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Oppo-Band-Dachbild
Pro und Contra
  • Gute Akkulaufzeit, gute Helligkeit
  • Solides Tracking beim Schwimmen
  • Gute App, Google-Fit-Integration
  • Kleines Display
  • Wenig Trainingsprofile
  • Teils ungenaue Pulsmessung
  • 4.0

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Oppo greift Xiaomi und Co nicht nur bei den Smartphones an, mit dem Oppo Band kommt ein Fitness-Tracker als Konkurrent zu Mi Band 6 und ähnlichen Modellen. TechStage testet, was der Tracker kann.

Obwohl der Markt für Fitness-Tracker besonders im unteren Preissegment fast schon übersättigt scheint, versucht sich jetzt Oppo an einem eigenen Gerät. Das Oppo Band soll in Konkurrenz zum Huawei Band 6 (Testbericht), dem Honor Band 6 (Testbericht), dem Xiaomi Mi Band 6 (Testbericht) und dem Amazfit Band (Testbericht) treten. Ob die Hardware mit den großen Platzhirschen mithalten kann und für wen das Oppo Band einen Blick wert sein könnte, klärt unser Test.

Das Oppo Band kommt in einer zweckmäßigen Pappschachtel aus. Darin liegen neben dem Tracker selbst ein Silikonarmband, eine Ladeschale und eine Bedienungsanleitung. Vor der ersten Nutzung müssen wir den Tracker kurz in der Ladeschale an einen USB-Port anschließen, damit er sich hochfährt. Anschließend können wir den Tracker mit der zugehörigen HeyTap Health App auf dem Smartphone verbinden. Das funktioniert erwartungsgemäß problemlos und dauert nur wenige Minuten.

Optisch unterscheidet sich das Oppo Band kaum von der Konkurrenz: Design und Armband erinnern am ehesten an das Mi Band 6 (Testbericht), auch wenn das Oppo Band mit einem kleineren Display als alle vergleichbaren, aktuellen Konkurrenzmodelle auskommen muss. Das AMOLED-Display misst 1,1 Zoll, ist kratzfest und überlebt den Gang unter die Dusche und ins Schwimmbad. Die Helligkeit des Bildschirms überzeugt auch bei direkter Sonneneinstrahlung und lässt sich in 20-Prozent-Schritten regulieren.

Das Silikonarmband ähnelt dem Armband des Mi Band 6, fühlt sich aber etwas steifer an, was es in der Handhabung teilweise etwas unpraktisch macht. Dadurch fühlt sich das Band beim Tragen und beim Schlafen etwas gewöhnungsbedürftig an.

Das Oppo Band setzt auf eine eigene Smartphone-App, in diesem Fall die HeyTap Health App. Diese App setzt ein Nutzerkonto voraus, das wir mit einer E-Mail-Adresse oder einer Handynummer einrichten können. Leider muss das Oppo Band bei der App erste Federn gegenüber der Konkurrenz lassen. Denn die deutsche Übersetzung leidet an ein paar Stellen unter sprachlichen Ungenauigkeiten, teilweise fanden wir im Test auch englische Sprache kombiniert mit deutschen Anweisungen. Einige Übersetzungen in der App und am Oppo Band selbst wirken auch etwas ungelenk, etwa bei Sätzen wie „Halten Sie bitte still und schnallen Sie ihr Band fest“.

Wo die HeyTap Health App hingegen punkten kann, ist die Übersichtlichkeit der Startseite. Hier sehen wir auf einen Blick, wie viel unserer täglichen Ziele im Bereich Schritte, Training, Kalorien und Aktivität wir bereits absolviert haben. Die Ziele können wir in der App individuell festlegen. Wenn wir die Übersicht antippen, öffnet sich ein separates Menü, in dem wir sehen, an wie vielen und welchen Tagen infolge wir unser jeweiliges Ziel erreicht haben. Auch das ist übersichtlich aufbereitet.

Ergänzend zeigt die App gemessene Herzfrequenzdaten, Schlaf, Blutsauerstoffsättigung und Trainingsprotokolle jeweils in eigenen kleinen Kästen auf der Startseite an. Ein Tippen auf das jeweilige Fenster öffnet ein neues Menü, in dem Nutzer die Details der jeweiligen Aufzeichnungen ansehen können. Wer möchte, kann außerdem Lauf- oder Geh-Trainingseinheiten direkt über die App aufzeichnen.

Das Oppo Band versteht sich als Fitness-Tracker, entsprechend sind die Funktionen zum Aktivitäts-Tracking an Bord. Allerdings geht der Hersteller hier nicht über ein Standardangebot an Tracking-Features hinaus. Wir können Schritt- und Kalorienziele festlegen sowie einstellen, wie viel Zeit wir pro Tag aktiv oder im Training verbringen wollen. Das funktioniert alles problemlos über die App. Haben wir ein Ziel erreicht, informiert uns das Band per Nachricht auf dem Display.

