Google Pixel 6a im Test: Schnell, schick & günstig – wo ist der Haken?

Google Pixel 6a Aufmacher
Pro und Contra
  • pfeilschnell & lange Akkulaufzeit
  • sehr gute Kamera
  • hervorragendes Software-Paket
  • Display
  • Fingerabdruckscanner
  • Speicher nicht erweiterbar
  • 4.5

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Das Google Pixel 6a bietet im Test die vielleicht beste Performance seiner Klasse. Dazu macht es schöne Fotos und hält lange durch. Doch es gibt einen Haken.

Vor etwa einem halben Jahr zeigte Google die neue Generation seiner High-End-Smartphones der Pixel-Reihe. Im Test lässt das Google Pixel 6 Pro (Testbericht) die Muskeln spielen und überzeugt uns mit seiner hohen Verarbeitungsqualität, der sehr guten Kamera-Einheit und dem hervorragenden 120-Hertz-Display. Weniger gut funktioniert der Fingerabdruckscanner hinter dem Display. Die Software-Probleme, mit denen das Gerät etwa drei Monate zu kämpfen hatte, bekam Google dann auch irgendwann in den Griff. Allerdings war das Pixel 6 Pro zunächst richtig teuer. Mittlerweile bekommt man es jedoch für bereits gut 700 Euro.

Wenig später musste das Google Pixel 6 (Testbericht) zeigen, was es kann. Dabei zeigte es ähnliche Stärken – aber auch ähnliche Schwächen – wie das Pro-Modell. So gefallen uns das 90-Hertz-Display, die sehr gute Kamera und die vielen guten Software-Features. Vor allem aber kostet es mit aktuell nur gut 500 Euro recht wenig, was es zu einem Preis-Leistungs-Tipp macht. Zu den Schwächen gehört weiterhin der langsame und zuweilen unzuverlässige Fingerabdruckscanner hinter dem Display. Auch gibt es lediglich eine 128-GByte-Option und wie bei Pixel-Phones üblich keine Möglichkeit, diesen über Micro-SD-Karten zu erweitern.

Nun kommt das dritte Pixel-Smartphone der aktuellen Generation an die Reihe, das Google Pixel 6a. Wir testen, was die eher günstige Variante auf dem Kasten hat und zeigen, welche Stärken und Schwächen sie von den anderen Modellen übernimmt.

Zunächst fällt auf, dass das Google Pixel 6a kleiner ist als viele andere Smartphones seiner Klasse. Es kommt in der Länge auf 15,2 Zentimeter, in der Breite auf 7,2 Zentimeter und in der Dicke auf 0,9 Zentimeter. Dabei wiegt es 178 Gramm. Beim Kauf stehen die Optionen Sage (Grün), Charcol (Schwarz) und Chalk (Weiß) zur Verfügung. Uns liegt die grüne Variante vor, die uns mit ihrem dezenten und pastelligen Tönen gut gefällt. Dabei variiert die Farbe unterhalb und oberhalb des Visiers leicht. Der Rand besteht aus einem Metall und ist mattschwarz. Die Rückseite besteht aus einem Kunststoff, wirkt aber ähnlich hochwertig wie bei großen 6er-Modelle.

Das schwarze Visier mit der Kameraeinheit im oberen Bereich der Rückseite kennt man so schon vom 6 und 6 Pro. Allerdings ist es weniger breit und steht auch nicht so weit aus dem Gehäuse hervor. Dadurch, dass es sich über die gesamte Breite zieht, liegt das Pixel 6a recht plan auf dem Rücken auf.

Die Verarbeitung ist ähnlich gut wie bei den großen Brüdern. Hier knarzt oder wackelt nichts. Auch die Knöpfe auf der rechten Seite sitzen exzellent. Auf der unteren Seite sitzt ein Lautsprecher, der zusammen mit dem über dem Display sitzenden eine Art Stereo-Effekt erzeugt. Dieser ist vergleichbar mit dem des Google Pixel 6. Schaut man sich ein Video im Querformat an, gibt es einen Stereo-Effekt. Allerdings dröhnt der Klang starker aus dem unteren Lautsprecher, wirklich ausgewogen wirkt das nicht. Dafür passt die Lautstärke. Einen 3,5-Millimeter-Kopfhörerausgang gibt es nicht. Insgesamt scheint auch der Vibrationsmotor weniger stark zu sein als in den größeren Pixel-Modellen.

Der Fingerabdrucksensor liegt unter dem Display. Es handelt sich um ein anders System als beim 6- und 6-Pro-Modell. Trotzdem ist er nicht viel besser. Nach wie vor dauert es recht (eigentlich zu) lange, bis der Sensor den Finger erkennt. Allerdings scheint er zuverlässiger den Finger zu erkennen. Besonders, wer eine Folie oder Panzerglas zum Display-Schutz einsetzen möchte, der wird hier wahrscheinlich immer wieder Probleme bekommen.

