Garmin Dash Cam 67W im Test: Mini-Dashcam mit QHD-Auflösung

Garmin Dash Cam 67W
Pro und Contra
  • kompakt und handlich
  • einfache Montage und Einrichtung
  • großer Sichtwinkel von 180 Grad
  • mangelnde Bildschärfe
  • wenige Zusatzfunktionen
  • 4.0

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Die Garmin Dash Cam 67W ab 200 Euro ist sehr kompakt und einfach in der Handhabung. Was die kleine Dashcam mit Loop-Funktion kann, zeigt der Test.

Der Einsatz einer Dashcam ist in Deutschland aufgrund des Datenschutzes rechtlich umstritten, erleichtert aber unter Umständen die Klärung der Schuldfrage nach einem Autounfall. Wichtig ist bei der Handhabung hierzulande, dass nicht permanent und ohne Anlass gefilmt wird. Worauf Käufer noch achten sollten, um nicht mit dem Datenschutz in Konflikt zu geraten, erklären wir im Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro.

Die Garmin Dash Cam 67W gehört als Nachfolger der Dash Cam 66W und Dash Cam 65W (Testbericht) zu den besonders handlichen und kompakten Vertretern einer Autokamera. Sie beschränkt sich primär auf das Filmen des Geschehens vor dem Fahrzeug und bietet neben Sprachsteuerung noch einige Assistenzsysteme. Wie sich die Dashcam in der Praxis schlägt, verraten wir im Test aus der Themenwelt Auto.

Verglichen mit einer Dashcam wie der Nextbase 622GW (Testbericht) ist die Garmin Dash Cam nahezu winzig. Die Abmessungen betragen gerade einmal 56 x 40 x 22 Millimeter. Das entspricht etwa der Größe eines Zippo-Feuerzeugs. Die Bautiefe ist dabei knapp doppelt so dick wie das Benzinfeuerzeug. Mit einem Gewicht von 57 Gramm ist es zudem ausgesprochen leicht. Die kompakten Ausmaße sind sehr praktisch, da die Autokamera so das Sichtfeld des Fahrers nur minimal beeinträchtigt.

Die Kameralinse ragt abermals knapp 1 Zentimeter heraus. Das Gehäuse ist komplett aus Kunststoff. An der Oberseite ist der Haltearm in einem Kugelgelenk integriert. Am Ende befindet sich ein magnetisches Metallplättchen. Zur Befestigung klebt man ein weiteres Plättchen an der Windschutzscheibe fest, die kompakte Dashcam haftet dann per Magnet daran. Vor dem Ankleben sollte man die Frontscheibe an der Stelle von Schmutz und Fett befreien. Die Autokamera hält bombenfest, sodass man sich keine Sorgen machen muss, dass die Kamera während der Fahrt herunterfällt – was bei Saugnapfhalterung schnell passieren kann. Der Nachteil: Das Entfernen des angeklebten Plättchen ist es etwas aufwendiger und hinterlässt Spuren.

Auf der Rückseite befindet sich ein kleines QVGA-TFT-Farb-LCD ohne Touch-Funktion mit einer Diagonale von 2 Zoll. An der rechten Seite sind vier Knöpfe für die Bedienung. Die obere Taste ist der An/Ausschalter, die beiden mittleren Knöpfe navigieren durch die Menüs, der untere Button dient zum manuellen Auslösen einer Aufnahme oder zur Bestätigung von Menüoptionen. Der Schacht für eine Micro-SD-Karte befindet sich auf der Unterseite. Nach dem Einlegen der Karte formatiert die Kamera diese zunächst. Bevor es losgeht, muss die Dashcam an den 12-Volt-Steckplatz des Autos angeschlossen werden.

Im Lieferumfang enthalten sind zwei USB-Kabel in unterschiedlicher Länge. Das kurze Kabel mit einer Länge von 1,5 Meter dient zur Verbindung der Dashcam mit dem PC, um Videos herunterzuladen oder über Updates auf dem Gerät mit der Software Garmin Express zu installieren. Das längere Kabel mit einer Länge von 4 Metern ist dafür gedacht, die Kamera im Fahrzeuginnenraum per Adapter mit dem 12-Volt-Steckplatz im Fahrzeug zu verbinden. Dabei ist es wichtig, das Kabel so durch den Innenraum zu verlegen, dass es den Fahrer nicht stört oder sich an der Gangschaltung verheddert. Dieses verlegt man am besten entlang der Windschutzscheibe.