Nutzer können außerdem wie bei der Konkurrenz die Sauerstoffsättigung im Blut messen. Das funktioniert über den optischen Sensor des Trackers. Wir können die Messung manuell aktivieren oder für das Schlaf-Tracking nachts dauerhaft einschalten. Wirklich nützlich sind diese Werte aber nicht und sie wirken eher wie eine Dreingabe um des Features willen als eine echte Bereicherung des Funktionsangebots.

Was wir im Test hingegen als nützlich empfanden, war die Möglichkeit, die gemessenen Daten des Oppo Bands mit Google Fit zu teilen. Das wiederum erlaubt die Übertragung der Daten an andere Apps wie Kalorienbedarfsrechner, die mit Google Fit zusammenarbeiten. Die HeyTap-Health-App synchronisiert auf Wunsch die zurückgelegten Schritte, verbrauchte Kalorien, die Herzfrequenz und die Schlafdaten mit Google Fit – eine nützliche Ergänzung, die im Test zuverlässig funktioniert hat.

Wie auch das Huawei Band 6 (Testbericht) und das Honor Band 6 (Testbericht) besitzt das Oppo Band kein eigenes GPS, sondern nutzt die Positionsdaten eins verbundenen Smartphones in Reichweite. Zwar zeichnet das Oppo Band die Strecke auch ohne GPS auf, das funktionierte in unserem Test aber schlechter als bei der Konkurrenz. Denn die gemessene Wegstrecke wich teils um bis zu 50 Prozent von dem ab, was wir am Smartphone per GPS gemessen haben. Da stehen Huawei, Honor und Co. mit Abweichungen im einstelligen Prozentbereich deutlich besser da.

Zugegeben, wer einen Tracker mit GPS respektive Smartphone-unabhängiger Streckenaufzeichnung sucht, ist im Segment der günstigen Fitness-Tracker ohnehin an der falschen Adresse. Schauen wir uns deshalb einmal genauer an, wie sich das Oppo Band im Vergleich zur günstigen Konkurrenz bei der Aufzeichnung einzelner Trainingseinheiten schlägt.

Gleich vorweg: Auch hier haben Honor Band 6 und Huawei Band 6 wieder die Nase vorn. Denn während das Huawei Band 6 beispielsweise 96 verschiedene Trainingsprofile bietet, bringt es das Oppo Band lediglich auf 13 Profile. Warum noch dazu Sportarten wie Wandern oder Krafttraining fehlen, es aber ein Profil für Cricket oder Federball gibt, erschließt sich uns nicht. Eine automatische Trainingserkennung fehlt.

Ein weiteres Problem, das das Oppo Band mit vielen günstigen Fitness-Tracker gemein hat, ist die ungenaue Herzfrequenzmessung. Denn während die Pulsmessung bei längerer, gleichbleibender Belastung zufriedenstellend funktioniert, kommt der Tracker mit Sportarten und Fitnesseinheiten stark wechselnder Intensität überhaupt nicht zurecht. Der optische Sensor reagierte viel zu spät und zu langsam auf den schnellen Wechsel der Herzfrequenz bei HIIT- und CrossFit-Einheiten, sodass eine zuverlässige Auswertung der Pulsrate nicht möglich war. Hier würden wir gleich zu einer Sportuhr (Themewelt) oder dem Polar Variety Sense (Testbericht) raten.

Dementsprechend bleibt auch die Berechnung des Kalorienbedarfs wenig aussagekräftig. Wie das Huawei Band 6 und das Honor Band 6 gibt das Oppo Band zusätzlich sehr konservative, niedrige Werte aus, sodass Nutzer auf den angezeigten Verbrauch nicht allzu viel geben und die entsprechenden Werte lieber manuell überschlagen und berechnen sollten.

Allerdings gibt es in diesem ganzen Schatten auch einen kleinen Lichtblick beim Oppo Band: Die Aufzeichnung von Schwimmtraining im Schwimmbecken funktioniert nämlich hervorragend. Wir haben das Tracking im Schwimmbad auf einer 50-Meter-Bahn getestet. Das Oppo Band erkannte dabei zuverlässig jede geschwommene Bahn von insgesamt 1.000 Metern.

Bei der Schlafüberwachung kann das Oppo Band ein bisschen Boden gutmachen. Der Tracker misst zuverlässig Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt und gibt alle Schlafphasen sowie deren Dauer in einem spezifischen Diagramm aus. Wir erfahren außerdem in der App direkt auf einen Blick, wie unsere Schlafqualität in der vergangenen Nacht ausgefallen ist. Die App berechnet die Qualität anhand mehrerer Faktoren, darunter der Dauer des Gesamtschlafs sowie der Schlafphasen. Nutzer bekommen außerdem konkrete Empfehlungen zur Verbesserung des Schlafverhaltens.

