Honor Magic 4 Pro im Test: Das derzeit beste Smartphone?

Honor Magic 4 Pro
Pro und Contra
  • Top-Performance
  • exzellente Kamera – speziell bei Videos
  • wasserdicht nach IP68 
  • kabellos Laden mit 100 Watt möglich
  • Akkulaufzeit könnte besser sein
  • kein Micro-SD-Karten-Slot 
  • 5.0

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Honor beweist mit dem Magic 4 Pro, dass es Flagship kann. Die Kamera und Performance sind erstklassig. Ob es das derzeit beste Smartphone ist, verrät der Test.

Für eine längere Zeit war es leise geworden um Honor. Das damalige Tochterunternehmen litt als Teil von Huawei ebenfalls an den Sanktionen der USA. Nach der endgültigen Trennung vom Mutterunternehmen wagte der Handyhersteller Ende 2021 den Neustart. So war das Honor 50 (Testbericht) das erste Smartphone der Marke, das wieder alle Google-Dienste nutzen konnte. Jetzt folgt mit dem Honor Magic 4 Pro ein echter Paukenschlag – das erste waschechte Flagship unter eigener Regie. Mit dem namentlich ähnlichem und preiswerten Honor Magic 4 Lite (Testbericht) hat es abgesehen vom Design der Kamera kaum noch was gemeinsam.

Durch Top-Ausstattung mit der derzeit besten CPU Snapdragon 8 Gen 1 und einer Kamera, die laut Honor Videos in Filmqualität aufnehmen soll, weckt das neue Flagship der Chinesen Begehrlichkeiten. Das hat auch seinen Preis – genauer genommen 1080 Euro. Das ist eine Menge Holz für ein China-Handy. Dieser Test zeigt, ob das Geld gut angelegt ist und ob das Magic 4 Pro es mit anderen Premium-Smartphones wie dem Samsung Galaxy S22 Ultra (Testbericht), Xiaomi 12 Pro (Testbericht) oder Oneplus 10 Pro (Testbericht) aufnehmen kann.

Mit dem an den Seiten stark gebogenen Curved-Display erinnert das Honor Magic 4 Pro zunächst an andere Android-Flaggschiffe wie das Oneplus 10 (Testbericht) oder Xiaomi 12 Pro (Testbericht). Bei letzterem ist die Krümmung allerdings nicht so stark ausgeprägt wie beim neuen Honor-Flagship.

Sehr markant ist die silbern schimmernde Rückseite aus Glas in Chrom-Optik. Diese unterstreicht den exklusiven Charakter des Smartphones, ist aber leider sehr anfällig für Fingerabdrücke. Mittig oben sitzt die Kamera eingebettet in ein großes rundes Element – das lässt das Herz jedes Symmetrie-Fans höherschlagen. Die Kamera ragt nur minimal hervor, damit liegt das Handy auf der Rückseite stabil, ohne zu wackeln.

Das Gehäuse umschließt ein Rahmen aus Metall. Rechts befindet sich der Power-Button sowie die Lautstärkewippe. Die Knöpfe sind für unseren Geschmack einen Ticken zu wacklig für ein Gerät dieser Preisklasse – das ist allerdings Jammern auf hohem Niveau. Die Verarbeitung ist hochwertig und kommt ohne Spaltmaße aus – einzig die Schutzfolie über dem Display wirkt etwas scharfkantig und könnte sich mit der Zeit ablösen.

Mit der Abmessung von 163,3 x 74,7 x 9,2 mm gehört es zu den großen Smartphones. Einhändiges Bedienen ist hier kaum noch möglich, dafür bekommt man eine Menge Displayfläche. Für ein Top-Gerät fällt es allerdings ein wenig dicker und mit 215 g geringfügig schwerer aus als der Konkurrent von Xiaomi. Sehr lobenswert: Honor hat daran gedacht, dem Magic 4 Pro eine IP68-Zertifizierung zu verpassen. Damit ist es mehr als ausreichend gut gegen Unfälle mit Wasser gewappnet – ein Vorteil gegenüber dem Xiaomi 12 Pro (Testbericht).

Das OLED-Display im 20:9-Format ist an den Seiten deutlich gebogen und bietet eine große Diagonale von 6,81 Zoll. Die maximale Auflösung liegt bei 2848 x 1312 Pixeln, was zu einer messerscharfen Pixeldichte von 460 ppi führt. Das sorgt dafür, dass Pixel nicht mehr mit dem Auge zu erkennen sind. Noch mehr Pixeldichte bieten im Vergleich das Xiaomi 12 Pro (Testbericht) und Samsung Galaxy S22 Ultra (Testbericht). Die Aktualisierungsrate liegt bei 120 Hertz, was für eine geschmeidige Bilddarstellung beim Scrollen oder bei Spielen sorgt. Die Bildqualität ist erstklassig und überzeugt mit ausgeprägten Kontrasten und kräftigen Farben. Das Bild bleibt dank einer ausgeprägten Blickwinkelstabilität aus allen Winkeln gut sichtbar.

