Alternative zu Peloton: Hometrainer Schwinn 800IC im Test

Schwinn 800IC
Pro und Contra
  • hochwertige Verarbeitung
  • sehr leise in Betrieb
  • Bluetooth- und App-Anbindung
  • Übermittlung von Trainingsdaten bei Peloton eingeschränkt
  • relativ groß und schwer
  • 5.0

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Teufel, Klipsch, Canton, KEF: Den besten Subwoofer für Musik und Heimkino finden

Teufel, Klipsch, Canton, KEF: Den besten Subwoofer für Musik und Heimkino finden

Hüllen, Cases & Displayschutz: Der beste Schutz fürs Motorola Edge 30 Pro

Hüllen, Cases & Displayschutz: Der beste Schutz fürs Motorola Edge 30 Pro

Grundlagen Soundbars: Fetter Klang für flache TVs

Grundlagen Soundbars: Fetter Klang für flache TVs

Monatlich kündbar: Die besten Handytarife von 0 bis 30 Euro

Die besten monatlich kündbaren Tarife: Unlimited ab 20€, 18 GByte D2 für 15€

Als Spinning-Bike ist das Schwinn 800 Indoor Cycle eine gute und preiswerte Alternative zu Peloton. Was der Hometrainer alles kann, zeigt der Test.

Beim Schwinn 800IC handelt es sich um ein sogenanntes Indoor Cycle. Anders als bei einem Ergometer erfolgt die Anpassung des Widerstands nicht über einen Computer, sondern über einen manuellen Drehknopf. Dieser erlaubt einen schnellen Wechsel des Widerstands, was das Trainingsgerät ideal zum Einsatz als Spinning Bike für den Heimsport macht. Regelmäßiges Spinning kräftigt das Herzkreislaufsystem und trainiert die Muskulatur im Oberschenkel, den Waden und im Gesäß.

Laufräder wie bei einem herkömmlichen Fahrrad gibt es nicht, sondern ein Schwungrad. Dieses hat im Vergleich zu einem klassischen Heimtrainer oder Ergometer eine wesentlich höhere Schwungmasse. Umso größer die Masse, desto besser ist der Rundlauf auch bei hohem Tempo und großer Intensität. Ein gutes Indoor Cycle sollte eine Schwungmasse von etwa 18 Kilogramm haben. Auf einen umfangreichen Trainingscomputer verzichten Indoor Cycles weitgehend, der Widerstand wird ausschließlich individuell und manuell angepasst. Wer also ein Trainingsgerät mit einem vorgefertigten Programm benötigt, das den Widerstand automatisch anpasst, sollte eher zu einem Ergometer (Ratgeber) greifen.

Beim Spinning trainieren die Teilnehmer unter Anleitung eines Trainers in Intervallen mit unterschiedlicher Intensität – vom Sprinten auf moderater Stufe bis zum „berghoch“ Radeln im Stehen mit starkem Widerstand. Den Widerstand wählen Trainierende je nach Kondition selbst – der Trainer gibt nur eine grobe Tendenz an bei der Schwierigkeit und der Trittfrequenz. Im Fitnessstudio trainieren in der Regel mehrere Teilnehmer mit einem Trainer. Bei einem smarten Indoor Cycles erfolgt das virtuell über Apps wie Peloton, Zwift oder JRNY sowie Videos.

Die Schwinn Bicycle Company wurde Ende des 19. Jahrhunderts vom deutschen Auswanderer Ignaz Schwinn in Chicago gegründet. Lange Zeit machte sich das Unternehmen in den USA einen Namen als Hersteller von Fahrrädern. 1992 ging das Unternehmen in Konkurs und gehört seit 2001 zu Pacific Cycle. Die Sparte für Fitnessgeräte gehört mittlerweile dem Unternehmen Nautilus, das für Marken wie Bowflex bekannt ist.

Wie gut sich das Schwinn 800 Indoor Cycle beim Spinning-Training zu Hause schlägt, verrät unser Test. Mehr Ratgeber zu Heimsport finden sich in unserer Themenwelt Fitness, dazu gehören Smarte Ergometer zum Abnehmen: Günstige Alternativen zu Peloton ab 500 Euro sowie Laufen im Winter: Klappbare Laufbänder und Sport-Zubehör für die kalte Jahreszeit und Smart abnehmen: Fitness-Tracker, Laufbänder, Ergometer und Waagen.

