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Garmin BC40 mit Garmin Drive Smart 65
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Die Garmin BC 40 ist eine kabellose Rückfahrkamera als Ergänzung zu verschiedenen Garmin-Navigationsgeräten. TechStage zeigt, wie gut die Parkhilfe für 130 Euro in der Praxis ist.

Eine Rückfahrkamera verschafft als Parkhilfe einen nützlichen Einblick auf den Bereich hinter dem Fahrzeug. Bei vielen neueren Pkws gehört das mittlerweile zur Serienausstattung. Eine Nachrüstung mit einem entsprechenden Gerät ist bei älteren Autos jedoch möglich – und muss nicht teuer sein, wie wir in unserem Ratgeber Kabellose Rückfahrkameras zum Nachrüsten ab 100 Euro zeigen.

Wir haben mit der Garmin BC 40 eine Funk-Rückfahrkamera zum Nachrüsten getestet. Diese übermittelt das Bild an ein kompatibles Navigationsgerät von Garmin – dadurch bedarf es keines weiteren Bildschirms im Cockpit. Dank der Funkverbindung müssen Autohalter zudem keine Löcher in die Karosserie bohren oder aufwendig Kabel verlegen.

Die Garmin BC 40 Wireless Rückfahrkamera befindet sich in einem länglichen, etwas mehr als fingerbreiten zylinderförmigen Behälter aus Kunststoff. Das Kamerasystem klemmt man ans untere Ende der mitgelieferten Kunststoff-Halterung für das Kfz-Kennzeichen. Für den Betrieb braucht die Garmin BC 40 jeweils zwei AA-Batterien – diese gehören nicht zum Lieferumfang.

Vor der Montage entfernt der Fahrzeughalter die Halterung mit dem Nummernschild und schraubt anschließend die mit der Rückfahrkamera gelieferte Kennzeichenhalterung ans Auto. Diese bietet viele Öffnungen und Löchern – das macht es einfach, den passenden Abstand für die vorhanden Schraublöcher zu finden. Das dauert insgesamt keine fünf Minuten. Jetzt setzt man zwei Batterien in die Rückfahrkamera ein und klemmt diese unter das Nummernschild in die Halterung. Eine blaue Leuchte neben der Kamera blinkt für zwei Minuten. Das ist ein Zeichen dafür, dass die BC40 sich im „Pairing-Modus“ befindet und bereit zum Koppeln mit einem kompatiblen Garmin-Navi ist. Falls das Navigationsgerät die Kamera nicht von allein erkennt, funktioniert das manuell über Einstellungen > Drahtlose Kamera > Neue Kamera hinzufügen.

Sollten die zwei Minuten vergangen sein, bevor die Kopplung erfolgreich war, muss man die Batterien aus der Kamera wieder herausnehmen und erneut einsetzen. Das ist leider etwas umständlich. Ein Ein-/Ausschalter sowie ein Knopf für die Kopplung per Funk hätten uns besser gefallen. Glücklicherweise kann man die Kamera ohne Mühen aus der Halterung herausnehmen, was den Batteriewechsel vereinfacht. Nach einem Update der Firmware steht die der Garmin BC 40 dann im Navi zur Verfügung.

Nach der Kopplung der Rückfahrkamera zeigt das Navigationsgerät ein Kamera-Icon rechts oben auf dem Bildschirm. Damit wechselt der Fahrer zum Bild der Rückfahrkamera. Beim im Test genutzten Garmin Drive Smart 65 geht das auch per Spracheingabe. Die Kommandos lauten jeweils „Video anzeigen“ und „Video ausblenden“. Das klappt ganz zuverlässig und ist sicherer, als jedes Mal mit dem Finger die Ansicht der Rückfahrkamera zu aktivieren. In den Rückfahrkamera-Einstellungen können Nutzer festlegen, dass die Kameraansicht automatisch startet, sobald das Navigationsgerät eingeschaltet ist. Denn von allein geht die Kamera nicht an, wenn der Fahrer den Rückwärtsgang einlegt. Bewegt sich das Auto nach vorne, wechselt das Navi vom Kamerabild automatisch in die Navigationsansicht.

Das Kamerabild selbst zeigt den Bereich hinter dem Auto mit zusätzlichen Hilfslinien in Grün, Gelb und Braun. Diese sollte man nach der Aktivierung unbedingt von Hand in den Einstellungen des Kamerabilds anpassen. In unserem Fall ragten die Linien aufgrund einer leichten Schräglage des Nummernschildes bis weit nach oben in das Bild hinein. Durch die Weitwinkellinse der BC 40 wirkt das Bild leicht verzerrt. So erzeugte bei unserem Test das Kamerabild den Eindruck, kurz vor einem Mauervorsprung zu stehen. Nach dem Ausstieg stellten wir fest, dass noch ein halber Meter zwischen dem Heck des Autos und der Mauer war – besser so als umgekehrt. Beim Test in einer Parklücke hingegen sollte man auf das Kamerabild achten, tieferliegende Objekte wie eine Stoßstange zeigt das Bild näher an. Es erfordert schon ein wenig Übung, bis man die Hilfslinien passend eingestellt hat und den Abstand hinter dem Fahrzeug gut einschätzen kann.

