Farbige Nachtsicht: Überwachungskamera Eufy Floodlight Cam 2 Pro im Test

Eufy Floodlight Cam 2 Pro
Pro und Contra
  • 2K-Auflösung mit farbiger Nachtsicht
  • Leuchtkraft mit bis zu 3000 Lumen
  • Stabile WLAN-Verbindung und schnelle Aktivierungs des Livestream
  • automatischer Cruise-Modus
  • intuitive App
  • optionale Cloud-Speicherung
  • Unterstützung für Amazon Alexa und Google Assistant
  • Desktop-Anwendung eingeschränkt
  • eingeschränkte Integration in Smart-Home-Systeme
  • 4.5

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Die Eufy Floodlight Cam 2 Pro bietet LEDs mit einer Leuchtkraft von bis zu 3000 Lumen. Und mit einer 2K-Auflösung liefert sie detailreiche Videos auch nachts in Farbe.

Licht verscheucht dunkle Gestalten. Es verwundert daher nicht, dass es immer mehr Überwachungskameras mit integrierter Beleuchtung (Ratgeber) gibt. Sie reichen von Spotlight-Cams über LED-Außenleuchten mit Kamera bis hin zu sogenannten Floodlight-Cams. Letztere verfügen mit bis zu 3000 Lumen über eine starke Leuchtkraft. Allen gemeinsam ist, dass sie mithilfe der Beleuchtung eine farbige Nachtsicht bieten. Das Bild ist zudem klarer, sodass ungebetene Gäste besser identifiziert werden können. Sie bieten damit ein höheres Sicherheitsniveau als Modelle ohne Lampen.

Die Floodlight Cam 2 Pro ist Eufys Spitzenprodukt für den Outdoorbereich. Sie verfügt über ein schwenk- und neigbares Objektiv und deckt damit 360 Grad horizontal und 130 Grad vertikal ab. Die Überwachung wird dabei von einer automatischen Cruise-Control unterstützt, mit der die Kamera nach Anwendervorgaben den Überwachungsbereich zu bestimmten Zeiten abscannt. Die KI kann zwischen Personen und anderen Bewegungen differenzieren, was in der Praxis so gut wie keine Fehlalarme auslöst. Zudem kann sie Motive erfassen und diese bei Bewegung verfolgen.

Dank 2K-Auflösung (2304 × 1296 Pixel) sind aufgenommene Videos sehr detailreich. Mit aktiver Beleuchtung nimmt sie auch nachts Videos in Farbe auf. Diese speichert sie bei voller Auflösung im HEVC-Format (H.265). Die Angaben für Full-HD müssen wir schuldig bleiben, da dieser Modus zwar anwählbar war, die Kamera aber trotzdem Videos nur mit 2K aufgenommen hat.

Die Videos speichert sie auf dem im Gerät integrierten 7,3 GByte großen Speicher. Alternativ kann sie als Speichermedium auch eine NAS über RTSP nutzen. Derzeit sind allerdings nur NAS-Modelle von Synology für diesen Einsatz verifiziert. Zusätzlich dazu bietet Eufy noch Cloud-Speicher an. Der Basis-Tarif für 2,99 Dollar umfasst ein Gerät und speichert Videos bis zu 30 Tage. Mit dem 9,99 Dollar teuren Plus-Abo können Anwender den Cloud-Speicher für bis zu zehn Geräte verwenden. Die Unterstützung zur Speicherung der Videos in Verbindung mit einer Eufy-Homebase, die etwa zusammen mit der Video Doorbell Dual (Testbericht) oder Eufycam 2 (Testbericht) ausgeliefert wird, soll in Zukunft möglich sein.

Helligkeit und Farbtemperatur können Anwender regulieren und das nicht nur manuell, sondern auch automatisch, je nach Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und persönlichem Zeitplan. Aufgrund ihrer Leuchtstärke und des damit verbundenen hohen Energiebedarfs benötigt die Eufy Floodlight Cam 2 Pro einen festen Stromanschluss. Sie funkt im 2,4-GHz-WLAN, bietet eine Gegensprechfunktion und eine sehr laute Sirene, die bei Bedarf automatisch Alarm schlägt.

Die 2,2 Kilogramm schwere Eufy Floodlight Cam 2 Pro kann an der Decke oder an der Wand montiert werden. Entsprechend der Montage betragen ihre Abmessungen 45 x 26,5 x 21 cm (Wand) oder 45 x 19 x 18,5 cm (Decke). Sie ist wetterfest nach IP65 und laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen -20 und 50 Grad Celsius einsatzbereit.

