Gopro Hero10 Black im Test: Sensationelle Bilder, kurze Akkulaufzeit

Gopro Hero10 Black
Pro und Contra
  • Sehr gute Videoqualität
  • Ausgezeichnete Stabilisierung
  • Hoher Bedienkomfort
  • Hitzeproblem
  • Kurze Akkulaufzeit bei hoher Auflösung und Bildrate
  • teuer
  • 4.5

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GoPro bewirbt die Hero10 Black als die leistungsstärkste GoPro aller Zeiten. Zudem wurde die ohnehin schon sehr gute Videostabilisierung modifiziert und an der Auflösung geschraubt. Mit den neuen Features kehren aber alte Probleme zurück.

Jährlich steht GoPro vor der Herausforderung, eine hervorragende Actioncam noch ein wenig besser zu machen, sich neue Features zu überlegen. Logisch, dass da die Luft nach oben immer dünner wird. Bei der Hero10 Black fallen die Innovationen deshalb auch wenig überraschend überschaubar aus. Welche das sind und ob sich Besitzer des GoPro-Vorgängers das aktuelle Modell kaufen sollten, klärt unser Test.

Dieser Einzeltest gehört zu unserer Themenwelt Actioncams. Hier haben wir neben der mittlerweile in die Jahre gekommenen GoPro 8 (Testbericht) auch die modularen Actioncams, die One R von Insta360 (Testbericht) und die DJI Action 2 (Einzeltest) vorgestellt.

GoPro Hero9 Black oder GoPro Hero10 Black? Beide Modelle lassen sich von außen fast nicht unterscheiden. Denn das hochwertig verarbeitete Gehäuse mit Metallkorpus und gummierter Front ist bei beiden Actioncam-Generationen identisch. Das trifft auch auf die Abmaße von 71,8 x 50,8 x 33,6 Millimeter zu, beim Gewicht hat die GoPro10 minimal um 5 Gramm auf 153 Gramm inklusive Akku abgespeckt. Aber auch das fällt nicht auf.

Einziges Erkennungsmerkmal ist die blaue 10 links außen am Gehäuse. Das Front-Display mit Live-Vorschau und Status ist wie gehabt 1,4 Zoll groß, auch der rückseitige Touchscreen mit 2,27 Zoll ist unverändert. Das Gehäuse ist sehr robust und weiterhin 10 Meter wassertief, ohne dass man zu einem Zusatzgehäuse greifen muss. Links auf der Seite befindet sich die Klappe, die den Akku und Micro-SD-Speicherkarten bis zu einer Kapazität von 512 Gigabyte zugänglich macht. Leider lässt sich die Klappe nur sehr schwergängig mit Kraftaufwand öffnen.

Geblieben sind die beiden unteren Metallbügel. Klappt man diese aus, kann man die GoPro ohne Schutzgehäuse beispielsweise am Fahrradlenker oder am Helm festschrauben. Dieses Konzept der rahmenlosen Befestigung ist clever und funktional.

Eine wichtige Neuheit betrifft das Objektiv. Dieses ist jetzt kratzfester und mit einer wasserabweisenden Schutzschicht versehen. So kann man auch mal im Regen filmen, weil der Großteil der Wassertropfen einfach abperlt. Störende Reflexionen werden dadurch auf ein Minimum reduziert.

Hier geht es auch bei der GoPro Hero10 Black spartanisch zu. Lediglich ein USB-C-Anschluss ist an der Actioncam verbaut, das ist alles. Einen Micro-HDMI-Anschluss hatte GoPro bereits beim Vorgänger weggespart. Wer die Kamera über ein HDMI-Kabel beispielsweise mit seinem Flachbildfernseher verbinden will, muss den knapp 90 Euro teuren Kamera Media Mod kaufen. Dieser verfügt über einen HDMI-Ausgang, ein direktionales Mikrofon für weniger Wind- und Umgebungsgeräusche sowie über zwei Halterungen zum Anbringen von Leuchten, Mikrofonen und externen Displays. Die GoPro Hero10 Black arbeitet genau wie die Vorgängerin mit drei integrierten Mikrofonen. Der Lithium-Ionen-Akku ist weiterhin austauschbar und hat eine Kapazität von 1.720 mAh. Gute Nachricht für Besitzer der GoPro 9: Ihre Akkus sind kompatibel und passen auch in das 10er-Modell.

