Flashforge Adventurer 3
Pro und Contra
  • schick und sofort einsatzbereit
  • sehr hohe Druckqualität
  • einfache Software und Inbetriebnahme
  • kleiner Bauraum
  • nur durchschnittliche Lautstärke
  • ohne Tuning nur kleine Filamentrollen
  • 4.5

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Der FDM-Drucker Adventurer 3 ist trotz geschlossenen Gehäuses sehr kompakt und bereits fertig montiert. TechStage hat ihn getestet und verrät, warum sich die Anschaffung des Druckers trotz des kleinen Bauraums lohnt.

Flashforge bewirbt seinen knapp 350 Euro teuren Drucker Adventurer 3 als besonders anfängertauglich. Neben Einsteigern gehören auch Familien und Schulen zur Zielgruppe des kompakten Desktop-Druckers. Außer mit der angenehm kompakten Bauform punktet der kleine Drucker mit einem schicken geschlossenen Gehäuse und integriertem WLAN sowie Kamera. Außerdem ist er bereits fertig zusammengebaut.

Mit etwa 350 Euro ist das Gerät zwar nicht so teuer wie die fertig montierten 3D-Drucker von Qidi, im Vergleich zu anderen Einsteigergeräten ist das Modell von Flashforge allerdings trotzdem nicht günstig. Ob oder für wen sich der Mehrpreis lohnt, zeigt der Einzeltest.

Dieser Test gehört zu unserer Themenwelt 3D-Drucker. Hier finden sich neben konkreten Einzeltests auch unsere Bestenliste und Ratgeber zu FDM- und Resin-Druckern.

Der Adventurer 3 kommt ordentlich verpackt beim Kunden an. Im Karton befinden sich der Drucker, eine knappe Kurzanleitung und etwas Werkzeug. Netzstecker und eine kleine 250-g-Rolle PLA gehören ebenfalls zum Lieferumfang. Die in der Regel beigelegte Spachtel und ein USB-Stick waren bei unserem Review-Sample allerdings nicht dabei. Das ist nicht weiter tragisch, da jeder USB-Stick funktioniert und die aktuelle Software Flashprint 5 auch auf der Herstellerseite zu finden ist.

Das Auspacken und anschließende Entfernen der Transportsicherungen ist mit wenigen Handgriffen erledigt. Dann steht der nur 388 x 340 x 405 mm große 3D-Drucker fast einsatzbereit auf dem Tisch. Zum besseren Verständnis: Mit diesen Ausmaßen ist der 3D-Drucker kaum größer als ein Standard-Laserdrucker und passt so auf jeden Schreib- oder Arbeitstisch. Das haben wir bei anderen fertig aufgebauten Druckern mit beschränktem Bauraum, etwa von Qidi X-Pro (Testbericht), schon ganz anders erlebt. Diese sind deutlich größer und brauchen deshalb einen Platz abseits des Schreibtisches.

Der Adventurer 3 ist mit dem geschlossenen weißen Kunststoffgehäuse ein echter Hingucker und wirkt zumindest von außen hochprofessionell. Die durchsichtige Fronttür und der zum Teil durchsichtige Deckel erlauben einen Blick ins Innere. Dort relativiert sich unser erster Eindruck. Denn dort fällt zunächst der ungewöhnlich kleine Bauraum von gerade einmal 150 x 150 x 150 mm auf. Statt massiver Metallstreben kommen im Adventurer 3 vergleichsweise filigrane mechanische Bauteile zum Einsatz. Auch die per Schiebemechanismus gehaltene Druckplatte aus Kunststoff wirkt im Vergleich zu Ender 5 Pro (Testbericht) oder Anycubic Vyper (Testbericht) fast schon wie Spielzeug. Die Druckplatte wird lediglich in eine Halterung eingeschoben. Stellschrauben zum Leveln des Druckbetts sucht man vergeblich. Der Adventurer 3 setzt voll auf seine Self-Leveling-Funktion. Das haben wir so bisher nur beim Anycubic Vyper erlebt – wo uns das Konzept ausgezeichnet gefallen hat.

Ungewöhnlich ist auch die bequem per Klick-Mechanismus auswechselbare Nozzle. Die im Lieferumfang enthaltene Version hat den Standarddurchmesser von 0,4 mm und ist für maximal 240 °C ausgelegt. Andere Varianten mit 0,2 bis 0,6 mm sind ebenfalls erhältlich.

Trotz der ungewohnten Bauweise macht die Konstruktion insgesamt einen ordentlichen und qualitativ wertigen Eindruck. Neben einer schicken LED-Beleuchtung des Druckkopfes entdecken wir bei genauem Hinsehen auch eine kleine Kamera, welche seitlich im Innenraum installiert ist. Ein Filament-Sensor ist ebenfalls mit an Board.

