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Heizen per App: smartes Thermostat Eberle Wiser im Test
Pro und Contra
  • Gute Verarbeitung, kompakte Größe
  • Übersichtliche App
  • Bringt alle wichtigen Funktionen
  • Wiser-Hub obligatorisch trotz Zigbee
  • Fensteroffenerkennung unzuverlässig, kein Display
Rating:
  • 4.0
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Das Thermostat Eberle Wiser Heat ist nun seit zwei Jahren bei uns im Dauereinsatz. Der Langzeittest zeigt unsere Erfahrungen mit der App-gesteuerten Heizung.

Das Heizkörperthermostat Wiser Heat von Eberle regelt die Temperatur am Heizkörper nach einem vorher bestimmten Zeitprogramm und beachtet dabei auch die tatsächliche Außentemperatur. Dieses Artikel-Update beschreibt unsere Erfahrungen nach zwei Jahren im Dauereinsatz. Auch die Komponenten Raumthermostat sowie Wiser Plug sind in das System integriert. Im Winter 2020/2021 erhielt Wiser Heat ein großes Software-Update mit komplett neuer Nutzeroberfläche und einigen zusätzlichen Features.

Die zentrale Steuereinheit von Wiser ist die App. In Verbindung mit den Sprachassistenten von Google und Amazon – auch nach über zwei Jahren noch nicht Apple – reagiert Wiser auf Zuruf. Wiser will die Raumtemperatur also einfacher, ortsunabhängig und auch effizienter regeln, als durch das Drehen an den altbekannten Heizkörperthermostaten. Ob das stimmt und wie gut Wiser Heat nach zwei Jahren funktioniert, klärt der Test.

Im Rahmen unserer Themenwelt smarte Heizkörperthermostate haben wir folgende Produkte getestet und fassen die Ergebnisse im Vergleichstest smarte Heizkörperthermostate zusammen. Einen schnellen Überblick liefert unsere Bestenliste smarte Heizkörperthermostate .

In das Wiser Heat Starter Kit packt der zu Schneider Electric gehörende Hersteller Eberle zwei Thermostate und einen Hub. Eberle setzt zur Kommunikation zwischen Thermostat und Hub zwar auf den weit verbreiteten Funkstandard Zigbee. Trotzdem sind die Thermostate nicht zum Hue-Hub oder dem Amazon Echo Plus (Testbericht) kompatibel und funktionieren nur mit dem Eberle-Hub. Schade, schließlich versprach uns das Eberle vor etwa zwei Jahren noch. Nun rechnen wir nicht mehr damit.

Zur Installation schließt man zunächst den Hub an den Strom an und lädt die Wiser-Heat-App für iOS oder Android herunter. Diese führt Schritt für Schritt durch den Installationsprozess. Der Nutzer wird unter anderem aufgefordert, eine E-Mail-Adresse und eine Postadresse für die lokalen Wetterdaten anzugeben. So ganz ohne Cloud-Anbindung funktioniert Wiser nicht, allerdings steckt auch kein mit Zusatzkosten verbundenes Abomodell dahinter.

Um die smarten Thermostate anzubringen, muss man zunächst die Alten entfernen. Eine Rohrzange löst dafür den Schraubring des alten Thermostats und zieht nach dem Aufstecken des neuen Thermostats dessen Schraubring handfest an. Handwerkliches Geschick ist dafür nur nötig, wenn sich der Heizkörper an einer schwer zugänglichen Stelle befindet. Austretendes Wasser muss niemand befürchten, da das im Heizkörper eingebaute Ventil erhalten und der Wasserkreislauf geschlossen bleibt.

Dank normierter 30-mm-Verschraubung sollten die Thermostate auf die meisten Heizkörperventile passen. Alternativ legt Eberle je einen Gewinde- und einen Danfoss-RA-Ventiladapter aus Kunststoff bei. Wer ein exotischeres, inkompatibles Heizventil hat, kann weitere Adapter für wenige Euro dazukaufen.

Die smarten Heizungsthermostate sind mit einer Länge von 75 Millimetern und einem Durchmesser von 50 Millimetern ähnlich kompakt wie ein mechanisches Standardthermostat. Leider haben sie kein Display für die Temperaturanzeige, lediglich drei farbige Status-LEDs. So ist es nicht möglich, die Heizung manuell auf einen genaue Temperatur einzustellen. Nach zwei Jahren Nutzungszeit zeigt sich allerdings, dass dies im Alltag kaum stört.

Dreht man den Ring kurz in Richtung Minus , senkt sich die aktuelle Solltemperatur für eine Stunde um zwei Grad. Die blaue Status-LED bestätigt dies. Äquivalent erhöht das kurze Drehen in Richtung Plus die Raumtemperatur für eine Stunde um zwei Grad. Die rote Status-LED leuchtet dabei. In der Praxis ergibt dies bei einzelnen Heizkörpern zum Beispiel im Bad Sinn. Zur gleichzeitigen Steuerung mehrerer Wiser-Thermostate sind App oder Sprachassistent komfortabler.

