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Fiido M1 Pro für 897 Euro im Test: Winter, Wetter, E-Fatbike!
Pro und Contra
  • Starker Motor, großer Akku
  • Fette Optik, sehr gute Fahreigenschaften
  • Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Keine deutsche Straßenzulassung
  • Sehr schwer
Rating:
  • 5.0
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Das Fiido M1 Pro ist ein vollgefedertes E-Klapprad aus China mit Fatbike-Reifen und starkem 500-Watt-Motor für nur 897 Euro. Im Test cruisen wir damit perfekt durch Winter, Wald und Wetter.

Im Mai 2020 starteten wir unsere Testreihe an E-Klapprädern mit dem Test des Fiido M1 . Obwohl es auf deutschen Straßen nicht erlaubt ist, war das Echo auf unseren Beitrag überwältigend. Kein Wunder, bietet das Fiido M1 für aktuell unter 770 Euro doch deutlich mehr, als man es von in Deutschland zugelassenen E-Klapprädern gewohnt ist. Was wir jedoch etwas bemängelten, war sein mit 250 Watt unterdimensionierter Motor. Das ändert Fiido nun mit dem 897 Euro teuren M1 Pro und schraubt die Leistung auf 500 Watt. Außerdem steigt die Kapazität des ohnehin schon recht großen Akkus. Der Rest scheint, als wäre das Fiido M1 Pro direkt vom gleichen Fabrikband gefallen wie der Quasi-Vorgänger Fiido M1, welches sich wiederum sehr stark am besseren, aber auch teureren klappbaren E-Fatbike Mate X (Testbericht) orientiert.

Einen riesigen Nachteil des Fiido M1 hat auch das Fiido M1 Pro: Es ist auf deutschen Straßen nicht erlaubt. Glücklicherweise kann man dank Federung vorne und hinten sowie den 4 Zoll dicken Reifen eben diese verlassen und auf privatem Gelände fahren. Wer lieber zu einer legalen Variante greifen möchte, dem empfehlen wir unseren Vergleichstest: Neun E-Klappräder von 500 bis 3000 Euro . Mehr zum Thema in unseren ausführlichen Ratgeber Legal oder illegal? Alles zu E-Bikes und Pedelecs .

Wenn man nicht ganz genau hinschaut, wirkt das Fiido M1 Pro wie der eineiige Zwilling des Fiido M1 (Testbericht) . Das ist grundsätzlich erst einmal gut, schließlich sind wir von der extravaganten Optik des M1 sehr angetan. Es wirkt trotz dicker Schweißnähte sauber und stabil verarbeitet. Auch hat das quasi baugleiche M1 auf vielen Touren bewiesen, dass es so einiges aushält. Die Federung des Rückrads, die sich bei so manchem billigen Fully als Achillesferse entpuppt, hält bisher trotz wenig schonender Behandlung. Während der Fahrt sorgt die Rückradfederung für ein komfortables Fahrgefühl.

Die 55-Zentimeter-Federgabel vorne kann verstellt werden, ist aber für unser Empfinden auf „soft“ noch immer zu hart. Auch hat sie keine Dämpfer, knallt also hörbar in ihre Ausgangsposition zurück. Trotzdem ist das Fahrgefühl insgesamt dank der doppelten Federung und der fetten Reifen hervorragend und besser als beim ebenfalls sehr guten und günstigeren Fiido D4S (Testbericht) .

Mit Akku wiegt das Fiido M1 Pro fast 30 Kilogramm. Das ist sehr viel, wenn man es mal tragen muss. Immerhin funktioniert der Klappmechanismus gut. Mit wenigen Handgriffen reduzieren sich so die Maße des E-Fatbikes auf 95 × 80 × 45 Zentimeter. Aufgeklappt ist es immerhin 172 Zentimeter lang. Länger ist in unserer Testreihe nur das Mate X (Testbericht) . Leider gibt es keinen Haken wie am Brompton Electric (Testbericht) oder einen Magneten wie am Blaupunkt Fiene 500 (Testbericht) , der das M1 Pro zusammengeklappt hält.

Neben dem einfachen Fahrradcomputer, den man so an fast allen Fiido-Bikes findet, sitzt am Lenker außerdem eine einfache, aber gut funktionierende Schimano-Gangschaltung, Licht, Hupe sowie der Gashebel. Das Frontlicht hängt am Stromkreis und schaltet sich mit dem Fahrrad ein und aus. Für hinten gibt es nur einen Reflektor. Für eine angemessene Beleuchtung empfehlen wir unseren Ratgeber: Helle Fahrradleuchten für die dunkle Jahreszeit . Die in Deutschland nicht erlaubte Hupe sitzt im Frontlicht.

Der Sattel schiebt sich auf Wunsch danke Schnellverschluss von 80 Zentimeter auf 105 Zentimeter hoch. Damit ist er auch für Fahrer bis zu einer Körpergröße von 190 Zentimeter hoch genug. Allerdings sitzt der Lenker recht tief. Das sieht zwar lässig aus, ist aber ergonomisch nicht perfekt.