Im Lieferumfang sind ein Haltegurt inklusive Installationshaken für die Montage, eine Bohrschablone sowie Schrauben zur Befestigung enthalten. Die Kurzanleitung, die auch in deutscher Sprache vorliegt, enthält detaillierte Informationen zur Montage inklusive Verbindung der Kamera mit dem Stromnetz. Weiterhin gibt es noch ein USB-Anschlusskabel, um die Kamera vor der endgültigen Montage einzurichten.

Wer die Schnellstartanleitung verlegt hat, kann sich über die in der App je nach Montageort (Wand oder Decke) enthaltene Anleitungen inklusive Video freuen. Damit dürfte die Montage für die meisten problemlos verlaufen. Dennoch gilt wie immer beim Anschluss von Geräten ans Stromnetz, dass die Montage qualifiziertem Fachpersonal vorbehalten ist. Dank der ausgezeichneten Anleitung in der App ist die Befestigung der Kamera nach gut 15 Minuten erledigt.

Die Tragkraft der L-förmig montierten Kamera liegt bei 10 Kilo. So muss man keine Angst haben, dass sich etwa Vögel auf der Kamera einnisten. Nicht dass das während des Test vorgekommen wäre, aber Eufy beschreibt genau dieses Szenario im Handbuch zur Kamera. Statt eines Vogelnests lässt sich zwischen Halterung und LED-Strahler auch ein Blumentopf positionieren.

Die Inbetriebnahme der Eufy Floodlight Cam 2 Pro ist prinzipiell einfach, setzt aber ein Nutzerkonto bei Eufy voraus. Dafür muss man eine E-Mail-Adresse angeben und ein Passwort einrichten. Die anschließende E-Mail, im Test ist diese im Spam-Folder gelandet, enthält eine Bestätigungslink über den die Registrierung abgeschlossen wird.

Anschließend wählen Anwender über das Plus-Zeichen in der App als Modelle die Floodlight Cam Pro aus. Die Ersteinrichtung erfolgt über das Einscannen des QR-Codes auf der Kamera. Anschließend ist die Kamera einsatzbereit und per Smartphone-App steuerbar. Zusätzlich zur App können Anwender Livestream und Gerätedaten auch über einen Web-Anwendung auf dem Desktop abrufen. Allerdings ist damit keine Konfiguration der Geräte möglich. Eine leistungsfähige Desktop-Anwendung, wie sie etwa Reolink (Test) bietet, hat Eufy bislang nicht im Angebot.

Nach dem Start zeigt die Eufy-App alle bislang registrierten Kameras mit dem zuletzt aufgenommenen Live-Bild inklusive eines Sicherheitsberichts über aufgelaufene Alarme.

Die Einstellungen der Kamera erreicht man in der Standardansicht über das Drei-Punkte-Menü und das Zahnradsymbol. Sie umfassen Konfigurationsmöglichkeiten zu den Menüpunkten Bewegungserkennung, Überwachung, Beleuchtung, Video, Audio, Benachrichtigung, Allgemein und Gerätefreigabe.

In Abschnitt Bewegungserkennung können Anwender den Aktivitätsbereich der Kamera festlegen, der sich bei der Floodlight Cam 2 Pro wegen des 360-Grad-Sichtfelds auf mehrere Zonen verteilt. Damit kann man ausschließen, dass die Kamera Personen auf einem fremden Grundstück oder öffentlichen Bereich erfasst und somit einen DSGVO-konformen Betrieb realisieren. Zusätzlich lässt sich unter Erfassungsbereich noch die Entfernung in fünf Stufen festlegen, bei der die pyroelektrischen Sensoren (PIR) der Kamera reagieren sollen. Maximal liegt dieser bei 12 Metern. Zudem lassen sich die einzelnen drei Bereiche, die die Sensoren erfassen, mit unterschiedlichen Werten konfigurieren. So kann man beispielsweise im linken Bereich eine größere Entfernung angeben als in den restlichen Zonen.

Um Fehlalarme zu vermeiden, können Anwender die Erkennungsart auf Menschen begrenzen. Im Test hat das die Kamera sehr gut hinbekommen und bei Menschen alarmiert, bei Haustieren zum Beispiel aber nicht.