In die Heizkörperthermostate passen zwei mitgelieferte AA-Batterien. Nach etwa acht Monaten fing eines der Heizkörperthermostate ohne Vorwarnung an zu spinnen. Ein Wechsel der Batterien löste das Problem. Allerdings hätten wir uns vorab eine Warnmeldung wegen des zu geringen Batteriestandsstatus gewünscht. Die Batterien halte etwa eine Heizperiode lang durch. Das ist ein guter Wert. Per App kann der Nutzer jederzeit checken ob die einzelnen Thermostate eine schwache Batterie haben und sie entsprechend wechseln.

Leider ist es auch nach dem Software-Update im Winter 2020/2021 nicht möglich, den einzelnen Thermostaten Namen zuzuweisen. So ist es zuweilen nicht eindeutig, bei welchem etwa die Batterie schwach ist, wenn sich mehrere in einem Raum befinden. Zumindest ist es möglich die Thermostate per App aufblinken zu lassen und sie so zu identifizieren.

Das Wiser Raumthermostat ist 7,5 Zentimeter hoch und breit, sowie 2,5 Zentimeter tief. Auf seiner Front zeigt ein in der Diagonale etwa 6 Zentimeter langes Display die aktuelle Temperatur, die Luftfeuchtigkeit, die Solltemperatur und den Batteriestatus an. Unterhalb des Displays regeln drei kapazitive Knöpfe die Solltemperatur und schalten das Display an, welches sich sonst automatisch nach etwa 15 Sekunden ausschaltet. Je nachdem, welchem Zimmer das Raumthermostat zugeordnet ist, überträgt sich die über das Raumthermostat eingegebene Solltemperatur auf die Heizkörperthermostate. Das erleichtert die Temperatursteuerung vor allem für jene enorm, die keine Sprachassistenten nutzen.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist der im Raumthermostat integrierte Temperaturfühler. Die dort gemessene Temperatur nimmt Wiser dann als führenden Richtwert. Ohne Raumthermostat zieht sich das System die Isttemperatur aus den Sensoren in den Thermostaten. Bei einer etwa hinter dem Küchenschrank montierten oder hinter dem Sofa versteckten Heizung kann sich die Wärme stauen. Das Thermostat zeigt dann eine zu hohe Temperatur an und regelt herunter, obwohl es im Raum noch kühl ist. Ein sogenannter Offset, also der Unterschied zwischen der realen Raumtemperatur und der vom Thermostat gemessenen Temperatur, kann nicht per App festgelegt werden.

Der Wiser Plug ist für all jene interessant, die eine sehr große Wohnung oder dicke Wände und damit Verbindungsprobleme zwischen den Heizkörperthermostaten und dem Hub haben. Denn der Wiser Plug ist eben nicht nur eine App-gesteuerte Steckdose, sondern auch ein Reichweitenverstärker. Insgesamt versteht ein Wiser-System bis zu zehn Plugs gleichzeitig.

Wie so ziemlich jede aktuelle smarte Steckdose reagiert auch diese auf Zuruf über Alexa oder Google Assistant . Alternativ nutzt man die Wiser-App zu Steuerung und Programmierung der App. Der Wiser Plug funktioniert nur in Verbindung mit einem bestehenden Wiser-System.

Nach dem Anlernen der einzelnen Thermostate tauchen diese in der App auf. Wir haben vier im Wohnzimmer, insgesamt unterstützt Wiser bis zu 16 verschiedene Zimmer und 32 Heizkörperthermostate. In der Raumübersicht stellt die App die Räume mit Soll- und Isttemperatur dar.

Aus der Raumübersicht der App führt ein Klick in die Steuerung des jeweiligen Raumes. Dort bestimmt der Nutzer die Solltemperatur. Stellt er diese zum Beispiel hoch, dauert es bis maximal 60 Sekunden, bis der leise surrende Motor der Thermostate das Ventil öffnet.

Auf Wunsch verstellt man die Solltemperatur auch zeitlich begrenzt in den Intervallen 30 Minuten, ein, zwei und drei Stunden. Das Zeitprogramm bestimmt für jeden Wochentag in bis zu acht Zeitintervallen eine individuelle Solltemperatur. Das kann bei vielen Zeitintervallen pro Tag ganz schön fummelig werden. Praktischerweise gibt es eine Kopierfunktion, um zum Beispiel den Montag auf alle anderen Werktage zu übertragen. Mit dem Relaunch der App sieht

Der optionale Eco Mode lernt anhand lokaler Wetterdaten die thermische Charakteristik eines Raumes kennen. Einfach gesagt: Heizt sich ein Raum bei Sonnenschein stark auf, weiß dies das System irgendwann und macht die Stellmotoren zu. Der Comfort Mode bewirkt, dass die eingestellte Temperatur zur eingestellten Zeit erreicht wird, indem die Thermostate frühzeitig aufdrehen. Der Abwesenheitsbetrieb senkt die Solltemperatur auf 16 Grad oder eine Wunschtemperatur.

