Honor 50 Lite im Test: Handy mit guter Kamera und rasanter Ladefunktion

Honor 50 Lite
Pro und Contra
  • schmaler Displayrand
  • gute Kamera für den Preis 
  • Akku in 45 Minuten aufgeladen 
  • schwache Performance
  • kein 5G
  • kein Schutz vor Wasser 
  • 4.0

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Das Honor 50 Lite ist die preiswertere Alternative zum neuen Honor 50. Es verspricht schnelle Ladezeiten dank 66-Watt-Netzteil. Doch wie schlägt es sich gegen die Konkurrenz?

Mit dem Honor 50 (Testbericht) hat das chinesische Unternehmen sein erstes Smartphone seit der Eigenständigkeit von Huawei herausgebracht. Honor schiebt nun den preiswerten Ableger Honor 50 Lite hinterher. Das Mittelklasse-Smartphone bietet ebenfalls sämtliche Google-Dienste, was ein Vorteil gegenüber Geräten von Huawei ist. Wir haben uns das neue Handy näher angesehen und zeigen Stärken, Schwächen und wo es sich im Vergleich zum Honor 50 unterscheidet.

Rein optisch hat die Lite-Version wenig mit dem Honor 50 gemeinsam. Das „Lite“ bezieht sich hier auf die Hardwareausstattung. Verglichen zum „normalen“ 50er-Modell ist es mit 192 Gramm gut 15 Gramm schwererer und mit Abmessungen von 162 x 75 x 8,5 Millimeter etwas größer sowie dicker, wodurch es einen insgesamt wuchtigeren Eindruck hinterlässt. Damit entspricht es in etwa der Größe eines Samsung Galaxy A52 (Testbericht). Das Display ist nicht gebogen, sondern eben und mit einer Diagonale von 6,67 Zoll etwas größer geraten.

Insgesamt wirkt das Honor 50 Lite etwas weniger verspielt. Die Formgebung hinterlässt aber einen harmonischen Eindruck. Die Rückseite ist leicht gewölbt und dient als Gegenpol zur ebenen Oberfläche des Bildschirms. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, wirkt aber durch die schicke Lackierung äußert hochwertig. Einziger Nachteil: Die Rückseite ist sehr empfänglich für Fingerabdrücke, wie es bei den meisten Smartphones in glänzender Optik ist. Gut gefallen hat uns das schlichte und mittig angeordnete Kameraelement mit vier Linsen. Dieses ragt nur minimal hervor, wodurch das Smartphone nicht wackelt, wenn es auf der Rückseite liegt.

Die Verarbeitung ist tadellos. Spaltmaße fallen nur minimal auf, die Lautstärkewippe bietet zudem einen festen Druckpunkt. Anders als beim Honor 50, befindet sich der Fingerabdrucksensor im Ein/Ausschalter. Eine Lösung, die uns besser gefällt als die im Display integrierte Variante. Denn diese ist leichter zu ertasten, ohne hinzusehen. Die Notch mit Frontkamera und Blitz am oberen linken Rand nimmt für unseren Geschmack allerdings etwas viel Displayfläche in Beschlag. Honor legt eine Schutzhülle aus Silikon dem Handy bei. Eine IP-Zertifizierung gegen Wasser oder Staub bietet das Honor 50 Lite leider nicht.

Beim 6,67-Zoll-Bildschirm handelt es sich um ein LC-Display mit IPS-Panel. Schade, die OLED-Anzeige beim „großen“ Bruder wusste zu überzeugen. Dennoch bietet das Display eine gute Bildqualität mit lebendigen Farben und ausgeprägten Kontrasten. Die Auflösung von 2376 x 1080 Pixel sorgt für eine mehr als ausreichende Bildschärfe. Die Displayränder fallen zudem sehr klein aus, was zu einem nahezu randlosen Erlebnis führt. Die Sättigung könnte allerdings etwas ausgeprägter erscheinen, was zuweilen etwas kraftlos wirkt. Für ein IPS-Panel ist die Blickwinkelstabilität gut.

