Honor Magic 4 Lite 5G im Test: Groß, schlank, aber ohne Weitwinkel

Honor Magic 4 Lite
Pro und Contra
  • Ladegerät mit 66 Watt
  • tolles Display mit 120 Hertz
  • ordentliche Performance 
  • keine Weitwinkellinse
  • LCD statt OLED
  • Android 11 
  • 3.5

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Das Magic 4 Lite überrascht als günstiger Ableger des neuen Top-Smartphones von Honor mit viel Licht, aber auch Schatten. Woran das liegt, zeigt der Test.

Die Magic-Reihe von Honor steht eigentlich für Top-Smartphones aus dem Hause der ehemaligen Huawei-Tochter. Mit dem Honor Magic 4 Lite gibt es eine „abgespeckte“ Variante des neuen Flaggschiffs von Honor. Das Smartphone orientiert sich stark am Design des neuen Top-Smartphones, ist aber gemeinsam mit dem Honor 50 (Testbericht), Honor 50 Lite (Testbericht) sowie dem Honor X7 und Honor X8 der Mittelklasse zuzuordnen.

Wie schon beim 50er-Modell, der neuen X-Reihe sowie dem Honor Magic 4 Pro stehen alle Google-Dienste uneingeschränkt zur Verfügung. Wie viel Magic wirklich in der Lite-Version steckt und wo Käufer Abstriche machen müssen, erklären wir im Test.

Das Magic 4 Lite gehört mit einer Diagonale von 6,81 Zoll zu den wuchtigen Handys. Auf die gleiche Display-Größe setzt zudem das Magic 4 Pro. Mit einer Größe von 166 x 75,8 x 8,1 mm überragt es bei der Länge den „großen Bruder“ nochmals um 3 mm. Damit ist es in etwa so groß wie das Samsung Galaxy S22 Ultra (Testbericht) oder Motorola Moto G60s (Testbericht). Für die Ausmaße ist es mit 189 g allerdings ziemlich leicht – hier scheint Honor den Begriff „Lite“ wörtlich genommen zu haben. Andere Smartphones in diesem Format wiegen meistens 30 g mehr.

An eine einhändige Bedienung ist bei der Größe nicht zu denken. Allerdings liegt das Magic 4 Lite durch das niedrige Gewicht angenehm und gut in der Hand. Die Rückseite aus Kunststoff trägt dazu bei, dass das Handy nicht zu schwer ist. Die silberhelle Oberfläche in „Titanium Silver“ glänzt effektvoll im Licht und verändert je nach Lichteinfall ein wenig die Farbe. Da sieht schon mal sehr schick aus – allerdings sorgen solche Oberflächen in der Regel für deutlich sichtbare Fingerabdrücke. Das ist beim Magic 4 Lite nicht ganz so schlimm, wie wir befürchtet hätten. Die Abdrücke bleiben nur leicht sichtbar.

Für einen wertigen Eindruck sorgt der Rahmen aus Metall und die nahtlose Verarbeitung ohne größerer Spaltmaße. Lediglich die Display-Schutzfolie um die Punch-Hole-Notch stört etwas das haptische Erlebnis. Das Display ist vollkommen eben, anders als beim Magic 4 Pro mit seinem gewölbten 2,5D-Display. Der Power-Button ist auf der rechten Seite in einer kleinen Kerbe eingelassen – dort befindet sich zudem der Fingerabdrucksensor. Oberhalb liegt die Lautstärkewippe, die für unseren Geschmack ein klein wenig zu wackelig ist.

Sehr markant ist die Kamera auf der Rückseite. Diese ist wie beim Magic 4 Pro eingebettet in ein großes, schwarzes und kreisförmiges Element. Die Abstände der drei Linsen und des LED-Blitzes sind jeweils gleich groß, was für einen harmonischen und stimmigen Effekt sorgt. Zum Schutz vor Wasser oder Staub ist das Magic 4 Lite leider nicht geschützt.

Beim ersten Blick auf die technischen Daten macht sich eine kleine Enttäuschung breit. Das Magic 4 Lite setzt auf LCD mit IPS-Panel und nicht OLED. Das ist für diese Preisklasse zwar nicht ungewöhnlich, allerdings bieten immer mehr Hersteller OLED-Displays für Preise um die 300 Euro oder darunter an. Was Kontraste und Schwarzwerte angeht, ist OLED in der Regel besser als LCD.

