TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

Garmin Dash Cam Tandem
Pro und Contra
  • zwei Kameralinsen
  • sehr kompakt und leicht
  • gute Smartphone-App und Spracherkennung
  • mäßige Bildqualität
  • keine Sonderfunktionen
  • teuer
  • 4.0

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Kindersicherung für Steckdosen: von günstig bis super

Ratgeber: Enterprise-WLAN für große Wohnungen, Häuser und Schulen

iPhone 13: So schnell werden die neuen Apple-Smartphones billiger

Kaufberatung: Elektrisch höhenverstellbare Tische ab 175 Euro

Die Garmin Dash Cam Tandem ist sehr kompakt, leicht und bietet zwei Linsen für die Fahrtrichtung und den Innenraum. Was die Autokamera von Garmin kann, zeigt unser Dashcam-Test.

Aufnahmen einer Dashcam können die Schuldfrage bei einem Autounfall klären. Seit 2018 ist der Einsatz von Dashcams in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. So dürfen Kameras in Fahrzeugen nicht permanent und ohne Anlass Dashcam-Aufnahmen durchführen. Worauf Autofahrer in Deutschland achten sollen, erklären wir im Ratgeber So erfüllen Dashcams alle Kriterien – inklusive Datenschutz.

Eine der Voraussetzungen für den Einsatz einer Dashcam hierzulande ist eine Loop-Funktion. Die Autokamera filmt nur für einen bestimmten Zeitraum – zum Beispiel für 1 Minute – und überschreibt die Dashcam-Aufzeichnung automatisch mit einem neuen Videoclip. Ein Beschleunigungssensor (G-Sensor) in der Dashcam registriert plötzliche Bremsvorgänge und speichert die Aufnahme dann in einem geschützten Speicher, um das Video nicht zu überschreiben.

Die Dashcam bietet standardmäßig eine Loop-Funktion wie die Garmin Dash Cam 55 und Garmin Dash Cam 56. Diese nimmt Dashcam-Videos mit einer Länge von 1 Minute auf und überschreibt diese anschließend sowie ein GPS-Modul. Auffälligstes Merkmal sind die beiden Kameralinsen: Eine blickt in Fahrtrichtung, die andere Kamera filmt den Innenraum des Fahrzeugs. Das macht aus dem Modell eine Dual Dashcam und ist besonders interessant für Taxi- und Uber-Fahrer. Für eine sichere Handhabung beim Fahren sorgt die Sprachsteuerung.

Wie gut sich das Modell von Garmin in der Praxis schlägt, zeigt unser Dashcam-Test. Weitere in Deutschland zulässige Dashcams fassen wir in unserem Ratgeber Dashcam: Gute und legale Modelle ab 40 Euro zusammen.

Eine der größten Stärken der Autokamera sind die sehr kompakten Ausmaße. Die Dashcam misst gerade einmal 5,5 x 4,1 x 2,4 Zentimeter. Das ist verglichen mit der Nextbase 622GW (Testbericht) nahezu winzig. Mit einem Gewicht von knapp 65 Gramm ist das Garmin-Modell zudem nur halb so schwer.

Das Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff – das wirkt nicht ganz so edel wie bei anderen Geräten aus Metall, sorgt aber für ein leichtes Gewicht. Die Verarbeitung der Dashcam macht dennoch einen guten und soliden Eindruck. Auf der Vorderseite ragt das Objektiv für die Dashcam-Aufnahmen in Fahrtrichtung etwa 1 Zentimeter heraus.

Auf der Rückseite befindet sich die Linse für die Dashcam-Videos des Fahrzeuginneren. Einen Bildschirm gibt es nicht. Die Bedingung ist komplett auf Sprachsteuerung ausgelegt – deshalb gibt es nur zwei Knöpfe an dem Gehäuse. Rechts hinten befindet sich der Knopf zum Speichern von Aufnahmen. Auf der Unterseite liegt der Schalter für die Aktivierung von Tonaufnahmen. Dort befindet sich zudem der Schacht für Micro-SD-Karten.

Zur Befestigung im Auto dient eine Halterung mit einem magnetischen Metallplättchen, die man auf die Fensterscheibe klebt. Hierzu sollten Fahrer die Stelle vorher reinigen, damit sie frei von Fett und Staub ist. Anschließend entfernt man die Schutzfolie von der Klebefläche und drückt die Dashcam samt Halterung für mindestens 30 Sekunden an die Windschutzscheibe. Um die Kamera nach dem Abstellen des Autos mitzunehmen, zieht man sie einfach vom magnetischen Metallplättchen ab. Die Halterung hält bombensicher. Ein Nachteil ist, dass man das angeklebte Plättchen nur schwer entfernen kann.

