Garmin Lily 02 DB
Pro und Contra
  • Dezente Optik, schmale Uhr
  • Sehr gute Display-Helligkeit
  • Bewährte Garmin Connect App
  • Kaum Sport-Features
  • Schlechte Trainingsaufzeichnung
  • Mäßige Akkulaufzeit
  • 4.0

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Die Garmin Lily will mit einem dezent eleganten Design, einer geringen Größe und einem günstigen Preis vor allem Frauen ansprechen, die sich eine kleidsame Smartwatch wünschen. Dazu müssen Käufer allerdings einige Kompromisse eingehen. Welche das sind und ob die Garmin Lily trotzdem ihr Geld wert ist, klären wir in unserem Test.

Sportuhren sind meist klobig, schwer und groß. Fitbit versucht sich zumindest an kleineren Varianten, vergleichbare Größen zu klassischen Frauenuhren sind selten. Garmin hat die Marktlücke wohl erkannt und bringt aus diesem Grund die Garmin Lily auf den Markt. Die schmale Sportuhr mit vergleichsweise kleiner Anzeige soll sich für alle eigenen, die eher schmale Handgelenke haben. Die Lily zeigt bereits auf den ersten Blick, wo die Reise mit dieser Uhr hingeht: Sie erinnert optisch viel weniger an eine Smartwatch, geschweige denn eine Sportuhr, sondern wirkt eher wie ein Modeaccessoire. Das schmale Armband und der Verzicht auf seitliche Tasten unterstreichen das dezente Äußere der Garmin Lily.

Garmin verkauft die Lily in zwei Varianten. Beide Modelle gibt es jeweils in drei Farben und unterschiedlichen Armbändern. Die Lily ist die kleinste Smartwatch im Portfolio von Garmin, weshalb das TFT-LCD-Display nur 25,4 x 21,3 Millimeter misst. Die Lünette besteht aus Aluminium und ergänzt die schlichte Eleganz im Design.

Obwohl die Lily auf eine eher günstige LC-Display-Technologie setzt, garantiert das eingesetzte Gorilla Glas 3 ein hohes Maß an Kratzfestigkeit. Das konnten wir im Test bestätigen. Stürze oder versehentliches Fallenlassen auf harten Boden übersteht die Uhr problemlos. Das Display selbst lässt sich aus verschiedenen Blickwinkeln auch bei hoher Sonneneinstrahlung noch gut ablesen. Dafür sorgt unter anderem auch die in mehreren Stufen einstellbare Helligkeit der Anzeige. Die höchste Einstellung ist sogar so hell, dass sie bei schlechten Lichtverhältnissen fast schon blendet. Eine Auto-Funktion sorgt dafür, dass die Uhr selbst die Helligkeit reguliert und den Umgebungsbedingungen anpasst.

Die Bedienung der Uhr erfolgt über eine in das Display eingelassene Taste sowie per Berührung und Gestensteuerung. Das funktionierte in unserem Test die meiste Zeit über gut. Allerdings reagierte der Bildschirm in seltenen Fällen nicht auf Berührung. Außerdem funktionierte das Aufwecken der Uhr durch das Heben des Handgelenks nicht immer zuverlässig – Nutzer müssen hier eine sehr deutliche Armbewegung ausführen, damit sich das Display von allein einschaltet. Wir können die Sensibilität der Erkennung zwar regulieren, aber selbst auf der höchsten Einstellung funktionierte dieser Automatismus in Einzelfällen nicht. Trotzdem: Wer die Touch-Steuerung nach kurzer Nutzungsdauer verinnerlicht hat, findet sich bei der Bedienung der Lily schnell zurecht.