Beim ersten Blick auf den IPS-Bildschirm offenbart sich jedoch schnell: Ein LCD kann ebenfalls für ein tolles Bilderlebnis sorgen. Die Kontraste sind ausgeprägt und die Farben kräftig. Dank der Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz wirken damit Videos oder Spiele zudem besonders geschmeidig. Für eine mehr als ordentliche Bildschärfe sorgt die Auflösung von 2388 x 1080 Pixel bei 385 ppi (Pixel pro Zoll). Bildpunkte sind hier faktisch nicht mehr zu erkennen.

Die maximale Helligkeit im manuellen Modus liegt unseren Messungen nach bei etwa 520 cd/m². Bei automatischer Helligkeitsanpassung kommen wir bei hellen Lichtverhältnissen auf 550 cd/m². Das ist an sich nicht schlecht, aber verglichen mit anderen Smartphones mit LCD in dieser Preisklasse kein Spitzenwert. Eine vergleichbare Helligkeit erreicht etwa das Nokia X10 (Testbericht) für 220 Euro. Smartphones mit OLED sind hier in der Regel nochmals heller, mit Werten um die 700 cd/m² oder mehr. Im Freien ist das Display des Magic 4 Lite noch ausreichend ablesbar, bei direkter Sonneneinstrahlung kann es aber schon herausfordernd werden.

Die Konfiguration der Kamera lässt uns etwas ratlos zurück. Die Hauptkamera bietet 48 Megapixel und fasst per Pixel-Binning üblicherweise vier Bildpunkte zu einem zusammen. So weit, so gut. Das zweite und dritte Objektiv mit jeweils 2 Megapixel sind für Makroaufnahmen und Tiefenschärfe gedacht. Eine Linse für Ultraweitwinkelaufnahmen gibt es demnach nicht. Das können wir nicht nachvollziehen, ist das in dieser Preisklasse doch längst Standard. Sowohl die Makrolinse als auch das Objektiv für Fotos mit Tiefenschärfe hätte sich Honor im Prinzip schenken können.

Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht ordentliche Aufnahmen. Den Farben fehlt es allerdings ein wenig an Kraft, die Kontraste könnten zudem besser ausgeprägt sein. Videos sind maximal mit Full-HD-Auflösung bei 30 fps möglich. Mangels optischem Bildstabilisator wirken diese etwas verwackelt. Ohne Telelinse erfolgt der Zoom rein digital. Bei einer dreifachen Vergrößerung wirken die Aufnahmen bereits verpixelt und detailarm. Bei Dunkelheit verloren die Aufnahmen rasch an Details. Der Nachtmodus sorgt für eine ordentliche Aufhellung der Fotos, die dann aber unscharf ausfallen. Als Bildformat ist nur 4:3, 1:1 oder 20:9 möglich. 16:9 geht nur bei Videoclips.

Etwas besser sieht es bei der Selfie-Kamera mit 16 Megapixel aus. Die Aufnahmen sind ausreichend scharf und wirken natürlich. Die Videoaufnahmen in Full-HD bei 30 fps bieten für Videochats eine ordentliche Qualität. Das Bokeh im Porträt-Modus gelingt gut, ohne größere Fehler rund ums Profil.

Das Herz des Honor Magic 4 Lite ist der Snapdragon 695 mit zwei flotten ARM-Cortex-A78-Kernen mit bis zu 2,2 GHz sowie sechs sparsameren ARM-Cortex-A55-Kernen mit bis zu 1,7 GHz. Die Mittelklasse-CPU wurde erstmalig Ende 2021 vorgestellt und soll gegenüber dem Snapdragon 680 und 690 eine deutlich höhere Leistung bieten. Zudem ist ein 5G-Modem ebenfalls an Bord.

Beim Benchmark Work 3.0 von PCmark erreichten wir im Schnitt knapp über 10300 Punkte. Das ist für ein Mittelklasse-Handy eine starke Leistung. Damit gehört das Magic 4 Lite zum oberen Drittel der Geräte aus unseren Tests. Noch vor zwei Jahren waren solche Werte eher Top-Smartphones mit Snapdragon 865 wie dem Xiaomi Mi 10T Pro (Testbericht) vorbehalten. Im Alltag zeigt sich das durch einen flüssigen Betrieb mit seltenen Rucklern. Weniger eindrucksvoll ist die Performance der Adreno 619. Beim Benchmark „Wild Life“ erreichte die GPU etwa 1200 Punkte. Für Casual Games ist das ausreichend, weniger für grafisch anspruchsvolle Titel. Das ist für die Preisklasse und den Prozessor aber normal.

Neben NFC, Bluetooth 5.1 und 5G unterstützt das Magic 4 Lite für Heimnetzwerke maximal Wifi-5. Das ist nicht mehr ganz zeitgemäß, beherrschen doch immer mehr Smartphones bis 400 Euro (Bestenliste) schon Wifi-6. Ebenfalls nicht auf dem neuesten Stand ist der Anschluss mit USB-C 2.0. Allerdings bieten hier nur deutlich teurere Geräte einen schnelleren USB-Standard.