Die Garmin Dash Cam Tandem verfügt über zwei Kameralinsen mit einer Auflösung von 2 Megapixel. Zusätzlich erlaubt die Dashcam die Ortung per GPS-Empfänger und Galileo. Ein integrierter Beschleunigungssensor (G-Sensor) erkennt, wenn das Auto losfährt, abrupt abbremst oder beim Parken von einem anderen Fahrzeug angerempelt wird. Die integrierte Loop-Funktion nimmt automatisch Videoclips mit einer Länge von 1 Minute auf. Die Verbindung mit dem Smartphone erfolgt über Bluetooth. Dabei erzeugt die Dashcam eine lokale WLAN-Verbindung für den Datenaustausch mit dem Mobiltelefon.

Zum Lieferumfang gehören zwei USB-Kabel für die Stromversorgung und zum Datenaustausch mit Anschlüssen für USB-A und Micro-USB, ein Adapter für 12-Volt-Stecker mit zwei USB-A-Steckplätzen, ein weiteres Metallplättchen zum Kleben als Ersatz sowie die Dashcam-Halterung. Die USB-Kabel haben eine Länge von 1,5 und 4 Metern. Ein Mini-USB-Kabel gehört nicht zum Lieferumfang.

Die Autokamera unterstützt den Einsatz von Micro-SD-Karten der Klasse 10 oder schneller mit mindestens 8 GByte. Garmin legt bereits eine Micro-SD-Karte mit 16 GByte der Autokamera bei.

Die Autokamera nutzt einen Lithium-Ionen-Akku, aber keinen Lithium-Polymer-Akku. Bei einem Unfall versorgt der Akku die Autokamera mit genügend Strom, um die Dashcam-Aufnahmen im gesicherten Bereich abzulegen. Für den Betrieb im Fahrzeug muss die Autokamera immer in den Zigarettenanzünder eingesteckt sein.

Auf ein eigenes Display verzichtet die Autokamera – die Steuerung erfolgt in erster Linie über Sprachbefehle. Als zusätzlicher Bildschirm fungiert dann das Smartphone. Die Einrichtung der Garmin-Dashcam über die Smartphone-App ist einfach.

Nach der Montage und Verbindung der Kamera mit der Stromversorgung im Auto koppelt man das Gerät über die Garmin Drive App und Bluetooth mit dem Smartphone. Hierzu muss Bluetooth auf dem Handy aktiv sein. In der Smartphone-App wählt der Nutzer jetzt „Weiteres Gerät hinzufügen“ und dann „Garmin Dash Cam Tandem“. Anschließend drückt man die Speichertaste mit dem Disketten-Symbol, bis die LED blau leuchtet. Jetzt baut die Autokamera eine Wi-Fi-Verbindung über Bluetooth mit dem Handy auf.

Nach erfolgreicher Kopplung steht in der App ein Dashboard für die Kamera zur Verfügung. Die App zeigt auf Wunsch einen Live-Feed zu den Kameralinsen sowie alle aufgezeichneten Videoclips oder Fotos. Zudem stehen weitere Einstellungen über die Smartphone-App zur Verfügung, etwa die Auflösung der Dashcam-Videos, die Anpassung der Belichtung, oder die Aufzeichnung von Ton.

Standardmäßig löscht das Gerät das älteste nicht gespeicherte Video, sobald die SD-Karte voll ist. Wichtig für den rechtskonformen Einsatz in Deutschland ist die Option „Sofort löschen“ unter „Nicht gespeicherte Videos“. Die Dashcam löscht dann kontinuierlich Videoaufnahmen, die älter als drei Minuten sind sowie alle nicht gespeicherten Clips, sobald das Gerät sich ausschaltet.

Die Dashcam beginnt mit den Aufnahmen automatisch, sobald der Fahrer das Auto startet. Dabei zeichnet die Autokamera fortlaufend mit der vorderen und hinteren Linse Videos mit einer Länge von jeweils einer Minute auf. Erfolgt ein abrupter Bremsvorgang mit dem Pkw, kommt die Ereigniserkennung der Autokamera ins Spiel. Aufgrund der potenziellen Unfallgefahr landet die Aufnahme dann automatisch im geschützten Speicher, damit diese nicht vom Loop überschieben wird. Der Videoclip bekommt zudem einen Stempel mit den GPS-Daten, der Uhrzeit und dem Datum.

