Google Pixel 6 im Test: Die bessere Alternative zum 6 Pro

Google Pixel 6
Pro und Contra
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • sehr gute Fotos
  • viele sinnvolle Software-Funktionen
  • zur Markteinführung mit vielen Software-Fehlern
  • nur 128-GByte-Option, keine SD-Erweiterung
  • Fingerprintscanner nicht perfekt
  • 4.5

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Das Google Pixel 6 ist fast genauso gut wie das Google Pixel 6 Pro, kostet aber 300 Euro weniger. Wir fühlen dem Pixel 6 im Testbericht auf den Zahn.

Als das Google Pixel 6 und das Google Pixel 6 Pro (Testbericht) im Oktober 2021 auf den Markt kamen, schien die Welt noch in Ordnung. Schließlich war der Wirbel um das neue Google-Phone mit neuer Kamera-Einheit und eigenem SoC-Design groß. Doch die Ernüchterung folgte schnell, traten doch bei vielen Nutzern von Anfang an teilweise massive Software-Probleme auf. Der genaue Grund dafür ist unklar, viel vermuten jedoch, dass es am neuen Tensor-Chip lag.

Im Dezember wollte Google mit einem verspäteten Update neue Features einführen und Fehler beheben – macht es aber nur noch schlimmer. So schlimm, dass sie das Update kurzerhand zurückziehen. Wer bereits die neue Version aufgespielt hat, muss sein Smartphone gar in den Werkszustand zurücksetzen, um das Update rückgängig zu machen.

Ein GAU für Google und für alle Pixel-Fans, die regelmäßige Updates und perfekt auf die Hardware abgestimmte Software als eine der wichtigsten Eigenschaften eines Pixel-Phones sehen. Zwar hatten nicht alle Pixel 6 und Pixel 6 Pro Bugs, aber dennoch viele. Auch der bekannte Tech-Youtuber und (ehemals) bekennende Pixel-Fan MKBHD quittierte die Pannenserie mit einem Tweet, in dem er von Pixel 6 (Pro) abrät. Mitte Januar und Februar, dann endlich zwei Updates, welche so gut wie alle Bugs entfernen. Nur auf laut Google „sehr wenigen“ Geräten gibt es Ende Februar 2022 noch Probleme mit dem WLAN. Das uns vorliegende Pixel 6 funktioniert fehlerfrei.

Insgesamt also ein holpriger Start für das Pixel 6 des Software-Spezialisten Google. Trotzdem: Wer heute ein Google Pixel 6 kauft, hat kaum noch Software-Probleme. Noch dazu ist das Smartphone günstiger geworden. Kostete es zu Beginn nie unter 640 Euro, kann man es teilweise im Angebot für unter 600 Euro kaufen. Da Pixel-Phones in der Vergangenheit recht preisstabil waren, gehen wir in naher Zukunft von keinem weiteren großen Preisverfall aus.

Kurz gesagt: Die Verarbeitung des Google Pixel 6 ist erstklassig. Es hat geringe Spaltmaße, ist verwindungssteif und nach IP68 gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt, zudem knarzt es nicht. Es besitzt einen Rahmen aus Metall, die Rückseite besteht aus einem Kunststoff, der sich wie Glas anfühlt. Das Kameramodul bringt Google in einem Visier unter, welches über die komplette Breite reicht. Das sieht schick aus und verhindert, dass das Handy auf dem Rücken liegend wackelt.

Das Google Pixel 6 kommt in den Farben Stormy Black (Schwarz), Kinda Coral (Rosa/Beige) und Sorta Seafoam (Hellgrün/Grau). Uns liegt letzteres vor. Es ist mit den Maßen 159 x 75 x 9 Millimeter und einem Gewicht von 207 Gramm groß und schwer, aber dennoch etwas handlicher als das Pixel 6 Pro (Testbericht). Wir hätten uns beim „kleinen“ Pixel 6 dennoch kompaktere Maße gewünscht.

Seine Taster sitzen fest und bieten einen guten Druckpunkt. Wie von Pixel-Phones gewohnt, nimmt auch das Pixel 6 lediglich eine SIM-Karte und keine SD-Karte zur Speichererweiterung auf. Das Smartphone kommt mit einem recht lauten Lautsprecher auf der Unterseite und einem Lautsprecher hinter dem Display. Letzterer kommt beim Telefonieren zum Einsatz. Außerdem sorgt er etwa beim Betrachten von Videos für einen dezenten Stereoeffekt.

Wer lange etwas von seinem Google Pixel 6 haben will, sollte es mit einer Hülle und einem Display-Schutz schützen. Wir empfehlen gute Lösungen in unserer Kaufberatung: Die besten Hüllen für das Google Pixel 6.

Das OLED-Display ist 6,4 Zoll groß und hat eine Auflösung von 2400 x 1080 Pixel. Es bietet eine maximale Bildwiederholungsrate von 90 Hertz (kann in den Entwickleroptionen dauerhaft erzwungen werden) und ist in der Lage HDR+-Inhalte darzustellen.

