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Hobot Legee 7
Pro und Contra
  • sehr gute Wischfunktion
  • hervorragende Navigation
  • zusätzliche Saugfunktion für Hartböden
  • ausschließlich für Hartböden geeignet
  • 4.5

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Die meisten Saugroboter ab der Mittelklasse können heute auch wischen – mehr oder weniger. Der Hobot Legee 7 kann das besonders gut und saugt eher nebenher. Was diese Kombi taugt, klären wir im Test.

Selbst günstige Saugroboter wie ein Xiaomi Dreame D9 (Testbericht) können mittlerweile wischen – oder zumindest das, was sie dafür halten. Genaugenommen ziehen sie einfach ein feuchtes Tuch hinter sich her, sodass das letztendlich kaum mehr als Staubwischen ist. Bessere Geräte wie der Roborock S7 (Testbericht) gehen sogar noch einen Schritt weiter und verfügen über vibrierende Wischtücher. Darüber hinaus kann der S7 das Tuch auf Teppich anheben. Für so einen Hybrid-Sauger ist das derzeit das Nonplusultra, bei der reinen Wischleistung kommt aber selbst dieses Modell nicht an einen guten Wischroboter oder gar Wischen von Hand heran. Das will der Legee 7 von Hobot besser machen und wählt dafür eine andere Herangehensweise.

Er konzentriert sich auf das Wischen und setzt dafür auf zwei Wischplatten, die sich bis zu 900 Mal in der Minute oszillierend auf einander zu und wieder auseinander bewegen und so Schrubb-Bewegungen nachahmen. Dabei drücken die beiden Platten die daran befestigten Wischtücher mit je rund 1,8 Kilogramm auf den Boden und eines der beiden Tücher wird aus dem internen Wassertank befeuchtet. Saugen kann der Legee 7 auch, doch das macht er eher wie sehr einfache Saugroboter, nämlich nur mittels einer Düse vor den Wischplatten, also komplett ohne Rollenbürste. Das macht auch den Einsatzzweck des Hobot-Modells klar: Hartböden wie Fliesen, Laminat oder Parkett.

Auf den ersten Blick sieht der Hobot Legee 7 aus wie ein typischer Saugroboter in D-Form, wie ihn Anbieter wie Neato nach wie vor wegen ihres guten Saugverhaltens in Ecken verwenden. Der Hersteller setzt auf eine Mischung aus blauem und schwarzem Kunststoff, der Laserturm für die Navigation sitzt hinten oben auf dem Gehäuse. Eine Seitenbürste vorne rechts sorgt dafür, dass loser Schmutz in die Mitte des Gerätes befördert wird, wo er von der Ansaugdüse mit 2700 Pascal aufgenommen wird. Der Großteil der Oberseite lässt sich aufklappen, darunter befinden sich der leicht zugängliche Staubbehälter mit stattlichen 500 Milliliter und der fest installierte Wassertank mit 340 Milliliter. Da man ihn nicht herausnehmen kann, legt Hobot eine kleine Flasche mit Schnabel zum Befüllen bei. Hinten befinden sich Ladekontakte, der untere Bereich des vorderen Bumpers ist mit Gummi beklebt und schützt so zusätzlich Möbel im Weg des Roboters.

Den größten Unterschied im Vergleich zu Saugrobotern gibt es unter dem Gerät zu sehen. Hier finden sich die zwei bereits erwähnten, beweglichen Wischplatten, auf die passende Wischtücher einfach aufgeklettet werden. Dazwischen platziert der Hersteller vier Düsen, die per App dosierbar Flüssigkeit aus dem Wassertank auf den Boden sprühen - das erste Wischtuch poliert den Boden also eher trocken, während das zweite Feuchtigkeit und Schmutz aufnimmt. Die Tücher sind auswaschbar. Und noch einen Unterschied gibt es: Der Legee 7 wird nicht von zwei Hauptantriebsrädern und einem Stützrad getragen, sondern balanciert auf zwei kurzen Gummiketten ohne Profil. Das verhindert das typische Muster der Gummiräder auf feuchtem Boden.