Wiser kommt mit einer Fensteroffenerkennung, zumindest in der Theorie. So soll ein Thermostat abregeln, wenn es einen plötzlichen Temperaturabfall entdeckt, um unsinniges Heizen bei offenem Fenster zu verhindern. In der Praxis funktioniert das unzuverlässig. Auch eine bei Minusgraden minutenlang sperrangelweit geöffnete Terrassentür veranlasste keines der Thermostate zum Abdrehen. Nachdem wir einen Kühlbeutel aus dem Gefrierfach direkt auf ein Thermostat legten, benötigte es fast 2,5 Minuten, bevor der Motor das Ventil zuschraubte. Separate Fensterkontakte bietet Wiser nicht an.

Der Heat-Report stellt in einem Diagramm in einer Tages-, Wochen-, oder Monatsansicht den Temperatursollwert, die Raumtemperatur und gleichzeitig die Außentemperatur sowie Sonnenauf- und Sonnenuntergang grafisch dar.

Wiser integriert sich anstandslos in bestehende Alexa- und Google-Home-Systeme und regelt fortan die Temperatur auf Zuruf. Im Januar 2019 versprach uns Wiser, Apple Homekit zu integrierten. Stand Januar 2021 ist dies noch nicht geschehen.

Leider unterstützt Wiser aus der App heraus kein Geo-Fencing. Es weiß also nicht, ob der Nutzer das Haus verlassen hat, um die Heizung selbständig herunterzuregeln. Bastler stört dies eher nicht, da sich Wiser mit IFTTT versteht. Die Plattform verbindet kompatible Produkte und Apps miteinander. Über Trigger genannte Auslöser leitet IFTTT so auf Wunsch komplexe Aktionen ein. Geo-Fencing ist über diesen Umweg möglich. Auf Wunsch lässt IFTTT auch die Hue-Lampen rot blinken, wenn die Thermostate die Solltemperatur erreichen, dreht die Heizung auf, wenn die Außentemperatur einen bestimmten Wert unterschreitet und vieles mehr. Wer bei IFTTT Wiser Heat in die Suchleiste eingibt, bekommt unzählige Rezeptvorschläge. Allerdings ist IFTTT nicht mehr kostenfrei im vollen Umfang nutzbar.

Das Wiser Heat Starter Kit inklusive des Hubs und zwei Thermostaten kostet knapp 215 Euro, jedes weitere Thermostat etwa 50 Euro. Das Raumthermostat kostet zusätzlich 65 Euro, der Plug 37 Euro. Die Produkte waren in den letzten Monaten nur selten reduziert und sind insgesamt sehr preisstabil.

Auch zwei Jahren Nutzung gefällt uns Wiser Heat noch gut. Die wichtigsten Funktionen wie Timer, Zeitpläne, Abwesenheits-Betrieb, Eco- und Comfort-Mode und Heat Report liefen bereits zur Markteinführung tatellos und tun es noch immer. Lediglich die Fensteroffenerkennung enttäuscht. Optionale Fenstersensoren gibt es nach wie vor nicht. Das Raumthermostat ergibt viel Sinn, der Wiser Plug im Grunde nur, wenn eine Reichweitenverlängerung nötig ist. Andere smarte Steckdosen können mehr und kosten weniger. Wer sich für das Thema interessiert, findet in unserer Kaufberatung: Smarte Steckdosen für jeden Einsatzzweck einige Empfehlungen ab 10 Euro.

Schade finden wir, dass Wiser zwingend den eigenen, im Starter Kit enthaltenen Hub benötigt, obwohl es auf den weit verbreiteten Zigbee-Verbindungstandard setzt. Auch vermissten wir eine Homekit-Integration, Alexa und Google Assistant funktionieren problemlos.

Alternativ empfehlen wir die zwar ebenfalls recht teuren, aber dafür sehr durchdachten und schicken Tado Thermostat V3+ (Testbericht) . Wer bevorzugt im Apple-Universum unterwegs ist, kann sich die Eve Thermo Thermostat (Testbericht) genauer anschauen. Besitzer einer aktuellen Fritzbox sparen sich bei den AVM Fritzdect 301 Thermostat (Testbericht) und vor allem den günstigen Comet DECT (Testbericht) den Hub, sie verbinden sich direkt mit der Fritzbox.

Alle Ergebnisse fassen wir im Vergleichstest smarte Heizkörperthermostate zusammen. Einen schnellen Überblick liefert unsere Bestenliste smarte Heizkörperthermostate .

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