An den seitlichen Rändern schließt es gerade ab. Zum Vergleich: Das etwas größere und hochauflösendere Display des Google Pixel 6 Pro kann bis zu 120 Hertz darstellen und ist an den seitlichen Rändern abgerundet. Wir bevorzugen die klare Display-Kante des kleineren Pixel 6.

Das Display sieht fantastisch aus. Es ist farbenfroh, blickwinkelstabil und hat OLED-typisch perfekte Schwarzwerte. Es ist vergleichbar hell wie das Display der Pro-Variante. Direktes Sonnenlicht stört das Ablesen des Display-Inhalts nicht.

Hinter dem Display versteckt sich der Fingerabdruckscanner. Dieser funktioniert nicht so gut wie der physische Scanner auf der Rückseite des Google Pixel 5 (Testbericht). Etwa neun von zehn Versuchen sind erfolgreich.

Google verwendet erstmals ein eigenes SoC-Design, den Tensor-Chip. Damit folgt es anderen großen Smartphone-Herstellern wie Apple, Samsung und Huawei. Der Tensor SoC hat acht Kerne: zwei leistungsstarke Cortex-X1, zwei Cortex-A76 und vier effiziente Cortex-A55. Samsung presst das Chip-Design im Auftrag Googles im 5-nm-Verfahren auf Silikon. Beim Kauf steht nur eine Variante mit 128 GByte UFS 3.1 Speicher bereit. Zudem gibt es Wifi 6E, Bluetooth 5.1 und NFC.

Im Leistungstest schneidet das Google Pixel 6 mit 8 GByte LPDDR5-RAM gut ab. Es erreicht einen PCMark-Work-3.0-Score von 10745, einen 3DMark-Score von 6767 und einen Geekbench-5-Score von 2734 Multi Core und 1031 Single Core. Das ist etwas weniger als das Pixel 6 Pro mit 12 GByte LPDDR5-RAM. Trotzdem gehört das Pixel 6 damit zu den schnellsten Mittelklasse-Smartphones auf dem Markt. Die Performance ist für alle Alltagssituationen gerüstet. Apps öffnen flott und auch anspruchsvollere Spiele laufen flüssig. Einzig beim erstmaligen Öffnen der Kamera-App kann es zu leichten Verzögerungen kommen.

Das hintere Kameramodul ist mit dem Kameramodul des Pixel 6 Pro identisch, allerdings müssen Käufer hier auf das Periskop-Teleobjektiv verzichten. Es hat einen 50-Megapixel-Hauptsensor (12 μm, 1/1,31″, f/1.85) und eine Ultraweitwinkelkamera mit 12 Megapixel (114°, 1,25 μm, f/2.2). Die Frontkamera ist mit 8 Megapixel (f/2.0) etwas weniger hochauflösend als im Pixel 6 Pro. Das Pixel 6 hat einen schnellen Laser-Autofokus, einen optischen Bildstabilisator und einen Dual-LED-Blitz.

Die 50-Megapixel-Bilder der Kamera stehen zunächst nicht in voller Auflösung bereit, sondern werden stets auf 12 Megapixel heruntergerechnet. Wer will, kann sie jedoch zusätzlich im RAW-Format speichern. Die Bilder sehen jedoch auch mit 12 Megapixel aufgenommen in den meisten Fällen hervorragend aus und stehen den Bildern der Pro-Variante in nichts nach. Bei Tageslicht geschossene Bilder zeigen gar eine ausgewogenere Belichtung und mehr Details als die Bilder der 108-Megapixel-Kamera des Samsung S21 Ultra (Testbericht). Die Weitwinkelkamera liefert ebenfalls gute Ergebnisse, die allerdings nicht mit der Hauptkamera mithalten können.

Videos nimmt es mit maximal 4K, 60 Bildern pro Sekunde und einem erhöhten Dynamikumfang auf. Die Ergebnisse können sich gerade im Vergleich zu den Vorgängern sehen lassen.

Der Nachtmodus ist Pixel-typisch gelungen. Auch Bilder mit mehreren Sekunden Belichtungszeit können dank Bildstabilisation und einer schlauen Software aus der Hand geschossen werden. Die Ergebnisse gefallen uns auch deswegen, weil Google die Bilder nicht unnatürlich überbelichtet. Wer ein Stativ hat oder das Smartphone anderweitig fixiert, erhält fantastische Astro-Aufnahmen. Im Nachhinein lassen sich Bilder nach den eigenen Vorlieben verändern und anpassen. Erwähnenswert ist hier der Magic Eraser, der automatisch etwa Fußgänger erkennt und anbietet, sie aus dem Bild zu entfernen.

