Fahrrad zum E-Bike umbauen: Mittelmotor von Bafang im Test

Bafang Mittelmotor
Pro und Contra
  • hochwertig verarbeitet
  • einfache Montage
  • klasse Trittunterstützung
  • sehr günstig
  • kein Drehmomentsensor mit dabei
  • kein Innenlagerentferner mit dabei
  • 4.5

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Hochwertig verarbeitet und deutlich günstiger als ein neues E-Bike. Wir haben den Mittelmotor Bafang MM G340 getestet und zeigen, was das Pedelec-Nachrüst-Kit kann.

Wer sein Fahrrad zum E-Bike aufrüsten will, kann das bereits ab 300 Euro tun. Das Nachrüsten selbst ist vergleichsweise einfach und viele Sets sind in Deutschland legal. Einen Überblick, wie man sein Fahrrad legal zum E-Bike nachrüstet, geben wir an anderer Stelle.

In diesem Test sehen wir uns den Mittelmotor Bafang MM G340 an. Er ist einer von vielen Bafang-Motoren, die man über Shops wie Amazon oder Banggood auch in Deutschland bestellen kann.

Für unseren Test haben wir uns für das Nachrüst-Kit Bafang MM G340 mit dem Akku Haniwinner H193 im Wert von rund 650 Euro entschieden. Beide Bestandteile kommen in je einem Karton.

Das Paket des Haniwinner H193 beinhaltet den Akku, ein Netzteil mit europäischem Stecker sowie eine bebilderte Anleitung und zwei Schlüssel zum Absperren des Akkus.

Das Paket des Bafang MM G340 beinhaltet Mittelmotor, Kurbeln, Bordcomputer, Handcontroller, Geschwindigkeitssensor, Bremsen, Frontlicht sowie Kabelbinder, Bedienungsanleitung und Montagewerkzeug. Zudem liegt ein Gashebel bei. Den sollte man in Deutschland jedoch nicht montieren, da er illegal ist. Hierzulande darf der Motor ohne Trittunterstützung maximal auf 6 km/h als Schiebehilfe unterstützen. Der Gashebel schafft aber 25 km/h.

Insgesamt sind alle Komponenten gut und sicher verpackt. Schrauben sind in einzelne Tüten sortiert und die Bedienungsanleitung zählt alle Teile auf, die im Lieferumfang enthalten sein sollen. Bis auf das Fahrrad, ein bisschen Isolierband und einen Innenlagerschlüssel für das Tretlager ist alles mit dabei.

Die gesamte Montage des Sets kostet uns Laien sechs volle Stunden. Das Tretlager muss ausgetauscht werden, hier kommt der Motor rein. Der Akku findet am Rahmen Platz, die Bremshebel werden ausgetauscht, die Steuereinheit und das Display kommen an den Lenker, das Frontlicht an die Gabel und der Geschwindigkeitssensor ans Hinterrad. Zudem muss man noch die Kabel entlang des Rahmens befestigen. Schritt für Schritt sieht das so aus:

  1. Alte Pedale, Kurbeln und Tretlager entfernen.
  2. Mittelmotor mit neuem Tretlager anbringen, festschrauben und neue Kurbeln sowie alte Pedale befestigen.
  3. Lenkerstange freimachen, neue Bremshebel sowie Bordcomputer und Steuereinheit anbringen.
  4. Gegebenenfalls alte Frontleuchte entfernen und neue anbringen.
  5. Geschwindigkeitssensor am Hinterrad anbringen.
  6. Akku an Vorrichtung für Getränkehalter festschrauben.
  7. Alle Kabel miteinander verbinden (farblich gekennzeichnet) und entlang des Rahmens mit Kabelbindern befestigen.
  8. Kabelkontakte zwischen Motor und Akku abisolieren.
  9. Fertig.

Geübte Fahrradbastler benötigen für den Umbau wahrscheinlich bis zu zwei Stunden. Per Videoanleitung zeigt Bafang bei Bedarf im Detail, wie die Montage funktioniert – einen QR-Code zum Video gibt es in der Bedienungsanleitung.

Wir sind für den Test knapp drei Wochen mit unserem umgebauten E-Bike unterwegs. Insgesamt haben wir 100 Kilometer zurückgelegt.

Der Bafang Mittelmotor reagiert nach der ersten vollen Umdrehung der Pedale auf Tritte. Die erste Umdrehung braucht der Sensor aber, bevor er reagiert, da er über keinen Drehmomentsensor verfügt. Entsprechend ist das Fahrgefühl beim ersten Tritt weniger direkt als bei Mittelmotoren mit Drehmomentsensor.

Wer hingegen bisher nur Bikes mit Front- oder Heckmotoren gefahren ist, wird über der etwas direkteren Trittunterstützung des Bafang-Motors erfreut sein. Der Motor hat ordentlich Power; kein Wunder, wir haben die Version mit 750 Watt.

