Ezviz BC2 im Test: Kompakte Überwachungskamera mit Akku und WLAN für 80 Euro

Ezviz BC2
Pro und Contra
  • kompakte Abmessungen und flexibel positionierbar
  • Full-HD-Auflösung
  • ohne Cloud vollständig nutzbar
  • optionale Cloud-Speicherung
  • verschlüsselte Videoübertragung
  • Unterstützung für Amazon Alexa und Google Assistant
  • Nachtsicht ungleichmäßig ausgeleuchtet
  • keine Integration in gängige Smart-Home-Systeme
  • 4

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Die Ezviz BC2 ist sehr kompakt und lässt sich dank einer magnetischen Halterung flexibel positionieren. Wie alltagstauglich die Überwachungskamera ist, zeigt der Testbericht.

Wie zahlreiche andere Überwachungskameras (Themenwelt) ist die Ezviz BC2 mit WLAN und einem Akku ausgestattet. Aber erst die kompakten Abmessungen, das leichte Gewicht, die personalisierbare Gegensprechfunktion und der magnetische Standfuß machen sie zu einer ganz besonderen Überwachungskamera.

Die 86 Gramm schwere Ezviz BC2 (mit Standfuß wiegt sie 119 Gramm) misst 51,3 x 39,1 x 39,1 mm und ist laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen -10 und 45 Grad Celsius bei einer Luftfeuchte von bis zu 95 Prozent einsatzbereit. Im Lieferumfang sind eine Metallplatte inklusive Schrauben zur Befestigung enthalten. Als Alternative gibt es außerdem noch zwei beidseitig klebende Schaumstoff-Pads. Die Kurzanleitung, die auch in deutscher Sprache vorliegt, enthält nur wenige Informationen zur Inbetriebnahme. Über den dort aufgedruckten QR-Code können Anwender das vollständige Handbuch herunterladen (PDF), das auf insgesamt zwölf Seiten ausführlich die Funktionen der Kamera erklärt.

An der Vorderseite des quaderförmigen Gehäuses aus Plastik befindet sich das Objektiv, das Bilddaten auf einem 1/2,8" Zoll großen CMOS-Sensor mit 2 Megapixel-Auflösung (Full-HD) aufnimmt. Unter der Frontabdeckung sind zwei IR-Lichter, die bei Dunkelheit mittels eines Lichtsensors mit einem wahrnehmbaren Klacken aktiv werden und für die bis zu fünf Meter weite Nachtsichtfähigkeit der Kamera sorgen. LED-Scheinwerfer für eine farbige Nachtsicht (Ratgeber) gibt es nicht. Unterhalb des Objektivs informiert eine LED über den Betriebszustand. Sie leuchtet unter anderem blau, wenn der Livestream in der App angezeigt wird oder grün, wenn der Akku vollständig geladen ist. Zudem befinden sich an der Frontseite noch ein Mikrofon sowie ein PIR-Sensor zur Erfassung von Bewegungen.

Im hinteren Bereich des Gehäuses befindet sich auf der Oberseite ein Lautsprecher. Er kann verschiedene, auch personalisierte und bis zu 10 Sekunden lange Töne von sich geben. Trotz der kompakten Abmessungen sind diese deutlich wahrnehmbar und durchaus geeignet, ungebetene Gäste zu erschrecken.

An der Rückseite finden sich ein microSD-Karten-Slot, der entsprechende Speichermedien (nicht im Lieferumfang enthalten) mit bis zu einer Größe von 256 GByte aufnehmen kann und zur Speicherung der Videos dient. Optional können Anwender auch ein Cloud-Abo abschließen, das sie zuvor bis zu 30 Tage lang testen können. Für einen siebentägigen Ereignis-basierenden Videoverlauf für eine Kamera sind monatlich 4,99 Euro fällig, 30 Tage kosten 9,99 Euro. Hat man mehrere Ezviz-Kameras im Einsatz, erhöhen sich die Kosten auf 7,49 Euro respektive 14,99 Euro. Allerdings umfassen die höherpreisigen Tarife nur bis zu vier Kameras.

Der im Gehäuse integrierte 2000 mAh starke Akku soll laut Hersteller bei einer täglichen Nutzungsdauer von fünf Minuten einen Betrieb von bis zu 50 Tage gewährleisten. Im Test zeigt der Akku nach drei Tagen intensiver Nutzung mit über 200 aufgenommenen Videos noch eine Kapazität von 53 Prozent an.