Die Bildwiederholrate bietet mit 60 Hertz nur Standardkost. In dieser Preisklasse finden sich bereits viele Smartphones mit 90 oder sogar 120 Hertz, etwa das Motorola Moto G60s (Testbericht) für 230 Euro. Die maximale Helligkeit des Displays geht in Ordnung und beträgt im manuellen Modus 470 cd/m². Bei Sonneneinstrahlung schnellt diese auf knapp 600 cd/m² hoch. Damit bleibt die Anzeige Display auch im Freien gut ablesbar, wenn nicht gerade die Sonne direkt auf das Display scheint.

Bei der Lite-Version kommt wie schon beim Honor 50 (Testbericht) eine Quad-Kamera zum Einsatz: Die Hauptlinse löst mit 64 Megapixel auf und nutzt eine f/1.9-Blende. Zusätzlich gibt es noch ein Ultraweitwinkelobjektiv mit 8 Megapixel und jeweils eine 2-Megapixel-Linse für Makroaufnahmen sowie Tiefenschärfe. Die Frontkamera für Selfies leistet 16 Megapixel.

Insgesamt gelingen mit dem Honor 50 Lite mehr als ordentliche Aufnahmen für ein Smartphone in dieser Preisklasse. Die Fotos könnten einen Ticken heller erscheinen und mehr Schärfe bieten, zudem ist ein leichter Blaustich bei der Hauptlinse zu erkennen. Die Ultraweitwinkellinse bietet erwartungsgemäß bei 8 Megapixel etwas weniger Bilddetails. Erstaunlicherweise sind die Aufnahmen mit dieser Linse deutlich heller und weichen farblich stark von der Hauptlinse ab. Dafür kommen sie ohne störende Verzerrungen an den Rändern aus, was sonst bei Ultraweitwinkellinsen häufiger passiert.

Die Makrolinse liefert bei einer Entfernung von knapp 4 Zentimeter erstaunlich gute Bilder für die niedrige Megapixelzahl. Sehr effektiv ist zudem der Nachtmodus, der selbst bei starker Dunkelheit, wie einem Kellerraum, noch für genügend Licht sorgt – was zulasten von Bildrauschen geht. Zusätzlich gibt es einen Pro-Modus mit erweiterten Einstellungsmöglichkeiten, HDR, eine Panorama-Funktion sowie einen Zeitraffer.

Die Wahl des Bildformats ist eingeschränkt. Standardmäßig nutzen Fotos das Format 4:3. Als Alternative sind nur quadratische Aufnahmen sowie Fotos im Vollbildmodus von 20:9 möglich. Bilder in dem Format 16:9 gehen nicht. Das klappt nur bei Videoaufnahmen.

Die Selfiekamera macht gute Aufnahmen. Im Porträtmodus wirkt der Beautyeffekt etwas zu künstlich, das Bokeh gelingt dafür. Videoaufnahmen sind nur maximal mit 1080p bei 30 fps möglich. Diese wirken farbecht, mangels Bildstabilisierung neigen sie aber zu stärkerem Verwackeln, wenn man das Handy nicht ruhig hält.

Als Antrieb dient dem Honor 50 Lite ein Qualcomm SM6115 Snapdragon 662. Das Soc (System on a Chip) ist der unteren Mittelklasse zuzuordnen und sorgt jetzt nicht gerade für eine Überflieger-Performance. Beim Benchmark-Test von PCmark erreichten wir mit dem Honor 50 Lite etwa 6040 Punkte. Damit findet sich das Handy in Sachen Leistungsfähigkeit nur im unteren Drittel unserer Tests wieder. Es liegt bei der Leistung hinter dem Nokia X20 (Testbericht) oder dem deutlich preiswerteren Vivo Y70 (Testbericht). Dass starke Leistung nicht teuer sein muss, zeigt das Realme GT Master Edition (Testbericht) für 230 Euro eindrucksvoll mit 9600 Punkten.

Für den Alltag reicht die Leistung aus. Das Handy läuft halbwegs flüssig und ohne nennenswerte Ruckler. Spiele wie Asphalt 9 laufen auch – allerdings nur mit mittleren Grafikdetails. Zeitgemäß ist diese Leistung für ein Gerät um die 300 Euro im Jahr 2021 aber nicht mehr. Etwas besser sieht es bei der Speicherausstattung aus: 6 GByte RAM und 128 GByte interner Speicher gehen für den Preis in Ordnung. Eine Erweiterung des Speichers über eine Micro-SD-Karte ist aber nicht möglich.

