Honor 50 im Test: Schick, schnell und endlich wieder mit Google

Honor 50
Pro und Contra
  • tolles OLED-Display
  • starke CPU-Leistung
  • schickes und schlankes Design 
  • mittelmäßige Akkulaufzeit
  • Ultraweitwinkelkamera mit Schwächen
  • rutschiges Gehäuse 
  • 4.0

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Das Honor 50 ist das erste Smartphone der Chinesen seit der Trennung von Huawei. Wieder zurück sind Google-Dienste, -Apps und Play Store. Wie gut das Mittelklasse-Smartphone ist, zeigt unser Test.

Honor meldet sich zurück. Die ehemalige Huawei-Tochter präsentiert mit dem Honor 50 ein Smartphone der gehobenen Mittelklasse. Dieses weist trotz der Unabhängigkeit eine erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Huawei Nova 9 auf. Eine Variante mit dem Beinamen Lite komplettiert das neue Sortiment. Gute Nachricht: Käufer dürfen sich beim neuen Honor-Smartphone auf die Rückkehr von Google-Apps freuen. Da Honor nicht mehr Teil von Huawei ist, betrifft der US-Bann das Unternehmen nicht mehr. Neuer Besitzer des Herstellers ist die Shenzhen Zhixin New Information Technology.

Geht es um technische Daten, scheint Honor ein großer Wurf gelungen. Wir zeigen in unserem Test, was das neue Mittelklasse-Smartphone wirklich leistet und ob sich der Kauf lohnt.

Das Honor 50 macht gleich auf den ersten Blick einen sehr eleganten und schicken Eindruck. Auffälligstes Merkmal ist das Curved-Display mit abgerundeten Seiten. Während Hersteller bei vielen Smartphones aus diesem Jahr maximal auf 2,5D setzen – also auf Ränder, die nur leicht am äußersten Rand gebogen sind - fällt die Krümmung hier schon deutlicher aus. Das erweckt den Eindruck, dass der OLED-Bildschirm an den Seiten faktisch keinen Rand hat. Auffällig ist die große optische Ähnlichkeit mit dem Nova 9 von Huawei. Sowohl bei Abmessungen, dem gebogenen Display oder der Gestaltung der Kamera gleichen sich beide Handys nahezu bis ins Detail.

Ebenfalls markant und auffällig ist die Kamera auf der Rückseite. Die vier Linsen samt LED-Blitz sind in jeweils zwei kreisförmigen Erhebungen untergebracht. Die Hauptlinse füllt eine davon ganz aus, die weiteren Objektive und der LED-Blitz befinden sich im zweiten Kreis darunter. Das ist laut Honor eine Hommage an das Aussehen früherer Smartphones mit zwei Linsen. Erfreulicherweise ragt die Kamera nicht stark hervor, dadurch stört sie die Haptik nicht. Ein leichtes Kippeln des Handys, wenn es auf der Rückseite liegt, ist aber nicht zu vermeiden.

Die Verarbeitung ist tadellos. Spaltmaße fallen keine auf, der Druckpunkt des Powerbuttons und der Lautstärketasten ist fest und solide. Der Fingerabdrucksensor ist ins Display integriert. Die Rückseite des Handys besteht allerdings nur aus Kunststoff – hier hätte Glas oder Aluminium den gehobenen optischen Eindruck auch haptisch untermauert. Wenigstens ist der Rahmen aus Metall. Durch die Lackierung unseres Testgerätes in „Midnight Black“ – das kann man sich als „Klavierlack“ vorstellen – vermittelt das Äußere dennoch einen edlen und wertigen Charakter. Der Nachteil der Hochglanzoptik: Die Rückseite ist empfindlich für Fingerabdrücke.

Die Abmessungen betragen 160 x 73 x 7,8 Millimeter. Damit ist das Honor 50 so dünn wie das Apple iPhone 13 und gehört zu den mittelgroßen Vertretern seiner Art. Das relativ dünne Gehäuse und das niedrige Gewicht von 175 Gramm verstärken den filigranen Eindruck des Mobiltelefons. Das entspricht bei der Größe weitgehend dem Realme 8 Pro (Testbericht) und ist etwas kleiner als das Xiaomi Redmi Note 10 5G (Testbericht).

Allerdings wirkt das Smartphone mit seinem gebogenen Display und der dünnen Form zerbrechlich. Zudem ist die Rückseite sehr rutschig, was Unfälle vorprogrammiert. Hier raten wir definitiv zur Nutzung der Schutzhülle, die dem Handy beiliegt. Gegen Flüssigkeit ist das Handy kaum geschützt, eine IP-Zertifizierung besitzt es nicht.