Das Gehäuse der Kamera ist nach IPX7 gegen Wasser geschützt. Das bedeutet, die Rückfahrkamera übersteht theoretisch einen Aufenthalt in Süßwasser ohne Zusätze bei 1 Meter Tiefe für einen Zeitraum von knapp 30 Minuten. Wer mit seinem Auto so tief im Wasser steckt, hat vermutlichen andere Sorgen – aber gegen Regenwasser ist die Kamera ausreichend geschützt. Als zugelassene Betriebstemperatur gibt Garmin -20 bis 70 Grad Celsius an, was für die meisten Wetterlagen in Europa ausreicht. In sehr kalten Gegenden bietet es sich aber an, die Kamera nach der Fahrt abzunehmen und an einem wärmeren Platz zu verstauen. In Urlaubsregionen sollte man die BC 40 lieber immer mitnehmen – da sie sehr einfach abzunehmen ist, was sie für Diebe zu einem gefundenen Fressen macht.

Für die Funkübertragung verwendet die Rückfahrkamera eine Frequenz von 2,4 GHz und sendet laut Garmin bis zu 13 Meter weit. Im Test konnte das Navi an der Windschutzscheibe des Pkw ohne Probleme in Kontakt mit der Rückfahrkamera treten. Die große Reichweite erlaubt so den Einsatz der BC 40 in einem Camper. Der Hersteller gibt an, dass bei durchschnittlicher Nutzung die Batterien in der Rückfahrkamera etwa 3 Monate durchhalten. Wie lange in der Praxis die BC 40 mit einem Batterien-Satz funktioniert, kommt letzten Endes auf die Häufigkeit der Nutzung des Kamerabilds an

Die Garmin BC 40 bietet eine einfache HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln. Das ist nicht sonderlich scharf, reicht aber für den gewünschten Zweck vollkommen aus. Zwar erkennt man Schriften oder Kennzeichen nicht so gut, andere Fahrzeuge, Personen und Hindernisse zeigt das Kamerabild deutlich genug. Anders als eine Dashcam ist die Rückfahrkamera nicht dafür ausgelegt, Videos oder Fotos aufzunehmen. Die Linse der BC 40 nutzt ein Weitwinkelobjektiv mit einem Field of View (FOV) von 150 Grad. Das ist ausreichend, um einen möglichst weiten Ausschnitt im Blick zu behalten. Hersteller wie BMW, Audi oder VW bieten hier aber 170 Grad und mehr. Als akzeptable Untergrenze sind 130 Grad anzusehen. Bei Dunkelheit macht die Garmin BC 40 einen guten Job. Zwar nimmt die Bildqualität ab – was sich am starken Bildrauschen zeigt – dennoch erkennt man den Bereich hinter dem Auto noch gut genug.

Die Garmin BC 40 gibt es in verschiedenen Ausführungen. Unser Testmuster inklusive Nummernschildhalterung für die EU kostet zwischen 128 Euro und 150 Euro. Die Ausführung für Camper liegt bei 150 bis 160 Euro. Etwas exotischer ist die BC 40 mit Rohrhalterung für 150 Euro. Diese eignet sich besonders für den Einsatz auf einem Offroad-Fahrzeug. Für den Einsatz an einem Wohnmobil gibt es eine spezielle Variante mit Schraubhalterung. Diese ist auch separat als Zubehör für 13 Euro erhältlich, falls jemand die Kamera nachträglich für einen Camper nutzen möchte.

Die Rückfahrkamera BC40 funktioniert nur in Kombination mit einem kompatiblen Navigationsgerät von Garmin. Mit folgenden Geräten ist das möglich: DriveSmart 51/55/61/65, DriveAssist 51, DriveLuxe 51, Camper 770/780 und Dezl 580.

Für unseren Test haben wir die Garmin Drive Smart 65 benutzt. Das Navigationsgerät bietet die gewohnten Features von Garmin. Zusätzlich können Fahrzeughalter das Navi über WLAN mit dem Internet sowie über Bluetooth mit dem Smartphone verbinden. Mit einer beigelegten Saugnapfhalterung befestigt man das Navi am besten an der Windschutzscheibe. Hier sollte man darauf achten, nicht die Sicht beim Fahren einzuschränken. Eines der Highlights ist die bereits weiter oben beschriebene Spracherkennung, mit der man die Rückfahrkamera aktiviert.

Die UVP für das Garmin DriveSmart 65 liegt bei 290 Euro. Das Navigationsgerät ist im Handel aber schon zu Straßenpreisen ab 200 Euro zu haben.

Die Garmin BC 40 ist eine bezahlbare Möglichkeit, ein älteres Auto mit einer Rückfahrkamera nachzurüsten. Dank Funkverbindung zwischen der Kamera und dem Navi gelingt die Montage schnell und einfach, ohne dass der Fahrzeughalter Löcher in die Karosserie bohren muss. Die Bildqualität ist ausreichend gut, um den Bereich hinter dem Auto zu erkennen. Es bedarf jedoch etwas Übung und einer Anpassung der Hilfslinien, um zuverlässig den Abstand zu Objekten hinter dem Fahrzeug über das Kamerabild einzuschätzen.

Wer ohnehin ein kompatibles Navigationsgerät von Garmin nutzt, für den ist die BC 40 eine gute Wahl, weil dann kein zusätzlicher Bildschirm für das Kamerabild nötig ist. Personen, die auf ein Navi verzichten möchten, sollten ein Blick auf die Alternativen aus unserem Ratgeber Kabellose Rückfahrkameras zum Nachrüsten ab 100 Euro werfen – diese sind günstiger als die Kombination aus der Rückfahrkamera und dem Navi von Garmin. Noch mehr Gadgets fürs Auto zeigen wir im Beitrag Dashcam, Rückfahrkamera und mehr: Praktisches Autozubehör. Camping-Fans legen wir zudem diesen Ratgeber ans Herz: Camping-Gadgets: Sinnvolles Zubehör für Zelt und Wohnwagen ab 10 Euro.

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