Gopro Hero11 Black im Test: Super Videos, Hitzeproblem ade

Gopro Hero11 Black im Test
Pro und Contra
  • sehr gute Videoqualität
  • hohe Auflösungen, hohe Bildraten
  • ausgezeichnete Stabilisierung
  • hoher Bedienkomfort
  • zwei Displays
  • App-Steuerung
  • teuer
  • wenig Zubehör
  • 5.0

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Als „vielseitigste Kamera der Welt“ preist Gopro seine neue Hero11 Black an. Das war die kleine Actioncam wahrscheinlich auch schon in der Vorgänger-Version. Gibt es ein neues Knaller-Feature, das unbedingt den Umstieg auf die aktuelle Gopro rechtfertigt?

Die Gopro Hero10 Black (Testbericht) hatte uns durch sensationelle Videoaufnahmen gefallen, allerdings kämpfte die Cam bei uns im Test mit enormen Hitzeproblemen und kurzen Akkulaufzeiten.

Wir sind deshalb gespannt, ob der US-amerikanische Branchen-Primus die Schwierigkeiten mit der Hero11 Black in den Griff bekommen hat und darüber hinaus mit neuen, spannenden Ausstattungsmerkmalen punkten kann. Ob es sich lohnt, zur aktuellen Gopro zu greifen oder ob man auch mit einem früheren Modell glücklich wird, das klärt unser Test.

Dieser Einzeltest gehört zu unserer Themenwelt Actioncams. Hier haben wir neben der Gopro Hero10 Black (Testbericht) auch die modularen Modelle One R Insta360 (Testbericht) sowie DJI Action 2 (Testbericht) näher unter die Lupe genommen und vorgestellt.

Ob Gopro Hero10 Black oder Gopro Hero11 Black – von außen lassen sich das neue und das ältere Modell nicht unterscheiden. Einziges signifikantes Alleinstellungsmerkmal: Links außen am Gehäuse sitzt jetzt eine blaue „11“, den Vorgänger ziert eine blaue „10“. Das war es dann aber auch. Das Gewicht inklusive Akku ist mit 153 Gramm identisch, und auch an der Abmessung von 71,8 x 50,8 x 33,6 Millimeter hat der US-amerikanische Hersteller nichts modifiziert.

Geblieben ist zudem das robuste Metallgehäuse, die Front ist weiterhin gummiert. An der Unterseite lassen sich wie bisher zwei Metallarme ausklappen, um die Cam ohne Gehäuse beispielsweise an einem Fahrradlenker zu montieren. Seitlich unter einer recht schwer zu öffnenden Klappe befinden sich Akku, Speicherkartenslot und USB-C-Anschluss. Das Front-Display mit Live-Vorschau und Status-Anzeige ist weiterhin 1,4 Zoll groß, der rückseitige Touchscreen kommt unverändert auf 2,27 Zoll.

Die Verarbeitung der Gopro Hero11 Black ist klasse, alles ist ungemein stabil und widerstandsfähig. Mit der Actioncam sind ohne Zusatzgehäuse Tauchgänge bis zu einer Wassertiefe von 10 Meter möglich. Die Objektivabdeckung ist stark wasserabweisend – praktisch, wenn man auch mal im Regen filmt.

Auch beim Thema Anschluss-Optionen gibt es keine Neuerungen, die Gopro Hero11 Black ist weiterhin recht spartanisch ausgestattet. Einzig und allein ein USB-C-Anschluss ist verbaut – um die Kamera per HDMI-Kabel mit einem Flachbildfernseher zu verbinden, muss man rund 90 Euro in den Media Mod investieren. Dieser verfügt über einen HDMI-Ausgang, ein direktionales Mikrofon für weniger Wind- und Umgebungsgeräusche sowie über zwei Halterungen zum Anbringen von Leuchten, Mikrofonen und externen Displays. Die Gopro Hero11 Black arbeitet genau wie die Vorgängerin mit drei integrierten Mikrofonen.

Gopro liefert seine aktuelle Actioncam mit dem sogenannten Enduro-Akku aus, den man bei der Gopro Hero10 Black separat erwerben musste. Dieser verfügt ebenfalls über 1.720 mAh wie der Standard-Lithium-Ionen-Akku. Allerdings ist der chemische Aufbau optimiert worden, wodurch sich speziell bei niedrigen und moderaten Temperaturen die Aufnahmezeit um bis zu 38 Prozent verlängern soll.