Der Adapter selbst bietet einen zweifachen USB-Anschluss für Stecker nach Typ A. Zusätzlich liefert Garmin ein Ersatzplättchen zum Aufkleben an der Scheibe mit. Ein Datenträger gehört nicht zum Lieferumfang. Für den Einsatz für Fotos und Videoaufnahmen empfiehlt sich generell eine Micro-SD-Karte mit hoher Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Die Geschwindigkeitsklasse sollte mindestens den Faktor 10 betragen. Worauf Käufer dabei noch achten sollten, erklären wir im Ratgeber Speicherkarten: Die richtige Karte für Handy, Kamera oder Drohne finden.

In der Dash Cam 67W ist ein Lithium-Ionen-Akku fest integriert. Dieser eignet sich nicht für den dauerhaften Betrieb, dazu muss die kleine Kamera für eine konstante Stromversorgung immer eingesteckt sein. Sollte aber bei einem Unfall das Kabel sich lösen, sorgt der Akku dafür, dass die Kamera für einen Zeitraum von knapp 15 Minuten weiterläuft. Dieser Zeitraum reicht zudem aus, um die Kamera mitzunehmen und damit zu Hause Videos kabellos über die Garmin Drive App auf dem Smartphone anzusehen oder herunterzuladen. Prinzipiell empfehlen wir aber aus Datenschutzgründen, die gespeicherten Aufnahmen so schnell wie möglich zu löschen, wen diese nicht benötigt werden.

Die Garmin Dash Cam 67W verfügt über GPS sowie Verbindungsmöglichkeiten über Bluetooth oder eine aktive WLAN-Verbindung mit einem Smartphone. Für die kabelgebundene Datenübertagung unterstützt die Autokamera maximal USB 2.0.

Ein integrierter Beschleunigungssensor (G-Sensor) in der Dashcam erkennt, wenn das Fahrzeug losfährt und beginnt zu filmen. Dieser registriert zudem abrupte Verzögerungen, etwa bei einem scharfen Bremsmanöver kurz vor einem Unfall oder wenn ein anderes Fahrzeug das eigene Auto anrempelt. In diesem Fall wandert der Videoclip automatisch in einen geschützten Speicher, damit dieser nicht fortlaufend überschrieben wird. Kommen wir zum Stichwort Loop-Funktion. Diese ist für den Gebrauch einer Autokamera in Deutschland essenziell, da dauerhafte Aufnahmen ohne Anlass nicht zulässig sind.

Das Modell von Garmin nutzt hier zwei Optionen für den Loop: Die Kamera erstellt fortlaufend Clips mit einer Länge von 30 Sekunden, bis die Micro-SD-Karte voll ist und überschreibt dann jeweils die älteste Aufnahme. Alternativ zeichnet die Kamera immer nur ein Video von 30 Sekunden auf, das permanent überschrieben wird – es sei denn, der G-Sensor registriert eine Gefahrensituation. Dann sichert das System den Clip in einem gesonderten Speicherort.

Wir empfehlen aus Gründen des Datenschutzes, die Aufnahme immer fortlaufend zu überschreiben. Zusätzlich sollte man täglich die gespeicherten Videos prüfen. Diese sichert die Autokamera etwa nach einem starken Bremsmanöver automatisch ab. Diese Clips sollte man löschen, wenn man sie nicht zur weiteren Klärung eines möglichen Schadensfalls braucht.

Die Bedienung der Garmin Dash Cam 67W über die Steuerknöpfe ist insgesamt recht simpel. Die beiden mittleren Tasten dienen zum Durchblättern durch die Einstellungen und weiteren Menüoptionen. Der unterste Schalter ist vergleichbar mit der Enter-Taste am Computer. Damit speichert man auch manuell ein Foto sowie kurzen Videoclip ab.

Während der Fahrt sollte man aus Gründen der Sicherheit nicht an der Autokamera herumhantieren. Dazu bietet die Garmin Dashcam eine Sprachsteuerung. Per Befehl „Ok, Garmin“ aktiviert man den Zugriff auf vier Optionen, die per Sprache wählbar sind: „Video speichern“, „Bild aufnehmen“, „Ton aufzeichnen“, „Zeitraffer starten“. Beim Zeitraffer handelt es sich um die Funktion „Travelapse“. Diese nimmt ein Video mit Zeitraffer während der gesamten Fahrt auf. Die übrige Aufzeichnung der Autokamera stoppt diese Funktion dabei nicht.