Das Fiido M1 Pro fährt sich butterweich. Daran haben neben der Federung vor allem die 4 Zoll breiten und 20 Zoll großen Reifen auch maßgeblichen Anteil. Sie fangen vor allem, wenn sie nicht voll aufgepumpt sind einen Großteil an Unebenheiten ab. Dabei geben sie ein leichtes Brummen von sich, das so laut ist, dass sich einige Passanten neugierig nach uns umdrehen. Überhaupt fällt man auch wegen des extravaganten Designs des Fiido M1 Pro auf. Schließlich ist ein E-Fatbike zum Klappen auch eine echte Rarität.

An der Achse des Hinterrads hängt der 500 Watt starke Motor. Der ist doppelt so stark wie der Motor des Vorgängers und schiebt uns beim Test ordentlich an. Die maximale Geschwindigkeit ist auf 25 Kilometer pro Stunde begrenzt. Allerdings lässt sich diese Limitierung mit einem einfachen Trick umgehen. Dann beschleunigt der Motor locker bis 35 Kilometer pro Stunde, was auf deutschen Straßen nicht erlaubt ist.

Fiido stellt beim M1 Pro drei Unterstützungsstufen bereit. Die Unterstützung setzt aber wie so häufig bei günstigen E-Bikes mit Heckmotor erst nach einer halben Pedalumdrehung ein. Etwa genauso lange läuft der Motor nach, wenn man aufhört, in die Pedale zu treten. Das nervt. Mehr Informationen zu dem Thema gibt es in unserem Beitrag E-Bike-Grundlagen: Antrieb, Akku, Schaltung & Co .

Komfortabler beschleunigt es sich da mit dem Gashebel. Erlaubt ist dieser auf deutschen Straßen jedoch nicht. Drückt der Fahrer ihn herunter, beschleunigt das Fahrrad auch ohne Treten der Pedale. Dabei reizt der Motor seine volle Leistung aus, was dem Fahrer einen ordentlichen Schub verpasst. Der Unterschied zum Vorgänger ist deutlich.

Die mechanischen Scheibenbremsen vorne und hinten greifen nach einer initiativen Justierung sehr gut. Das dafür nötige Werkzeug liegt dem Fiido M1 Pro bei. Achtung: Wie bei chinesischen E-Bikes üblich betätigt der linke Bremshebel die hintere Bremse und umgekehrt.

Der Akku ist deutlich gewachsen. Beträgt seine Kapazität beim Fiido M1 noch 450 Wattstunden, was ohnehin schon sehr gut ist, fasst er nun 614,4 Wattstunden. Die Systemspannung beträgt 48 Volt. Damit schaffen wir in unserem Test mit einer Mischnutzung aus Tretunterstützung und Gashebel 55 Kilometer. Beim Vorgänger kommen wir bei einer ähnlichen Nutzung etwa auf 45 Kilometer. Geladen ist der Akku über das mitgelieferte Netzteil nach etwa neun Stunden.

Das Fiido M1 Pro kostet bei Banggood (Kauflink) mit dem Gutscheincode BGFDM1PCZ 896 Euro. Verschickt wird aus Tschechien. Bei Geekmaxi (Kauflink) kostet das M1 Pro mit Gutscheincode W9EUI8XP 960 Euro, verschickt wird ebenfalls aus einem EU-Lager.

Mit dem Erscheinen des Fiido Mi Pro erfährt der Vorgänger einen Preisrutsch, was ihn deutlich attraktiver macht. Zwar ist der Motor schwächer und der Akku kommt mit weniger Kapazität. Dafür kostet es bei Banggood (Kauflink) mit Gutscheincode BGFDM1CZ gerade einmal 769 Euro.

Das Fiido M1 Pro ist ein echter Spaßgarant! Machte es schon mit dem Vorgänger mächtig Laune über Bordsteine, Stock und Stein zu rasen, setzt das Fiido M1 Pro dank des stärkeren Motors nochmal einen drauf. Die fetten Reifen, die stabile Verarbeitung und die Federung vorne und hinten haben einen maßgeblichen Anteil daran. Trotzdem sollte man in Deutschland trotz des verlockenden Preis-Leistungs-Verhältnisses von einem Kauf Abstand nehmen. Wer sich mit dem Fiido Mi Pro von der Polizei erwischen lässt oder in einen Unfall verwickelt wird, riskiert empfindliche Strafen.

Wer sich davon nicht abschrecken lässt oder nur auf privatem Grund fährt, erhält ein fantastisches E-Klapprad zum Schnäppchenpreis mit massivem Spaßpotenzial und martialisch-genialem Aussehen. Dabei muss man nicht zwingend zur Pro-Variante greifen. Auch das Fiido M1 (Testbericht) macht richtig viel Spaß und kostet mit aktuell 769 Euro auch noch weniger. Achtung: Wer sich dafür interessiert, sollte sich nicht zu viel Zeit lassen. Als wir im Mai vom Fiido M1 berichteten, war es wenige Tage danach ausverkauft.

Wer lieber zu einer legalen Variante greifen möchte, dem empfehlen wir unseren Vergleichstest: Neun E-Klappräder von 500 bis 3000 Euro . Mehr zum Thema in unseren ausführlichen Ratgeber Legal oder illegal? Alles zu E-Bikes und Pedelecs .

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