Es ist möglich, ein Video oder Foto manuell zu speichern. Hierzu betätigt der Fahrer die Speichertaste oder gibt den Sprachbefehl „Video speichern“. Einen Schnappschuss macht die Dashcam mit dem Befehl „Bild aufnehmen“. Vorab müssen Nutzer immer „Ok, Garmin“ sagen. Von Haus aus zeichnet die Autokamera keinen Ton auf. Wer das ändern will, drückt die Taste für die Tonaufzeichnungen unter der Kamera oder sagt das Kommando „Ton aufzeichnen“. Ist die Tonaufzeichnung aktiv, leuchte eine kleine rote LED rechts unten. Mit dem Befehl „Tonaufnahme stoppen“ zeichnet die Dashcam wieder lautlose Videos auf.

Wer die Autokamera beim Parken mit dem Bordnetz versorgt, kann das Fahrzeug auch im Ruhezustand überwachen. Die Aufnahme läuft weiter. Sobald das Gerät durch den G-Sensor eine Erschütterung erkennt, speichert es das Dashcam-Video im geschützten Bereich. Das kann bei der Klärung der Schuldfrage helfen, wenn jemand das geparkte Auto anrempelt. Weitere Funktionen wie Fahrassistenzsysteme, einen automatischen Notruf oder die Integration eines persönlichen Assistenten wie Alexa bietet die Garmin Dash Cam Tandem aber nicht.

Das vordere Objektiv der Autokamera bietet eine maximale Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln bei 30 FPS. Damit gelingen ausreichend gute Aufnahmen. Stellt man auf Full-HD-Auflösung um, sind 60 FPS möglich. Die Kamera für den Innenraum löst mit 1200 x 720 Pixeln auf, das ist keine hohe Auflösung und entspricht nicht Full HD, reicht aber für den Einsatzzweck vollkommen aus. Die hintere Linse verfügt zudem über eine Nachtsichtfunktion in Schwarzweiß über Infrarot.

Die Rundumsicht ist mit 180 Grad Weitwinkel für beide Linsen sehr groß. Damit ist das Geschehen links und rechts vom Pkw gut zu erkennen. Das sorgt allerdings für eine ausgeprägte Fischaugen-Optik. In Sachen Auflösung und Bildqualität kann das Modell von Garmin nicht mit dem Top-Modell Nextbase 622GW (Testbericht) mithalten. Den Aufnahmen fehlt es im Dashcam-Vergleich an Schärfe. Dadurch erkennt man Kennzeichen nicht so gut. Die Kontraste sind zudem nicht stark ausgeprägt und die Farben wirken verwaschen.

Die Garmin Dash Cam Tandem hat eine UVP von 350 Euro. Das günstigste Angebot liegt derzeit bei etwa 300 Euro.

Die Dash Cam Tandem von Garmin ist sehr kompakt und leicht. Dadurch beeinträchtigt sie nur minimal das Sichtfeld des Fahrers. Durch die beiden Objektive deckt sie sowohl den Bereich vor dem Auto als auch den Innenraum umfassend ab. Einrichtung und Bedienung sind dank Spracheingabe und wenig Knöpfen sehr einfach. Das Fehlen des Bildschirmes stört wenig, da hier das Smartphone bei Bedarf einspringen kann. Die Smartphone-App von Garmin funktioniert zudem richtig gut.

Die Autokamera gehört zwar zu den besten Dashcams auf dem Markt, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist aber nicht ideal. Für ein Produkt dieser Preisklasse ist die maximale Auflösung und Bildschärfe nicht überzeugend genug, auch wenn in den meisten Fällen eine Full-HD-Dashcam ausreichen sollte. Die Bildrate von 60 FPS sind nur bei Full HD möglich.

Eine bessere Bildqualität und zusätzliche praktische Sonderfunktionen bietet die Nextbase 622GW (Testbericht), die ein großes Display mitbringt und zu den bisher besten Dashcams aus unseren Tests gehört. Allerdings ist diese deutlich schwerer, größer und wird sehr heiß in Betrieb. Eine Kamera für den Innenraum gibt es als Zubehör für die Nextbase 622GW zum Nachrüsten.

Weitere preiswerte Alternativen und einen Dashcam-Vergleich zeigen wir im Ratgeber Dashcam: Gute und legale Modelle ab 40 Euro sowie im Vergleichstest: Neun Dashcams ab 16 Euro mit dem Testsieger Nextbase 422GW (Testbericht). Wer im Ausland eine Dashcam nutzen möchte, sollte einen Blick auf unseren Ratgeber Dashcam im Urlaub: Rechtlich absichern und hohe Strafen bis 10.000 Euro vermeiden werfen.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.