Mit dem mitgelieferten magnetischen Standfuß können Anwender die Kamera an metallischen Oberflächen befestigen. Sind diese an der gewünschten Position nicht verfügbar, kann man die Metallplatte mithilfe der beidseitig klebenden Schaumstoff-Pads auf ebenen Oberflächen anbringen und somit zur Befestigung der Kamera verwenden. Dabei muss man allerdings bei einer vertikalen Positionierung darauf achten, dass die Kamera auch den zu überwachenden Bereich erfasst, weil sie in dieser Position immer ein wenig nach unten geneigt ist. Insgesamt ist die magnetische Befestigungslösung gut gelungen und sorgt für eine relativ flexible Positionierung.

Die Inbetriebnahme der Ezviz BC2 ist prinzipiell einfach, setzt aber ein Nutzerkonto bei Ezviz voraus. Dafür muss man mindestens eine E-Mail-Adresse hinterlegen. Anschließend erhält man einen Bestätigungscode, den man in der App eingeben muss. Der Zugang zur App kann zusätzlich mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesichert werden. Statt sich jedes Mal an der App manuell mit Eingabe von Benutzer-ID und Kennwort anzumelden, können Anwender dafür auch im Smartphone integrierte biometrische Authentifizierung wie Face-ID oder den Fingerabdruck nutzen.

Nach erfolgter Anmeldung erfolgt die Koppelung der BC2 mit der App. Hierfür klickt man in der App auf das Plus-Symbol und wählt Gerät hinzufügen und dann Kamera aus. Anschließend öffnet sich ein QR-Code-Reader, mit dem der QR-Code auf der Unterseite der Kamera eingescannt wird. Zudem muss man noch ein Gerätepasswort vergeben. Anschließend ist die Kamera einsatzbereit und per Smartphone-App steuerbar. Zusätzlich zur App können Anwender die Kamera mit der für macOS und Windows vorliegenden Ezviz-Desktop-Anwendung steuern.

Mobile App und Desktop-Anwendung unterscheiden sich allerdings in den Möglichkeiten zur Darstellung der Live-Bilder sowie in der Konfiguration der Kamera. Die Desktop-Anwendung unterstützt lediglich die Änderung der Auflösung und ist ansonsten für die Darstellung des Livestreams interessant. Wer mehrere Ezviz-Kameras im Einsatz hat, kann mit der Desktop-App bis zu 25 Livestreams gleichzeitig darstellen. Prinzipiell beherrscht auch die mobile Anwendung die gleichzeitige Darstellung von mehreren Streams, doch ist das auf dem Smartphone wegen des kleineren Bildschirms nicht so interessant. Zudem gibt es noch eine für Tablets optimierte App.

Nach dem Start der App werden die verbundenen Kameras mit dem zuletzt aufgenommenen Live-Bild angezeigt. Über die große runde und weiß-blaue Schaltfläche am unteren Rand können Anwender die Alarmfunktion ein- und ausschalten. Der Klick auf Bibliothek rechts unten öffnet die Verlaufsansicht bisheriger Warnungen inklusive der dazugehörigen aufgenommenen Videos. Die Schaltfläche Geräte aktiviert wieder die Startseite. Mit einem Klick auf das zuletzt aufgenommene Bild der Kamera gelangt man zur Live-Ansicht. Am unteren Bildschirmrand stehen die Optionen Schnappschuss, Aufnehmen, Sprechen, Auflösung, Alarm und Flutlicht zur Verfügung. Die Reihenfolge können Anwender anpassen. Klickt man ins Live-Bild zeigen sich dort weitere Einstellmöglichkeiten. So kann man das Video anhalten, die Tonübertragung ausschalten oder die Gegensprechfunktion nutzen. Über das Symbol rechts oben gelangt man zu den Einstellungen. Hier können Anwender den Betriebsmodus, die intelligente Erkennung, Benachrichtigungen, Audio- und Bildeinstellungen sowie die Statusleuchte (Licht) konfigurieren.

Alarmmeldungen übermittelt die Kamera per E-Mail oder Pushnachrichten an den Nutzer. Anwender können unter Einstellungen – Intelligente Erkennung festlegen, ob die Kamera den Nutzer bei sämtlichen Bewegungen (PIR) oder nur bei Erkennung von Menschen warnt. Im Test funktioniert das einwandfrei. Ist die Erkennung auf Menschen eingeschränkt, erfolgt bei Haustieren wie einer Katze kein Alarm.

Für beide Fälle lassen sich unter Erkennungsbereich Zonen für die Bewegungserkennung sowie die Erkennungsempfindlichkeit definieren. Bei Bewegungen außerhalb dieser Zone sendet die Kamera keine Benachrichtigung. Außerdem ist diese Einschränkungsmöglichkeit wichtig, um die BC2 datenschutzkonform zu betreiben, wenn sie auf ein fremdes Grundstück oder einen öffentlichen Bereich ausgerichtet ist.

