Gomate Steap ER1 Evo im Test: E-Scooter Made in Germany

Gomate Steap ER1 Evo
Pro und Contra
  • weiche Federung, große Reifen
  • starker Motor, zuverlässige Bremsen
  • Wechselakku
  • kein Schutzblech, straffer Daumengriff
  • Licht nicht am Stromkreislauf
  • winziges Display, kurzes Trittbrett
  • 3.0

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Monatlich kündbar: Die besten Handytarife von 0 bis 30 Euro

Die besten monatlich kündbaren Tarife im Februar 2023: Unlimitiertes Datenvolumen für 15 Euro

Bilder retten: Fotos, Dias & Negative scannen und sichern

Bilder retten: Fotos, Dias & Negative scannen und sichern

Playstation 5 endlich erhältlich: Preise, Händler & Deals

Playstation 5 endlich erhältlich: Preise, Händler & Deals

RC-Buggy, Monster Truck oder Rennwagen: Die größten ferngesteuerten Autos ab 70 Euro

Große RC-Autos für jedes Gelände: Buggy, Monster Truck, Rennwagen & Co.

Der Gomate ER1 Evo macht vieles anders als gewöhnliche E-Scooter. So kommt er für eine ruhige Fahrt mit einem großen Vorderrad und einem flexiblen Trittbrett.

Der Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht) gehört zu den besten E-Scootern am Markt. Er schafft es trotz seines günstigen Preises auf Platz 2 unserer Top 10: Die besten E-Scooter 2022 von Segway bis Xiaomi im Test. Die hohe Qualität liegt auch daran, weil Xiaomi zu den Ersten gehörte, die E-Scooter erfolgreich produzierten. Schon lange bevor die elektrischen Tretroller legal in Deutschland fahren durften, verkauft Xiaomi sie in großen Mengen in China. Dabei bedienen sie sich seit jeher einem nur leicht angepassten Grundmodell, welches auch viele weitere E-Scooter nutzen. Dazu gehören etwa der Segway Ninebot G30D II Max (Testbericht), der Xiaomi Mi 1S (Testbericht) oder der Epowerfun EPF-1 Pro (Testbericht), um nur ein paar wenige zu nennen.

Doch einige versuchen mit spannenden neuen Ansätzen eigene Wege zu gehen. Allen voran der bereits seit 2019 auf dem Markt befindliche Metz Moover (Testbericht), der mit seinen hochwertigen Komponenten und einer widerstandsarmen Laufleistung überzeugt. Auch der IO Hawk Legend (Testbericht) ist eine echte Ausnahme unter den E-Scootern, bietet er doch eine hervorragende Federung.

Hier setzt auch der Gomate Steap ER1 Evo an, der sowohl hochwertige Bauteile nutzt als auch eine richtig gute Federung besitzt. Wer ihn will, muss jedoch tief in die Tasche greifen. Noch dazu ist beim Gomate Steap ER1 Evo längst nicht alles perfekt.

Der Gomate Steap ER1 Evo ist einer der optisch auffälligsten E-Scooter, die wir je bei uns im Test hatten. Das liegt in erster Linie am aufgesetzt wirkendenden Akku und am 16 Zoll großen Vorderrad. Wir hatten etwa mit dem Xiaomi Himo Z16 (Testbericht) oder dem Ado A16 (Testbericht) bereits E-Klappräder bei uns im Test, welche die gleiche Reifengröße bieten. Auch das Hinterrad ist mit 12 Zoll für einen E-Scooter groß, fällt aber im Vergleich zum Vorderrad deutlich ab.

Aufgehängt ist das Vorderrad an einer einseitigen Gabel. Das soll Gewicht sparen und tatsächlich ist der Gomate Steap ER1 Evo mit gut 13 Kilogramm ausgesprochen leicht. Die Lenkstange lässt sich bis zu einer Höhe von 112 Zentimeter ausfahren. So eignet sich der E-Scooter auch für größere Fahrer. Außerdem kommt die Lenkstange mit einem Sicherungshebel, um ihn für einen platzsparenden Transport anzulegen.