Die Garmin Lily nutzt wie alle Garmin-Uhren die App Garmin Connect. Wir haben in vergangenen Testberichten bereits die Funktionsweise der App beleuchtet, weshalb wir uns an dieser Stelle nicht noch genauer darauf eingehen werden. Nur so viel: Wer die Lily das erste Mal hochfährt, wird direkt aufgefordert, die Uhr mit der App zu verknüpfen. Das funktioniert wie gewohnt über das Geräte-Menü der App und einen Pairing-Code, der auf dem Display der Lily erscheint. Die Einrichtung dauert nur ein paar Minuten. Nutzer können sich anschließend wahlweise mit der Bedienung der Uhr vertraut machen lassen.

Dass die Garmin Lily eine unscheinbare, elegante Smartwatch sein will, zeigt sich besonders beim Aktivitäts- und Trainings-Tracking. Die Lily misst Schritte und bietet eine Option zur Aufzeichnung der Blutsauerstoffsättigung, Schlafverhalten und Energielevel via Body Battery. Weil sich die Lily speziell an Frauen richtet, bewirbt Garmin explizit den Menstruationszyklus- und Schwangerschafts-Tracker, der bei anderen Garmin-Uhren wie der Venu 2 aber auch vorhanden ist.

Der Schrittzähler funktioniert zuverlässig und zählt die Schritte glaubhaft und genau. Die Abweichung von unserem Kontrollgerät (Garmin Vivoactive 3) betrug auf 10.000 Schritte weniger als 100 Schritte – ein guter Wert. Wer möchte, kann wie von anderen Garmin-Geräten gewohnt in der App ein Schrittziel festlegen. Erreichen wir dieses Tagesziel, meldet sich die Uhr mit einer entsprechenden Nachricht auf dem Display.

Wie schon erwähnt hält die Garmin Lily auf Wunsch den Menstruationszyklus fest. Der erfordert eine entsprechende Einrichtung über die App Garmin Connect. Nutzerinnen können dann Informationen wie den Zyklustyp, den Beginn der vorigen Periode sowie deren Dauer und Verhütungsmethoden eintragen. Wer möchte, hat die Möglichkeit, für jeden Zyklustag spezielle Symptome oder allgemeine Notizen einzutragen. Die App berechnet den wahrscheinlichen Beginn der nächsten Periode und informiert über mögliche Auswirkungen der einzelnen Zyklusphasen auf das körperliche Wohlbefinden. Dieses Feature kann hilfreich sein, um Unregelmäßigkeiten beim Zyklus aufzudecken oder unangenehme Begleiterscheinungen zu verstehen. Allerdings ist das Zyklus-Tracking kein Alleinstellungsmerkmal der Lily, nahezu alle aktuellen Sportuhren bieten diese Funktion.

Wer die Lily für das Tracking eigener Trainingseinheiten nutzen möchte, muss mit einem ziemlich eingeschränkten Funktionsumfang auskommen. Die Uhr bietet lediglich eine Handvoll Trainingsprofile für Laufen, Radfahren, Schwimmen, Krafttraining und Cardio. Dabei misst sie Herzfrequenz, Strecke und Kalorienbedarf. Beim Schwimm-Profil können wir außerdem die Größe des Schwimmbeckens einstellen (25 oder 50 Meter), eine Freiwasser-Option gibt es aber nicht.

Leider wirkt die Trainingsaufzeichnung der Lily in einigen Punkten undurchdacht. Wir uns können beispielsweise beim Laufen lediglich die zurückgelegte Strecke und die Trainingsdauer anzeigen lassen oder zum Bildschirm mit der Uhrzeit wechseln. Es gibt keine Möglichkeit, die aktuelle Herzfrequenz abzulesen oder die Musiksteuerung aufzurufen. Das macht die Uhr für ambitionierte Hobbysportler praktisch unbrauchbar. Ein weiterer Nachteil: Das Display der Lily reagierte in unserem Test beim Training teilweise sehr ungenau auf unsere Eingaben. Manchmal mussten wir wiederholt doppelt auf den Bildschirm tippen, bis die Uhr die Aufzeichnung stoppte.