Als Indoor Cycle bietet das Schwinn 800IC Elemente eines Rennrads. So kommt ein Sportsattel zum Einsatz, der weniger für lange Strecken, sondern eher für ein knackiges Training gedacht ist. Das gebogene Lenkrad erlaubt verschiedene Griffe für das Fahren im Sprint, im Stehen oder beim Cool Down. Die Pedale verfügen sowohl über Riemen für normale Sportschuhe als auch Cleats zum Einklicken in Bike-Schuhe.

Der Sitz sowie das Lenkrad sind sowohl in der Höhe als auch horizontal verstellbar, um eine präzise und individuelle Anpassung an die Körpergröße fürs Training vorzunehmen. Das Lenkrad ist dabei angenehm gummiert. Der Drehknopf zum stufenlosen Anpassen des Widerstands befindet sich mittig auf der Rahmenstange unterhalb des Lenkrads und ist stets gut erreichbar. Die Verarbeitung des Schwinn 800IC macht einen absolut hochwertigen und soliden Eindruck. Als Material kommt vorrangig Metall zum Einsatz. Lediglich die Verkleidung der Kette, die die Pedale mit dem Schwungrad verbindet, ist in Kunststoff gehüllt. Das alles hinterlässt ein großes Vertrauen in die Verarbeitungsqualität des Produkts.

Am vorderen Standfuß sind zwei Rollen aus Gummi untergebracht. Dieser erleichtern den Transport des Fahrrads, wenn man es über das Lenkrad nach vorne neigt. Das ist auch nötig, denn das Indoor Cycle wiegt stolze 48 Kilogramm. Einfaches Umstellen dürfte hier für viele zu schwer sein. Zudem ist das Spinning Bike mit einer Abmessung von 124 x 54 x 131 Zentimetern (L/B/H) deutlich länger als ein herkömmlicher Ergometer, der meistens knapp unter 100 Zentimeter Länge bleibt. Das sollte man vor dem Kauf für einen geeigneten Standort in der Wohnung berücksichtigen. Dafür eignet sich das Schwinn 800IC auch für Personen mit einem Körpergewicht von bis zu 150 Kilogramm.

Für die Montage sollte man ebenfalls etwas Zeit einplanen, wir haben etwa 90 Minuten gebraucht, um den Hometrainer zusammenzubauen. Die Anleitung ist verständlich und alle nötigten Werkzeuge liegen bei.

Sehr praktisch: Unter dem Lenkrad befindet sich zwei Trinkflaschenhalter. Personen mit langen Beinen könnten beim Fahren im Stehen an eine längere Trinkflasche stoßen – hier bietet es sich an, das Lenkrad und den Sitz horizontal zu verstellen, um das in Zukunft zu verhindern. Darüber befindet sich zudem eine Halterung für ein Tablet zum Trainieren per App. Die Halterung eignet sich auch für größere Tablets jenseits von 13 Zoll. Eine Pulsmessung über den Lenker ist nicht möglich, hierfür braucht es einen Fitness-Tracker oder Pulsgurt mit Bluetooth.

Das kompakte Display zeigt beim Training Informationen an – auch ohne das Zusammenspiel mit einer App. Ganz oben befindet sich eine Leiste, die die Pedalumdrehung pro Minute in RPM (Revolutions per Minute) auf einer Skala bis 125 anzeigt. Darunter folgt eine Angabe der seit dem Trainingsstart verstrichenen Zeit, sowie ein geschätzter Kalorienverbrauch, eine Geschwindigkeitsanzeige und die zurückgelegte Distanz in Kilometern. Welche Schwierigkeitsstufe beim Widerstand gerade eingestellt ist, zeigt die Anzeige unter „Level“ von 1 bis 100 an. Eine Zeile mit der Angabe des Pulses ist ebenfalls vorhanden.

Der Drehknopf dient zudem als Notfallbremse für das Schwungrad, indem man ihn nach unten drückt. Das Schwungrad selbst hat eine Schwungmasse von 18 Kilogramm. Die Einstellung des Widerstands erfolgt magnetisch. Für die Kommunikation mit einem Pulsgurt oder die App-Anbindung nutzt der Hometrainer Bluetooth.