5G kann das Honor 50 Lite nicht. Das ist aktuell in Ermangelung eines ordentlichen Mobilfunknetzes in Deutschland derzeit noch nicht so schwerwiegend – allerdings bleibt der Eindruck der fehlenden Zukunftsfähigkeit. Unter den besten Smartphones bis 300 Euro (Bestenliste) unterstützen bereits die meisten Geräte 5G. WLAN ist bis maximal Wifi-5 möglich, zudem bietet das Handy Dual-SIM, NFC und Bluetooth 5.0. Der Fingerabdrucksensor befindet sich im Powerbutton und macht einen zuverlässigen Job. Der Typ-C-Steckplatz unterstützt nur maximal den langsameren Standard USB 2.0, was aber für Smartphones in dieser Preisklasse nicht ungewöhnlich ist. Ein klassischer Klinkensteckplatz für 3,5 Millimeter ist erfreulicherweise ebenfalls an Bord. Viele Handys verzichten darauf.

Als Betriebssystem kommt Android 11 zum Einsatz mit der eigenen Benutzeroberfläche Magic UI 4.2 inklusive sämtlicher Google-Dienste. Diese verzichtet zum Beispiel auf den App-Drawer. Wer schon einmal ein Honor-Handy genutzt hat, wird sich sofort zurechtfinden. Der Sicherheitspatch stammt aus dem Oktober und ist somit nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand.

Die Kapazität des Akkus fällt mit 4300 mAh nicht überragend aus, entspricht aber dem Volumen des teureren 50er-Modells. Beim Battery Test von PCmark kommen wir auf eine simulierte Laufzeit von 10,5 Stunden, bevor der Akku einen Stand von unter 20 Prozent erreicht. Das ist gut 1,5 Stunden länger als beim teureren Honor 50 (Testbericht), aber kein wirklich herausragender Wert. Bei moderater Nutzung dürfte damit der Akku etwa 2 Tage lang durchhalten.

Andere Smartphones in dieser Preisklasse schaffen dank größerer Akkus längere Laufzeiten. Das Realme 8 5G (Testbericht) etwa für knapp 200 Euro hält bei dem Test gut 2 Stunden länger durch.

Wirklich beeindruckend ist das Netzteil mit 66 Watt – das ist hat so viel Leistung wie das Pendant bei einem 14-Zoll-Laptop von Asus. Damit ist das Honor 50 Lite in knapp 45 Minuten vollständig aufgeladen. Das kann man getrost Schnellladen nennen. Kabelloses Laden mittels Induktion über Qi ist aber nicht möglich.

Die UVP für das Honor 50 Lite liegt bei 300 Euro. Der günstigste Straßenpreis, den wir aktuell finden können, beträgt 280 Euro. In Deutschland ist das Handy in den Farben Schwarz oder Blau mit 128 GByte Speicher sowie 6 GByte RAM erhältlich.

Das Honor 50 Lite sieht gut aus und bietet ein großes Display mit sehr schmalen Rändern sowie ein für die Preisklasse ordentliche Kamera. Eine der größten Stärken dürfte die kure Ladezeit sein. Das 66-Watt-Netzteil lädt das Smartphone in 45 Minuten auf. Weniger überzeugend ist die CPU-Performance, 5G gibt es nicht.

Das Smartphone dürfte besonders interessant sein für Nostalgiker, die sich über die Rückkehr der Google-Dienste bei Honor freuen und nicht mehr als 300 Euro für ein Smartphone ausgeben wollen. Ansonsten bietet das Handy zu wenig Alleinstellungsmerkmale, weder die Leistung noch das Display oder die Akkulaufzeit heben sich besonders hervor in der großen Maße der Smartphones bis 300 Euro (Bestenliste).

Alternativen gibt es zuhauf. So bietet das Motorola Moto G60s (Testbericht) für 230 Euro ein Display mit 120 Hertz und eine bessere Performance. Leistung auf dem Niveau der Oberklasse finden Käufer beim Realme GT Master Edition (Testbericht). Ein fast unschlagbares Ausstattungspaket bietet das Xiaomi Poco F3 (Testbericht) mit OLED-Display, 5G und 120 Hertz.

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