Darüber hinaus besitzt die Garmin Lily kein eigenes GPS, sondern muss sich immer mit dem GPS des Smartphones verbinden. Zwar können wir Strecken auch ohne GPS aufzeichnen, aber dann lässt die Genauigkeit extrem zu wünschen übrig: Eine Strecke, die wir per GPS als 2,3 km aufgezeichnet haben, entsprach auf der Lily ohne GPS knapp einem Kilometer. Die Pulsmessung funktioniert bei gleichmäßiger Belastung passabel, versagt aber im Fall von Kraft- und HIIT-Training mit stark wechselnder Intensität. Wer also eine Smartwatch sucht, die sich für mehr als gelegentliche kurze Lauf- oder Radrunden eignet, sollte sich lieber nach einem anderen Modell umsehen (etwa der Venu 2 (Testbericht) oder der Polar Variety Sense (Testbericht)).

Während die Lily beim Tracking von Aktivitäten und Trainingseinheiten eher auf Sparflamme arbeitet, kann sich der Funktionsumfang bei der Schlafüberwachung schon eher sehen lassen. Die Uhr misst beim Schlafen sowohl die Herzfrequenz als auch die Atemfrequenz und die Blutsauerstoffsättigung. Basierend auf diesen Werten gibt die Garmin Connect App dann eine umfangreiche Bewertung der Schlafqualität ab. Wir erfahren, wie viel Schlafzeit auf welche Schlafphase entfällt und wie unser Atmungsverhalten in der Nacht ausgesehen hat.

Leider bekommen wir weder von der Uhr selbst noch in der Garmin Connect App irgendwelche Hinweise darauf, was die einzelnen Werte bedeuten. Es gibt weder Empfehlungen, wie wir unseren Schlaf verbessern können, noch eine konkrete Bewertung der Schlafqualität. Da leisten mittlerweile selbst günstige Fitness-Tracker mehr – und Garmin selbst hat mit der (zugegebenermaßen auch deutlich teureren) Venu 2 gezeigt, wie es besser geht.

Trotzdem taugt die Analyse der Schlafphasen in Kombination mit den Werten von Blutsauerstoff und Atemfrequenz dazu, über einen längeren Zeitraum vorhandene Unregelmäßigkeiten beim Schlafverhalten festzustellen. Die geringe Größe der Garmin Lily ist beim Schlafen außerdem ein Vorteil, denn die Uhr stört nachts überhaupt nicht. Die Weckfunktion konnte ebenfalls überzeugen und weckt mit intensiver Vibration auch Tiefschläfer zuverlässig auf.

Obwohl Garmin die Lily als Smartwatch bewirbt, fallen die zugehörigen Funktionen rudimentär aus. Es gibt zwar ein Feature für Benachrichtigungen sowie eine Musiksteuerung, beides beschränkt sich aber auf die allernötigsten Optionen. Wer Benachrichtigungen für die Lily in der App aktiviert, bekommt eingehende SMS, E-Mails, Termine und App-Meldungen auf dem Display der Uhr angezeigt. Eine Antwortfunktion gibt es allerdings nur für SMS und nur für Android-Smartphones.

Die Garmin Lily verfügt über keinen eigenen Musikspeicher und ist nicht direkt mit Apps wie Spotify kompatibel. Stattdessen steht Nutzern nur eine normale Musiksteuerung wie bei der Garmin Vivoactive 3 zur Verfügung. Musik, die wir über das Smartphone wiedergeben, lässt sich damit steuern – eine aktive Verbindung zum Smartphone vorausgesetzt.

Wer auf eine Bezahloption wie Garmin Pay gehofft hat, wird enttäuscht. Die Garmin Lily bietet keinen Support für derartige Features. Immerhin können wir über die Uhr eine Benachrichtigung an unsere Notfallkontakte senden – vorausgesetzt, die Lily ist an unser Smartphone gekoppelt. Die Uhr bewegt sich damit in Sachen smarter Funktionen etwa auf dem Niveau günstiger Fitness-Tracker wie dem Mi Band 6 (Testbericht).