Auch in diesem Jahr lautet das Motto bei Gopro „Evolution statt Revolution“. Neuerungen wurden nur sehr behutsam vorgenommen, ein absolutes Knaller-Feature ist nicht hinzugekommen. In der aktuellen Generation ist ein 1/1,9-Zoll-Sensor verbaut. Das bedeutet, dass mit mehr als einer Milliarde Farben in 10-Bit-Farbtiefe gefilmt werden kann.

Im Vergleich zu den 16,7 Millionen Farben in 8-Bit-Videos früherer Gopro-Modelle werden in 10-Bit-Videos 64 Mal mehr Farben aufgenommen. Bedingt durch den größeren Sensor sind erstmals Videos im Format 8:7 möglich. Das hat den Vorteil, dass im nachträglichen Schnitt, beispielsweise in der Gopro Quik App, mehr Möglichkeiten bestehen, um das Video auf das Wunsch-Format zu trimmen. Vertikale 9:16-Aufnahmen für Instagram und TikTok sowie 16:9-Clips für YouTube sind ebenfalls kein Problem. Und mit „Hyperview“ steht das weiteste 16:9-Sichtfeld aller bisherigen Gopro-Kameras zur Verfügung.

Wie in jedem Modelljahrgang hat Gopro auch bei der Hero11 Black an der Videostabilisierung Hand angelegt. Hypersmooth 5.0 löst nun Hypersmooth 4.0 ab und soll noch ein wenig effektiver arbeiten. Stark: Wackelige Kamerafahrten lassen sich in allen Auflösungen stabilisieren. Der Modus „Auto Boost“ ist dabei besonders clever: In diesem Setup bestimmt die Actioncam basierend auf der aktuellen Geschwindigkeit und der Bewegung automatisch die benötigte Videostabilisierung für die flüssigsten und weitesten Aufnahmen. Wer bei 360-Grad-Drehungen, etwa auf dem Snowboard, den Horizont waagerecht und wackelfrei halten möchte, profitiert von der integrierten Horizontsperre.

Für Zeitrafferaufnahmen hat Gopro in der Hero11 Black drei neue Voreinstellungen für Videos bei Nacht spendiert: Diese sollen das Filmen von Sternen- und Auto-Lichtspuren sowie von Lichtmalerei vereinfachen.

Beim Thema Auflösung und Bildrate hatte Gopro die Grenzen bereits in den Vorjahren sehr weit nach oben geschoben, deshalb gibt es da zumindest im Video-Bereich keine Modifikationen. Zum Filmen liegt die maximale Auflösung wie gehabt bei 5.3K und 60 Vollbildern. Bei 4K und bei 2.7 K sind 120 Vollbilder pro Sekunde drin, 240 Vollbilder sind es sogar bei 1080p. Auswählen kann man zwischen den Objektivtypen „Superview“, „Weit“, „Linear“, „Linear + Horizontsperre“ sowie dem neuen „Hyperview“. Als besondere Modi kann man neben Zeitlupe auch Zeitraffer und Videoschleife nutzen.

Die maximale Bitrate bei 5,3K und 4K ist von 100 auf 120 Mbit/s gestiegen. Die Slow Motion, bei der sich Aufnahmen um das bis zu Achtfache verlangsamen lassen, ist bei 1080p sowie bei 2,7K verfügbar. Livestreaming klappt wie gehabt mit 1080p. Wer gerne fotografiert, kann nun mit 27,13 statt wie bisher mit 23 Megapixeln und HDR-Unterstützung knipsen. Alle Fotomodi unterstützen das RAW-Format. Im Setting „Superfoto“ werden die Aufnahmen durch HDR, Local Tone Mapping und Rauschunterdrückung optimiert. Das wirkt sich positiv auf die Darstellung von Kontrasten aus.

