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Fitbit Versa 3 Teaser
Pro und Contra
  • Umfangreiche Funktionen
  • Gutes Tracking im Alltag
  • Integriertes GPS
  • Musik-Player braucht mehr Funktionen.
  • Google Assistant immer noch nicht verfügbar.
  • 4.5

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Fitbit betreibt mit der Versa 3 mehr als nur Modellpflege. Die dritte Generation der Versa-Geräte misst jetzt SpO2-Werte und hat GPS an Bord – aber leider noch immer keine ordentliche Musikverwaltung. TechStage testet die Mischung aus Sportuhr und Fitness-Tracker.

Die Fitbit Versa 3 soll einen seltsamen Spagat schaffen. Sie ist teurer als die meisten Fitness-Tracker und hat mit der Fitbit Sense (Testbericht) Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Sie ist die dritte Version der Versa-Serie, die uns bereits als Versa (Testbericht) und Versa 2 (Testbericht) gut gefielen. Im Test sehen wir uns das Produkt an sich an und was es gegenüber den Vorgängern besser macht. Im Fazit vergleichen wir es dann mit der Sense und geben eine Kaufempfehlung ab.

Die Fitbit Versa 3 erscheint in unserer Themenwelt Sportuhren, könnte aber genauso gut bei den Fitness-Trackern (Themenwelt) laufen. Tatsächlich würden wir sie (und auch die Sense) aber aufgrund der Größe und des Preises eher den Sportuhren zuordnen.

Zum Zeitpunkt des Tests im Februar 2021 gehört Fitbit zwar schon zu Google, an den Produkten oder der Software merkt man allerdings noch nichts.

Der Lieferumfang beinhaltet alle Notwendige. Neben der eigentlichen Versa 3 gibt es ein Silikonarmband in zwei Längen sowie ein Ladedock. Dieses hängt magnetisch hinten an der Uhr. Die Armbänder lassen sich mit einem Griff lösen und durch andere Optionen ersetzen. Leider hat Fitbit aber im Vergleich zum Vorgänger den Verschluss verändert. Wo früher ein Metallstift saß, ist nun ein Klick-Mechanismus, sprich, ältere Armbänder sind nicht kompatibel. Schade, wir mochten das Metallarmband an der Versa 2 gerne. Wir würden Käufern aber in jedem Fall zu einem anderen Armband raten. Das mitgelieferte Silikonarmband ist wenig atmungsaktiv und zudem mit seinen zwei Schlaufen schlecht zu schließen. Besser ist da ein dediziertes Sportarmband von Fitbit oder gleich eins mit Leder oder aus Metall. Wir haben beispielsweise ein günstiges Metall-Armband von Amazon mit Magnetverschluss geordert, das ließ sich problemlos an die Uhr klippen.

Bei der Einrichtung gibt es wenig Neuerungen. Um die Uhr zu starten, benötigt man die entsprechende Fitbit-App auf dem Smartphone. Ist man dort eingeloggt, kann man die Uhr neu hinzufügen. Ein Assistent leitet durch das Setup der Uhr, samt der Einrichtung von Alexa und WLAN. Neu ist, dass neben Alexa eigentlich auch der Google Assistant unterstützt wird. Eigentlich, denn obwohl er für “Anfang 2021 versprochen” wurde, ist er im Februar 2021 immer noch nicht “für unsere Region” freigeschaltet.

Beim Design gibt es erneut wenig zu meckern. Der viereckige Bildschirm ist etwas dick, dank seiner gerundeten Ecken trägt er aber nicht zu sehr auf. Fitbit nutzt ein OLED-Display und das gefällt gut. Die Inhalte, vor allem wenn sie mit starkem Kontrast zum schwarzen Untergrund arbeiten, sehen toll aus. Auch bei starkem Licht kann man die Informationen gut sehen. Alles in allem ein gelungenes Design, wie wir finden, vielleicht etwas wuchtiger als bei der Sense. Dafür ist die Versa 3 aber kleiner.

Bei der App gibt es keine exklusiven Funktionen gegenüber anderen Fitbit-Geräten. Die Daten der Uhr fließen in die Fitbit-App und werden dort sinnvoll und übersichtlich aufbereitet. Wir fanden die Fitbit-App schon immer gelungen und uns gefällt sie auch diesmal wieder. Unser Highlight ist das Tracking der verschiedenen Schlafzonen, hier kann die Versa 3 erneut punkten. Wir empfehlen zudem allen, dass sie im integrierten Shop der App das Zifferblatt mit der Messung der Sauerstoffsättigung herunterladen. Diese Daten fließen zusammen mit der Atemfrequenz, der Herzfrequenzvariabilität, der Hauttemperatur und Ruheherzfrequenz in den neuen Bereich der “Gesundheitswerte”. Dort werden die Daten der aktuellen Woche gezeigt, wer ein Premium-Abo abschließt, der bekommt eine 30-Tage-Ansicht.

Das Premium-Abo schaltet noch mehr Funktionen frei, etwa beim Coaching. Im Test der Sense besprechen wir Fitbit Premium im Detail.

Die Paradedisziplin der Versa 3 ist immer noch als Fitness-Begleiter im Alltag. In erster Linie trackt das Gerät die Bewegung, darunter Schritte, Aktivitätszonen, Stockwerke und die insgesamt zurückgelegte Strecke. Das funktioniert sehr gut, mit einer Ausnahme der Stockwerke – dieser Wert ist weit von der Realität entfernt.