Zur Bedienung kommt ein farbiger 2,8-Zoll-Touchscreen an der Frontseite zum Einsatz. Die Druckdaten gelangen entweder per WLAN oder per USB-Stick auf den Drucker. Der USB-A-Slot sitzt gut erreichbar an der Vorderseite unten rechts. Das Netzkabel und der Power-Schalter sind unten auf der rechten Gehäuseseite zu finden. Darüber befindet sich eine abnehmbare Kunststoffabdeckung, hinter der sich Extruder und Filament-Rollenhalter verstecken. So schick das im Inneren verborgene Filament wirkt – hier haben nur kleine Rollen mit 250 bis 500 g Platz. Wer Standard-1-kg-Rollen verwenden will, muss entweder einen externen Rollenhalter nutzen und die Klappe geöffnet lassen oder sich eine der vielen Individuallösungen für den Adventurer 3 von etwa Thingiverse ausdrucken.

Um den Drucker in der Praxis zu testen, schalten wir das Gerät zunächst an und starten per Touchdisplay den Vorgang zum Einlegen von Filament. Das Vorheizen des Druckkopfes auf 230 °C geht erfreulich fix und zudem ungewohnt leise vor sich. Da das Einziehen des Filaments einige Minuten beansprucht, laden wir uns in der Zwischenzeit die aktuelle Slicingsoftware des Herstellers herunter. Zwar funktioniert der Drucker auch mit dem beliebten Cura oder anderen Programmen, wir wollen aber das vom Hersteller vorgesehene Flashprint 5 testen.

Die Flashforge-Software gibt es vorbildlicher Weise für praktisch alle gängigen Betriebssysteme, das ist bei Hersteller-Software meist nicht der Fall. Das Programm ist übersichtlich und intuitiv aufgebaut. Nach der Wahl des Druckers muss der Nutzer lediglich ein 3D-Modell laden und die Einstellungen wählen. Diese sind auf den ersten Blick stark eingeschränkt und erlauben kaum individuelle Anpassungsmöglichkeiten. Das ändert sich nach einem Klick auf den Expertenmodus. Hier stehen zwar nicht ganz so viele Funktionen wie bei etwa Cura zur Verfügung, insgesamt sind wir aber positiv überrascht.

Zwar war die Inbetriebnahme der Kamera erst nach dem Ansehen eines Tutorials möglich, grundsätzlich gefällt uns die Funktion aber. Ebenso positiv ist das Updaten der Firmware über WLAN. Das klappt im Test problemlos und zügig.

Die Druckdaten übertragen wir klassisch per USB-Stick, da sich der Drucker während der Tests in einem Raum mit schlechter WLAN-Anbindung befand. Grundsätzlich hat das kabellose Verbinden im Test aber funktioniert.

Nach der Auswahl des Modells auf dem USB-Speicher kopiert der Drucker dieses zunächst auf den internen Speicher und beginnt erst dann mit dem eigentlichen Druckvorgang. Das ist positiv, denn so können langsame und billige USB-Sticks nicht zu Übertragungsproblemen und damit verbundenen Druckabbrüchen führen. Wer die Daten mit dem hauseigenen Slicer verarbeitet, bekommt im Auswahlmenü sogar ein kleines Vorschaubild des Modells eingeblendet.

Nach einer kurzen Aufwärmzeit nimmt der Adventurer 3 die Arbeit auf und der Druckkopf beginnt, seine Bahnen zu ziehen. Die verbleibende Zeit bis Ende des Drucks wird im Display angezeigt. Anders als bei allen bisher getesteten Druckern, muss der User hier auch nicht nachhelfen, um korrekte Werte zu erhalten. Die vom Flashforge-Drucker angezeigt Zeit der mit Flashprint bearbeiteten Modelle ist ziemlich korrekt. Beim 10,5-Stunden-Druck eines T-Rex-Schädels lag die angegebene Restzeit nur um knapp 5 Minuten daneben.

Die Druckqualität des bereits auf dem Drucker gespeicherten 20 x 20 x 10 mm großen Würfels ist ordentlich, aber wenig aussagekräftig. Also drucken wir etwa einen klassischen Kalibrier-Würfel, das Boot 3D-Benchy, einige Funktionsteile für einen Laser-Engraver, einen kleinen Dinosaurierschädel und ein paar Handgriffe für die Quest-2-Controller. Abgesehen von verschiedenen Schichtdicken haben wir an den Standardeinstellungen in Flashprint nichts geändert. Zudem haben wir die Auto-Leveling-Funktion des Druckers erst zu Ende des Tests durchgeführt. Ein Leveln vor oder zwischen den Druckvorgängen war bisher nicht nötig.

