Ezviz CP4 im Test: Smarter Türspion mit Klingel, Kamera und Display

Ezviz CP4
Pro und Contra
  • Insgesamt unproblematische Montage
  • Full-HD-Auflösung mit guter Nachtsicht
  • Ohne Cloud vollständig nutzbar, Cloudspeicherung optional
  • Nahezu keine Fehlalarme
  • Verschlüsselte Videoübertragung
  • Unterstützung für Amazon Alexa und Google Assistant
  • Montage kann Bohrarbeiten erfordern
  • Keine Möglichkeit, den Sichtbereich der Kamera einzuschränken
  • Keine Integration in gängige Smart-Home-Systeme
  • Unterstützt nur 2,4-GHz-Band
  • Betriebsmodi schlecht erklärt
  • 4

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Einen klassischen Türspion mit einer smarten Variante zu ersetzen, ist in wenigen Minuten erledigt. Wie gut das mit der Ezviz CP4 gelingt, zeigt der Test.

Anders als klassische Video-Türklingel wie die Eufy Video Doorbell Dual (Testbericht) lassen sich Türspion-Varianten (Ratgeber) einfach installieren. Hierfür muss man lediglich einen vorhandenen klassischen Türspion mit einer smarten Variante austauschen. Das ist primär in Wohneigentümergemeinschaften von Vorteil, da eine Montage einer Video-Türklingel meist die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft erfordert, während der Austausch eines Türspions unproblematischer ist.

Mit der CP4 bietet Ezviz ein Modell, welches als Ersatz für den klassischen Türspion geeignet ist. Sie bietet einen 4600 mAh starken Akku, eine Full-HD-Kamera mit integrierter Klingel und PIR-Sensor, ein 4,3 Zoll großes Display inklusive Live-Ansicht sowie eine Gegensprech-Anlage. Voraussetzung für den Betrieb ist eine stabile WLAN-Verbindung am Montageort.

Der Lieferumfang der Ezviz CP4 enthält eine Kameraeinheit, die per Flachbandkabel mit USB-C-Stecker mit dem Bildschirm verbunden wird. Neben dem Bildschirm gibt es noch einen Montagefuß, eine Schnalle, drei Paar Befestigungsschrauben mit unterschiedlichen Längen von 3,5 bis 8 cm. Die Kurzanleitung, die auch in deutscher Sprache vorliegt, enthält nur wenige Informationen zur Inbetriebnahme. Über den dort aufgedruckten QR-Code können Anwender das vollständige Handbuch herunterladen (PDF), das in allen relevanten Sprachen vorliegt und auf insgesamt neun Seiten ausführlich die Funktionen der Kamera erklärt. Den 4.600 mAh starken Akku im Display können Anwender mit dem mitgelieferten Micro-USB-Kabel aufladen. Im Testbetrieb mit intensiver Nutzung verliert der Akku pro Tag etwa zwei Prozent Leistung. Er dürfte in der Praxis daher gut zwei Monate durchhalten, bevor man ihn aus der Halterung zum Aufladen nimmt und an ein USB-Netzteil anschließt.

Zur Speicherung der Videos können Anwender entweder eine microSD-Karte mit bis zu einer Größe von 256 GByte verwenden oder den Cloudspeicher von Ezviz nutzen, den sie zuvor bis zu 30 Tage lang kostenlos testen können. Dabei gibt es kein Kostenrisiko, weil das Probe-Abo automatisch endet. Für einen siebentägigen Ereignis-basierenden Videoverlauf für eine Kamera sind monatlich 4,99 Euro fällig, 30 Tage kosten 9,99 Euro. Hat man mehrere Ezviz-Kameras im Einsatz, erhöhen sich die Kosten auf 7,49 Euro respektive 14,99 Euro. Allerdings umfasst der höherpreisige Tarif nur bis zu vier Kameras.

Im Display und in der Kamera sind jeweils Lautsprecher und Mikrofone untergebracht, die die Gegensprechanlage realisieren. Der Bildschirm ist touchfähig, zum Aufwecken oder Ausschalten muss man allerdings die am unteren Rand in der Mitte angebrachte Taste betätigen. Die Kameraeinheit bietet mehrere Sensoren, die Bewegungen und Helligkeit erkennen.

