Google Pixel 7 im Test: Der Android-König ist zurück

Google Pixel 7
Pro und Contra
  • viele schlaue Software-Funktionen
  • sehr gute Fotos
  • Preis-Leistung
  • keine Telelinse
  • Akkulaufzeit nur guter Durchschnitt
  • nur 20-Watt-Fast-Charging
  • 5.0

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Das Google Pixel 7 bietet gute Hardware und hervorragende Software zum vernünftigen Preis. Wir zeigen im Testbericht, für wen sich der Kauf lohnt.

Als das Google Pixel 6 (Testbericht) und das Google Pixel 6 Pro (Testbericht) Ende 2021 auf dem Markt kamen, waren wir zunächst wenig begeistert. Das lag vor allem an massiven Software-Problemen, die mit der Einführung der eigenen SoC-Architektur Tensor zusammenhingen. In den folgenden Monaten löste Google über Software-Updates die allermeisten Bugs.

Seitdem zählt die Android-Erfahrung auf den Pixel-6-Geräten zu den besten. Denn Google entfernt sich weiter von der Vanilla-Android-Philosophie, die ein möglichst pures Android ohne viel Schnickschnack bieten will. Stattdessen integriert Google in jede Pixel-Generation neue und sinnvolle Software-Funktionen, die teilweise exklusiv zur Verfügung stehen. Hier bildet auch das Google Pixel 7 keine Ausnahme. Dieser Test zeigt, dass Hardware in den Hintergrund rückt und gute Software begeistert.

Optisch ähnelt das Google Pixel 7 dem Google Pixel 6 stark. Allerdings ist es leicht auf 155,6 x 73,2 x 8,7 Millimeter geschrumpft. Mit 197 Gramm 10 Gramm ist es leichter geworden. Trotzdem gehört es nach wie vor nicht zu den besonders kleinen Smartphones. Wer ein wirklich kleines und trotzdem potentes Smartphone sucht, dem empfehlen wir unsere Bestenliste Top 10: Klein und trotzdem stark – die besten Mini-Smartphones.

Das Visier auf der Rückseite besteht nun nicht mehr aus mehreren Glasversatzstücken, sondern ist aus Metall. Es ist zusammen mit dem Rahmen aus einem Stück gefertigt. Das sollte dem Pixel 7 zusätzliche Stabilität verleihen. Tatsächlich ist das Smartphone sehr verwindungssteif. Auch knarzt oder wackelt nichts. Die Taster auf der rechten Seite haben einen hervorragenden Druckpunkt, der sich abermals besser anfühlt als beim Pixel 6.

Auf der unteren Seite verbirgt sich der Lautsprecher. Er ist vergleichbar laut wie beim Vorgänger. Zusammen mit dem zweiten Lautsprecher, der sich hinter dem Display versteckt und auch zum Telefonieren genutzt wird, ergibt sich beim Schauen von Videos im Landscape-Modus ein dezenter Stereo-Effekt.

Auf der linken Seite sitzt der SIM-Kartenslot. Für alle Pixel-Kenner wenig überraschend: Der 128 GByte große Speicher des Smartphones kann nicht über Micro-SD-Karten erweitert werden. Wer 100 Euro mehr investiert, kann das Handy auch mit 256 GByte Speicher kaufen. Das Pixel 7 unterstützt eine eSIM. Käufer können sich zwischen weiß, schwarz und hellgrün entscheiden.

Das Display ist von 6,4 minimal auf 6,3 Zoll geschrumpft. Wie beim Vorgänger gibt es im Gegensatz zur Pro-Variante keine seitliche Abrundung. Das OLED-Panel bietet eine Auflösung von 2400 x 1080 Pixel, das entspricht einer Pixeldichte von 416 ppi (Pixel pro Zoll). Wieder schafft das Display 90 Bilder pro Sekunde. Auffällig: Die Anzeige ist diesmal vor allem im Automatikmodus deutlich heller als noch beim Vorgänger. Das erleichtert bei direkter Sonneneinstrahlung das Ablesen von Inhalten.

Die Blickwinkel sind hervorragend, die Farbdarstellung auch. OLED-typisch bietet das Panel perfekte Schwarzwerte. Dank OLED sind Always-on-Funktionen möglich. Insgesamt ist das Display des Pixel 7 brillant.