Als RAM und interner Speicher stehen sowohl 6/128 GByte als auch 8/256 GByte zur Auswahl. Da eine Erweiterung mit einer Micro-SD-Karte nicht möglich ist, empfehlen wir hier zur größeren Variante zu greifen, die unwesentlich teurer ist. Der Fingerabdrucksensor im Power-Button macht einen verlässlichen und schnellen Job. Nicht ganz überzeugen konnte uns der Mono-Lautsprecher, der etwas zum Scheppern neigt.

Etwas irritiert sind wir beim Blick auf die Software: Das Handy kommt noch mit Android 11 zum Kunden. Der Sicherheits-Patch aus dem Februar ist zudem nicht mehr auf dem neuesten Stand. Wir hoffen, dass hier Honor bald mit einem Update nachzieht. Bei einem neuen Smartphone sollte Android 12 mit aktuellem Patch eigentlich zu erwarten sein.

Honor passt das Betriebssystem mit der Benutzeroberfläche Magic UI 4.2 umfangreich an die eigenen Vorstellungen an. So gibt es wie schon zu Zeiten von Huawei keinen separaten App-Drawer. Es kommt ausschließlich die Gestensteuerung zum Einsatz. Honor steuert zudem eine Menge Apps bei, inklusive eines eigenen App Stores bei. Viele Anwendungen wie Google Kalender müssen nachträglich installiert werden.

Der Akku beim Honor Magic 4 Lite bietet eine Kapazität von 4800 mAh. Beim Battery Test von PCmark erreichten wir im simulierten Betrieb eine Akkulaufzeit von 11,5 Stunden bei einer Display-Helligkeit von 200 cd/m². Das ist ein ziemlich guter Wert, mit dem sich das Handy im oberen Mittelfeld unserer Test wiederfindet.

Honor legt zudem ein starkes Netzteil mit einer Leistung von 66 Watt bei. Dieses erlaubt schnelles Laden. Ein Ladevorgang von 20 auf 100 Prozent gelingt damit in knapp 45 Minuten. Kabelloses Laden unterstützt das Magic 4 Lite hingegen nicht.

Das Honor Magic 4 Lite gibt es in den Farben Blau („Ocean Blue“), Schwarz („Midnight Black“) und Silberweiß („Titanium Silver“) mit 6/128 GByte oder 8/256 GByte. Direkt bei Honor gibt es das Handy mit 6/128 GByte inklusive Honor Band 6 (Testbericht) derzeit für eine UVP von 299 Euro. Die UVP für die Version mit 8/256 GByte liegt bei 349 Euro. In Schwarz gibt es die Version mit 8/256 GByte bereits ab 336 Euro.

Das Honor Magic 4 Lite macht auf den ersten Blick einen wirklich guten Eindruck. Das Smartphone ist für die Größe angenehm leicht, dünn und wirkt optisch hochwertig. Die Leistung der CPU ist für ein Gerät dieser Kategorie überzeugend, lobenswert ist auch das starke Netzteil. Das Display sorgt für eine tolle Bilddarstellung – allerdings kommt hier ein IPS-LCD zum Einsatz, während die Konkurrenz immer mehr auf OLED setzt. Wenig Verständnis haben wir für das Fehlen der Ultraweitwinkellinse.

Weshalb Honor es namentlich so nah an das Flagship Magic 4 Pro platziert, ist uns schleierhaft. Denn es ist alles andere als eine leicht abgespeckte Variante des Top-Smartphones, sondern nur ein weiteres Mittelklasse-Smartphone, das selbst in Konkurrenz zu den eigenen Modellen Honor X7 und X8 steht. Ein neues Gerät mit Android 11 auszuliefern, finden wir nicht mehr angemessen. Das ist schade, ansonsten ist abgesehen den erwähnten Schwächen ein schickes und ordentliches Smartphone.

Eine günstige und starke Alternative ist das Xiaomi Poco F3 (Testbericht). Es bietet ein tolles OLED-Display mit 120 Hertz, Wifi-6, eine bessere Kamera und ebenfalls gute Leistung. Günstiger, schlanker und schneller ist zudem das Xiaomi Mi 11 Lite 5G (Testbericht). Elegant, ausdauernd und flott ist das ähnlich teure Realme GT Neo 2 (Testbericht). Weitere Handys dieser Art zeigen wir in der Top 10: Die besten Smartphones 2022 bis 400 Euro (Bestenliste).

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