Das Pixel 6 kommt mit einem umfangreichen Softwarepaket. Zunächst fällt das gelungene Design auf, Google nennt es Material Design. Auf Wunsch passen sich die Farben aller Menüs den Farben des Hintergrundbilds an und die Symbole der Google-Apps erhalten ein minimalistisches Icon. Das sorgt für ein einheitliches Erscheinungsbild. Im Hintergrund sorgt eine Anti-Malware- und -Phishing-Erkennung für Nachrichten in Whatsapp, Messenger und Instagram sowie bei Telefonanrufen für mehr Sicherheit. Schließt man das Pixel 6 abends an das Ladekabel an, schaltet es sich auf Wunsch automatisch auf stumm.

Viele weitere kleine Features helfen dabei, Alltagssituationen besser zu meistern. Dazu gehört ein Einhandmodus, der gerade bei einem großen Smartphone wie dem Pixel 6 Sinn ergibt. Ein schnelles Tippen auf die Rückseite des Handys kann einen Screenshot erstellen, Medien pausieren, Benachrichtigungen anzeigen oder gar eine frei wählbare Lieblings-App öffnen. Die Rekorder-App nimmt auch offline gesprochene Ansagen auf und transkribiert diese. Laut Internetmeldungen auch auf Deutsch und weiteren Sprachen, in unserem Fall jedoch nur auf Englisch.

Problemlos funktioniert der Live-Übersetzer, der nach dem Herunterladen entsprechender Sprachpakete Texte aus Whatsapp und Co, aber auch auf mit dem Telefon geschossene Fotos direkt übersetzt. Das kann gerade im Urlaub helfen. Wer versehentlich Benachrichtigungen weggewischt oder gelöscht hat, kann sie sich dennoch weiterhin in den Einstellungen chronologisch anzeigen lassen.

Für Pixel-Nutzer fast schon ein alter Hut: Die automatische Song-Erkennung Now Playing. Sie zeigt auf dem Sperrbildschirm Song-Titel und Interpret an, wenn die KI das Lied erkennt. Das passiert erstaunlich oft, gerade wenn man bedenkt, dass diese Funktion offline funktioniert und auf eine nur wenige Mbyte große Datei zugreift. Alle erkannten Titel speichert die App in den Einstellungen unter Now Playing.

Trotz peinlicher Software-Schwächen zum Start, läuft das Pixel 6 im Februar 2022 nahezu ohne Bugs. Die Software wirkt ausgereift und durchdacht. Noch dazu gibt es beim Pixel 6 viele praktische Funktionen, die man auf Smartphones anderer Hersteller vermisst.

Das Google Pixel 6 hat einen Akku mit einer Kapazität von 4614 mAh. Es erreicht im PCMark-Test eine Zeit von 12,5 Stunden. Das ist gut und deutlich besser als das Ergebnis des Pixel 6 Pro (Testbericht) mit gut 10 Stunden. Dabei hat der große Bruder gar mit 5003 mAh den dickeren Akku. Das Pixel 6 ist jedoch vor allem wegen des kleineren Displays mit geringerer Bildwiederholungsfrequenz genügsamer.

Die Ladeleistung liegt kabelgebunden bei 30 Watt, per kabelloser Qi-Übertragung (Vergleichstest Qi-Ladestationen) sind maximal 21 Watt drin. Die Qi-Funktion kann umgekehrt werden, sodass das Pixel 6 kabellos entsprechende Kopfhörer oder iPhones lädt, indem man sie einfach auf dessen Rückseite legt. Über das mitgelieferte Netzteil lädt das Smartphone in 30 Minuten gut 50 Prozent voll, danach geht es etwas langsamer weiter.

Das Google Pixel 6 kostet um die 600 Euro. Für das etwas besser ausgestattete Google Pixel 6 Pro fallen etwa 300 Euro mehr an.

Gerade im Preissegment von 600 Euro macht dem Google Pixel 6 so schnell keiner was vor, bietet es doch in weiten Teilen die gleichen Features wie das 300 Euro teurere High-End-Smartphone Google Pixel 6 Pro (Testbericht). Es ist fantastisch verarbeitet, bietet ein helles und farbenfrohes OLED-Display mit 90 Hertz, einen kräftigen Akku, scharfe und perfekt belichtete Fotos, Qi-Laden, viel Leistung und jede Menge sinnvoller Software-Funktionen.

War das Google Pixel 6 in den ersten Monaten wegen peinlicher und teilweise gravierender Bugs keine Empfehlung, ist die Software-Erfahrung dank Updates mittlerweile rund und größtenteils fehlerfrei. Schade, dass Google keine Option mit 256 GByte Speicher oder eine SD-Kartenerweiterung anbietet. Auch vermissen wir beim Nutzen des nicht immer perfekt funktionierenden Hinter-Glas-Fingerprintscanners die gute Gesichtserkennung des Google Pixel 4 (Testbericht) und den sehr guten Fingerabdrucksensor des Google Pixel 5 (Testbericht).

Wer für sein neues Smartphone etwas weniger ausgeben will, bekommt auch für bis zu 500 Euro richtig gute Telefone, wie unsere Bestenliste Top 10: Das sind die besten Smartphones 2022 bis 500 Euro zeigt.

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