Das 6,1 Zoll große Display setzt auf OLED. Das ist noch keine Selbstverständlichkeit in dem Preissegment, auch wenn inzwischen immer mehr Anbieter die Technik selbst bei günstigeren Geräten verwenden. OLED bietet perfekte Schwarzwerte und ermöglicht die Darstellung etwa einer Uhr oder von Benachrichtigungen als Always-On-Feature. Die Auflösung beträgt Full-HD+, also 2400 x 1080 Pixel. Das reicht für die Größe des Displays aus. Geschützt wird das Display durch Gorilla Glass 3, auf der oberen Seite sitzt das Kameraloch. Die Darstellung ist gut und die Farben wirken kräftig. Allerdings ist gerade bei weißem Hintergrund in spitzeren Winkeln schnell eine Art Regenbogeneffekt sichtbar.

Negativ fällt uns die Bildwiederholungsrate von 60 Hertz auf. Gefühlt ruckelt das Google Pixel 6a bei Scrollen durch Webseiten, Apps und dem Einstellungsmenü nicht nur deutlich heftiger als das Google Pixel 6 Pro mit seinem 120-Hertz-Display. Es scheint auch ruckeliger als andere 60-Hertz-Displays wie etwa das eines iPhones Mini. Obwohl das Pixel 6a pfeilschnell ist, wirkt es dadurch leicht behäbig.

Im Google Pixel 6a arbeitet mit dem eigenen Tensor-Chip der gleiche Prozessor wie im 6 und 6 Pro. Allerdings stehen dem 6a „nur“ 6 GByte Arbeitsspeicher zur Verfügung. Auch der nicht erweiterbare 128-GByte-Speicher ist etwas langsamer als in den größeren Modellen. Entsprechend schneidet das 6a in Benchmark-Tests minimal schlechter ab als etwa das 6 Pro. Als Grafikeinheit kommt Mail-G78 MP20 GPU zum Einsatz.

Tatsächlich erreicht das Pixel 6a Benchmark-Werte, von denen andere Smartphones in der 400-Euro-Klasse nur träumen können. So erreicht es im 3DMark Wild Life mit 7000 Punkten ähnlich hohe Werte wie seine größeren und teureren Brüder. Im Alltagsbenchmark Work 3.0 kommt das 6a auf 9600 Punkte. Hier merkt man dann wegen des geringeren Arbeitsspeichers doch einen gewissen Unterschied zum 6 und 6 Pro.

Insgesamt ist die Performance des Pixel 6a überragend. Alle Apps öffnen sich schnell, der Wechsel zwischen den Programmen erfolgt prompt und auch sonst gibt es keine Situation, mit der das Pixel 6a nicht zurechtkommt.

Die Software ist traditionell eine der Stärken der Pixel-Phones. Zumindest war das bis zum Erscheinen der Pixel-6-Modelle der Fall. Denn zunächst hatte die 6er-Reihe mit massiven Problemen wie Abstürzen und Verbindungsproblemen zu kämpfen. Google benötigte einige Monate, sie alle zu fixen. Mittlerweile läuft das Android-12-System auf Tensor stabil. Das gilt auch für das Pixel 6a.

Die Nutzererfahrung und die Software-Features sind auf Pixel-Phones unerreicht. Google schafft es scheinbar spielend leicht, eine einfache Nutzerführung mit einem Haufen an Funktionen zu kombinieren. Derartiges sucht man auf anderen Android-Telefonen vergeblich.

Rekorder-App, Live-Übersetzer, automatische Songerkennung, hervorragende Bildnachbearbeitung mit Tools wie dem Magic-Erazer und vieles, vieles mehr. Die Software wirkt ausgereift und durchdacht. Noch dazu gibt es beim Pixel 6 jede Menge praktische Funktionen, die man auf Smartphones anderer Hersteller vermisst.

Das Google Pixel 6a kommt nicht mit der gleichen Hauptkamera wie das Google Pixel 6 Pro (Testbericht) und das Google Pixel 6 (Testbericht). Stattdessen setzt es auf den älteren Sony IMX363 mit zwölf Megapixeln, der so schon im Pixel 5 und vielen Vorgänger-Pixel-Phones zum Einsatz kam. Für die Weitwinkelaufnahmen sorgt der Zwölf-Megapixel-Sensor Sony IMX386. Für Sefies zeichnet sich der Acht-Megapixel-Sensor Sony IMX355 verantwortlich.