Bei der Kamera-Einheit gibt es zunächst wenig Neues. So kommt wieder der gleiche 50-Megapixel-Sensor mit einer Größe von 1/1,31 Zoll zum Einsatz. Auch die Optik ist identisch und hat eine Blende von f/1.85 sowie ein Sichtfeld von 82 Grad. Zudem finden sich Laser-Autofokus, OIS und der Dual-LED-Blitz. Die Weitwinkeleinheit ist mit 12 Megapixel, f/1.22 und einer Pixelgröße von 1,25 μm identisch. Entsprechend gleichen sich auch die Bilder des Pixel 6 und des Pixel 7.

Das klingt wenig spektakulär, ist aber im Grunde ein gutes Zeichen. Schließlich entwickelte Google im vergangenen Jahr die Software der Kamera kontinuierlich weiter und verbesserte so die Bildqualität. Die Frontkamera wurde leicht verbessert, ein Autofokus fehlt ihr nach wie vor. Die damit geschossenen Selfies sind okay, können uns aber nicht vom Hocker reißen.

Die Kamera-App des Pixel 7 bietet einige neue Software-Funktionen. So kann das Smartphone nun 10-Bit-HDR-Videos mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Außerdem gibt es einen Kino-Modus, der ein bewegliches Motiv fokussiert in den Hintergrund weichzeichnet. Das funktioniert aber nur in Full-HD. Ein echtes Highlight, welches viel Aufmerksamkeit erregt: Die Foto-App kann jetzt verschwommene Fotos schärfen. Das gelingt dank cleverer KI zum einen erstaunlich gut, zum anderen sogar mit Bildern, die nicht mit dem Pixel 7 geschossen wurden. Beim mit dem Pixel 7 aufgenommenen Bildern wird diese Funktion direkt nach dem Auslösen angewendet. Tatsächlich fiel es uns schwer, bei Tageslicht überhaupt noch verwackelte Bilder zu provozieren.

Auffällig ist der jetzt deutlich schnellere Nachtmodus. Dadurch gelingen in der Dunkelheit geschossene Bilder zuverlässiger, ohne zu verwackeln. Laut Google ermöglicht die neue Generation des Tensor-Chips diesen Geschwindigkeitsvorteil. Wer will, kann die Aufnahmezeit verlängern und so die Qualität der Bilder weiter steigern.

Der hauseigene Tensor-Chip war das Highlight des Google Pixel 6 (Testbericht). Nun kommt mit dem Tensor G2 der Nachfolger zum Einsatz. Unterstützt wird er von 8 GByte RAM. Wieder soll der Chip nicht unbedingt synthetische Benchmarks überragen, sondern speziell auf das Pixel zugeschnittenen Software-Funktionen effizient beschleunigen. Trotzdem sind die Benchmark-Werte mit 6564 Punkten im 3Dmark Wild Life und 1835 Punkten im 3Dmark Wild Life Extreme nicht schlecht und bewegen sich etwa auf dem Niveau des Snapdragon 888. Im Vergleich zum Vorgänger muss das Pixel 7 dennoch ein paar Punkte streichen. Dabei setzt Google diesmal als GPU auf die Mali G710, die etwas schneller als die GPU des Vorgängers sein soll.

Scheinbar will Google nicht zwingend Benchmark-Rekorde brechen, sondern vor allem bei gleicher Leistung energieeffizienter sein. Zudem verspricht Google bei der für sie relevanten KI-Einheit eine Leistungssteigerung von 60 Prozent. Ohnehin gibt es an der Geschwindigkeit nichts auszusetzen. Wie von Flaggschiff-Smartphones gewohnt, agiert auch das Pixel 7 pfeilschnell. Apps öffnen flott, die Systemanimationen sind butterweich und der schnelle Wechsel zwischen geöffneten Apps funktioniert quasi verzögerungsfrei.

Der Fingerabdrucksensor versteckt sich hinter dem Display und funktioniert bei uns deutlich schneller als noch beim Pixel 6. Zusätzlich ermöglicht das Pixel 7 jetzt, das Telefon über Gesichtserkennung zu entsperren. Das gelingt ausschließlich über die Frontkamera, entsprechend ist die Funktion nicht besonders sicher und funktioniert nur bei guten Lichtverhältnissen. Für sensible Funktionen wie Bezahlvorgänge ist die Gesichtserkennung nicht nutzbar.

Das Pixel 7 unterstützt Wi-Fi 6E, NFC, 5G und Bluetooth 5.2. Im Telefontest verstand uns das Gegenüber auch in lauten Umgebungen hervorragend. Google filtert sehr effizient Umgebungsgeräusche heraus. Auch die von vielen beim Pixel 6 bemängelten Verbindungsprobleme hatten wir in den ersten Tagen der Nutzung nicht.