Empfehlenswert ist die Verbindung der Kamera mit dem Handy über die Garmin Drive App. Dann können Nutzer die Aufnahmen auch auf dem Smartphone betrachten und löschen. Schaltet man die Dashcam aus, sichert diese vorher die Aufnahmen zusätzlich im Online-Speicher Garmin Vault, sofern eine Verbindung mit einem kompatiblen Smartphone mit der Drive App besteht. In der Cloud von Vault bleiben gespeicherte Aufnahmen der Dashcam für 24 Stunden gesichert. Wer die Aufnahmen für 7 Tage behalten will, muss ein Abonnement für 6 Euro monatlich abschließen.

Eine Integration von Alexa oder eine SOS-Funktion wie bei der teureren Nextbase 622GW (Testbericht) gibt es nicht. Die Dash Cam 67W bietet allerdings einige Fahrerassistenzsysteme. Dazu gehört ein Losfahralarm, der den Fahrzeugführer informiert, wenn ein davorstehendes Auto etwa an der Ampel anfährt. Ferner gibt es einen Spurhalteassistenten ab 64 km/h sowie eine Kollisionswarnung bei zu geringem Sicherheitsabstand, die ab einem Tempo von 50 km/h in drei Empfindlichkeitsstufen zur Verfügung steht.

Bei aktiver Verbindung mit dem Handy per Garmin Drive ist ein Annäherungsalarm möglich. Dieser informiert die Fahrerin oder den Fahrer über bevorstehende Radarkontrollen oder Ampelblitzer. Hierzu können Nutzer zudem personalisierte POIs (Point of interest) erstellen und auf das Gerät übertragen. Das setzt allerdings etwas Erfahrung und zusätzliche Software voraus.

Ebenfalls praktisch ist der Parking Guard. Über den G-Sensor erkennt die Autokamera mit der Guard-Funktion Erschütterungen durch Rempler am geparkten Fahrzeug durch andere. Sie startet direkt die Aufnahme, um den Park-Rowdy später leichter identifizieren zu können.

Die Linse der Dashcam bietet eine Auflösung von 3,7 Megapixel. Das erlaubt HD-Videos mit einer maximalen Auflösung von 2560 x 1440 Pixel (QHD) bei 30 fps (Frames pro Sekunde) mit HDR. Bei der niedrigeren Auflösung von 1920 x 1080 Pixel (Full HD) sind zudem 60 fps möglich, was eine flüssigere Bildwiedergabe erlaubt. Das kann hilfreich sein, um kleine Details besser zu erkennen. Der Sichtwinkel der Kamera fällt mit 180 Grad groß aus. Das sorgt dafür, dass das Geschehen links und rechts vom Pkw gut zu erkennen ist. Eine leichte Fischaugen-Optik ist aber die Folge.

Die Bildqualität der HD-Aufnahmen geht in Ordnung, allerdings wirken die Videoclips selbst bei QHD-Auflösung etwas grobkörnig. Die Kontraste sind nicht so stark ausgeprägt und die Farben wirken leicht verwaschen. Details bleiben meistens noch gut erkennbar, allerdings erschwert das grobschlächtige Bild zum Teil das Erkennen von Kfz-Kennzeichen. Was wiederum bei Datenschützern für Freudensprünge sorgt, kann die Aufklärung der Schuldfrage nach einem Unfall erschweren. Bei Nacht reicht die Bildqualität noch aus, um ausreichend Details zu erkennen.

Die UVP von Garmin für Dash Cam 67W liegt bei 249 Euro. Andere Händler bieten die Garmin Dashcam zum Kauf bereits ab 200 Euro an.

Die Garmin Dash Cam 67W ist eine äußerst kompakte Autokamera mit LCD-Bildschirm und einigen nützlichen Assistenzfunktionen. Dadurch schränkt sie das Sichtfeld nur minimal ein. Die Handhabung und Montage sind sehr einfach. Smarte Extras wie eine Notruffunktion oder Alexa-Integration bietet sie aber nicht. Die Bildqualität geht in Ordnung, liefert aber keine messerscharfen Ergebnisse.

Wer mit der Dashcam auch den Innenraum im Blick haben will, kann sich die Garmin Dash Cam Tandem (Testbericht) mit zwei Linsen ansehen. Eine deutlich höhere Auflösung mit 4K bietet die Nextbase 622GW (Testbericht). Diese ist allerdings deutlich größer und teurer. Mehr zu dem Thema erklären wir im Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro sowie Dashcam im Urlaub: Rechtlich absichern und hohe Strafen bis 10.000 Euro vermeiden.

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