Der Verzicht auf den High-End-Chip für die rückseitige Hauptkamera wurde von vielen als krasser Rückschritt angesehen. Schließlich hatten die günstigen a-Modelle bisher stets die gleiche Kameraeinheit wie ihre hochpreisigen Brüder. Wir empfinden das jedoch in diesem Fall als weniger schlimm. Schließlich hat Google in den letzten Jahren regelmäßig erfolgreiche bewiesen, dass sie in der Lage sind, phänomenale Ergebnisse aus dem alten Kamera-Chip IMX363 zu kitzeln.

Das gilt auch für das Google Pixel 6a. Die damit geschossenen Bilder sind kontrastreich, detailliert, perfekt belichtet, ausgewogen und Pixel-typisch farblich optimal. Selbst im direkten Vergleich mit den Bildern des Pixel 6 Pro müssen sie sich nicht verstecken – auch wenn das Pixel 6 Pro leicht die Nase vorn hat. Beim Pixel 6 Pro und Pixel 6 fällt vor allem auf, dass die natürliche Unschärfe des Hintergrunds sehr gut gelungen ist.

Die Weitwinkelkamera kann nicht ganz mit der hohen Qualität der Hauptkamera mithalten. Die Frontkamera ist dagegen super, dürfte aber gerne etwas weitwinkliger sein. Auf eine Periskop-Einheit verzichtet das 6a aus Kostengründen. Videos kann das Pixel 6a in maximal 4K mit 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen.

Der Nachtmodus funktioniert prima, ohne dass die Bilder zu künstlich wirken. Auch Aufnahmen vom Nachthimmel sind wieder mit dabei – insofern der Fotograf ein Stativ nutzt oder das Pixel 6a anderweitig fixiert.

Auch wenn der Akku des Pixel 6a mit 4410 Milliamperestunden keine überragend hohe Kapazität hat, erreicht es im PCMark Battery Test sehr gute 13,5 Stunden. Das ist ein ausgesprochen guter Wert. Ein Grund für die lange Laufzeit ist der Verzicht auf eine höhere Bildwiederholungsrate des Displays. Im Vergleich: Das gehypte Nothing Phone 1 (Testbericht) kommt mit einer ähnlichen Akkukapazität nur auf 7,5 Stunden. Dafür kann man das Nothing Phone 1 kabellos laden, das Pixel 6a verzichtet auf dieses praktische Feature. Dem Pixel 6a liegt kein Netzteil bei. Wir empfehlen bei der Wahl des Netzteils unseren Ratgeber USB-C-Ladegeräte im großen Vergleichstest: Das Beste kostet nur 11 Euro. Die Ladeleistung ist mit 18 Watt nicht besonders hoch. Für eine volle Ladung benötigt man mit einem entsprechenden Netzteil etwa 1,5 Stunden.

Seit Ende Juli 2022 ist das Google Pixel 6a erhältlich. Es kostet zum Start 470 Euro – nur etwa 35 weniger als das Google Pixel 6. Dafür gibt es die Google Pixel Buds A-Series mit obendrauf. Für die zahlt man sonst etwa 80 Euro. Wenn es beim Google Pixel 6a einen vergleichbaren Preisverfall wie beim 6 und 6 Pro gibt, kann man davon ausgehen, dass es schnell deutlich unter 400 Euro kosten wird.

Das Google Pixel 6a ist ein wirklich gutes Smartphone. Ganz besonders positiv sticht sein tolles Software-Paket, das gelungen Äußere mit der sehr guten Verarbeitung, die gelungenen Bilder, die lange Akkulaufzeit und die tolle Performance hervor. Allerdings fühlt es sich häufig nicht so pfeilschnell an, wie es eigentlich ist. Das liegt vor allem am 60-Hertz-Display, der großen Schwachstelle des Google Pixel 6a. Auch ist der Fingerabrduckscanner zwar besser, aber noch lange nicht perfekt. Zudem kann es nicht kabellos laden und der Speicher ist nicht erweiterbar. Wer darauf verzichten kann, bekommt eines der besten Mittelklasse-Smartphones am Markt.

Eine Alternative ist etwa das Nothing Phone 1 (Testbericht). Preislich vergleichbar ist es vor allem optisch dank seiner individuell anpassbaren Lichter auf der Rückseite ein echtes Statement. Noch dazu hat es das bessere Display und unterstützt kabelloses Laden. Weniger gut ist die Akkulaufzeit.

Für einen guten Überblick empfehlen wir unsere Bestenlisten Die besten Smartphones bis 400 Euro und Die besten Smartphones bis 500 Euro. Dort sticht etwa das 430-Euro-Smaartphone Xiaomi 11T Pro (Testbericht) besonders positiv hervor.

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