Etwas schade ist, dass man den Wasserkonsum weiter nur sehr kompliziert eintragen kann. Man muss zunächst nach oben wischen, die Einstellungen finden und das Widget aktivieren. Danach erneut nach oben wischen, die Einstellung fürs Wasser finden, dort auf “Hinzufügen” gehen und kann dann eintragen, wie viel man gerade getrunken hat. Warum ist das nicht längst ein frei belegbares Icon, das beispielsweise mit einem Druck 250 ml Wasser hinzufügt?

Beim Sport sieht es gut aus. Dank GPS ist die Fitbit Versa 3 eine solide Begleiterin und kann die zurückgelegte Strecke selbstständig aufzeichnen. Das ist die erste Versa mit integriertem GPS und es ist eine praktische Erweiterung des Trackers, selbst wenn es sich negativ auf die Akkulaufzeit auswirkt. Wie immer bringt Fitbit eine Reihe von Trainingsprogrammen mit, die man vor der Einheit starten sollte. Neben Laufen, Schwimmen oder Radfahren sind das auch Einheiten wie Workouts oder Yoga möglich. Die Versa 3 zeichnet die Strecke auf, soweit das sinnvoll ist. Wichtiger ist aber wahrscheinlich die Pulsmessung, so kann man auch nachträglich sehen, wie viel Zeit man in welchen Pulszonen verbracht hat. Alle Informationen fließen wieder in die App zurück.

Wo mit GPS ein neues praktisches neues Feature eingezogen ist, hat sich bei der Musik leider wenig getan. Spotify wird zwar groß auf der Packung angepriesen, allerdings handelt es sich dabei nur um eine Fernbedienung für Spotify Connect. Sprich, man kann die Musik steuern, die vom Smartphone oder anderen Geräten gespielt wird. Ja, das funktioniert, aber wir haben kaum vernünftige Gründe gefunden, das Feature zu nutzen. Offline-Musik geht nur über Deezer Playlisten, sprich nur für Premium-Kunden von Deezer. Schade, dass Fitbit hier nicht mutiger ist und einen vernünftigen Musik-Player für lokale Songs oder Workout-Mixes mitbringt.

Wie immer lässt sich die Uhr mit dem Smartphone verbinden, eingehende Nachrichten oder Anrufe zeigt sie dann am Display an. Dank eines Mikrofons und der Lautsprecher kann man sogar über die Uhr telefonieren. Das funktioniert okay, die Qualität schwankt aber je nach Lautstärke und Art der Umgebungsgeräusche.

Die Fitbit Versa 3 ist wie ihre Vorgängerin auf Wunsch eine virtuelle Kreditkarte. Das funktioniert in der Praxis angenehm einfach – solange man ein Konto bei einer entsprechenden Bank nutzt. Im Test mit der Openbank konnten wir unsere Karte problemlos hinterlegen. Anschließend muss man eine PIN definieren. Mit dieser kann man die Zahlungsfunktion freischalten. In der Praxis funktioniert das schnell und zuverlässig, wir haben mehrfach erfolgreich mit der Uhr bezahlt. Übrigens bietet Fitbit eine eigene Prepaid-Visa-Karte an, die man aufladen und für Fitbit Pay nutzen kann.

Das Schlaf-Tracking ist hervorragend. Die Uhr kann man nachts gut tragen und sie misst sauber und nachvollziehbar die verschiedenen Schlafphasen. Mit der ausgezeichneten App dazu kann man gut sehen, welche Phasen man wann durchlebt. Fitbit gibt zudem Tipps, wann man ins Bett gehen sollte, ein Nicht-Stören-Modus ist ebenfalls dabei. Der integrierte Wecker hat eine intelligente Funktion, die den Schläfer wecken soll, wenn er sowieso gerade aufwacht. Im Test hat uns das so mittelmäßig überzeugt. Wir standen beim Alarm nicht auf, sondern legten uns eher mit “ha, ich hab noch 20 Minuten bis der Wecker klingelt” wieder ins Bett.

Die Laufzeit der Fitbit Versa 3 ist in der Realität mit ein paar Trainings etwa vier bis fünf Tage, etwas weniger, wenn man exzessiv das GPS nutzt. Über den mitgelieferten Ladeadapter ist die Uhr in etwa einer Stunde wieder voll. Dank einer Schnelladefunktion kommt man aber mit knapp 15 Minuten laden über einen Tag.

Der Straßenpreis der Fitbit Versa 3 liegt um die 200 Euro, das ist weniger als die UVP von Fitbit (knapp 230 Euro) oder die Fitbit Sense (280 Euro). Armbänder kosten ab 35 Euro aufwärts, zumindest die offiziellen. Bei Amazon gibt es zahlreiche Angebote von Drittherstellern, teilweise um die 10 Euro. Dann sollte man aber die Bewertungen zumindest querlesen und aufpassen, dass man wirklich ein Armband für die Versa 3 (oder die Sense) bekommt.

Die Fitbit Versa 3 ist ein guter Aktivitäts-Tracker und eine sehr brauchbare Sportuhr für den Alltag. Wo ist der Unterschied zur Sense? Es fehlen im Grunde nur die Funktionen rund um das Stress-Management und die EKG-App, sonst sind die Geräte nahezu funktionsgleich. Wer also auf ein EKG verzichten kann, der kann auch zur günstigeren Versa 3 greifen und hat dann fast alle Features. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich Fitbit nach der Übernahme durch Google weiterentwickelt (heise online Google schließt Fitbit-Übernahme ab).

Eine Alternative wäre die Garmin Venu Sq (Testbericht), die hat allerdings kein OLED-Display, kann dafür bei den Sportarten mehr punkten. Wer auf einen besseren Musik-Player Wert legt und in der Preisklasse bleiben möchte, der sollte sich die Huawei Watch GT 2e (Testbericht) genauer ansehen.

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