Nützlich und glücklicherweise geblieben ist die Sprachsteuerung – diese ist speziell dann äußerst hilfreich, wenn man etwa beim Skifahren Handschuhe trägt oder die außen am Auto befestigte Cam während der Fahrt nicht erreichen kann. Eine Liste aller möglichen Befehle findet man in der Kamera selbst. Hierzu gehören unter anderem das Starten und Stoppen von Aufnahmen, das Anpassen des Video-Modus, das Anfertigen von Serienaufnahmen und das Setzen von Markierungen. Außerdem lässt sich die Cam per Stimme einschalten. Ist „Hindsight“ aktiviert, so ist es möglich, schon bis zu 30 Sekunden lange Videos aufzunehmen, ehe man überhaupt die Aufnahme gestartet hat.

Dass sich die Gopro auch an ambitionierte Filmer und Fotografen richtet, zeigen die vielen manuellen Einstell-Optionen wie Belichtungskorrektur, Farbe, Schärfe, Weißabgleich oder ISO-Wert. Wer diverse individuelle Settings vorgenommen hat, kann diese abspeichern und jederzeit für neue Aufnahmen wieder aufrufen. So filmt oder fotografiert man stets mit demselben Blickwinkel, identischen ISO-Werten und dem bevorzugten Weißabgleich. Bei Videos im hochformatigen Instagram-Look dreht sich das Kamera-Menü direkt mit.

Dank GPS-Modul werden unter anderem Standortkoordinaten, Geschwindigkeit und zurückgelegte Strecke abgespeichert. Über die Smartphone-App lassen sich diese Zusatzinformationen mit dem Video- und Bildmaterial auslesen.

Das Gopro-Zubehör fällt traditionell sehr umfangreich aus. Ein interessantes Extra für viele Filmer dürfte die Max Lens Mod für rund 90 Euro sein. Diese soll eine extreme Stabilisierung bis zu 2.7K60 sowie ein Sichtfeld von 155 Grad bieten.

Ob Einsteiger, der nur Basisfunktionen verwendet, oder fortgeschrittener Filmer, der ganz weit in die Tiefen der Menüs abtaucht: Die Gopro Hero11 Black ist genauso simpel zu bedienen wie ihre Vorgänger, hier hat sich nichts verändert. Die Menüstruktur ist logisch und durchdacht, kurze Erklärtexte erläutern, was sich hinter einzelnen Menüeinträgen versteckt, und das Display reagiert super flott auf Wisch- und Touchgesten.

Menüwechsel gelingen insgesamt extrem schnell, die Gopro ist quasi direkt nach dem Einschalten betriebsbereit, und sowohl der hintere als auch der vordere Bildschirm sind auskunftsfreudig und sehr gut ablesbar, auch im hellen Sonnenlicht. Über die Zoomfunktion lassen sich Aufnahmen besser auf dem kleinen Display kontrollieren. Speziell Erstnutzer profitieren von den „Einfachen Bedienfunktionen“: Hier muss man lediglich das digitale Objektiv und die gewünschte Slow Motion auswählen, im Gegensatz zu den „Profi-Bedienfunktionen“ ist die Optionsvielfalt deutlich geringer.

Hilfreich ist auch die für iOS und Android kostenlos erhältliche Gopro-Quik-App, mit der man flott Fotos und Videos importiert, den Mini-Camcorder aus der Ferne steuert und sämtliche Parameter wie Auflösung und Videostabilisierung anpasst. Die Benutzeroberfläche erklärt sich von selbst, die Verzögerung ist minimal. Sequenzen lassen sich zudem über die App auf sozialen Plattformen wie Facebook live streamen. Um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können, etwa den automatischen Upload von Fotos und Videos in die Gopro-Cloud, muss man für Gopro Quik entweder monatlich 5,49 Euro oder jährlich 24,99 Euro ausgeben.

Diese Video- und Fotoqualität lässt sich nur mit phänomenal beschreiben! In gut ausgeleuchteter Umgebung liefert die Hero11 Black hervorragende Filme – wir haben unsere Probe-Aufnahmen in 4K mit 60 Vollbildern gedreht. Die Farben sind kräftig und rein, die Schärfe ist top und das Bildrauschen minimal. Hinzu kommen eine wunderbare Plastizität und feine Abstufungen. Bei unserer Mountainbike-Fahrt im Wald können wir kleinste Details an den Bäumen erkennen, Strukturen etwa in der Baumrinde werden ganz fein gezeichnet.