Auch wenn die Aussagekraft der Schlafanalyse von Fitness-Tracker wissenschaftlich umstritten ist, liefert das Oppo Band zumindest hilfreiche Tipps und Anhaltspunkte zur Beurteilung der eigenen Schlafqualität. Wir haben die Angaben und Daten der einzelnen Schlafphasen außerdem mit dem Ergebnis unseres Kontrollgeräts (Garmin Vivoactive 3) verglichen: Die Messungen fielen ähnlich aus und markierten die Schlafphasen zu fast denselben Zeitpunkten. Die Weckfunktion des Oppo Bands funktionierte schließlich ebenfalls zuverlässig.

Wie es sich für einen Fitness-Tracker gehört, bietet auch das Oppo Band die klassischen Smart-Funktionen und Benachrichtigungs-Features. Wir können uns SMS, Nachrichten und Anrufe auf dem Display anzeigen lassen – eine Antwortfunktion gibt es allerdings nicht. Außerdem verfügt das Oppo Band über eine Musiksteuerung für die Wiedergabe auf dem Smartphone, eine Möglichkeit zum Empfangen von Wetterdaten, ein Find-my-Phone-Feature und einen Fernauslöser für die Smartphone-Kamera. Von letzterem abgesehen gehören alle Funktionen zum Standard für Fitness-Tracker. Sie funktionierten in unserem Test zuverlässig und problemlos.

Oppo gibt die Akkulaufzeit des Oppo Bands bei typischem Nutzungsverhalten mit Echtzeitherzfrequenzüberwachung und regelmäßigem Ablesen der Uhrzeit sowie eingehender Nachrichten mit rund zwölf Tagen an. Die Kapazität des Akkus liegt laut Hersteller bei 100 mAh. Je nach Nutzungsintensität und aktiviertem Blutsauerstoff-Tracking soll die Akkulaufzeit entsprechend geringer ausfallen.

Wir können die Daten des Herstellers in unserem Test größtenteils bestätigen. Das Armband wurde rund um die Uhr getragen, dabei drei wöchentliche Sporteinheiten absolviert und Echtzeitherzfrequenzüberwachung sowie 100 Prozent Displayhelligkeit aktiviert. Das Oppo Band hielt bei diesen Einstellungen zehn Tage durch, bis der Akku schlapp machte – ein sehr ordentlicher Wert.

Allerdings hat Oppo bei seinem Fitness-Tracker leider auch eine Neuerung der Konkurrenz verschlafen. Wir müssen den Tracker nämlich wie bei früheren Versionen der Konkurrenzmodelle aus dem Silikonarmband entfernen und in die mitgelieferte Ladeschale einstecken, um den Akku aufzuladen. Das ist nicht nur umständlich, sondern mittlerweile auch einfach nicht mehr zeitgemäß.

Oppo verkauft das Oppo Band in den Farben Weiß und Schwarz mit jeweils gleichfarbigem Silikonarmband für 49 Euro (UVP). Das Oppo Band liegt damit auf demselben Preisniveau wie das Honor Band 6 und rund fünf Euro über dem Xiaomi Mi Band 6 (Testbericht).

Oppo bewirbt das Oppo Band mit dem Slogan „Am Puls der Zeit“ – aber so recht passen will dieser Spruch nicht. Denn der Hersteller bringt das Band zu einem Zeitpunkt auf den Markt, zu dem die Konkurrenz längst ein Stück weiter ist. Das Oppo Band muss gegenüber dem Mi Band 6 und dem Huawei Band 6 fast in allen Punkten zurückstecken, sei es bei der Displaygröße, bei den verfügbaren Trainingsmodi oder bei der Aktivitätsaufzeichnung.

Dadurch, dass das Oppo Band aber genauso teuer ist wie andere aktuelle Fitness-Tracker, können wir eigentlich keine Kaufempfehlung für diese Hardware aussprechen. Die Ausnahme sind Schwimmer, sie bekommen tatsächlich eine gute Messung. Wer einen günstigen Fitness-Tracker sucht, sollte lieber zur Konkurrenz von Huawei und Xiaomi greifen. Wer zusätzlich sparen möchte, bekommt frühere Modelle der Konkurrenten auf dem technischen Niveau des Oppo Bands sogar noch ein ganzes Stück günstiger als das Oppo Band selbst. Passende Alternative zeigen wir in der Bestenliste 2021: Top-10-Fitness-Tracker ab 25 Euro.

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