Im Test verläuft der Ausbau des klassischen Türspions problemlos. Bei unserem Modell muss man lediglich das nach außen gerichtete Element abschrauben und die Fassung von innen herausziehen. Im Test war diese allerdings verklemmt, sodass wir Hammer und Schraubenzieher zur Demontage des Türspion-Innenteils zu Hilfe nehmen mussten. Keine große Sache, aber laut wird es dabei trotzdem. Außerdem haben wir mit einer Bohrmaschine und einem Bohrer mit einem Durchmesser von 5/8 Zoll den Türspion-Kanal vergrößert, sodass wir die Kameraeinheit von außen einsetzen konnten. Anschließend wird mit zwei Befestigungsschrauben der Montagefuß mit der Kameraeinheit verschraubt, sodass beide Komponenten fest an der Tür sitzen. Die Montage war nach etwa 15 Minuten erledigt (siehe auch Bildergalerie).

Die Inbetriebnahme der Ezviz CP4 ist prinzipiell einfach, setzt aber ein Nutzerkonto bei Ezviz voraus. Dafür muss man mindestens eine E-Mail-Adresse hinterlegen. Anschließend erhält man einen Bestätigungscode, der zur Authentifizierung in der App eingegeben wird. Der Zugang zur App kann zusätzlich mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesichert werden. Statt sich jedes Mal an der App manuell mit Eingabe von Benutzer-ID und Kennwort anzumelden, können Anwender dafür auch im Smartphone integrierte biometrische Authentifizierung wie Face ID oder den Fingerabdruck nutzen.

Nach der Anmeldung erfolgt die Koppelung der Ezviz CP4 mit der App. Hierfür klickt man in der App auf das Plus-Symbol und wählt Gerät hinzufügen und dann Kamera aus. Anschließend öffnet sich ein QR-Code-Reader, mit dem man den QR-Code (entweder Kameradisplay oder Kurzbeschreibung) eingescannt. Nun ist die Kamera einsatzbereit und per Smartphone-App steuerbar. Zusätzlich zur App können Anwender die Kamera mit der für macOS und Windows vorliegenden Ezviz-Desktop-Anwendung steuern.

Mobile App und Desktop-Anwendung unterscheiden sich allerdings in den Möglichkeiten zur Darstellung der Live-Bilder sowie in der Konfiguration der Kamera. Die Desktop-Anwendung unterstützt lediglich die Änderung der Auflösung und ist ansonsten für die Darstellung des Livestreams interessant. Wer mehrere Ezviz-Kameras im Einsatz hat, kann mit der Desktop-App bis zu 25 Livestreams gleichzeitig darstellen. Prinzipiell beherrscht auch die mobile Anwendung die gleichzeitige Darstellung von mehreren Streams, doch ist das auf dem Smartphone wegen des kleineren Bildschirms nicht so interessant. Zudem gibt es noch eine für Tablets optimierte App.

Nach dem Start der App werden die verbundenen Kameras mit dem zuletzt aufgenommenen Live-Bild angezeigt. Über die große runde und weiß-blaue Schaltfläche am unteren Rand können Anwender die Alarmfunktion ein- und ausschalten. Der Klick auf Bibliothek rechts unten öffnet die Verlaufsansicht bisheriger Warnungen inklusive der dazugehörigen aufgenommenen Videos. Die Schaltfläche Geräte aktiviert wieder die Startseite. Mit einem Klick auf das zuletzt aufgenommene Bild der Kamera gelangt man zur Live-Ansicht. Am unteren Bildschirmrand stehen die Optionen Play/Pause, Lautstärke, Schnappschuss, Aufnehmen, Sprechen, Auflösung, Alarm zur Verfügung. Klickt man ins Live-Bild, zeigen sich dort weitere Einstellmöglichkeiten. So kann man das Video anhalten, die Tonübertragung ausschalten oder die Gegensprechfunktion nutzen. Über das Symbol rechts oben gelangt man zu den Einstellungen. Hier können Anwender den Betriebsmodus, die intelligente Erkennung, Benachrichtigungen, Audio- und Bildeinstellungen sowie die Statusleuchte (Lichteinstellungen) der Klingeltaste konfigurieren.

Etwas verwirrend sind die verschiedenen Betriebsmodi der Kamera. Hier müsste Ezviz die Übersetzung anpassen und auch mehr Details der einzelnen Betriebsarten in der App nennen. Der Modus Individuelle Anpassung an den Benutzer wird beispielsweise mit „Parameter wie Erkennungsempfindlichkeit und Dauer des Herumlungerns anpassen.“ erläutert. Daneben stehen noch die Modi Hohe Leistung, Energie sparen, Extrem stromsparend zur Auswahl.

Alarmmeldungen übermittelt die Kamera per E-Mail oder Pushnachrichten an den Nutzer. E-Mail-Benachrichtigungen konfigurieren Anwender in der App unter Allgemeine Einstellungen, während sie Push-Alarme unter Einstellungen der jeweiligen Kamera einstellen. Dort können sie unter Intelligente Erkennung außerdem festlegen, ob die Kamera den Nutzer bei sämtlichen Bewegungen (PIR) oder nur bei Erkennung von Menschen warnt. Im Test funktioniert das einwandfrei. Ist die Erkennung auf Menschen eingeschränkt, erfolgt bei Haustieren wie einer Katze kein Alarm.