Obendrein können Nutzer festlegen, wie der Gerätealarm arbeiten soll. Zur Auswahl stehen die Optionen Stark, Schwach, Lautlos-Modus und Benutzerdefinierter Ton, die sich nach Wochentagen und Zeiten festlegen lassen. Die Option Intensiv hat zur Folge, dass die Sirene über den in der Kamera integrierten Lautsprecher ertönt, wenn die Kamera einen Bewegungsalarm erkannt hat. Mit der Option Schwach wird ein kurzer Piepton abgespielt. Zudem ist es möglich, über Benutzerdefinierter Ton personalisierte Sprachaufnahmen mit einer Länge von bis zu 10 Sekunden als Warnmeldung zu konfigurieren. Während die Sirene trotz der kompakten Abmessungen laut ertönt, muss man aber bei der personalisierten Sprachnachricht schon genau hinhören, um sie wahrzunehmen. Hier sollte Ezviz die Software für die Aufnahme optimieren, zumal die Gegensprechfunktion mit ausreichender Lautstärke funktioniert.

Der in der Kamera integrierte CMOS-Sensor nimmt Videos maximal mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel und bis zu 15 Bildern pro Sekunde auf. Die Aufnahmequalität geht für eine kompakte Kamera tagsüber in Ordnung. Nachts leuchtet sie die Umgebung maximal bis zu einer Entfernung von fünf Metern aus. Diese ist allerdings nicht gleichmäßig, sodass nur Objekte in der Bildmitte relativ hell erscheinen. An den Rändern fällt die Helligkeit hingegen deutlich ab.

Für die Aufnahme kommt der datensparsame Codec HEVC alias H.265 zum Einsatz. Im Test erfolgt die Aufnahme mit diesem Codec unabhängig von der Wahl der Auflösung. Nutzer können mit dem 8-fachen Digital-Zoom Objekte näher betrachten. Bis zu einer Zoom-Stufe von etwa vier ist die Bildqualität zufriedenstellend.

Bauartbedingt ist das Sichtfeld der BC2 mit 85 Grad diagonal und 46 Grad horizontal im Vergleich zu anderen Überwachungskameras eingeschränkt (siehe auch Bildergalerie). Aber bei einer so kleinen Kamera dürften die meisten mit dieser Einschränkung klarkommen.

Die Ezviz BC2 ist kompatibel zu den Sprachassistenten Google Assistant und Amazon Alexa. In Verbindung mit einem smarten Display (Ratgeber) können Anwender den Kamera-Livestream auch an ein kompatibles Gerät wie Nest Hub oder Echo Show ausgeben. Allerdings funktioniert im Test die Ausgabe an einen Echo Show 8 und Google Nest Hub nicht, wenn die Bildverschlüsselung aktiviert ist.

Ansonsten bietet die BC2 keine Integrationsmöglichkeiten für andere Smart-Home-Systeme wie Aqara (Ratgeber), Bosch (Testbericht), Elesion (Ratgeber), Homekit (Ratgeber), Homey Pro (Test), Tuya (Ratgeber) oder Smartthings (Testbericht).

Die Ezviz BC2 hinterlässt optisch und haptisch einen guten Eindruck. Die kompakte Gehäusegröße ist für viele erstaunlich, schließlich sind Überwachungskameras in der Regel viel größer. Ezviz verkauft die BC2 für etwa 80 Euro. Aktuell gibt es einen Rabatt von 20 Prozent, sodass die Kamera nur 64 Euro kostet.

Ezviz bietet mit der BC2 eine der kleinsten Überwachungskameras, die sich einer magnetischen Halterung, Akku und WLAN relativ flexibel positionieren lässt. Trotz der geringen Größe bietet sie Full-HD-Auflösung und überzeugt tagsüber mit einer insgesamt zufriedenstellenden Aufnahmequalität. Bei der Nachtsicht wird wegen der geringen Stärke der IR-Lichter nur die Bildmitte gut ausgeleuchtet. Dank der Unterstützung von microSD-Karten müssen Anwender zur Speicherung von Videos kein kostenpflichtiges Cloud-Abo abschließen. Auch stehen sämtliche Funktionen der Kamera auch ohne Cloud zur Verfügung. Es entstehen also keine Folgekosten.

Dank der Möglichkeit, zwischen Bewegungen aller Art und Menschen zu unterscheiden, sind Fehlalarme so gut wie ausgeschlossen. Mit der App können Anwender die BC2 umfassend konfigurieren. Um den Livestream zu verfolgen, kann man auch auf die Desktop-Anwendung oder auf ein smartes Display wie Amazon Echo Show ausweichen.

Mehr Informationen zum Thema finden TechStage-Leser im Themenschwerpunkt Überwachungskameras. Nützliche Informationen zur Auswahl einer Überwachungskamera bietet der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Darin erläutern wir die wichtigsten Kaufkriterien und präsentiert die besten Überwachungskameras der verschiedenen Kategorien mit Preisen zwischen 30 und 500 Euro.

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