Neben der Ladestation, die ein einfaches Kabelmanagement bietet, aber sehr leicht ist und daher mit vorinstallierten Klebestreifen am Boden gehalten werden soll, packt Hobot noch eine sehr dünne, ebenfalls festzuklebende Unterlage als Schutz vor Feuchtigkeitsschäden in den Lieferumfang, auf der der Roboter beim Laden steht. Das mit dem Kleben funktioniert zwar, wer jedoch den Standort der Ladestation wechseln muss, dürfte sich früher oder später über nachlassende Adhäsionskräfte ärgern. Weiterhin im Lieferumfang: ein Paar zusätzlicher Wischtücher und zwei weitere Seitenbürsten. Außerdem gibt es Lesestoff in Form papiergebundener Garantiebestimmungen und einer Bedienanleitung in vielen Sprachen sowie vier Austausch-Wasserdüsen.

Das Anlernen des Legee 7 an die Legee-7-App (Achtung, nicht die “normale” Hobot-App verwenden!) gestaltet sich einfach. App herunterladen, ein kostenloses Konto mit Mail und Passwort einrichten, in der App nach dem Roboter suchen und auf „Verbinden“ klicken – fertig. Wichtig ist hierbei, dass sich das WLAN auf 2,4 GHz versteht und das Passwort keine Leerzeichen enthält. Gerade Letzteres stellt eigentlich heute kaum noch Geräte vor Probleme.

Die App ist recht simpel aufgebaut. Der Hauptbildschirm bietet ein großes virtuelles Wahlrad für insgesamt acht Reinigungsmodi. Sie heißen Standard-, Starker-, Eco-, Haustier-, Benutzerdefinierter-, Trocken-, Polieren- und Fleckenmodus – nur was sich dahinter verbirgt, erklärt die App leider nicht. Schaut man sich den benutzerdefinierten Modus an, dürfte es sich bei all den Modi um Programme handeln, die unterschiedliche Intensitätsstufen für Wasserzufuhr auf den Boden, Saugleistung, Wischfrequenz und Fahrgeschwindigkeit beinhalten. Genau das sind nämlich die Parameter, die der Nutzer definieren darf – benutzerdefiniert eben.

Die typischen Einstellungen für eine zeitgesteuerte Reinigung, Firmware-Updates, Stimmlautstärke, Sprachwahl und einiges mehr findet sich ebenfalls auf der ersten Seite. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, anstelle der vorgefertigten Sprachnachrichten für Reinigungsstart, Rückkehr zur Ladestation und einiges mehr eigene Nachrichten aufzunehmen. Eine lustige Spielerei, bei der der eingebaute Lautsprecher aber schnell an seine Grenzen kommt. Obwohl der Roboter für Google Assistant und Siri kompatibel sein soll, konnten wir eine entsprechende Einstellung nicht finden. Hat man seine Wahl getroffen, kommt man auf den Kartenbildschirm. Hier sieht man den Reinigungsfortschritt in Echtzeit, außerdem lassen sich hier nach dem ersten Durchgang zum Erstellen der Karte wie bei inzwischen den meisten Robotern einzelne Räume anpassen, sofern die automatische Unterteilung nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Außerdem lassen sich hier virtuelle Wände und Flächen errichten, die der Roboter nicht befahren soll.

Die Navigation des Hobot Legee 7 ist vorbildlich. Wie andere Saugroboter mit Laser-Navigation erstellt der Wischroboter eine detaillierte Karte seiner Umgebung und erkennt Hindernisse, die nicht niedriger als die Bauhöhe des Bots von fast 10 Zentimeter sind, zuverlässig und rempelt daher kaum vor Möbel oder andere Hindernisse. Auffällig ist der Umstand, dass der Wischroboter auch nach dem ersten Erstellen der Karten nicht Räume komplett abfährt, sondern wie zu Beginn immer rund 15 Quadratmeter große Rechtecke reinigt - Stück für Stück. Dadurch wischt er nicht in großen Räumen durchgehende Bahnen.

Davon abgesehen macht der Legee 7 seine Sache sehr gut – solange keine zu flachen Teppiche in der Nähe sind. Auf die fährt er nämlich gern drauf – und sich mit etwas Pech irgendwann fest. Denn das Rumgewackel der beiden oszillierenden Wischplatten mit entsprechend hohem Widerstand der Wischtücher auf den (Kunst)Fasern der Auslegeware sorgt dafür, dass der Roboter auf Teppich kaum vorankommt. Das ist besonders dann schlecht, wenn er gerade versucht, seine Karte von den Räumlichkeiten zu erstellen. Fährt er sich fest, war es das mit der Kartographie. Erst danach lassen sich allerdings virtuelle Verbotsflächen definieren. Zum Glück kommt das nur bei sehr niedrigen Teppichen vor, alles über 0,5 Zentimeter nimmt der Legee 7 als Hindernis wahr und hangelt sich entsprechend daran entlang. Für Altbauwohnungen ist er daher nichts, sofern der Nutzer ihn nicht ständig von Raum zu Raum schleppen will. Das würde dank Speichermöglichkeit für bis zu 5 Karten allerdings funktionieren – auch mit unterschiedlichen Stockwerken.