Zudem können Anwender die Einstellungen der CP4 auch über das integrierte Display vornehmen, wobei die Benutzeroberfläche auch Deutsch unterstützt.

Der in der Kamera integrierte CMOS-Sensor nimmt Videos maximal mit einer Auflösung von 1920 × 1080 Pixel und bis zu 15 Bildern pro Sekunde im HEVC-Format auf. Die Aufnahmequalität entspricht den Erwartungen, die man an eine Überwachungskamera mit Full-HD-Auflösung. Die Aufnahmen sind detailreich und die Farbwiedergabe ist in der Grundeinstellung neutral. Als Optionen für Bildeinstellungen können Anwender WDR (Wide Dynamic Range) und die Verzerrungskorrektur aktivieren.

Die App bietet im Wesentlichen eine leichte Bedienung der Kamera: Die Videoauflösung kann verändert werden, was etwa bei einem schwachen WLAN-Signal von der App auch empfohlen wird. Anwender können Videoaufnahmen direkt im Livestream starten oder die Gegensprechfunktion nutzen.

Sobald sich eine Person der CP4 nähert, leuchtet die Status-LED der in der Außeneinheit integrierten Türklingel. Damit stehen die Chancen gut, dass der Besuch diese auch verwendet und nicht die Standard-Hausklingel nutzt. Mit dem Druck auf den Klingelknopf erfolgt sofort eine Benachrichtigung auf dem Smartphone, sodass man mit diesem direkt kommunizieren kann. Das ist sehr bequem und vor allem dann nützlich, wenn man ein Paket erwartet. So kann man mit dem Paketboten direkt kommunizieren und den Ablageort für das Paket besprechen.

Die Ezviz CP4 ist kompatibel zu den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa. In Verbindung mit einem smarten Display (Ratgeber) können Anwender den Kamera-Livestream auch an ein kompatibles Gerät wie Nest Hub oder Echo Show ausgeben. Allerdings funktioniert im Test die Ausgabe an einen Echo Show 8 und Google Nest Hub nicht, wenn die Videoverschlüsselung aktiviert ist.

Ansonsten können Anwender die Ezviz CP4 nicht direkt in gängige Smart-Home-Systeme wie Aqara (Ratgeber), Bosch (Testbericht), Elesion (Ratgeber), Homekit (Ratgeber), Homey Pro (Test), Tuya (Ratgeber) oder Smartthings (Testbericht) einbinden.

Die Ezviz CP4 hinterlässt optisch und haptisch einen guten Eindruck. Der UVP liegt bei knapp 170 Euro. Aktuell gibt es einen Rabatt in Höhe von 30 Euro, sodass sie für 140 Euro den Besitzer wechselt.

Insgesamt bietet Ezviz mit der CP4 einen guten Ersatz für einen klassischen Türspion. Sie lässt sich schnell montieren und in Betrieb nehmen. Der Vorteil der Lösung liegt darin, dass man mit Besuchern, die die Klingel, deren Status-LED bei Annäherung einer Person aufleuchtet, direkt kommunizieren kann. Wer also ein Paket erwartet, kann direkt mit dem Paketboten sprechen. Mit der Möglichkeit zur lokalen Speicherung von Videos benötigen Anwender kein kostenpflichtiges Cloud-Abo. Wer daran interessiert ist, kann es nach der 30-tägigen kostenlosen, automatisch endenden Testphase trotzdem hinzubuchen.

Dank der Möglichkeit, zwischen Bewegungen aller Art und Menschen zu unterscheiden, sind Fehlalarme praktisch ausgeschlossen. Um den Livestream zu verfolgen, kann man auch auf die Desktop-Anwendung oder auf ein smartes Display wie Amazon Echo Show ausweichen. Hierfür muss man allerdings die Videoverschlüsselung deaktivieren. Die Zwei-Wege-Audiokommunikation entspricht dem branchenüblichen Standard.

Der fehlende Support für 5-GHz-WLANs schränkt das Gerät ein wenig ein. Mit der rudimentären Smart-Home-Unterstützung teilt sie leider das Schicksal vieler anderer Überwachungskameras.

Mehr Informationen zum Thema finden TechStage-Leser im Themenschwerpunkt Überwachungskameras. Nützliche Informationen zur Auswahl einer Überwachungskamera bietet der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentiert die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro.

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