Die maximale Helligkeit beträgt im manuellen Modus 560 cd/m². Bei hoher Helligkeit schnellt der Wert mit Automatik auf über 785 cd/m² hoch. Damit bleibt das Display auch im Freien bei bestem Wetter gut ablesbar. Mit der extrem hohen Helligkeit des Galaxy S22 Ultra kann es hier aber nicht mithalten.

Zu den größten Stärken des Magic 4 Pro gehört die Kamera. Die Hauptlinse löst mit 50 Megapixel auf, nutzt eine f/1.8-Blende, einen Laserautofokus, optische Bildstabilisierung (OIS) sowie einen Farbspektrumsensor. Als zweite Linse kommt ein Weitwinkelobjektiv mit ebenfalls 50 Megapixel und f/2.2-Blende zum Einsatz. Die dritte Linse ist ein Periskop-Teleobjektiv mit OIS, 64 Megapixel und F/3.5-Blende. Für Selfies stehen gleich zwei Linsen in einer erweiterten Notch oben im Display zur Verfügung. Die Hauptlinse nutzt hier 12 Megapixel, das zweite Objektiv dient für Tiefenschärfe.

Mit dem Honor Magic 4 Pro gelingen erstklassige Fotos. Die Bilddynamik ist ausgezeichnet, die Farben wirken lebendig und trotzdem natürlich. Bilddetails sind sehr ausgeprägt. Die Aufnahmen mit der Weitwinkellinse weichen farblich zudem nicht von der guten Bildqualität der Hauptlinse ab. Auch Aufnahmen mit dem Teleobjektiv gelingen bei 3,5- und 10-facher Vergrößerung hervorragend und bieten ausreichend Bilddetails an. Ein Nachtmodus unterstützt das Fotografieren bei Dunkelheit, die Motive nochmals gut aufhellt – das erfordert allerdings eine ruhige Hand, weil sonst verwackelte Aufnahmen drohen. Auch ohne Nachtmodus gelingen Aufnahmen bei Nacht ganz ordentlich und leider nur minimal an Bildrauschen. Selfies sehen wirklich gut aus. Das Bokeh ist im Porträt-Modus zudem gelungen und fehlerfrei rund ums Profil.

Besonders stark ist die Kamera zudem bei Bewegtbild. Sie erlaubt Videoaufnahmen mit 4k-Auflösung bei 60 fps – auch mit Zoom. Die Videoclips wirken bei Tageslicht lebendig mit kraftvollen Farben, dank OIS sind sie zudem sehr stabil. Nachts kommt es zu leichtem Bildrauschen, dennoch bleiben die Videos gut zu erkennen. Damit gehört das Honor Magic 4 Pro bei der Kamera mit zu den besten Smartphones neben dem Oneplus 9 Pro (Testbericht) und Samsung Galaxy S22 Ultra (Testbericht).

Die Ausstattung de Honor Magic 4 Pro lässt kaum Wünsche offen. Als Antrieb kommt der bärenstarke Snapdragon 8 Gen 1 zum Einsatz – derzeit gibt es keine bessere CPU von Qualcomm. Für starke Performance sorgen insgesamt acht Kerne. Für hohe Lasten kommt der Kryo Prime mit 3 GHz zum Einsatz, unterstützt von drei weitere Kryo Gold sowie vier Kryo Silver mit jeweils 1,8 GHz für ökonomische Aufgaben. Die Berechnung von Grafiken übernimmt die GPU Adreno 730.

Der SoC entfaltet seine Power vorwiegend im Video und Grafikbereich. So erreichten wir im Benchmark „Wild Life“ von 3Dmark über 10.000 Punkte. Damit lässt es in dieser Kategorie das Galaxy S22 Ultra wirklich alt aussehen. Die Animationen laufen geschmeidig und ohne Ruckeln über das Display mit bis zu 75 fps – das ist beachtlich. Damit ist das Honor Magic 4 Pro ein vollwertiges Gaming-Smartphone. Die Alltagsleistung ist ebenfalls glänzend. Das belegen die 14.000 Punkte aus dem Test Work 3.0 von PCmark. Damit kann das Handy einige der Mitbewerber mit Snapdragon 8 Gen 1 hinter sich lassen und ist für alle erdenklichen Aufgaben gewappnet.

Nicht ganz so gut bestückt ist der Arbeitsspeicher mit 8 GByte. So bieten die Konkurrenten Samsung Galaxy S22 Ultra (Testbericht) und Xiaomi 12 Pro (Testbericht) hier mit 12 GByte mehr. Im Alltag läuft das System dennoch stabil und flüssig. Der interne Speicher fällt damit mit 256 GByte in der sehr flotten UFS-3.1-Ausführung ausreichend üppig aus. Eine Erweiterung mit einer Micro-SD-Karte ist aber nicht möglich. Durchs heimische Netzwerk surft man ebenfalls flott mit Wifi-6E – da bleiben keine Wünsche offen. Mit an Bord sind zudem Bluetooth 5.2 mit aptX in HD sowie NFC und sogar Ultrabreitband (UWB).