Beim Bildschirm hat Honor einen guten Job gemacht. Das stark gebogene OLED-Display bietet eine Diagonale von 6,57 Zoll bei einer Auflösung von 2340 x 1080 Pixel. Damit ist es mehr als ausreichend scharf. Das Bildformat fällt mit 20:9 sehr länglich aus. Die hohe Aktualisierungsrate von 120 Hertz sorgt für eine flüssige Wiedergabe bei Spielen, Videos oder wenn man durch Menüs wischt. Die Abtastrate liegt bei 300 Hertz.

Durch die Krümmung an den Seiten erweckt der Screen des Honor 50 den Eindruck eines fast randlosen Displays. Allerdings ist das auch gewöhnungsbedürftig, da Teile des Bildes auf der gebogenen Fläche leicht verzerrt wiedergegeben werden. Die OLED-Technologie sorgt davon abgesehen für hervorragende Bildqualität, die die meisten Vertreter mit LCD hinter sich lässt. Das zeigt sich an der ausgeprägten Sättigung und den starken Kontrasten mit hervorragenden Schwarzwerten. Die Farben sind kräftig, aber natürlich. Die Blickwinkelstabilität ist aus allen Betrachtungswinkeln hervorragend, auch bei starker Neigung sind Details auf dem OLED-Bildschirm gut zu erkennen.

Zudem ist das OLED-Display hell. Im manuellen Modus erreichen wir fast 500 cd/m², bei hellen Verhältnissen peitscht die Automatik diesen Wert auf über 680 cd/m² hoch. Dank der hohen Helligkeit bleibt das Display bei Sonnenschein gut ablesbar – selbst das Abspielen von Videoclips macht damit noch Spaß. Etwas störend ist lediglich das Spiegeln des Displays, wenn die Sonne direkt darauf scheint – ein Problem, das aber alle Smartphones betrifft.

Beim Honor 50 kommt eine Quad-Kamera zum Einsatz sowie eine weitere Linse für Selfies auf der Vorderseite. Die Hauptkamera bietet 108 Megapixel mit f/1.9-Blende. Zusätzlich finden sich eine Ultraweitwinkellinse mit 8 Megapixel sowie ein Makroobjektiv und eine Linse für Tiefenschärfe mit jeweils 2 Megapixel im Gehäuse.

Die Hauptkamera fasst per Pixel Binning neun Pixel zu einem zusammen, sodass die Bilder bei der Größe einer 12-Megapixel-Kamera entsprechen. Bei Tageslicht gelingen damit ordentliche Aufnahmen, die Bilddetails könnten jedoch umfangreicher ausfallen. Sättigung und Kontraste sind aber ausgeprägt, die Farben wirken kräftig und lebendig. Man erkennt, dass es sich um ein Gerät der Mittelklasse handelt. An die Fotoqualität eines OnePlus 9 (Testbericht) oder Xiaomi Mi 11 (Testbericht) reicht das nicht ganz heran. Bei Dunkelheit nimmt die Detailtiefe rasch ab. Der zusätzliche Nachtmodus schafft es erfolgreich, Bilder effektiv aufzuhellen, allerdings kommt es dann zu starkem Bildrauschen.

Enttäuscht hat uns die Ultraweitwinkelkamera. Man merkt der Linse die geringeren Megapixel an. Den Aufnahmen wirken unscharf und sind arm an Bilddetails. Zusätzlich weicht die Darstellung der Farben stark von der Hauptkamera ab und wirkt dadurch unnatürlich. Die Makrolinse ist eine nette Spielerei, die man vermutlich selten nutzt. Trotz der geringen Auflösung gelingen damit passable Nahaufnahmen, allerdings darf man nicht zu nah ans Objekt herangehen, sonst erscheint die Aufnahme unscharf. Die vierte Linse dient der Erzeugung von Tiefenschärfe. Diese macht einen verlässlichen Job und erzeugt etwa artistische Aufnahmen mit bewusster Unschärfe im Hintergrund.

Die Wahl des Bildformats ist jedoch eingeschränkt. Standardmäßig knipst das Handy in 4:3, daneben sind nur quadratische Aufnahmen sowie Fotos im Vollbildmodus von 20:9 möglich. Fotos in dem von uns bevorzugten Format 16:9 sind nicht möglich.

