6 und USB 3.1 will, muss schon zum etwas teureren Samsung Galaxy Tab S7 FE greifen. Etwas besser sieht es auf, wenn man kabellose Kopfhörer nutzen will. Dafür ist Bluetooth 5.1 an Bord. Für einen satten Sound sorgen die acht Lautsprecher des Honor Pad 8.

Als Software läuft Android 12 mit der Benutzeroberfläche Honor Magic UI 6. Honor liefert das Tablet mit einer Menge zusätzliche Apps aus – im Prinzip für nahezu jeden Google-Dienst gibt es eine Alternative. Ob das wirklich sein muss, sei dahingestellt. Viele Google-Apps müssen Nutzer nachträglich installieren, die Honor-Anwendungen können zum Teil nicht gelöscht werden. Der Sicherheits-Patch stammt zum Testzeitpunkt noch aus Juli – das ist nicht mehr auf dem neuesten Stand. Wie oft Honor für das Pad 8 Updates ausliefern will, ist derzeit unbekannt.

Das leichte und schlanke Gehäuse hat seinen Preis: Der Akku bietet im Verhältnis zur Größe des Tablets eine eher geringe Kapazität von 7250 mAh. In Verbindung mit dem großen Display ist das Honor Pad 8 kein Dauerläufer. Laut Battery Test von PCmark kommen wir bei einer Helligkeit von 200 cd/m² im simulierten Betrieb auf knapp über 9 Stunden. Das ist an sich nicht schlecht, das Galaxy Tab S7 FE hält dank einer Akkukapazität von 10.090 mAh fast zwei Stunden länger durch.

Schnelles Laden gehört bei Tablets anders als bei Smartphones zur Ausnahme. Immerhin legt Honor aber ein Netzteil bei. Mit 22,5 Watt dauert der Ladevorgang von 20 auf 80 Prozent über 2 Stunden, für einen vollständigen Ladevorgang sollte man knapp 3 Stunden veranschlagen. Das ist etwas schneller als bei der Konkurrenz, die aber größere Akkus zu füllen hat. Laden über Induktion ist beim Pad 8 nicht möglich.

Als UVP für das Honor Pad beträgt 349 Euro. Mittlerweile hat der Hersteller den Preis gesenkt. Zu haben ist das Tablet derzeit nur in Graublau Metallic ("Blue Hour") mit 6/128 GByte direkt bei Honor für 299 Euro.

Mit dem Pad 8 ist Honor ein ordentliches Debüt bei den Tablets gelungen. Design und Verbreitung sind top, für ein Gerät im 12-Zoll-Format ist es ziemlich leicht und dünn. Die Wiedergabe von Inhalten aus Netflix, Amazon Prime Video oder Disney+ klappt dank Widevine Level 1 auch in Full-HD. Aktuell gibt es kein günstigeres Tablet in dieser Größe.

Ein paar Abstriche müssen Käufer aber dennoch machen: Beim Streamen kann uns das Display bei dunklen Szenen nicht überzeugen. Der Prozessor ist nur mäßig schnell. Die Ausstattung zeigt Lücken, etwa Wi-Fi 5 und USB 2.0 – einen Stift oder Schacht für eine microSD-Karte findet man ebenfalls nicht.

Wem auch 11 Zoll reichen, dem legen wir das Xiaomi Pad 5 (Testbericht) zum gleichen Preis nahe, mit starkem Snapdragon 860. Besser ausgestattet ist das Samsung Galaxy Tab S7 FE (Testbericht) – mit 6/128 GByte kostet es aber 200 Euro mehr. Mit einem Preis von etwa 250 Euro ist das Lenovo Tab P11 Plus (Testbericht) deutlich günstiger. Weitere Alternativen zeigen wir in der Top 10: Bestes Tablet bis 500 Euro – Deshalb liegt das iPad vorne.

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