Für die Ortung steuert das Mobilgerät GPS, Glonass, Beidou und Galileo an. Der Fingerabdrucksensor ist unten im Display integriert und arbeitet verlässlich. Eine Entsperrung per Frontkamera ist auch möglich. Hier kommt sogar 3D-Technologie zum Einsatz, die weniger empfindlich ist gegen Täuschungen. Wir empfehlen die Kombination aus PIN und Fingerabdruck. Der USB-C-Anschluss bietet eine Datenübertragung mit USB 3.1 an.

Die Stereo-Lautsprecher sorgen für einen fülligen und klaren Klang. Damit eignet sich das Handy sogar zum Abspielen von Musik. Zum Scheppern bei hoher Lautstärke kommt es nicht. Bedingt durch die Bauart sind die Tiefen recht dominant, aber für einen kompakten Lautsprecher sind auch Bässe damit ansprechend. Die Qualität beim Telefonieren ist ebenfalls hervorragend. Mit einer Reihe von Maßnahmen sorgt Honor wirkungsvoll dafür, dass Telefongespräche nicht so einfach vom Nebenmann oder von der Nebenfrau mitgehört werden können.

Als Betriebssystem kommt Android 12 mit der eigenen Benutzeroberfläche Magic UI 6. Bei der Einrichtung kann man festlegen, ob man mit oder ohne App-Drawer arbeiten möchte. Der Sicherheitspatch stammt aus dem April. Für unseren Geschmack bietet Honor zu viele Apps an, die als Alternative zu den Diensten von Google zum Einsatz kommen sollen. So gibt es eine eigene Foto-Galerie, Uhr- und Kalender-App sowie einen App-Store. Die meisten Apps von Google müssen nachträglich installiert werden, was aber ohne Einschränkungen möglich ist. Was Updates angeht, zeigt sich Honor bislang zurückhaltend: Updates gab es bisher nur für 2 Jahre. Allerdings hat das Unternehmen reagiert und plant, seine Update-Praxis künftig zu erweitern. Wie lange Käufer des Magic 4 Pro mit Updates rechnen können, steht noch nicht fest.

Der Akku hat eine Kapazität von 4600 mAh. 5000 mAh wären hier besser gewesen. Bei einer Helligkeit von 200 cd/m² konnten wir beim Battery Test von PCmark im simulierten Betrieb eine Akkulaufzeit von knapp unter 8 Stunden erreichen. Das ist ok, aber nicht herausragend. Leider zeigt sich der schnelle Prozessor Snapdragon 8 Gen 1 als recht energiehungrig. Über einen Tag sollte das Smartphone gut kommen – mehr ist unrealistisch.

Das Honor Magic 4 erlaubt rasantes Laden per Netzteil und sogar kabellos mit 100 Watt. Damit dauert ein Ladevorgang von 20 auf 100 Prozent gerade einmal 30 Minuten. In knapp 15 Minuten ist der Akku bereits halb voll. Allerdings kommt dabei proprietäre Technologie zum Einsatz, so eignet sich das Netzteil bedauerlicherweise nicht dafür, um ein Notebook eines anderen Herstellers zu betreiben.

Wirklich beeindruckend ist das Tempo zudem beim kabellosen Laden mit über 100 Watt. Das gibt es derzeit bei kaum einem anderen Handy. Normalerweise dauert das kabellose Laden deutlich länger bei anderen Geräten – hier klappt es nahezu so schnell wie mit Kabel. Dabei wird das Gerät allerdings etwas warm. Das passende Wireless-Ladegerät von Honor gibt es als Zubehör. Aktuell kann man es noch nicht kaufen.

Die UVP für das Honor Magic 4 Pro liegt bei 1099 Euro – das ist schon ein stolzer Preis. Die günstigsten Angebote liegen bei knapp 1080 Euro. Derzeit gibt es in Deutschland das Smartphone nur in Schwarz und Türkis.

Honor beweist mit dem Magic 4 Pro eindrucksvoll, dass das Unternehmen auch Flagship kann. Man fühlt sich schon fast an Zeiten erinnert, als Huawei-Smartphones ohne Einschränkungen die Konkurrenz aus Samsung & Co. einschüchtern konnten. Auf ganzer Linie überzeugend sind die Kamera wie auch die Performance. Das beste Smartphone der Welt ist es nicht, es gehört aber definitiv zu den derzeit besten Android-Smartphones, die man kaufen kann. Es ist im Gegensatz zu den chinesischen Top-Geräten von Xiaomi oder Oneplus sogar nach IP68 wasserdicht. Das Magic 4 Pro hat mit 1080 Euro allerdings einen stolzen Preis.

Deutlich günstiger und ebenfalls leistungsstark ist Xiaomi 12 Pro (Testbericht). Nicht ganz so viel Power, dafür das hellere Display und ebenfalls eine tolle Kamera hat das Samsung Galaxy S22 Ultra (Testbericht). Ein tolles Gesamtpaket bietet zudem das Oneplus 10 Pro (Testbericht). Weitere starke Alternativen zeigen wir zudem in der Top 10: Die besten Smartphones – Samsung vor Xiaomi und Apple.

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