Das Training mit dem Schwinn 800IC ist sehr komfortabel, die Einstellungsmöglichkeiten von Sitz und Lenker sind umfassend. Nichts wackelt, alles sitzt fest und stabil. Der Betrieb ist sehr leise, sodass andere nicht gestört werden von dem Rad. Speziell in Verbindung mit einem Kurs per Video oder App macht das Training besonders Spaß und kommt vom Fahrgefühl sehr nahe an ein echtes Rennrad heran. Allerdings fällt das Bike etwas wuchtig aus und braucht einigen Platz mit einer Länge von 125 Zentimetern. Zudem ist es schwer.

Eine App ist nicht zwingend nötig für das Training mit dem Indoor Cycle. Es hat jedoch einen gewissen Charme, damit durch virtuelle oder reale und per Video aufgezeichnet Landschaften zu strampeln und von einem Trainer begleitet zu werden, der jeweils die gewünschte Intensität ankündigt. So macht das Trainieren zu Hause einfach mehr Spaß.

Standardmäßig können Käufer die App JRNY von Bowflex nutzen. Diese gibt es sowohl im Google Play Store für Android als auch im Apple App Store für iPadOS/iOS. Im ersten Jahr ist die Nutzung kostenlos. Danach kommen Abokosten von knapp 20 Euro im Monat hinzu. Das Jahresabo ist ermäßigt und liegt bei 150 Euro.

Die JRNY-App bietet sowohl einen virtuellen Trainingskurs durch verschiedene Landschaften, der von einem Coach begleitet wird. Es gibt Touren durch den Schwarzwald, die griechische Insel Kreta sowie eine US-amerikanische Wüste und eine Großstadt zur Verfügung. Insgesamt gibt es über 100 Strecken. Der Coach gibt Anweisungen zur jeweiligen Trainingsintensität. Die App gibt dabei die Trittfrequenz wieder. Ergänzend gibt es klassische Spinning-Kurse, bei dem man einen Trainer auf dem Fahrrad sieht, der Anweisungen zum Training macht. Wir haben dafür das Xiaomi Pad 5 (Testbericht) als Tablet genutzt.

Das Schwinn 800IC ist zudem kompatibel zu Peloton. Es gibt jedoch ein paar Einschränkungen: Daten wie Trittfrequenz/Schnelligkeit oder Widerstand werden nicht an die App übertragen. Der Zugriff auf die Kurse ist aber möglich. Die Kosten fallen mit 39 Euro im Monat sehr üppig aus. Eine weitere App mit virtuellen Trainingsangeboten für das Indoor Cycle von Schwinn ist Zwift (15 Euro/Monat) sowie Kinomap (11 Euro/Monat). Alternativ bieten sich weiter Dienste an, wie Les Mills On Demand, bei denen man am Training über ein Video mitmacht. Auf Youtube finden sich zudem weitere Aufnahmen von Landschaften, zu denen man in die Pedale treten kann.

Das Schwinn 800 Indoor Cycle kostet aktuell 950 Euro und ist bei Sport Tiedje, AKW-Fitness und Amazon erhältlich. Wer auf Bluetooth- und App-Anbindung verzichten kann, bekommt für 620 Euro das Schwinn 700 Indoor Cycle. Zur Pulsmessung bietet sich als Zubehör ein Gurt mit Bluetooth-Support an oder ein Fitness-Tracker (Bestenliste).

Mit dem Schwinn 800IC bekommen Käufer ein hochwertiges und äußerst solides Trainingsgerät fürs Spinning. Die Verarbeitung ist hervorragend, der Betrieb angenehm leise. Das Trainingsgerät fällt jedoch etwas wuchtig und schwer aus. Per Bluetooth ist eine Anbindung an Trainings-Apps möglich wie etwa JRNY, für die jedoch monatliche Kosten dazukommen. Eine günstige Alternative ist das Nachfahren von Videokursen aus Youtube – aber auch ohne Tablet oder Fernseher ist damit ein Training möglich. Die Intensität und den Widerstand müssen Anwender selbst einstellen.

Weitere Alternativen zum Trainieren zu Hause zeigen wir in den Ratgebern Smarte Ergometer zum Abnehmen: Günstige Alternativen zu Peloton ab 500 Euro sowie Laufen im Winter: Klappbare Laufbänder und Sport-Zubehör für die kalte Jahreszeit. Sehr praktisch für die Messung des Pulses und den Kalorienverbrauch ist dabei ein Fitness-Tracker, geeignete Modelle zeigen wir in der Bestenliste: Die Top 10 der Fitness-Tracker 2022.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.