Unter Überwachungseinstellungen können Anwender die Bewegungsverfolgung aktivieren. Dann verfolgt die Kamera automatisch erkannte Objekte. Zusätzlich lässt sich die Empfindlichkeit für die Bewegungsverfolgung in drei Stufen einstellen. Unter Auto-Kreuzfahrt können Anwender die Zeit festlegen, wie lange sie jeweils an den zuvor festgelegten vier Positionen verharrt, bevor sie die anderen Bereiche abscannt. Als Intervallwerte stehen dafür 10, 20 und 30 Sekunden sowie 1 und 5 Minuten zur Auswahl. Zusätzlich lässt sich das automatische Cruisen für bestimmte Wochentage und Zeiten konfigurieren. Außerdem ist es möglich, eine Erkennung außerhalb der Standardansicht zu aktivieren, sodass die Kamera auch dann Objekte erfasst, wenn diese sich außerhalb der Standardansicht befinden.

Die Beleuchtung der Kamera lässt sich manuell oder automatisch einschalten. Dabei können Anwender Zeiten definieren oder Optionen wie Sonnenauf- und -untergang sowie die Option Bewegungsaktivierte Beleuchtung wählen. Für jede dieser Möglichkeiten lässt sich zudem Helligkeit und Farbtemperatur der LEDs konfigurieren.

Und wie bei Eufy üblich, können Anwender die Steuerung der Kamera mit anderen Personen teilen. Hierfür müssen diese die Eufy-App installieren und sich registrieren.

Dank 2K-Auflösung sind die Videos der Kamera sehr detailreich. Und mit zugeschalteter Beleuchtung nimmt sie auch nachts Videos in Farbe auf. Mit voller Leuchtstärke erhellt die Eufy Floodlight Cam 2 Pro einen großen Bereich. Leuchtstärke und Farbtemperatur sind anpassbar, sodass sich die Kamera auch für eine gedimmte Beleuchtung, etwa bei einem Grillabend, nutzen lässt. Die Sirene ist mit bis zu 100 db sehr laut und die integrierte Gegensprechfunktion ohne Fehl und Tadel. In Sachen Benachrichtigungen bietet die Eufy lediglich eine Push-Funktion. Warnmeldungen über E-Mail verschickt sie hingegen nicht.

Die Eufy Floodlight Cam 2 Pro arbeitet auch in Verbindung mit den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa. In Kombination mit einem smarten Display (Ratgeber) können Anwender den Kamera-Livestream mit einem kompatiblen Gerät wie Nest Hub oder Echo Show verfolgen.

Leider bietet Eufy für die Floodlight Cam 2 Pro keine Integrationsmöglichkeiten für andere Smart-Home-Systeme wie Aqara (Ratgeber), Bosch (Testbericht), Elesion (Ratgeber), Homekit (Ratgeber), Homey Pro (Test), Tuya (Ratgeber) oder Smartthings (Testbericht). Immerhin ist sie dank einer Community-App kompatibel zu Homey Pro (Testbericht). Den Standard Open Network Video Interface (ONVIF) unterstützt die Kamera ebenfalls nicht.

Die Eufy Floodlight Cam 2 Pro hinterlässt optisch und haptisch einen ausgezeichneten Eindruck. Regulär kostet sie 299 Euro. Aktuell ist sie mit einem Rabatt in Höhe von 60 Euro schon für knapp 240 Euro erhältlich.

Im Test überzeugt die Eufy Floodlight Cam 2 Pro nahezu in jedem Bereich. Eine in Kombination mit Beleuchtung verfügbare farbige Nachtsicht bieten inzwischen viele Modelle. Doch die Eufy bietet darüber hinaus eine konfigurierbare automatische Rundumsicht inklusive Bewegungsverfolgung. Damit erfasst sie zuverlässig jedes Objekt, das sich im Erfassungsbereich von bis zu 12 Metern befindet und lässt es nicht mehr aus den "Augen". Die laute Sirene dürfte viele ungebetene Gäste zuverlässig abschrecken. Auch dass man die Beleuchtung in Sachen Helligkeit und Farbtemperatur anpassen und die Aktivierung automatisieren kann, stehen auf der Habenseite. Die stabile WLAN-Verbindung und die schnelle Aktivierung des Livestreams sind weitere Pluspunkte.

Weniger gut haben uns die Integrationsmöglichkeiten in gängige Smart-Home-Systeme gefallen. Zwar unterstützt die Kamera die digitalen Sprachassistenten von Google und Amazon, doch außer mit Homey Pro lässt sich die Kamera mit anderen Smart-Home-Lösungen nicht kombinieren.

Mehr Informationen zum Thema finden TechStage-Leser im Themenschwerpunkt Überwachungskameras. Nützliche Informationen zur Auswahl einer Überwachungskamera bietet der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentiert die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro.

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