Das hat jedoch zwei Nachteile. Erstens: Die Kabel können nicht in der Lenkstange versteckt werden und stehen unschön hervor. Gomate hat die Kabel mit gekürzten und scharfkantigen Kabelbinder gebündelt. Eigenartig für einen Premium-E-Scooter.

Zweiter Nachteil: Der Sicherungsring, der den Hebel vor versehentlichem Lösen schützt, stößt beim Herausfahren an das nach vorn gerichtete Katzenauge, welches an der Lenkstange klebt. Wir schoben den Sicherungsring etwas unsanft nach oben und rissen so das Katzenauge von der Lenkstange. Hier hätte sich Gomate eine bessere Lösung überlegen müssen. Gomate verkauft auch Modelle, bei denen der gesamte vordere Teil nach hinten geklappt werden kann. Das geht bei dem uns vorliegenden Modell jedoch nicht.

Am Lenker sitzt auf der rechten Seite das kleine Display mit Informationen zur Geschwindigkeit, Restkapazität des Akkus und der gefahrenen Kilometer. Es ist aufgrund seiner geringen Größe teilweise nur schwer ablesbar. Direkt daneben sitzt eine kleine Glocke. Auf der rechten Seite des Lenkers prangt das große Frontlicht von Trelock.

Dabei handelt es sich um ein normales Nachrüstlicht, wie es häufig auch bei Fahrrädern zum Einsatz kommt. Geladen wird es über Micro-USB. Auch hinten sitzt ein einfaches, batteriebetriebenes Aufstecklicht von Trelock. Enttäuschend, dass Gomate hier kein Licht installiert, welches am Stromkreislauf des E-Scooters hängt und sich entsprechend mit dem E-Roller ein- und ausschaltet.

Die Griffe sind ergonomisch und sehr bequem. Der Daumengriff für die Motorsteuerung auf der rechten Seite geht für unser Empfinden etwas zu straff. Wer mehrere Kilometer am Stück fährt, könnte Schmerzen am Gasdaumen bekommen.

Das Trittbrett ist mit maximal 15 Zentimeter ausreichend breit, aber mit etwa 40 Zentimeter recht kurz. Noch dazu ragt der Akku etwas in die Trittfläche herein. Zwar kann der Fahrer seinen Fuß bequem darunter schieben. Während der Fahrt passiert es gerade zu Beginn dennoch, dass der Akku unangenehm gegen das Schienbein stößt.

Der Gomate Steap ER1 Evo kommt ohne Schutzblech. Lediglich ein kleiner Spritzschutz hinten sorgt dafür, dass die Fersen trocken bleiben. Wer im Regen fährt, wird dennoch auch von unten nass. Unter anderem im Gomate-Shop kann ein Schutzblech für vorn und für hinten für etwa 100 Euro nachgekauft werden. Jedoch hätten wir beim hohen Preis für den Steap ER1 Evo erwartet, dass Schutzbleche bereits im Lieferumfang enthalten sind.

Der Gomate Steap ER1 Evo kommt mit einem sehr speziellen Fahrgefühl, an das man sich zunächst gewöhnen muss. Das liegt vor allem am flexiblen Trittbrett, welches in seiner Weichheit an ein Longboard erinnert. Es schluckt selbst grobe Unebenheiten zuverlässig weg. Es gibt keinen E-Scooter, der derart sanft über Kopfsteinpflaster rollt wie der Gomate Steap ER1 Evo. Auch hohe Wurzeln nimmt der E-Scooter dank des großen Vorderrads mit Bravour.

Da kann selbst der IO Hawk Legend (Testbericht) mit seiner perfekten Federung nicht mithalten. Allerdings ist die Bodenfreiheit mit acht Zentimetern etwas zu gering. Wer Bordsteine herabrollt, setzt kurz auf. Biegt das Trittbrett durch, neigt sich auch der Lenker in Richtung des Fahrers. Das ist gewöhnungsbedürftig und kann zu einem schwammigen Fahrgefühl führen.