Das ist jedes Jahr die spannendste Frage: Was hat GoPro an seinem neuen Actioncam-Modell überhaupt verändert? Für den aktuellen Modelljahrgang gilt wie schon so oft: Die Neuerungen sind überschaubar. Das eine ultimative Argument, um von der 9er auf die 10er umzusteigen, gibt es nicht. Ein Novum ist der jetzt verbaute GP2-Prozessor. Der verspricht eine Leistungsverdoppelung gegenüber der GoPro 9. Zudem soll sich das Tempo bei drahtlosen Übertragungen um etwa 30 Prozent gesteigert haben. Auf den Bedienkomfort gehen wir gleich ein. Bleiben wir zunächst bei den technischen Details. So hat GoPro nach eigenen Angaben die schon zuvor sehr gute Videostabilisierung HyperSmooth 3.0 modifiziert. Diese trägt nun die Bezeichnung HyperSmooth 4.0 und soll noch mehr Bildruhe und eine optimierte Horizontausrichtung von 27 bis 45 Grad ermöglichen. Mehr Details hierzu gibt es weiter unten beim Check der Videoqualität. Praktisch: Die Bildstabilisierung steht bei allen Auflösungen zur Verfügung, dies ist gerade bei günstigeren Actioncams häufig nicht der Fall.

Bei der Auflösung hatte sich GoPro bei der 9er-Serie bereits kaum noch Luft nach oben gelassen, diese filmte schon mit 5K-Auflösung. So ist der Anstieg auf die Auflösung 5.3K eher marginaler Natur, die Zunahme der reinen Pixelzahl von 5.120 x 2.880 auf 5.312 x 2.988 Bildpunkte spielt in der Praxis kaum eine Rolle. Viel wichtiger ist, dass GoPro an fast allen Bildwiederholraten geschraubt und diese in den meisten Modi verdoppelt hat. Deshalb gelingen nun 5.3K-Aufnahmen mit 60 Vollbildern, vorher waren bei 5K lediglich 30 Bilder pro Sekunde möglich. Bei 4K filmt die Cam neuerdings mit 120 statt 60 und bei 2.7K ebenfalls mit 120 statt 60 Vollbildern. Bei 1080p sind wie gehabt für Zeitlupen 240 Bilder drin. Aufnahmen lassen sich zudem nicht mehr nur bei 1080p, sondern auch bei 2.7K um das bis zu Achtfache verlangsamen.

Wer gerne mit der GoPro fotografiert, darf sich nun über eine maximale Auflösung von 23 statt vorher 20 Megapixel freuen. Fotos im RAW-Format sind weiterhin möglich. Die Videodatenrate liegt in der Spitze wie gehabt bei 100 Mbit/s, HDR-Aufnahmen werden unterstützt.

Über verschiedene Objektivtypen kann die Hero10 den Bildausschnitt vergrößern oder verkleinern. Zur Auswahl stehen »SuperView«, »Weit«, »Linear«, »Linear + Horizontausrichtung« sowie »Eng«. Dadurch hat man ein interessantes und effektives Instrument, um gestalterisch zu wirken und Abwechslung in seinen Film zu bringen. Hilfreich ist die bereits erwähnte Horizontausrichtung, die für ein geschmeidigeres und stabilisiertes Ergebnis sorgt, selbst dann, wenn die Kamera mal durch die Luft fliegen oder erschüttert werden sollte. Die Sprachsteuerung ist hilfreich, beispielsweise wenn man Handschuhe trägt oder die GoPro nicht direkt erreichen kann, etwa weil diese außen am Auto mitfährt. Eine Liste aller möglichen Befehle findet man in der Kamera selbst. Hierzu gehören unter anderem das Starten und Stoppen von Aufnahmen, das Anpassen des Video-Modus, das Anfertigen von Serienaufnahmen und das Setzen von Markierungen. Außerdem lässt sich die Cam per Stimme einschalten. Ist HindSight aktiviert, so ist es möglich, schon bis zu 30 Sekunden lange Videos aufzunehmen, ehe man überhaupt die Aufnahme gestartet hat.

GPS an Bord der GoPro 10 erlaubt es, Parameter wie Standort, Geschwindigkeit und die zurückgelegte Strecke zu erfassen. Die Werte lassen sich nachträglich zusammen mit den Videos und Fotos über die Quik-App auslesen.