Einen starken Eindruck hinterlässt die Selfie-Kamera. Diese ist mittig eingebettet in der Punch-Hole-Notch am oberen Rand des Displays. Die Aufnahmen sind scharf und wirken naturgetreu mit ausgeprägter Sättigung und Farbtreue. Ein Porträtmodus erzeugt wahlweise einen Bokeh-Effekt für den Hintergrund oder „hübscht“ das Gesicht des Protagonisten per Weichzeichner in mehreren frei wählbaren Stufen auf.

Videos schießt die Hauptkamera mit einer Auflösung von maximal 4K bei 30 Frames per Second (fps), bei einer geringeren Auflösung von 1080p sind zudem 60 fps möglich. Dieser Modus ist zu empfehlen, wenn man sich viel beim Filmen bewegt. Die Bildqualität der Videos ist gut, die Farbgebung wirkt dabei natürlich. Dasselbe gilt für die Frontkamera, die auch für mehr als ordentliche Videoaufnahmen sorgt. Der elektronische Bildstabilisator macht einen guten Job. Dadurch wirken die Videoclips selten oder nur wenig verwackelt – außer man hantiert wild mit dem Smartphone.

Mit dem besonderen Modus „Multivideos“ möchte Honor gezielt Vlogger ansprechen. Bei dieser Option ist es möglich, gleichzeitig mit der vorderen und der hinteren Kamera zu filmen. Entweder, indem die Aufnahme gleichmäßig aufgeteilt ist oder indem die Selfie-Kamera in einem kleinen Fenster innerhalb der Hauptaufnahme erscheint. Es ist zudem möglich, gleichzeitig mit der Hauptkamera und Ultraweitwinkellinse zu filmen.

Die Software greift dem angehenden Vlogger dabei unter die Arme: Unter „Stories“ finden Nutzer in der Kamera-App voreingestellte Schablonen für Videoclips. Diese wechseln dann nach einem bestimmten Zeitraum automatisch zwischen verschiedenen Aufnahmeoptionen (gleichzeitige Aufnahmen vorne und hinten, Zeitlupen, Makroaufnahmen, Weitwinkel und Hauptkamera).

Was den Prozessor angeht, versorgt der Qualcomm Snapdragon 778G das Honor 50 mit ordentlich Power. Die Octa-Core-CPU setzt auf je vier Kerne mit ARM Cortex-A78 und Cortex-A55. Eine Adreno 642L unterstützt das System beim Rendering von Grafiken. 5G ist im System-on-a-Chip (SoC) ebenfalls mit an Bord.

Die starke Leistung belegen unsere Benchmark-Tests. Bei Work 3.0 von PCmark erreicht das Gerät im Schnitt Werte um die 12.000 Punkte. Das positioniert den Chip in die Spitzengruppe der gehobenen Mittelklasse. Mit dieser Leistung liegt es knapp hinter dem Xiaomi Mi 11 (Testbericht) sowie Motorola Edge 20 (Testbericht) und auf Augenhöhe mit dem Sony Xperia 5 III (Testbericht) oder Xiaomi Poco X3 Pro (Testbericht).

Ordentlich ist die Leistung bei 3D-Grafiken. Beim Benchmark-Test „Wildlife“ von 3Dmark holt es rund 2500 Punkte heraus. Die meisten Mittelklasse-Smartphones kommen hier auf Werte um die 1200 Punkte. Geräte mit Snapdragon 888 sind hier aber überlegen und erreichen zwischen 4000 und 5000 Punkten. Für eine Partie Asphalt 9 mit hohen Details bei flüssiger Darstellung reicht das aber aus. Im Alltag läuft das Smartphone ohnehin geschmeidig und flott. Ruckler waren uns keine aufgefallen.

Die günstigere Variante verfügt über 6 GByte RAM bei 128 GByte internem Speicher. Die von uns getestete Top-Ausführung nutzt 8 GByte RAM bei üppigen 256 GByte. Diese sind aber auch empfehlenswert, denn eine Erweiterung mittels Micro-SD-Karte ist nicht vorgesehen. Immerhin ist der Einsatz einer Dual-SIM möglich.

Das Mobiltelefon kann zudem 5G. Für WLAN-Verbindungen unterstützt es bereits Wi-Fi 6. Bluetooth ist mit Version 5.2 inklusive aptX HD auf dem neuesten Stand. NFC ist ebenfalls mit an Bord. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Der USB-C-Anschluss unterstützt nur den langsameren und eigentlich veralteten Standard USB 2.0. Wer große Mengen per Kabel zwischen Handy und Laptop kopiert, wird hier Geduld brauchen.