Der 36-Watt-Motor sitzt am Hinterrad und bietet 350 Watt. Er ist ausreichend stark, um auch schwerere Fahrer – zugelassen sind 120 Kilogramm – flott auf 20 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen. Das Display zeigt bei Maximalgeschwindigkeit 23 Kilometer pro Stunde an. Per GPS nachgemessen sind es aber nur etwas mehr als 20 Kilometer pro Stunde.

Die hydraulischen Bremsen greifen am Vorder- und Hinterrad auf 140-Millimeter-Scheiben hervorragend. Jedoch sollten gerade Anfänger besonders die Bremse am Vorderrad nur dosiert einsetzen. Ein plötzlich blockierendes Vorderrad führt fast zwangsläufig zum Sturz.

Der Akku hat eine Kapazität von 378 Wattstunden. Gomate gibt an, dass Fahrer mit dem ER1 Evo mit einer Akkuladung 35 Kilometer kommen. Wie immer ist die tatsächliche Reichweite abhängig von vielen Faktoren wie dem Gewicht des Fahrers, der Geschwindigkeit, dem Gelände, der Fahrweise, der Temperatur und vielem mehr.

Allerdings rechnen wir es Gomate hoch an, dass sie nicht wie viele anderer Hersteller an diesem Punkt unrealistische Werte angeben. In unserem Fall können wir die Reichweite von 35 Kilometer mit einem Fahrergewicht von knapp 80 Kilogramm bei überwiegend urbanem Gelände bestätigen.

Auch wenn der Akku aufgrund seiner Bauart ulkig und unpassend wirkt, hat er doch einen großen Vorteil: Der Akku kann über einen Schlüssel entnommen und auch abseits vom E-Scooter geladen werden.

Der Gomate Steap ER1 Evo gehört mit 1800 Euro zu den teuersten E-Scootern am Markt. Wer etwas mehr investiert, bekommt eine Variante, die zusätzlich den vorderen Teil nach hinten klappen kann.

Egal, ob Wiese, Waldweg, Schotter oder Kopfsteinpflaster: Der Gomate Steap ER1 Evo kommt mit jedem Untergrund klar. Das liegt zum einen am 16 Zoll großen Vorderrad und zum anderen am weichen Trittbrett, welches die allermeisten Unebenheiten wegschluckt. Darunter leidet jedoch das Fahrgefühl, welches gerne etwas knackiger hätte ausfallen dürfen.

Positiv hervorzuheben sind der starke Motor, die zuverlässigen Bremsen und der Wechselakku. Allerdings leistet sich der Gomate Steap ER1 Evo auch einige Schwächen, die wir so an einem Premium-E-Scooter nicht erwartet hätten. So fehlen Schutzbleche, das Kabelmanagement ist wild, der Sicherungsring für den Lenkstangenhebel kollidiert mit dem Katzenauge, das Display ist winzig, der Daumengriff geht zu straff und das Trittbrett ist kurz.

Trotzdem gehört der Gomate Steap ER1 Evo zu den guten E-Scootern – nur ist er zu teuer. Bereits für weniger als die Hälfte des Geldes gibt es etwa den Segway Ninebot G30D II Max (Testbericht). Nur ein Drittel des Geldes kostet der gute Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht). Der Egret X (Testbericht) ist ähnlich teuer und hat keine Federung, ist dem Gomate Streap ER1 Evo aber ansonsten in ziemlich allen Belangen überlegen. Für einen umfassenden Überblick über die besten Elektroscooter empfehlen wir einen Blick in unsere Bestenliste Top 10: Die besten E-Scooter 2022 von Segway bis Xiaomi im Test.

Der Gomate Steap ER1 Evo wurde uns vom SIP Scootershop zur Verfügung gestellt.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.