Die Ergebnisse überraschen uns positiv. Ja, das PLA zieht leichte Fäden und einige Details sind nicht 100 Prozent perfekt, aber das ist Motzen auf sehr hohem Niveau. Insgesamt liefert der Adventurer 3 eine hervorragende Druckqualität – und das mit Standard-Settings und ohne jegliche Tuning-Maßnahmen oder aufwendige Anpassungen. Alle drei Grundeinstellungen (fein, standard und schnell) liefern ausgezeichnete Ergebnisse. Ganz ehrlich – damit hatten wir so nicht gerechnet. Die Qualität der fertigen 3D-Drucke steht großen und deutlich teureren Druckern in Nichts nach. So sollte das bei einem Einsteigerdrucker sein: optimale Ergebnisse und minimaler Aufwand.

Leider hatten wir für den Test kein ABS zur Verfügung. Denn auch damit kommt der Adventurer 3 mit der bis zu 100 °C heizbaren Druckplatte laut Hersteller klar. Wir werden das die nächsten Tage nachholen und das Resultat nachtragen.

Was auffällt, ist die extreme Haftung des Druckbettes. Diese ist derart hoch, dass wir unser erstes Modell nur mithilfe einer Cutter-Klinge abbekommen. Abhilfe schafft der Einsatz eines Brims (ein Hilfskonstrukt) unter dem Modell, welches deutlich einfach abzubekommen ist. Das Trennen vom Brim und Objekt ist mit den Grundeinstellungen völlig problemlos. Bisher macht das Mini-Druckbett einen einwandfreien Job. Wie lange das klappt, bis man die Kunststofffolie ersetzen muss, kann man nach knapp einer Woche Testbetrieb noch nicht abschätzen. Gleiches gilt für die Zuverlässigkeit des Druckkopfes, welcher bei intensiver Nutzung sicherlich irgendwann verstopft – so wie das bei allen Druckern der Fall ist. Im Idealfall sollte sich das Problem mit dem Tausch des Nozzle-Moduls lösen lassen. Sicher sagen können wir das bisher aber nicht.

Die ersten paar Stunden ist der Adventurer 3 wirklich vorbildlich leise. Das ändert sich allerdings, wie bei vielen anderen Druckern, bereits nach einigen Stunden Nutzungsdauer. Dann zeigt sich der Lüfter des Netzteils als ebenso laut und unangenehm, wie bei Vyper, Ender & Co. Schade, dass die Hersteller hier großteils auf günstige Komponenten setzen. Das Betriebsgeräusch der ersten paar Stunden hätte allein schon für Begeisterung gesorgt. So bleibt der Adventurer 3 zwar ein nur mäßig lauter, aber eben nicht flüsterleiser Drucker.

Mit einem Preis von knapp 350 Euro ist der Falshforge Adventurer 3 bezogen auf den Bauraum und die Ausstattung nicht gerade günstig, für einen fertig zusammengebauten Drucker ist das allerdings normal. Wer das Modell beim chinesischen Händler Banggood kauft, bekommt den Adventurer 3 für 336 Euro mit Lieferung aus einem europäischen Lager.

So einfach kann 3D-Drucken sein! Der Adventurer 3 von Flashforge ist in der Tat optimal für Schulen, Familien und alle Anwender geeignet, die ohne große Bastelei in das Thema 3D-Druck einsteigen wollen. Wer sich mit dem kleinen Bauraum arrangieren kann, bekommt hier einen schicken Desktop-3D-Drucker mit guter Druckqualität – ohne, dass man dafür nachhelfen oder sich stundenlang mit Softwareeinstellungen beschäftigen muss.

Lediglich die Lautstärke des Netzteillüfters, der sehr beschränkte Bauraum und der kleine Filament-Schacht stören den insgesamt sehr positiven Gesamteindruck. Die Kosten von 350 Euro sind zwar höher als bei Selbstbau-Kits, hinsichtlich des geschlossenen Gehäuses und der Tatsache, dass der Drucker fertig montiert ankommt, ist der Adventurer 3 aber ein echter Preis-Tipp. Zum Vergleich, der Qidi X-Pro mit Dualextruder (Testbericht) bietet zwar einen etwas größeren Bauraum (230 x 150 x 150 mm ), kostet aber mehr als doppelt so viel und ist um ein Vielfaches größer.

Wer mehr Bauraum benötigt und wem die fertig aufgebauten Drucker zu teuer sind, der findet in unserer Themenwelt 3D-Drucker Alternativen. Hier kommen etwa die Modelle Artillery Hornet (Testbericht) oder Anycubic Vyper (Testbericht) infrage. Diese sind schnell aufgebaut und bieten mehr Platz, verzichten aber auf ein geschlossenes Gehäuse.

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