Ein absoluter Hammer ist die Bildstabilisierung. Gegenüber der schon exzellenten Hero10 Black ist die neue Actioncam noch einen kleinen Tick besser. Faszinierend ist die Leistungsfähigkeit des Bildstabilisators. Wir haben die Gopro sowohl an einem Fahrradlenker auf holprigem Waldweg als auch im Autocockpit auf einer Landstraße mitgenommen. Fast alle Bodenunebenheiten werden sehr effektiv weggebügelt. Mitunter sieht es so aus, als würde man mit dem Mountainbike durch den Wald fliegen oder auf unsichtbaren Schienen schweben. Hier holpert und ruckelt so gut wie gar nichts. Auf schnelle Helligkeitswechsel reagiert die Gopro super flott. Nur wenn das Licht spürbar abnimmt, büßt die Actioncam bei Schärfe und Detailverliebtheit ein. Auch Artefakte kommen jetzt zum Vorschein.

Der Ton überzeugt ebenfalls. Denn die Hero11 filtert Windgeräusche effektiv weg und weiß auch mit Umgebungsgeräuschen clever umzugehen. Die Sprachverständlichkeit ist einwandfrei.

Wirklich gut gefallen uns auch die Fotos der neuen Gopro. Dank HDR-Support stimmen Kontrast und Farbintensität. Und im Modus „Superfoto“ gelingen der kompakten Kamera kleine Meisterwerke. Chapeau!

Die gute Nachricht: Die Hitzeproblematik der Hero10 Black besteht bei der 11er-Version nicht mehr. Der Vorgänger hatte sich beim Filmen in der Auflösung mit 4K und 60 Vollbildern ohne Kühlung, etwa durch Fahrtwind, nach 15 Minuten von allein ausgeschaltet, weil sich die Kamera so stark erhitzte.

Mit der Hero11 Black konnten wir im Test in besagter Auflösung problemlos 45 Minuten am Stück filmen, ohne dass es zur Zwangsabschaltung kam. Der Akku hielt rund 70 Minuten durch. Positiv auf die Akkulaufzeit wirkt sich die Reduzierung von Auflösung und Bildrate aus. In 1080p60 schafften wir mehr als 90 Minuten. Und im speziellen Video-Modus „Verlängerte Akkulaufzeit“, bei dem die Hero11 automatisch mit mittleren Auflösungen und Bildraten filmt, sind Aufnahmezeiten von bis zu zwei Stunden möglich.

Gopros gehören generell zu den teuersten Actioncams am Markt. Hierbei bildet die Hero11 Black natürlich keine Ausnahme. Bei fast allen großen Elektronikketten und Online-Händlern zahlt man für die Hero11 rund 500 Euro. Den besten Preis bietet in der Regel Gopro selbst an. Zusammen mit dem Gopro-Jahresabo gibt es die Actioncam hier für knapp 400 Euro, ohne Abo werden 150 Euro mehr fällig.

Das Abonnement für knapp 50 Euro im Jahr beinhaltet etwa unbegrenzten Cloud-Speicher, unbeschränkte Nutzung der Quik-App sowie den Kameraaustausch bei Defekten. Es lässt sich jederzeit kündigen. 260 Euro kann man mit einem Gopro-Jahresabo sogar sparen, wenn man zum Bundle für 450 Euro greift – inklusive sind Ersatzakku, Kopfgurt und Quickclip, Micro-SD-Speicherkarte mit 32 Gigabyte sowie ein Handgriff. Insgesamt ist dies das beste Paket zum attraktivsten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Akkulaufzeit ist länger, das Hitzeproblem beseitigt und die Videostabilisierung eine Nuance besser: In diesen Punkten hat die Gopro Hero11 Black gegenüber der Hero10 Black die Nase vorne. Wobei man anmerken muss, dass der US-amerikanische Hersteller die Wärme-Problematik durch ein Software-Update bei der 10er-Version ebenfalls beheben konnte.

Die aktuelle Gopro liefert eine ausgezeichnete Videostabilität, gewohnt hohen Bedienkomfort und hat einen riesigen Funktionsumfang. Sie ist wieder einmal die derzeit beste Actioncam am Markt. Für Besitzer der Hero10 Black gibt es allerdings keinen nennenswerten Grund, ihr Modell gegen das neue einzutauschen. Ein wirklicher Kaufanreiz fehlt. Im Vergleich zu älteren Gopros ist die Hero11 Black aber allemal ein deutlicher Fortschritt.

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