Filmer und Fotografen mit ambitionierteren Ansprüchen können viele Einstellungen wie Belichtungskorrektur, Farbe, Schärfe, Weißabgleich oder ISO-Wert selbst anpassen und damit die Ergebnisse manuell beeinflussen. Zum Teil echt spektakulär sehen Fotos im Setting „SuperFoto“ aus. Denn in dieser Einstellung versucht die GoPro Bilder durch die Verwendung von HDR, Local Tone Mapping und Rauschunterdrückung zu optimieren. Bei Videos im hochformatigen Instagram-Look dreht sich das Kamera-Menü direkt mit.

Wer diverse individuelle Einstellungen vorgenommen hat, kann diese abspeichern und jederzeit für neue Aufnahmen wieder aufrufen. So filmt oder fotografiert man stets mit demselben Blickwinkel, identischen ISO-Werten und dem bevorzugten Weißabgleich.

Trotz ihrer zahlreichen Funktionen stellt die GoPro Hero10 Black auch Erstnutzer nicht vor Probleme. Die Menüstruktur ist klar, kurze Erklärtexte erläutern, was sich hinter einzelnen Menüeinträgen versteckt, das Display reagiert super flott auf Wisch- und Touchgesten. Ob die GoPro hier beim Bedientempo gegenüber der Hero9 Black zugelegt hat, lässt sich schwer sagen. Fakt ist: Menüwechsel gelingen sehr schnell, die GoPro ist quasi direkt nach dem Einschalten betriebsbereit, und sowohl der hintere als auch der vordere Bildschirm sind auskunftsfreudig und sehr gut ablesbar. Über die Zoomfunktion lassen sich Aufnahmen besser auf dem kleinen Display kontrollieren.

Auf iOS- und Android-Mobilgeräten kann man die kostenlose Quik-App installieren und die GoPro komplett fernsteuern, Aufnahmen starten, Auflösungen ändern und Bildparameter anpassen. Außerdem lassen sich Fotos und Videos importieren und live in 1080p-Auflösung streamen. Das kleine Programm erlaubt zudem den Zusammenschnitt von Filmen, die Nachbearbeitung und Vertonung mit Musik sowie die Veränderung von Farben, Bildausschnitten und der Abspielgeschwindigkeit. Alles gelingt intuitiv und selbsterklärend.

Ausreichend Tages- oder Kunstlicht vorausgesetzt, liefert die GoPro Hero10 Black sehr scharfe, natürliche und realistische Videos. Wir haben unsere Probe-Aufnahmen in 4K mit 60 Vollbildern gedreht. Das Bildrauschen ist, wenn überhaupt, nur minimal. Dargestellt wird eine sehr breite Farbpalette mit feinen Abstufungen. Auch die Tiefenwirkung ist überzeugend. Einzelne Details wie etwa Blätter oder die Struktur eines Baumstamms arbeitet die Kamera präzise heraus.

Wird das Licht weniger, etwa weil der Himmel stark bewölkt ist oder sich die Dämmerung ankündigt, nimmt das Rauschen dezent zu und die Schärfe lässt etwas nach. Trotzdem sind die Ergebnisse auch jetzt noch beeindruckend.

Faszinierend ist die Leistungsfähigkeit des Bildstabilisators. Wir haben die GoPro sowohl an einem Fahrradlenker auf holprigem Waldweg als auch im Autocockpit auf einer Landstraße mitgenommen. Fast alle Bodenunebenheiten werden sehr effektiv weggebügelt. Mitunter sieht es so aus, als würde man mit dem Mountainbike durch den Wald fliegen. Die Fahrten gelingen erstaunlich ruhig, souverän und entspannt, Schärfe und Plastizität bleiben erhalten. Ist man jedoch im Wald unterwegs und das Licht wird schwächer, gehen Details und Schärfe verloren, Artefakte lassen sich jetzt nicht mehr konsequent vermeiden.

Der Ton kann ebenfalls punkten. Denn die Mini-Cam filtert Windgeräusche ordentlich weg und weiß auch mit Umgebungsgeräuschen clever umzugehen. Die Sprachverständlichkeit ist einwandfrei.

