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citation 200 aufmacher
Pro und Contra
  • schicke Optik, hochwertige Verarbeitung
  • Klangeinstellungen
  • dank Akku mobil
  • kein apt-X
  • 4.0

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Der Harman Kardon Citation 200 tönt lautstark im Multiroom. Dank Bluetooth und Akku macht er aber auch mobil eine gute Figur. Wir haben ihn im Testbericht.

“Take-Away” liegt im Trend der Zeit, Restaurants sind wegen Corona nur noch mobil nutzbar und statt Urlaub sitzt man am Balkon oder im Park, so man darf. Ein edler Name mit gutem Sound und das auch noch tragbar mit Akkubetrieb, das verspricht der Harman Kardon Citation 200. Gegenüber dem bereits getesteten Citation One MKII (Testbericht) desselben Herstellers bietet er außerdem Bluetooth und einen Equalizer, kostet aber mit etwa 300 Euro deutlich mehr als sein nicht mobiler Verwandter. Lohnt sich die Zusatzausgabe?

Wer stattdessen im Multiroom auf Sonos setzt, sollte sich den Sonos Move (Testbericht) oder den Sonos Roam (Testbericht) genauer anschauen. Auch diese beiden Lautsprecher klinken sich über WLAN ins Heimnetzwerk ein und sind dennoch dank Akku und Bluetooth mobil.

Zum Test lag das Modell mit grauem Bezug und braunem Trageband vor. Das ist gerade beim mobilen Betrieb vorteilhaft, weil Staub und andere Verschmutzungen nicht so auffallen wie beim schwarzen Modell. Auch das Aufheizen beim Betrieb im Freien mit direkter Sonnenbestrahlung dürfte unkritisch sein und die Bedienelemente sind so besser erkennbar. Ein solides nach unten dicker werdendes quader-tonnenförmiges Metallgehäuse mit 178 x 219 x 172 Millimeter sorgt bei 2,85 Kilogramm Masse für einen stabilen Stand auch auf der Ladestation, die direkt mit 230 V Netzspannung versorgt werden kann und 15 Millimeter hoch ist. Auf ihr steht der Lautsprecher wie ein schnurloser Teekessel. Über eine USB-C-Buchse auf der Lautsprecherrückseite lässt er sich allerdings auch ohne Ladestation direkt mit einem entsprechendem Ladekabel, wie es bei den meisten Smartphones zum Einsatz kommt, laden.

Mikrofon und Bluetooth Ein/Aus, Musik Start/Stop sowie Lauter/Leiser sind die einzigen Bedienelemente am Lautsprecher – der Rest läuft über die Google-Home-App. Mikrofon Ein/Aus ist dabei auf der Rückseite zu finden, ebenso wie die WLAN-Verbindungsqualitätsanzeige. Die weiteren Bedienelemente sitzen oben am Lautsprecher, ebenso wie die der Sprachsteuerung dienenden Mikrofone. Auf der Vorderseite unter dem Bezug verstecken sich vier LEDs, welche die Reaktion auf Sprachsteuerung und eine Bluetooth-Verbindung signalisieren. Auf der Oberseite signalisieren fünf LEDs den Ladezustand. Analoge Tonquellen oder USB-Sticks mit Dateien lassen sich nicht anschließen.

Der mobile Betrieb ist laut Hersteller bis zu acht Stunden möglich, wobei sich diese Zahl bei Disco-Lautstärke natürlich deutlich reduziert. Wieder aufgeladen ist er in drei Stunden. Dank Bluetooth und externem Ladeanschluss ist auch ein Betrieb als mobile Boombox fern der Heimat möglich – auch wenn es beim Gewicht wesentlich leichtere Alternativen gäbe. Ein Betrieb am See oder Campingplatz sollte dagegen kein Problem sein. Aber schon im eigenen Garten ist es von Vorteil, wenn das Gerät auf die Stolperfalle Netzkabel verzichten und wie ein Kofferradio herumgetragen werden kann.

Die Einrichtung des Lautsprechers in Google Home ist schnell erledigt. Mehrere Lautsprecher können dabei in Multiroom-Konfigurationen in unterschiedlichen Gruppen und auch als Paar für Stereo-Wiedergabe eingerichtet werden und auch das schnellere 5-GHz-WLAN ist verfügbar. Für Apple-User steht Airplay zur Verfügung.

Das Abspielen von Musik über das vorinstallierte Tune-In, Youtube Music, Spotify und andere Streamingdienste aus dem Internet ist dank der Google-Spracherkennung unkompliziert möglich. Die eingebauten Mikrofone für die Spracherkennung funktionieren gut – auch im Freien, wenn man sich über dem Lautsprecher oder nicht zu weit entfernt von ihm befindet. Lokale Dateien lassen sich über Bluetooth und mit Chromecast übers WLAN abspielen, wobei Letzteres die bekannten Probleme mit sich bringt wie etwa spontanes Trennen der Verbindung nach einiger Zeit. Die beiden Übertragungswege werden dabei nahtlos ineinander überblendet, dem Nutzer fällt dies nicht ohne Weiteres auf.

Der Citation 200 deckt mit einem 25-mm-Hochtöner und einem 120-mm-Tieftöner ein gutes Spektrum von Tiefbass bis Hi-Hat ab. In den Werkseinstellungen sind dabei die Bässe ziemlich massiv. Da das vergleichbare Pendant zum Citation 200 ohne Akku aber nicht der Citation One, sondern der Citation 100 ist, kann man dies noch justieren: Über je eine Tastenkombination können Bass und Höhen in vier Stufen justiert werden. Mit Bass auf 2 und Höhen auf 4 (Werkseinstellung: jeweils 3) ist der Klang deutlich entspannter und die Nachbarn müssen beim Betrieb des Lautsprechers im Garten nicht befürchten, dass sie in Kürze von Wikingern überrannt werden.

Auch wenn dem Citation 200 leider wieder einmal apt-X für guten Klang via Bluetooth an Android-Geräten fehlt, ist die Klangqualität über Spotify, Tune-In sowie Bluetooth und Chromecast für lokale Dateien vergleichbar. Nicht perfekt, die Höhen im Intro von Al Stewarts On the border sind nicht transparent, aber über Bluetooth zumindest ohne die heftigen Artefakte des Citation One. Bluetooth ist natürlich trotzdem zweite Wahl zum Musik hören, weil es keinen Multiroom-Betrieb ermöglicht.

Mit einem HiFi-Streaming-Dienst wie Qobuz oder Tidal klingt der Harman-Kardon-Lautsprecher dagegen auch auf höchsten Lautstärken ausgeglichen, ohne Artefakte oder spitze Höhen. Mit 50 Watt hat er auch genügend Reserve für höhere Lautstärken.

Mit etwa 300 Euro Straßenpreis liegt der Harman-Kardon Citation 200 im gehobenen Segment. Allerdings liegt auch der Citation 100 schon bei knapp 180 Euro und die Klangeinstellung ist ein wichtiges Feature, um es sich nicht mit den Nachbarn zu verderben. Damit ist der Lautsprecher universell einsetzbar, auch in der Nacht im Schlafzimmer und am Tag im Hobbyraum oder Garten.

Der Preis relativiert sich, weil er so mehrere Geräte ersetzen kann, solange man die Musik nicht wirklich in allen Räumen gleichzeitig benötigt. Unser Fazit: Solide Technik zu einem fairen Preis.

Wer sich noch nicht für ein Multiroom-System entschieden hat, dem empfehlen wir unseren Ratgeber Multiroom-Systeme: Sound in jedem Zimmer.

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