Garmin gibt die Akkulaufzeit der Garmin Lily mit bis zu fünf Tagen (ohne Messung der Blutsauerstoffsättigung beim Schlafen) an. Damit bewegt sich die Lily im unteren Segment für Fitness-Tracker und Smartwatches, was in Anbetracht des kleinen Gehäuses nicht überrascht. Wir konnten die Laufzeit in unserem Test bestätigen: Die Uhr hielt bei drei knapp einstündigen Trainingseinheiten, aktivierter Benachrichtigungsfunktion, automatischer Helligkeitsregulierung und ohne Blutsauerstoffsättigungsmessung gut vier Tage durch. Das ist für eine Smartwatch gerade noch akzeptabel, aber nicht herausragend.

Leider gibt es keine Möglichkeit, die Lily händisch auszuschalten. Wer bei Nichtbenutzung den Akku schonen möchte, muss sich also auf die Standby-Funktion der Uhr verlassen und zusätzliche Tracking-Features manuell abschalten. Eine Art Energiesparmodus gibt es nicht. Ein weiterer Haken: Die Lily nutzt ein eigenes Ladekabel mit einem Adapter, der nicht mit den sonstigen Ladekabeln von Garmin kompatibel ist. Wer bereits eine Uhr von Garmin besitzt, kann deren Ladekabel also nicht mit der Lily verwenden, es sei denn, es handelt sich um das Kabel einer Forerunner.

Garmin bietet die Lily in einer klassischen Version mit Lederarmband für 249,99 Euro (UVP) und in einer Sportvariante mit Silikon-Armband für 199,99 Euro an. Wechselarmbänder aus Silikon gibt es in verschiedenen Farben für 29,99 Euro (UVP), für die Lederarmbänder werden 59,99 Euro fällig.

Bestimmte Modelle und Farbvarianten der Lily gibt es im Handel aber bereits deutlich günstiger. Der Straßenpreis beginnt bei rund 160 Euro, was eher der Leistung der Uhr entspricht. Die Garmin Lily reiht sich damit unter den günstigsten Garmin-Uhren ein und liegt beim Straßenpreis aktuell auf einem ähnlichen Niveau wie die Vivoactive 3.

Die Garmin Lily kann vor allem eins: gut aussehen. Leider geht die Optik deutlich zulasten der Funktionalität. Käufer müssen auf viele Vorzüge verzichten, die Garmin-Geräte sonst bieten, wie etwa ein integriertes GPS, Garmin Pay oder zusätzliche (nützliche) Trainingsfunktionen und -Pläne. Abgesehen vom dezenten Design bietet die Lily kein Alleinstellungsmerkmal, für das wir eine bedingungslose Kaufempfehlung aussprechen könnten.

Dass die Lily zu einem vergleichsweise günstigen Straßenpreis von knapp 170 Euro erhältlich ist, macht sie allerdings für eine gewisse Zielgruppe interessant: Wer eine Smartwatch sucht, die Funktionen eines Fitness-Trackers mitbringt, aber nicht danach aussieht, kann sich die Lily einmal genauer anschauen. Alle anderen, die Wert auf Sportfunktionen und Zusatzfeatures wie Garmin Pay oder eine umfangreiche Musiksteuerung Wert legen, sollten sich nach einem anderen Gerät umsehen.

Der Test zur Garmin Lily erscheint in unserer Themenwelt zu Sportuhren. Dort haben wir bereits zahlreiche Alternativen getestet, etwa die Garmin Venu Sq (Testbericht), die etwa gleich teure Fitbit Versa 3 (Testbericht) oder die Huawei Watch Fit (Testbericht). Wir empfehlen zudem einen Blick in unserer Bestenliste: Top 10 der Sportuhren 2021.

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