Auch für Fotos ist die Hero10 Black geeignet. Alle wichtigen Bildparameter sind hier sehr stimmig, ausreichend Licht natürlich vorausgesetzt. Imposante Aufnahmen liefert der Modus „SuperFoto“, der mit Farben und Kontrast spielt und auf jeden Fall eine spannende Alternative zum klassischen Foto darstellt, das auf mehr Natürlichkeit setzt.

Ist die Videoqualität der Hero10 Black besser als die der GoPro Hero9 Black? Die Unterschiede sind bestenfalls marginal, die Videostabilisierung hat allerdings noch eine minimale Schippe draufgelegt.

So schön die hohe Auflösung und die hohen Bildwiederholraten auch sind: sie sind echte Akkufresser. Filmt man in 4K-Auflösung mit 60 Vollbildern, so hält der Akku maximal 45 Minuten. Schon unmittelbar nach dem Einschalten und den ersten Menüeinstellungen hat der Akku der Hero Black10 einige Prozentpunkte verloren. Noch schlimmer ist es, wenn man mit 120 Vollbildern filmt. Dann kann man förmlich dabei zuschauen, wie die Restkapazität des Akkus in den Keller rauscht. Filmt man in 1080p und nach Möglichkeit mit nicht mehr als 50 Vollbildern pro Sekunde, so sind im Idealfall bis zu 90 Minuten drin. Ebenso knackt man die 60-Minuten-Marke mit 4K und nur 30 Vollbildern. Um die Laufzeit zu verlängern, hat GoPro bereits ein Firmware-Update angekündigt. Im so genannten Extended-Battery-Modus soll der Akku der Kamera nicht mehr so schnell schlapp machen.

Ein gravierender Mangel der neuen GoPro ist ihr Hitzeproblem. Dieses betrifft ebenfalls wieder hohe Auflösungen und hohe Bildwiederholraten. Bei uns im Test mit 4K und 60p heizte sich die Actioncam nach kurzer Zeit wie ein kleiner Backofen auf, nach 15 Minuten beendete diese ihre Aufnahme, um abzukühlen. An der frischen Luft mit Fahrtwind hält die GoPro in diesem Setting länger aus.

GoPros sind generell keine Schnäppchen. Ungewöhnlich: Beim US-amerikanischen Hersteller direkt gibt es die Actioncam günstiger als im Einzelhandel und bei diversen Online-Anbietern. Voraussetzung dafür ist der Abschluss eines knapp 50 Euro teuren GoPro Jahresabos, das unter anderem unbegrenzten Cloud-Speicher, unbeschränkte Nutzung der Quik-App sowie den Kameraaustausch bei Defekt beinhaltet. Dann bekommt man die Hero10 Black im Basis-Set inklusive Akku, Kamera-Case, gebogener Klebehalterung, Befestigungsclip und USB-C-Kabel für knapp 430 Euro. Im Zubehör-Bundle mit Ersatzakku, 32-Gigabyte-Speicherkarte, magnetischem Drehclip, Mini-Stativ und Tasche werden knapp 480 Euro fällig. Das ist eine deutliche Ersparnis gegenüber dem offiziellen GoPro-Preis in Höhe von 630 und 690 Euro. Im Internet und im Einzelhandel werden für das Basis-Set der Hero10 Black in der Regel um die 530 Euro fällig.

Keine Frage, die GoPro Hero10 Black ist eine hervorragende Actioncam, aktuell wahrscheinlich die beste am Markt. Sie liefert ausgezeichnete Aufnahmen, hohe Auflösungen und Bildraten und verfügt über eine exzellente Bildstabilisierung. Der Bedienkomfort ist top, der Funktionsumfang groß. Nervig sind nur das Hitzeproblem und die recht kurze Akkulaufzeit, die GoPro durch ein Firmware-Update hoffentlich bald verlängern wird. Ob Besitzer der GoPro Hero9 Black unbedingt auf das aktuelle Actioncam-Modell umsteigen müssen? Eher nicht, dafür sind die technischen Neuerungen zu überschaubar.

Alternativen zur GoPro Hero10 Black zeigen wir in der Themenwelt Actioncams, etwa die winzige DJI Action 2 (Testbericht), die modulare Insta360 One R (Testbericht) samt dem 1-Zoll-Sensor (Testbericht) oder die DJI Pocket 2 (Testbericht), die gleich ein Gimbal mitbringt.

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