Das Google Pixel 7 wird als erstes Smartphone mit Android 13 ausgeliefert. Allerdings geht Google mittlerweile einen anderen Weg. Denn während noch vor wenigen Jahren Pixel-Telefone eher funktionsarm waren und eine pure Android-Erfahrung bieten sollten, setzen sich Pixel-Telefone aktuell vermehrt durch schlaue Software-Funktionen von der Konkurrenz ab.

So kennen wir zum Beispiel kein anderes Smartphone, in dem die Funktion, welche Spracheingabe in Text verwandelt, derart schnell und fehlerfrei funktioniert. Auch Emojis können jetzt angesagt werden. Extrem nützlich: Sprachnachrichten im Google Messenger wandeln sich auf Wunsch direkt in Text um. Hoffentlich kommt dieses nützliche Feature per Software-Update auch bald für weitere Messenger wie Whatsapp. Die Recorder-App, welche Gesprochenes in Echtzeit transkribiert, ist natürlich auch wieder mit an Bord und soll zukünftig weitere Funktionen wie das Unterscheiden von Sprechern oder das Anpassen der Geschwindigkeit erhalten.

Wer das Pixel 7 in der Nacht in der Nähe des Bettes liegen hat, kann zudem über Digital Wellbeing seinen Schlaf tracken. Dafür nutzt das Smartphone die Mikrofone und verrät, ob in der Nacht geschnarcht oder gehustet wurde. Wer wissen will, was sonst noch alles neu ist, der sollte einen Blick in die folgende Bildergalerie werfen.

Bezüglich Software-Updates verspricht Google, das Telefon fünf Jahre lang mit Sicherheits-Updates und drei Jahre lang mit Major-Android-Updates zu versorgen.

Der Akku des Pixel 7 ist im Vergleich zum Vorgänger von 4620 auf 4355 Milliamperestunden geschrumpft. Im Akku-Benchmark PCMark kommt es auf 11 Stunden und 40 Minuten. Im Vorgänger waren es noch deutlich über 12 Stunden. Das ist kein großer Verlust, aber im Einzelfall sicher zu spüren. Dennoch geht die Akkulaufzeit insgesamt in Ordnung.

Beim Laden lässt es das Google Pixel 7 gemächlich angehen. Über USB PD 3.0 und über Qi erreicht es maximal 20 Watt. Damit muss es etwa eine halbe Stunde ans Netz, um die ersten 50 Prozent des Akkus zu laden. Ein Netzteil liegt der Verpackung nicht bei. Wir empfehlen dafür unseren Ratgeber USB-C-Ladegeräte im großen Vergleichstest: Das Beste kostet nur 11 Euro.

Die UVP des Pixel 7 ist gleich wie beim Pixel 6. Das ist eine hervorragende Nachricht. Da gerade in Zeiten der Inflation viele Smartphone-Hersteller dazu übergegangen sind, die Preise ihrer neuen Modelle teilweise deutlich anzuziehen. Wenige Tage nach der Veröffentlichung kostete das Pixel 7 mit 128 GByte 650 Euro, mit 256 GByte 750 Euro. Wir gehen davon aus, dass sich der Preis ähnlich wie beim Pixel 6 über die nächsten Monate nach unten korrigiert.

Auf den ersten Blick wirkt es so, als ob es sich beim Google Pixel 7 im Vergleich zum Google Pixel 6 (Testbericht) eher um ein kleines Update handelt. Die Kamera ist quasi gleich, die Hardware nicht schnell und der Akku ist sogar etwas geschrumpft. Doch im Detail gibt es viele sinnvolle Verbesserungen. So ist das Display heller, die Optik markanter, der Fingerabdrucksensor schneller, es gibt eine Gesichtserkennung und insgesamt viel weniger Bugs.

Vor allem aber ist die Software mit all seinen neuen Features einfach grandios. Ein Umstieg vom Google Pixel 6 lohnt sich nicht, schließlich schaffen es die meisten neuen Software-Features auch auf den Vorgänger. Für alle anderen, die ein sehr gutes Flaggschiff-Smartphone in vernünftiger Größe zum fairen Preis suchen, ist das Google Pixel 7 eine absolute Empfehlung.

Wer Alternativen zu den Google-Telefonen sucht, der sollte sich unsere Bestenliste Spitzenleistung zum fairen Preis: Tops-Smartphones bis 750 Euro anschauen. Die besten Flaggschiffe küren wir in unserer Bestenliste Top 10: Die besten Smartphones – Samsung vor Xiaomi und Apple.

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