Der Fingerabdrucksensor sitzt im unteren Bereich des Bildschirms und reagiert zuverlässig. Tippt man das Display leicht an, wird der Bereich um den Fingerabdrucksensor optisch deutlich hervorgehoben. Das hilft, die richtige Stelle mit Daumen oder Zeigefinger zu finden.

Als Betriebssystem läuft Android 11. Die Benutzeroberfläche Magic UI bietet beim Layout das, was man anfangs von Honor und Huawei gewohnt war, etwa den Verzicht auf einen App-Drawer. Anders als bei Smartphones von Huawei stehen alle Google-Dienste inklusive Playstore zur Verfügung. Seit das Unternehmen nicht mehr zu Huawei gehört, ist es nicht mehr vom US-Bann betroffen. Allerdings gibt es schon wieder Gerüchte, dass die USA Honor erneut überprüfen wollen. Ein baldiges Update wäre allerdings ratsam für die Magic UI, der Sicherheitspatch von Android datiert noch aus dem September. Zudem hoffen wir auf ein baldiges Upgrade auf Android 12.

Das dünne und leichte Gehäuse des Honor 50 hat einen kleinen Nachteil: Es beherbergt einen Akku mit einer Kapazität von nur 4300mAh. Bei vielen Mittelklasse-Handys sind 5000 mAh zum Standard geworden. Die geringere Kapazität merkt man dem Handy an.

Beim Battery Test von PCmark erreicht das Gerät nach knapp über 9 Stunden einen Akkustand von unter 20 Prozent. Das entspricht etwa dem Oppo Find X3 Neo (Testbericht) und liegt damit im Vergleich zu anderen Geräten aus unseren Tests nur im unteren Drittel. Das Samsung Galaxy A52 (Testbericht) hielt zum Vergleich über 13 Stunden durch – allerdings bei 90 Hertz. Wir haben für den Test eine Helligkeit von 200 cd/m² gewählt im dynamischen Modus – dabei wählt das Handy je nach Szenario automatisch 120 oder 60 Hertz aus. Wer die Akkulaufzeit erhöhen will, kann das Display manuell auf 60 Hertz einstellen. Dann wirkt das Bild aber weniger flüssig.

Sehr erfreulich ist dagegen das schnelle Laden beim Honor 50. Das Netzteil leistet stolze 66 Watt und pumpt das Gerät in weniger als einer Stunde voll mit Energie. Kabellos geht das Ganze allerdings nicht.

Der Hersteller hat für das Honor 50 eine UVP von 499 Euro für das Modell mit 6/128 GByte sowie 599 Euro für 8/256 GByte ausgerufen.

Zur Auswahl stehen insgesamt vier ziemlich auffällige Farbschemata. „Midnight Black“ entspricht einem glänzenden Schwarz wie bei Klavierlack. Bei „Emerald Green“ handelt es sich um eine Metalliclackierung in Mintgrün. „Frost Crystal“ setzt auf kleine Glitzersteine auf einer silbernen Oberfläche. Bei „Honor Code“ zieren die einzelnen Buchstaben aus dem Markennamen die Rückseite über einen Farbverlauf zwischen Violett, Silber und Blau.

Das Honor 50 ist äußerst schick, dünn und angenehm leicht. Das gebogene OLED-Display mit 120 Hertz überzeugt auf ganzer Linie. Zudem läuft das Handy erstaunlich schnell und stabil.

Die Kamera liefert mit der Hauptlinse bei Tageslicht gute Aufnahmen und bietet spannende Features für Videoclips. Allerdings enttäuscht insbesondere die Ultraweitwinkelkamera. Statt einer Makrolinse wäre ein Teleobjektiv schöner gewesen. Der Preis erscheint uns derzeit für das Gebotene ein wenig zu hoch. Zudem ist der Akku schwach auf der Brust. Dadurch muss das Smartphone am Ende des Tages in der Regel ans Netz – wo es immerhin in weniger als einer Stunde aufgeladen wird.

Ähnliche technische Features zum günstigeren Preis bietet das größere Motorola Edge 20 (Testbericht). Das bessere Preis-Leistungs-Paket liefert das Xiaomi Poco F3 (Testbericht). Eine deutlich längere Akkulaufzeit hat zudem das Samsung Galaxy A52 (Testbericht). Weitere Alternativen zeigen wir in unserer Bestenliste Smartphones bis 500 Euro.

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