Ansonsten macht der Hobot Legee 7 seine Arbeit richtig gut. Das gilt zwar auch für die Saugleistung, die nominell mit 2700 Pascal ordentlich ausfällt. Dass eine Rollenbürste auf Hartböden ohnehin nicht zwingend nötig ist, haben wir bereits bei sehr günstigen Saugern wie dem Vileda VR 102 (Testbericht) angemerkt. Nur auf Teppich bieten solche Geräte keine befriedigende Reinigungsleistung – aber hier gehört der Legee 7 auch nicht hin. Noch besser – zumindest in Relation zu Hybridsaugern wie dem sehr guten Roborock S7 (Testbericht) - ist allerdings die Wischfunktion.

Während Hybrid-Geräte gern bei regelmäßigem Gebrauch Streifen hinterlassen, weil das Wischtuch nicht gleichmäßig und komplett feucht ist und normalerweise nur mitgezogen wird, verunstaltete der Legee 7 die Testflächen nach mehrtägigem Testgebrauch nicht. Im Gegenteil: Langsam aber sicher entfernte er dank Poliermodus die Hinterlassenschaften früherer Testgeräte - bravo! Ansonsten sollte man aber keine Wunder erwarten. Besser als Hybridsauger wischt das Hobot-Modell zwar schon, auch besser als unserer Favorit Roborock S7 (Testbericht). Auch einen kleineren Ketchup-Fleck oder eingetrockneten Kaffee schafft das Gerät mühelos, doch irgendwann ist die Aufnahmefähigkeit des Wischtuches einfach erschöpft und bauartbedingt verschmiert auch der gute Hobot-Wischroboter Schmutz nur noch in der Wohnung. Hier könnte nur ein ausgeklügeltes System mit getrenntem Frisch- und Schmutzwasser und entsprechender Reinigung der Wischtücher helfen – das kann der Legee 7 aber nicht. Insgesamt gehört der Hobot Legee 7 dennoch zu den besten Wischrobotern, die wir bislang getestet haben.

Satte 599 Euro kostet der Hobot Legee 7 in der UVP des Herstellers. Andere Farben als Blau-Schwarz gibt es nicht.

Der Preis ist heftig, 599 Euro UVP ist unserer Meinung nach etwas hoch angesetzt. Nicht, weil der Wischroboter schlecht wäre, im Gegenteil. Er sorgt bei täglicher Reinigung und moderatem Dreck in der Wohnung hervorragend für Aufrechterhaltung eines Grundsauberkeitslevels, den in dieser Form kein Hybridsauger schafft. Das gilt aber nur für Reinigungsflächen mit möglichst viel Hartboden wie Fliesen oder Laminat, denn für Teppich ist der Roboter komplett ungeeignet. Das schränkt die Zielgruppe stark ein, denn wer hat nicht hier oder da wenigstens eine Brücke in Flur oder Wohnzimmer?

Natürlich ist der Reinigungsgrad bauartbedingt eingeschränkt. Ja, der Legee 7 entfernt auch mal eingetrocknete Flecken, sofern sie nicht zu groß sind. Allerdings kommt er mengenmäßig dabei schnell an seine Grenzen. Mal eben etliche Schlammspuren der Kinder entfernen? Das klappt nicht, denn schnell ist die Aufnahmekapazität des Wischtuches erreicht. Das ist zwar bei fast allen Wischrobotern so, aber 600 Euro sind dafür unserer Meinung nach etwas zu viel. Wer das Modell hingegen seiner echten Bestimmung zuführt, wird zufrieden sein.

Eine preislich ähnliche Alternative als Wischroboter ist der iRobot Braava M6 Jet (Testbericht). Wer lieber ein Kombigerät haben will, sollte einen Blick auf den Roborock S7 (Testbericht) werfen.

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