Eine offizielle Angabe zur Nennleistung haben wir nicht gefunden. In diversen Foren geht man aber von 350 Watt Nennleistung aus. Damit ist der Motor nicht für deutsche Straßen erlaubt. Für den deutschen Straßenverkehr würden wir entsprechend zu einer schwächeren Motorisierung raten. Die ist legal und günstiger.

Insgesamt fünf Unterstützungsstufen können wir über die Steuereinheit einstellen. Mit Unterstützungsstufe 1 und drittem Gang klappt aber bereits ein sehr entspanntes Radfahren bei 25 km/h auf ebener Strecke. Geht es bergauf, reicht oft Stufe 3. Die Stufen 4 und 5 sind in Verbindung mit dem Motor eher Spielerei. Hier ist zu viel Kraft dahinter; selbst bei 24 Gängen im höchsten Gang bergauf.

Das Farb-LC-Display unseres Kits zeigt auf etwa 4 Zoll Diagonale alle wichtigen Informationen an. Neben Uhrzeit und Stufe der Unterstützung gibt es Details zu Gesamtkilometer, Streckenkilometer sowie Geschwindigkeit und Akkustand. Zudem kann man das System mit einem Passwort schützen. Das muss man dann jedes Mal über den Controller eintippen, damit sich der Elektromotor freischaltet. Achtung: Wer das Passwort vergisst, kann seinen Elektromotor nicht mehr nutzen.

Die Akkuanzeige passt sich dynamisch den aktuellen Gegebenheiten an. Fahren wir mit Stufe 5 einen kleinen Hügel hoch, fällt die Akkuanzeige von 100 auf 46 Prozent. Fahren wir in der Ebene mit Stufe 3, klettert die Anzeige wieder hoch. Entsprechend hat man immer im Blick, wie stark man den Akku belastet. Gerade bei längeren Touren kann sich diese Spielerei auszahlen. Man schaltet bergauf einfach zwei Stufen herunter und schon verlängert sich die Akkudauer deutlich. Insgesamt kommt man mit einer Akkuladung bei mittlerer Unterstützung und weitgehend ebener Strecke auf etwa 50 bis 60 Kilometer. Wer dauerhaft auf Unterstützungsstufen 4 bis 5 fährt, kommt eher 30 Kilometer weit. Natürlich sind diese Werte abhängig von Terrain, Gewicht und anderen Gegebenheiten wie Straßenverhältnisse oder Gegenwind. Für unsere 100 Kilometer mussten wir den halbvollen Akku unseres Testgeräts nur einmal laden.

Insgesamt haben wir knapp 700 Euro für ein solides Fahrrad vom Wertstoffhof, Nachrüst-Kit und Akku bezahlt. Den Mittelmotor bekommt man unter anderem bei Banggood oder Amazon.

Bafang-Sets gibt es in diversen Konfigurationen. Bei der Motorstärke kann man etwa zwischen 250, 500, 750 und 1000 Watt wählen. Neben unserem Farb-LC-Display gibt es noch viele weitere Bildschirme für E-Bike-Nachrüst-Sets. So findet man etwa auf Amazon kleine Farb-Displays mit rund 2 Zoll Diagonale und Schwarz-Weiß-Bildschirme in verschiedenen Größen. Die Displays kosten einzeln zwischen 50 und 100 Euro. Im Zweifelsfall würden wir hier aber immer zum Komplett-Set greifen; hier ist in aller Regel das große Farb-LC-Display bereits dabei.

Die meisten vergleichbaren Nachrüst-Kits kommen fast allesamt mit Bafang-Motoren sowie Akkus von Hailong beziehungsweise Haniwinner. Wer einen schwächeren Motor nimmt, bekommt ein Komplett-Set samt Akku bei Amazon für rund 440 Euro. Wer bei Themen Umtausch und Garantie sicher gehen will, bestellt in Deutschland; etwa bei Amazon. Ausländische Onlineshops wie Banggood, der uns das vorliegende Set zur Verfügung gestellt hat, bieten die Komponenten oft günstiger an.

Beliebte Kits:

Beliebte Akkus (kompatibel mit Kits):

Wir sind von dem Bafang-Set mit Haniwinner-Akku begeistert. Das Set bietet bis auf einen Drehmomentsensor alles, was man von einem Pedelec mit Mittelmotor erwarten kann. Wer hier sein bestehendes Mountainbike mit hochwertigen Scheibenbremsen und Gangschaltung aufrüstet, bekommt natürlich ein deutlich besseres Gesamtergebnis als wir mit unserem billigen Wertstoffhof-Bike.

Das Nachrüsten selbst ist einfach und viele Sets sind in Deutschland legal. Einen Überblick zu Legalität und weiteren Nachrüstungsmöglichkeiten geben wir an anderer Stelle.

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